Der Jahreswechsel an den Börsen

Dienstag, 10.01.2017 09:37 von Sven Weisenhaus

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

zunächst wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben ein vor allem gesundes, aber natürlich auch ein zufriedenstellendes und erfolgreiches Jahr 2017 – nicht zuletzt auch an den Börsen!

Werfen wir dazu einen Blick auf die Charts, um zu analysieren, wie der Jahreswechsel an den Märkten verlaufen ist – und welche Rückschlüsse sich daraus für den weiteren Verlauf ziehen lassen. Bis Freitag waren insbesondere die Charts der US-Indizes noch recht unauffällig. Die Kurse dümpelten zunächst lustlos auf dem bereits Mitte Dezember erreichten Niveau dahin.

Dow Jones: Die 20.000er Marke deckelt weiterhin die Kurse

Der Dow Jones zum Beispiel kämpft nach wie vor mit seiner neuralgischen Marke von 20.000 Punkten:

Dow Jones Index
 

Inzwischen nimmt er den dritten Anlauf auf diesen Widerstand, konnte ihn aber bisher immer noch nicht erreichen – auch wenn die Analysten über das am Freitag markierte neue Allzeithoch bei 19.999,63 Punkte jubeln. Aufgrund der fehlenden Dynamik beim Angriff auf diese runde Marke steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Dow Jones zum dritten Mal daran scheitert.

Auch wenn die Konsolidierung seit Mitte Dezember die zuvor stark überkaufte Lage schon etwas abgebaut hat, könnte nun ein weiterer Rücksetzer zu kräftigen Kursverlusten führen. Theoretisch könnte aus charttechnischer Sicht dabei sogar noch einmal das alte Ausbruchsniveau bei rund 18.630 Punkten (blaue Linie) angelaufen werden.

NASDAQ 100: Vielversprechende Stärke!

Allerdings macht der Verlauf der anderen US-Indizes Hoffnung, dass es nicht dazu kommt. Der S&P 500 schaffte am Freitag immerhin auch ein neues Hoch auf Schlusskursbasis. Und der NASDAQ 100 konnte noch überzeugender nach oben ausbrechen:

NASDAQ 100 Index
 

Das ist aus zwei Gründen bedeutsam: Zum einen hing der NASDAQ 100 bisher ebenfalls an einer neuralgischen Marke fest, und zwar seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2000 (dicke rote Linie). Mit dem Ausbruch vom Freitag hat er nun die Chance, sich davon nachhaltig zu lösen. Dabei ist der jüngste Anstieg auch deswegen bemerkenswert, weil der NASDAQ 100 am letzten Handelstag 2016 noch ein sehr bearishes Signal gab, als er nach vorangegangenem Ausbruch aus der gelben Seitwärtsbewegung wieder dahin zurückfiel (siehe grüner Pfeil). Erfreulicherweise kam es zu einer sofortigen Umkehr – und damit zu einem (bullish zu wertenden) Fehlsignal, dem nun endlich der nächste Ausbruch nach oben folgte.

Zum anderen ist der NASDAQ 100 damit zurzeit wieder der stärkste der drei großen US-Indizes. Und das ist erfahrungsgemäß ein positives Zeichen. In der Regel folgt der S&P 500 dem Verlauf des NASDAQ 100. Wenn es so kommt, dann sollte auch der Dow Jones nicht mehr lange an seiner 20.000er Marke verharren.

DAX: Unerwartete Schwäche nach Ausbruch in den USA

Was macht unterdessen unser DAX aus diesen recht vielversprechenden Vorgaben?

DAX
 

Auf den ersten Blick sieht es hier auch recht ermutigend aus: Zum Jahresende konnte der DAX zumindest sein erreichtes hohes Niveau im Bereich des Zwischenhochs von November 2015 (blaue Linie) halten. Am ersten Handelstag des neuen Jahres gelang ihm sogar der nachhaltige Sprung darüber, wobei er auch zugleich die runde 11.500er Marke überwand.

Geht die relative Schwäche zu den USA auch 2017 weiter?

Seitdem kann er sich aber nicht weiter nach oben absetzen. Bislang war das verständlich, weil ja auch die US-Indizes noch konsolidierten – und anders als der DAX – im neuen Jahr zunächst kein neues Hoch markieren konnten. Aber nach den guten Vorgaben aus den USA vom vergangenen Freitag hätte man eine erneute Stärke beim DAX erwarten können. Stattdessen fällt er gestern zunächst zurück.

Natürlich ist es noch zu früh, um daraus weitergehende Schlussfolgerungen für den Verlauf der kommenden Wochen zu ziehen. Aber es könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Anleger noch in einer Orientierungsphase stecken. Wir müssen als genau beobachten, ob die Stärke der US-Indizes anhält während die europäischen Indizes – wie schon 2016 – schwächer notieren. Dementsprechend wird man dann auch seine längerfristige Depotstrategie ausrichten. Mehr dazu in den kommenden Ausgaben Ihrer Börse-Intern!

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert(Quelle: www.stockstreet.de)
 

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

Über den Autor

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Sven Weisenhaus ist Trader und Börsenanalyst. Seine Erfahrungen und Analysen zu den Themen Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Publikationen. Er schrieb z.B. über mehrere Jahre einen auf die Elliott-Wellen-Theorie spezialisierten Börsendienst. Seit 2012 veröffentlicht er als Chefanalyst und inzwischen Geschäftsführer einen renommierten Börsennewsletter. Seit einigen Jahren gehört er zum Team von Stockstreet.de und schreibt dort unter anderem die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der unter anderem den DAX nach der Target-Trend-Methode analysiert. Sven Weisenhaus hat auch die Redaktion des bekannten Newsletters "Börse-Intern" übernommen. Für mehr Information: https://www.stockstreet.de/