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Warum die Krise auf den Meeren ungelöst bleibt

Mittwoch, 14.09.2016 19:00 von

Durch die Pleite von Hanjin Shipping verschärft sich die Reederei-Krise: Es gibt mehr Engpässe auf Seewegen und die Preise schnellen in die Höhe. Einzelhändler klagen bereits über fehlende Ware.

Die bislang größte Pleite einer Container-Reederei kam zur denkbar ungünstigsten Jahreszeit. Auf den Schifffahrtsrouten von Asien nach Europa und den USA herrscht nach dem Sommer Hochbetrieb, weil Händler in den Monaten vor Weihnachten ihre Regale mit Kleidung, Elektronik und Süßigkeiten aus Fernost füllen. Die Insolvenz von Südkoreas führendem Seefracht-Anbieter Hanjin Shipping sorgt deshalb auf mehreren Seewegen für Engpässe und lässt die Preise auf den Schiffsrouten von Asien in die USA um rund die Hälfte nach oben schnellen.

Dank der zweistelligen Erhöhung mancher Frachtraten glätten sich etwas die Wogen für die Branche, die seit Jahren mit kräftigem Gegenwind kämpft. Lange bestellten Reedereien immer mehr und größere Container-Schiffe, weil sie auf den stetigen Ausbau des Handels mit den asiatischen Exportländern setzten. Doch selbst der Wachstumsmotor China läuft nur noch mit angezogener Handbremse. Deshalb rechnen Experten nicht damit, dass die Pleite des weltweit siebtgrößten Anbieters für eine nachhaltige Erholung in der Branche sorgen wird.

„Hanjins Schiffe gehen ja nicht einfach alle über Nacht unter“, sagt Clint Eisenhauer, einer der Leiter der Hafenbehörde in South Carolina. Deshalb bleibe das massive Überangebot an Container-Schiffen in den nächsten Jahren bestehen. Abgesehen von dem kurzfristigen Preisanstieg rechnet Eisenhauer daher nicht mit einer dauerhaften Erholung.

Um die Kosten zu drücken, schließen sich mittlerweile immer mehr Reedereien zusammen, so auch Deutschlands Nummer eins Hapag-Lloyd (Hapag-Lloyd Aktie), die mit dem arabischen Rivalen UASC fusioniert. Branchenprimus Maersk kämpft mittlerweile um seinen Spitzenplatz.

Drei Hanjin-Frachter bereits verkauft

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