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Diesen Spruch hört und liest man allenthalben in den Medien. Gold steigt angeblich, weil Anleger aus dem fallenden Dollar aussteigen und in die Sicherheit des Edelmetalls fliehen.
Die Fakten sehen jedoch anders aus. Unten der Relativ-Chart von Gold (ETF "GLD") zu EUR/USD (XEU). Der steile Anstieg zeigt, dass Gold ein Eigenleben entwickelt und sich von der Kurs-Entwicklung von EUR/USD abgekoppelt hat. Tatsächlich hat Gold heute intraday ein neues ATH bei 1048 Dollar erreicht, während EUR/USD um 1,4720 dümpelt - nach dem jüngsten Höchstkurs von 1,49 am 23. September. Gold notierte Ende September teils noch unter 1000 Dollar.
Daraus schließe ich, dass der Gold-Anstieg Teil der aktuell laufenden "allgemeinen Blähnummer" bei Rohstoffen ist. Er läuft parallel zu Anstiegen in Metallen, Öl, Zucker und anderen "Zocker-Lieblingen" von Hedgefonds und Zockerbanken. Auch die DB zockt massiv in Zucker, nun sogar physisch. Dass Zucker im letzten Jahr von 8 auf 24 Dollar gestiegen ist, tut der Zockerfreude keinen Abbruch. Nein, es beflügelt sie sogar.
Statt konservativer "Reversal to the mean"-Strategien steht die heutige Börsenwelt im Zeichen der "Kirchturm-Charts". Kein Kurs ist zu hoch, um ihn nicht noch höher zu treiben. Das hatte ich letztes Jahr - kurz vor dem Höhepunkt der letzten Rohstoff-Blase - schon einmal kritisiert. Zu Recht, wie sich Ende 2008 zeigte: Öl fiel von 147 auf 35 Dollar - ein Erdrutsch, der seinesgleichen sucht.
Ich fürchte, auch diesmal wird die Blähnummer wieder in Hedgefonds-Tränen (und -Pleiten) enden.
Der Trend zu mehr staatlicher Kontrolle drückt die Liquidität, bei der Derivatereform (unten) ebenso wie bei den höheren EK-Anforderungen der Banken. Einschränkungen im Futureshandel an den Warenterminbörsen verringern die Liquidität (z. B. beim Öl- und Zucker-Gezocke) ebenfalls. Nicht umsonst steigen manche Hedgefonds panisch in den physischen Handel ein (z. B. Zinn-Horten, siehe Kicky gestern), um bei den Commodity-Regulierungen nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
FTD
Liquiditätsrisiken
Konzerne drohen Milliardenkosten wegen Derivatereform
Die USA und die EU-Kommission wollen den 592.000 Mrd. $ großen außerbörslichen Derivatehandel regulieren. Dagegen regt sich in der Wirtschaft Widerstand. Allein Eon geht von einem zusätzlichen Kapitalbedarf in Höhe von 7,5 Mrd. Euro aus.
von Richard Milne, London, Jeremy Grant, London und Tobias Bayer, Frankfurt
Deutsche Versorger und Industrieunternehmen müssten nach eigener Auskunft Milliarden zur Seite legen, um für eine Verschärfung des außerbörslichen Derivatehandels gerüstet zu sein. Allein Europas größter Stromkonzern Eon bräuchte 7,5 Mrd. Euro an neuen Kreditlinien oder an Bargeld, sofern die Vorschläge der EU-Kommission umgesetzt würden. "Das wird eine große Wirkung haben. Wir sind über die Vorstöße sehr überrascht. Die Absicherung über Derivate ist ein alltägliches Geschäft", sagte Verena Volpert, Leiter Finanzen bei Eon, der Financial Times.
Die Reform des 592.000 Mrd. $ schweren Derivatehandels ist eine der größten Aufgaben für Regierungen und Aufsichtsbehörden. Nachdem der Versicherungskonzern American International Group (AIG) im September 2008 wegen riskanter Wetten mit Kreditderivaten gestützt werden musste, arbeiten die USA und Europa an härteren Vorschriften. Ein zentraler Baustein sind CCPs, die das Kontrahentenrisiko übernehmen und im Fall eines Zahlungsausfalls einstehen. Die amerikanischen und europäischen Vorschläge sehen vor, dass sämtliche standardisierte Derivatekontrakte über CCPs geschleust werden sollen.
(Links im Orig.)
Die Industrie wähnt sich dadurch im Nachteil. Der Trend zur Standardisierung gefährde die Absicherung gegen Wechselkurs- und Rohstoffpreisschwankungen. Außerdem entstehe durch CCPs ein Liquiditätsrisiko, argumentieren die Unternehmen. Der Grund: Bei den zentralen Gegenparteien müssen Sicherheiten hinterlegt werden, deren Höhe sich nach dem Marktpreis der Derivate richtet und deshalb variiert.
Um ihrem Ärger Luft zu machen, koordinierten die deutschen Unternehmen ihre Lobbyanstrengungen und deckten die EU-Kommission mit Briefen ein. Zu den Absendern zählten auch BASF , Bayer , die Deutsche Telekom und Linde. Auf einer Derivatekonferenz am 25. September in Brüssel beschwerten sich Vertreter von Daimler und Lufthansa - und warnten die Brüsseler Behörde vor einem allzu harten Vorgehen. Auch Repräsentanten von Rolls-Royce ergriffen das Wort.
Siemens würde mehr als 1 Mrd. Euro benötigen, sagte Hans-Peter Rupprecht. Die Vorschläge der EU-Kommission seien unnötig kostspielig. "Siemens hat ein sehr solides Rating. Momentan besteht keine Notwendigkeit, Sicherheiten an internationale Banken abzutreten", sagte Rupprecht gegenüber der Financial Times.
Die Unternehmen sprechen sich deshalb dafür aus, dass zwischen Finanzdienstleistern und Finanzinstituten unterschieden wird. Außerdem halten sie es für ausreichend, wenn nur der Markt für Kreditderivate beaufsichtigt wird.
Die US-Industrie errang bereits einen Lobbyerfolg. Der am Freitagabend vorgestellte Gesetzesentwurf des Repräsentantenhauses befreit Ölfirmen und Fluggesellschaften von der Pflicht, außerbörsliche Derivate durch eine zentrale Gegenpartei abwickeln zu lassen. Gegen solch eine Auflage waren die Unternehmen wochenlang zu Felde gezogen.
Experten halten Ausnahmen für die Industrie aber für gefährlich. Jean-Pierre Zigrand, Professor an der London School of Economics, fürchtet eine Regulierungsarbitrage. "Wer sagt denn, dass die Banken nicht eine Fluggesellschaft kaufen und darüber ihre Derivatetransaktionen abwickeln", sagte Zigrand in einem Interview mit FTD.de.
Am Mittwoch findet im Finanzausschuss eine Anhörung zur Derivatereform statt. Geladen sind Gary Gensler , Chef der US-Terminmarktaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Henry Hu von der Börsenaufsicht SEC. Außerdem sprechen noch mehrere Finanzexperten und Vertreter von Cargill und dem Landmaschinenhersteller Deere.
www.ftd.de/unternehmen/industrie/...rivatereform/50020134.html
Alcoa, the world's largest supplier of aluminum, is forecast to lose 9 cents a share, according to analysts polled by FactSet Research. Third-quarter sales are estimated at $4.5 billion.
In the year-ago quarter, the company reported a profit of $268 million, or 33 cents a share. Since then, Alcoa has racked up a net loss of more than $2 billion and curbed its manufacturing output to conserve cash.
Yet the landscape is looking slightly better for Alcoa. Its net loss for the just-ended quarter is expected to be less than in the previous two quarters. And a small profit is in sight for the fourth quarter, based on analyst projections.
Since June, spot aluminum prices have improved and demand for the metal has ticked higher, mostly led by China replenishing its stockpiles. China accounts for a third of global aluminum consumption.
[Dies bestätigt meine Vermutung, warum der Alu-Chart Anfang August austoppte - zeitgleich mit dem SSE (siehe letztes Posting) - A.L.]
www.marketwatch.com/story/...loser-to-profitability-2009-10-06
Oct. 7, 2009, 9:48 a.m. EDT
Latvia debt auction disappoints amid crisisDa hat Geithner ja grundsätzlich recht. Der überschwängliche Konsum der Amerikaner liegt die Wurzel des Übels, das uns allen den schönen Boom und Bust beschert hat. Sollte der Konsum nun im fragilen wirtschaftlichen Umfeld stark abnehmen, so sehen wir einen weiteren Abschwung mit mehr Dynamik als Geithner lieb sein kann.
Permanent
Americans will have to save more in the future, transforming the global economy, and Europeans and Japanese must work to boost domestic demand, U.S. Treasury Secretary Timothy Geithner was quoted as saying on Wednesday.
"Everyone is going to have to come to terms with the fact that we are going to save more in the United States," Geithner said in an interview with German weekly Die Zeit, conducted on Sunday in Istanbul, and due to appear on Oct. 8.
"If the U.S. starts saving more, that changes the whole world's economic reality," he said, according to the German text of the interview.
Geithner said China was already doing a lot to consider how to put growth on a more sustainable path.
"In China, the government is at the forefront of thinking about new ways to reduce the dependence of the economy on export and investments," he said.
"But it is not just about the U.S. and China. Europe and Japan make up 40 percent of the global economy."
Geithner said the U.S. could not force Europe to boost domestic demand to adapt to the new economic reality, but he saw it as the only viable strategy to guarantee lasting growth.
"They have to decide themselves how to adapt. I am not aware of any other strategy that promises success."
He also said that the recovery was in a very early phase, and there were many risks ahead.
"If you look at past crises, politicians mostly made the mistake of tightening the purse strings too early," he said.
"The private sector needs to start growing on its own for a sustainable recovery to take place."
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