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Haftbefehl gegen Terrorverdächtigen beantragt

Donnerstag, 03.11.2016 20:20 von

Ein mutmaßlicher Terrorist lebte in Berlin bei einem ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer. Es gab Hinweise auf einen möglichen Anschlag. Inzwischen gegen den Terrorverdächtigen Haftbefehl erlassen.

Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag Haftbefehl gegen den in Berlin wegen Terrorverdachts festgenommenen Syrer beantragt. Der 27-Jährige sei verdächtig, Mitglied der terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" zu sein, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Er soll von einem IS-Mitglied in Syrien "die Erlaubnis erhalten haben, zeitnah einen Anschlag auf Menschen in Deutschland zu planen". Das IS-Mitglied in Syrien, zu dem der Beschuldigte nach bisherigen Erkenntnisse Kontakt gehabt habe, sei für Operationen des Organisation im Ausland zuständig, erklärte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Der Festgenommene solle dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes vorgeführt werden, der über den Erlass eines Haftbefehls entscheidet.

Die Berliner Polizei hatte den Mann in einer Wohnung im Stadtteil Schöneberg gefasst. Nach Angaben der Ermittler hält er sich seit 2015 in Deutschland auf. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren laut Bundesanwaltschaft Erkenntnisse des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen Terrorverdächtige hat sich nach Angaben von Bundesjustizminister Heiko Maas erhöht. "Beim Generalbundesanwalt gibt es aktuell 133 Verfahren gegen 183 Beschuldigte im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien wegen Mitgliedschaft in oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung", sagte Mass der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe).

Die deutschen Sicherheitsbehörden sind schon länger in Alarmbereitschaft, weil sie islamistisch motivierte Anschläge befürchten. Für Aufregung sorgte zuletzt der Fall des mutmaßlichen Extremisten Dschaber al-Bakr, der in einer Chemnitzer Wohnung Sprengstoff lagerte. Möglicherweise wollte der anerkannte Flüchtling aus Syrien einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen begehen. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass er im Auftrag des IS handelte. Al-Bakr nahm sich in einer Leipziger Gefängniszelle das Leben.

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