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Premium-Autobauer: Kann Daimler sich die Krone zurück holen?

Mittwoch, 11.01.2017 07:00

Kommentar von Rolf Morrien

Liebe Leser,

der deutsche Leitindex DAX bewegt sich weiterhin nur sehr langsam. Heute schaffte der DAX ein kleines Tagesplus und kletterte auf 11.583 Punkte. Die Anleger warten auf frische Nachrichten, die dabei helfen, die Hürde bei 11.600 Punkten nachhaltig zu überwinden. Pünktlich zur Detroit Motor Show, einer der wichtigsten Automobilmessen weltweit, trumpft Daimler-Chef Dieter Zetsche mit starken Absatzzahlen von Daimler auf. Fast 2,1 Mio. Autos hat Daimler im vergangenen Jahr von seiner Marke Mercedes-Benz verkauft und sich damit nach ersten Berechnungen die Krone der deutschen Premium-Autobauer zurückgeholt. Mercedes verkaufte exakt 2,084 Mio. Autos im Kalenderjahr 2016. Das bedeutet ein Plus von 11,3% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig bedeutet das auch, dass die Verkäufe von Mercedes-Benz erstmals die Schallmauer von 2 Mio. durchbrachen. Und fast noch wichtiger: Damit dürfte Daimler aller Wahrscheinlichkeit nach seine beiden großen Konkurrenten BMW und Audi abgehängt haben und erstmals seit 2005 wieder Platz 1 unter den deutschen Premium-Autobauern belegen. „Jetzt ist Mercedes-Benz die absatzstärkste Premiummarke“, verkündete Zetsche.

Ziel früher als gedacht erreicht

Im Jahr 2011 hatte sich Zetsche vorgenommen, BMW und Audi zu überholen und wieder die Nummer 1 unter den deutschen Premium-Autobauern zu werden. Ursprünglich wollte er das bis 2020 schaffen. Nun sieht es so aus, als hätte er das Ziel bereits im Jahr 2016 geschafft. Audi (1,87 Mio. verkaufte Autos) hat Daimler definitiv schon hinter sich gelassen. BMW hat zwar noch keine Absatzzahlen für 2016 gemeldet, lag jedoch per Ende November recht deutlich hinter Daimler. Daher sollte es auch auf Jahressicht für Daimler gereicht haben. Ende 2016 sagte Zetsche in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters zur früheren Schwächephase: „Wir hatten Defizite: Kosten- und Qualitätsprobleme. Das Design war nicht top. Und mit Chrysler waren wir kein reiner Premium-Autobauer mehr.“ Doch dann folgte ein teilweise radikaler Wandel in Sachen Design- und Formsprache. Zetsche hatte richtigerweise erkannt, dass hier die Hauptprobleme lagen.

Europa war die größte Absatzregion für Daimler

Die größte Absatzregion für Daimler war Europa mit fast 900.000 Fahrzeugen. Besonders gut verkauften sich die sportlichen Geländewagen von Mercedes und die neue E-Klasse. Das Absatzplus in Europa lag im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr bei 12,4%. Den größten prozentualen Wachstums-Sprung machte Daimler erneut in China. Dort lag das Verkaufsplus bei mehr als 25%. China ist mit zuletzt 473.000 verkauften Autos der größte Einzelmarkt für Daimler.

Nicht nur aktuell gut aufgestellt, sondern auch für die Zukunft

Daimler ruht sich nicht auf den aktuellen Erfolgen aus. Die Stuttgarter wollen auch beim Auto von morgen eine gewichtige Rolle spielen und arbeiten somit mit Hochdruck an Hybrid- und reinen Elektroantriebslösungen. Zudem ist Daimler vorne dabei wenn es um das Thema selbstfahrende Autos und um die Vernetzung des Autos geht. Daher ist Daimler aus meiner Sicht nicht nur aktuell sehr gut aufgestellt, sondern auch für die Zukunft gut gerüstet. Dennoch ist die Daimler-Aktie derzeit noch weit von der 90-Euro-Marke entfernt, die im Jahr 2015 erreicht wurde. Damit hat die dividendenstarke und fundamental günstig bewertete Daimler-Aktie noch Luft nach oben.

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