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Prior Börse - Rösch vor Durchbruch?

Mittwoch, 08.05.2002 12:09 von

Die Experten der "Prior Börse" sehen bei der Rösch-Aktie (WKN 529140) einen Silberstreif am Horizont.

Endlich, drei Jahre nach Antragstellung, liege die Kassenzulassung für die "Spritze ohne Nadel" vor. Vergangene Woche hätten die deutschen Krankenkassen dem Unternehmen grünes Licht gegeben. Gemäß Unternehmensangaben, strecke Vorstandschef Burkhard Weidler seit Ende 2001 seine Fühler nach einem Vermarktungspartner aus. Sollte tatsächlich ein blue chip aus der Pharmabrachen anbeißen, dürfte der lang ersehnte Durchbruch gelingen.

Dank des nadellosen Injektionssystems INJEX könnten Medikamente mit hohem Druck und ohne Piksen unter die Haut gespritzt werden. Der Markt für das schmerzarme Rösch-Produkt wäre gigantisch: Allein hierzulande würden vier Mio. Menschen unter Diabetes leiden, von denen etwa eine Million auf Insulin angewiesen sei. Zudem hätten die Berliner schon Zulassungen für Frankreich, Norwegen und Holland in der Tasche - aber auch hier fehle bislang eine schlagkräftige Vertriebsallianz.

Die Experten würden vor überschäumender Euphorie warnen: Bislang habe der Vorstand den Mund stets zu voll genommen. Statt versprochener Gewinne seien die Verluste immer größer geworden. Anfang April habe sogar Gründer und Steuermann Andy Rösch auf Druck des Aufsichtsrats seine Koffer packen müssen. Er habe seinem Nachfolger Weidler einen chaotischen Bauchladen hinterlassen. Zum Beispiel habe sich der Konzern an einem Hersteller von Zahnarztstühlen beteiligt.

Das Zahlenwerk sei desaströs. Extrem aufgebläht erscheinen vor allem die Vorräte mit sieben Millionen Euro. Im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres 2001/2002 seien nur lumpige 2 Mio. Euro Umsatz verzeichnet worden. Der Verlust habe 6,9 Mio. Euro betragen. Vom Emissionserlös in Höhe von 31 Mio. Euro seien per 31.01.02 nur noch fünf Mio. übrig gewesen. Professor Weidler, der zuletzt Vorstand bei Fresenius Kabi gewesen sei, räume nun radikal auf und habe den Ausflug ins Dental-Geschäft beendet.

Nach der Kassenzulassung sei die Aktie innerhalb einer Woche um 170% explodiert auf aktuell 5,81 Euro. Die Marktkapitalisierung betrage nun 28 Mio. Euro. Nach dem Managementwechsel und der Konzentration auf die "Spritze ohne Nadel" bestehe gewisse Hoffnung auf Genesung, so die Experten. Positive Signale sende insbesondere die Unternehmensspitze. Seitdem Weidler die Führung übernommen habe, kaufe er fleißig Rösch-Aktien, zuletzt habe er am vergangenen Freitag 8.000 Papiere erworben.

Somit sehen die Wertpapierexperten der "Prior Börse" bei der Rösch-Aktie einen Silberstreif am Horizont.