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EU will gerechtere Regeln für Firmensteuern noch in diesem Jahr

Dienstag, 08.11.2016 14:00 von

EU-Ratspräsident Peter Kazimir macht Tempo bei einer gerechteren Unternehmensbesteuerung in der EU: Noch in diesem Jahr will er einen entsprechenden Beschluss fassen. In Berlin stößt er damit auf offene Ohren.

Bei ihren Bemühungen um eine gerechtere Unternehmensbesteuerung in Europa drückt die EU aufs Tempo. Der EU-Ratsvorsitzende und slowakische Finanzminister Peter Kazimir sagte am Dienstag in Brüssel, er strebe noch in diesem Jahr einen Beschluss der EU-Finanzminister (Ecofin) über einen neuen Vorschlag der EU-Kommission an.

Dieser sieht vor, dass in einem ersten Schritt für alle europäischen Unternehmen mit einem weltweiten Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro gemeinsame Regeln für die Besteuerung aufgestellt werden. Dadurch soll vermieden werden, dass sich Unternehmen künstlich arm rechnen, indem sie die unterschiedlichen Steuersysteme in den EU-Staaten ausnutzen.

Der Kommissionsvorschlag ist die Antwort auf etliche Skandale in den vergangenen Jahre bei der Besteuerung von großen Unternehmen. So hatte die EU-Kommission dem US-Konzern Apple (Apple Aktie) vorgeworfen, 2014 nur 0,005 Prozent Steuern auf seine in Europa erzielten und in Irland zwischengeparkten Gewinne gezahlt zu haben und eine Nachzahlung von bis zu 13 Milliarden Dollar (Dollarkurs) angeordnet. Die Niederlande wurden dazu aufgefordert, Geld von der Kaffeehauskette Starbucks einzutreiben. Weitere Fälle in Luxemburg sind noch in der Schwebe.

Die EU-Kommission hatte bereits 2011 einen Vorstoß zur Schaffung einer gemeinsamen Steuer-Bemessungsgrundlage gewagt, damals aber keine Mehrheit im EU-Rat gefunden. Kazimir sagte, der neue Vorschlag habe bessere Chancen: „Heute leben wir in einer anderen Welt.“ Vereinheitlichen will die EU-Kommission lediglich die Berechnung des zu versteuernden Firmen-Gewinns. Die konkreten Steuersätze sollen die EU-Mitgliedsstaaten wie bisher selbst festlegen.

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