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ROUNDUP: Robuste US-Konjunktur bestärkt Erwartungen baldiger Leitzinsanhebungen

Mittwoch, 15.02.2017 15:42 von dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Überraschend gute Signale von der US-Wirtschaft haben am Mittwoch am den Finanzmärkten die Erwartung baldiger Leitzinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed verstärkt. Die Inflation ist so hoch wie seit fast fünf Jahren nicht mehr, die Umsätze im Einzelhandel steigen stärker als erwartet und ein wichtiger Indikator zur Stimmung in der Industrie ist so robust wie seit 2014 nicht mehr. Der US-Dollar legte nach der Veröffentlichung entsprechender Zahlen kräftig zu. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen deutlich.

Das US-Preisniveau legte zum Jahresauftakt so stark zu wie seit März 2012 nicht mehr. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, erhöhten sich die Verbraucherpreise im Januar zum Vorjahresmonat um 2,5 Prozent. Im Dezember hatte die Inflationsrate 2,1 Prozent betragen. Bankvolkswirte hatten mit einem etwas schwächeren Anziehen der Teuerung gerechnet. Im Monatsvergleich stieg das Preisniveau um 0,6 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet.

VERSTÄRKTER PREISAUFTRIEB ERWARTET

Experten rechnen zudem damit, dass sich der Preisauftrieb künftig noch verstärken wird. "Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht", sagt Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. In den kommenden Monaten dürfte demnach eine Teuerungsrate von knapp drei Prozent erreicht werden.

Die Kerninflation, die Energie- und Lebensmittelpreise außen vor lässt, lag im Januar bei 2,3 Prozent. Analysten hatten 2,1 Prozent erwartet. Der Anstieg bei der Kerninflation dürfte die Sorgen vor einer deutlich höheren Inflationsrate untermauern, kommentiert Ralf Umlauf, Experte bei der Landesbank Helaba.

WEITERE FED-ZINSERHÖHUNGEN IN SICHT

Die US-Notenbank Fed strebt eine Gesamtinflationsrate von zwei Prozent an. Deshalb sieht Umlauf durch die aktuellen Daten die Erwartung von baldigen Leitzinsanhebungen durch die Fed bestärkt. Auch Experte Gitzel sieht die Zeit für einen nächsten Zinsschritt reif. US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte am Dienstag weitere Leitzinsanhebungen signalisiert und vor den negativen Folgen eines zu langen Abwartens gewarnt.

Die gestiegenen Zinserwartungen schlugen sich am Mittwoch deutlich an den Finanzmärkten nieder. Der Dollar (Dollarkurs) legte kräftig zu. Im Gegenzug fiel der Euro bis auf 1,0521 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit über einem Monat. Die Rendite 10-jähriger US-Staatspapiere kletterte von 2,48 auf 2,52 Prozent.

EINZELHANDELSUMSÄTZE LEGEN ZU

Auch Zahlen zum Einzelhandel und zur Industriestimmung stehen baldigen Zinsanhebungen nicht im Wege. Die Einzelhandelsumsätze sind laut Handelsministerium im Januar deutlich stärker als erwartet um 0,4 Prozent zum Vormonat geklettert. Analysten hatten nur mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Zudem wurde der Anstieg im Vormonat von 0,6 Prozent auf 1,0 Prozent nach oben revidiert. Ohne die schwankungsanfälligen Autoverkäufe stiegen die Umsätze im Januar sogar um 0,8 Prozent und der entsprechende Anstieg im Vormonat wurde von 0,2 Prozent auf 0,4 Prozent nach oben revidiert.

Die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York hat sich im Februar stark verbessert. Der Empire-State-Index stieg um 12,2 Punkte auf 18,7 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York mitteilte. Das ist der höchste Stand seit September 2014. Analysten hatten lediglich einen Wert von 7,0 Punkten erwartet. Der Empire-State-Index misst die Geschäftstätigkeit der Industrie im Staat New York. Als Frühindikator gibt er Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Ein Wert unter null Punkten signalisiert eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität. Positive Werte weisen dagegen auf Wachstum hin.

Einen Dämpfer gab es am Mittwoch allerdings auch: Die US-Industrieproduktion fiel im Januar um 0,3 Prozent. Experten hatten dagegen eine Stagnation erwartet./tos/jsl/fbr