Ungarns Nationalbank sieht Euro-Einführung in weiter Ferne

Mittwoch, 14.09.2016 13:51 von

BUDAPEST (dpa-AFX) - Der Gouverneur der Ungarischen Nationalbank (MNB), György Matolcsy, sieht die Einführung des Euro in weiter Ferne. "Unser nationales Geld, das Zahlungsmittel der Familien aufzugeben, hat erst dann Sinn, wenn wir (wirtschaftlich) stark genug sind", erklärte Matolcsy auf einer Fachkonferenz seines Instituts.

"Für Ungarn (...) ist der Beitritt (zur Eurozone) erst dann möglich, wenn das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) Ungarns 100 Prozent des Eurozonen-Durchschnitts erreicht hat und die Staatsverschuldung auf unter 50 Prozent (des BIP) gesunken ist", wurde Matolcsy am Mittwoch auf der MNB-Internetseite zitiert.

Ungarn ist seit 2004 Mitglied der EU. Die damals beigetretenen zehn Länder hatten sich verpflichtet, nach Erfüllung der sogenannten Maastricht-Kriterien den Euro einzuführen. Bisher taten das Malta, Zypern, Slowenien, die Slowakei und Estland.

Die Kriterien nehmen keinen Bezug auf das Pro-Kopf-BIP des betreffenden Eurozonen-Aspiranten. Für die Staatsverschuldung gilt wiederum eine Obergrenze von 60 Prozent des BIP.

2014 betrug Ungarns Pro-Kopf-BIP 64 Prozent des Eurozonen-Durchschnitts, die Staatsverschuldung lag 2015 bei 76 Prozent des BIP./gm/DP/stb