„Unter Trump würden ernsthafte Krisen ausbrechen“

Donnerstag, 22.09.2016 19:20 von

Donald Trump im Weißen Haus ist schwer vorstellbar, aber nicht ausgeschlossen. Sein Charakter lässt Schlimmstes befürchten. Am Ende würde er jedoch an seiner eigenen Ahnungslosigkeit scheitern. Ein Essay.

Beginnend mit Franklin D. Roosevelt waren US-Präsidenten vor ihrer Wahl Vizepräsidenten, Senatoren oder Gouverneure. Die eine Ausnahme war ein ausgesprochen politischer General, Dwight D. Eisenhower. Als unsere Präsidenten ins Weiße Haus kamen, hatten sie bereits persönliche Erfahrungen mit der Komplexität unserer staatlichen Institutionen, der Verstocktheit und Unbeständigkeit der öffentlichen Meinung, mit großen und kleinen nationalen und internationalen Krisen. Der eine, der großes akademisches Wissen über unsere Verfassung und ihre Geschichte hatte – der Jura-Professor Barack Obama – hatte mit vier Jahren als Senator die kürzeste Erfahrung als Politiker. Das wurde in einem sehr öffentlichen Lernprozess zu Beginn seiner ersten Amtszeit deutlich.

Ein amerikanischer Präsident ist der Vorgesetzte von 2,7 Millionen Bundesbeamten. Der Präsident formt wortwörtlich seine Regierung, beruft nicht nur Minister und Behördenchefs, sondern auch 4 000 andere hohe Beamte. Er muss seinen inneren Beraterkreis im Weißen Haus bestimmen, mit 100 Senatoren und 435 Mitgliedern des Repräsentantenhauses umgehen, von denen die Erfahreneren schon viele Präsidenten kommen und gehen sahen. Er kann sich auf ihre Unterstützung nicht verlassen, nicht mal auf die seiner eigenen Partei. Und zu guter Letzt: Als Staatschef und erster Bürger muss ein Präsident mit einer komplexen, teils zerstrittenen, dennoch fordernden Zivilgesellschaft umgehen. Die Forderungen verschiedener ethnischer Gruppen und Kirchen, der erwartungsvollen Jugend und der vom Rest der Gesellschaft abhängigen Senioren sind unaufhörlich. Der Präsident ist gewissermaßen ein Priester für die nationale Seele. Obwohl er oft Parteipolitiker ist, muss er in bedeutenden Situationen über den Parteienstreit hinauswachsen und zur gesamten Nation sprechen.

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