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Immer mehr Spannung bei MBB – dank Elektro-Mobilität

Donnerstag, 12.01.2017 09:40

Der deutsche Beteiligungskonzern MBB SE (WKN: A0ETBQ / ISIN: DE000A0ETBQ4) steht heute bereits zum zweiten Mal im Fokus meiner Kolumne. Nachdem ich dem Unternehmen Ende November attestiert hatte, erfolgreich nach den Perlen des deutschen Mittelstands zu tauchen, scheint der Kursverlauf von 24 Euro auf inzwischen 30 Euro meine Einschätzung zu bestätigen. Ich möchte daher heute darauf eingehen, ob MBB auf diesem Niveau noch weitere Chancen bietet und wie sich die neue Beteiligung, die Aumann-Gruppe, in den Konzern einfügt und weshalb MBB-Chef Christof Nesemeier sie als „vermutlich besten Kauf der Unternehmensgeschichte“ bezeichnet. Und ob er damit Recht behalten könnte.

Die MBB SE agiert seit ihrer Gründung 1995 als ein mittelständischer Beteiligungskonzern – und ist ein Familienunternehmen im besten Sinne, denn die beiden Gründer, CEO Christof Nesemeier und Verwaltungsratschef Gert-Maria Freimuth halten gemeinsam rund 71 Prozent der Aktien. MBB kauft Unternehmen, um diese innerhalb des Konzerns zu entwickeln und ihre Potenziale zu heben. Ein gewinnträchtiger Weiterverkauf der Töchter steht nicht zuvorderst auf der Agenda.

mbb-Chart: finanztreff.de

Viele hübsche Töchter
Das MBB-Beteiligungsportfolio ist recht bodenständig ausgerichtet: neben Hanke Tissue, einem führenden Hersteller bedruckter Servietten, finden sich dort derzeit unter anderem die auf das Cloud-Computing spezialisierte DTS Systeme GmbH sowie der ebenfalls börsennotierte Holzwerkstoffprofi Delignit (WKN: A0MZ4B / ISIN: DE000A0MZ4B0) und die CT Formpolster GmbH wieder. Beim Hersteller von Toilettenpapier, Servietten, Taschentüchern und Küchenrollen Hanke Tissue hat MBB in die Verdopplung der Produktionskapazitäten investiert und auch bei Delignit wurden Add-on-Käufe getätigt, um dem Unternehmen einen Wachstums- und Ertragsschub zu verpassen. Und das mit Erfolg, denn immer häufiger setzen Automobil- aber auch Bahnhersteller auf den leicht zu verarbeitenden und wenig wiegenden Werkstoff Holz und auf die Komponenten von Delignit.

Einen „Königs-Deal“ hatte MBB-Chef Christof Nesemeier Anfang 2012 an Land gezogen, als man die Firma Claas Fertigungstechnik, die heutige MBB Fertigungstechnik, vom Landmaschinenhersteller Claas übernahm. Dieser im Wesentlichen in der Automobilindustrie tätige Sondermaschinenbauer katapultierte die Konzernmutter in ganz neue Dimensionen, verdoppelte auf Schlag den Umsatz und verdreifachte den Gewinn. Der Aktienkurs zog damals innerhalb eines Jahres entsprechend von 7 auf 20 Euro an und erfreute die Aktionäre. Im Anschluss konsolidierten Kurs und Unternehmen bis Ende 2015, als MBB „die richtige Gelegenheit“ sah und 75 Prozent an der Aumann-Gruppe übernahm. Die restlichen 25 Prozent hält weiterhin der Unternehmenslenker, der die Gruppe auch weiterhin führen wird.

Die neue Tochter kam 2015 auf einen Jahresumsatz von 33 Mio. Euro, der in diesem Jahr bereits auf 40 Mio. anwachsen soll. Sie weist zudem eine höhere EBIT-Marge als der MBB-Konzern auf (6,7 Prozent) und ihre Produkte werden in der Automobilindustrie im Umfeld von Elektromobilität und Elektrifizierung von PKWs eingesetzt. Kunden in der Industrie und aus dem Bereich elektrischer Haushaltsgeräte nutzen die Anlagen von Aumann, um eine bestmögliche Energieeffizienz ihrer Produkte umzusetzen. Zur Bewältigung des angestrebten Wachstums wird Aumann eng mit der MBB Fertigungstechnik zusammenarbeiten. Gemeinsam bilden die Unternehmen im MBB-Konzern eine Anlagenbaugruppe mit Know-how in den Bereichen Wickeltechnik, Montagetechnik, Verbindungstechnik, Drahtlackierung und Werkzeugbau, die insgesamt einen Anlagenbauumsatz von 130 Mio. Euro mit rund 500 qualifizierten Mitarbeitern erzielt und an eigenen Standorten in Deutschland, China und den USA tätig ist.

Aumann ist der „Game-Changer“ für MBB
An dieser Stelle wird es insbesondere strategisch interessant für MBB und für seine Aktionäre. War das Beteiligungsportfolio der MBB bisher eher durch Singles geprägt, schiebt sich nun der Bereich Automobilzulieferungen massiv in den Vordergrund. Delignit, MBB Fertigungstechnik und Aumann sind hier das neue Epizentrum des MBB-Konzerns, sowohl was den Umsatz- als auch den Ergebnisanteil betrifft…

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Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / dieboersenblogger.de