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21.10.17
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Erkenntnisse, Folgen, Horror-Daten nach dem 1:5 bei Bayern

Donnerstag, 16.02.2017 11:59 von

Nicklas Bendtner schießt Arsenal mit drei Toren in einem Champions-League-Achtelfinale weiter? Das klingt wie einer dieser Nicklas-Bendtner-Witze, ist aber wirklich mal passiert: 2010 drehten die Gunners eine 1:2-Hinspielniederlage in Porto durch ein 5:0 zuhause. Seitdem haben sie nie wieder eine K.-o.-Runde auf Europas Bühne überstanden.

Jeder handelsübliche Kalender, findet die "Daily Mail" nach dem, was am Mittwochabend in München geschah, müsste im Februar neben Fasching und Valentinstag inzwischen auch den "Arsenal-fliegt-in-der-Champions-League-raus-Tag" enthalten, so sehr hat man sich an ihn gewöhnt. Nur war das, was am Mittwochabend in München geschah, nicht das, was halt immer mit Arsenal im Februar passiert. Es war nichts Gewöhnliches mehr, es war nicht mehr ganz normal.

Wie kann eine Mannschaft, die seit 17 Jahren - unter dem gleichen Trainer - in der Champions League dabei ist, derart hilflos auftreten? Wie kann sie derart "kollabieren", "alles falsch machen", wie Wenger nach der 1:5-Demütigung sagte? "In so einem Spiel", befand Abwehrchef Laurent Koscielny, "muss man kompakt stehen, mit allen elf Spielern verteidigen. Das haben wir aber nicht gemacht."

Özil fiel nur auf, wenn er nach einem Zweikampf frustriert stehen blieb

Das zentrale Mittelfeld um die Ex-Bundesliga-Profis Francis Coquelin und Granit Xhaka stand spätestens nach der Pause Spalier für Thiago & Co.; der schon vor dem Spiel strauchelnde Mesut Özil fiel nur auf, wenn er mal wieder nach einem verlorenen Zweikampf frustriert stehen blieb; Robert Lewandowski zeigte Shkodran Mustafi die Grenzen auf. Und dann war da Alexis Sanchez.

Unermüdlich hatte der kleine Chilene seine Gegenspieler attackiert, sich in Zweikämpfe geworfen, für Unruhe gesorgt, und doch blieb nur dieses Bild von ihm übrig: wie er nach dem 1:5 sekundenlang einsam an der Seitenlinie kauert, die linke Hand entsetzt vor dem Mund. Nein, nicht weil es Arsenal gerade tatsächlich geschafft hatte, ein Tor von Thomas Müller zu kassieren. Vielmehr schien es, als würde Sanchez, Arsenals alleinige Konstante seit Saisonbeginn, mal wieder bewusst, dass das einzige, was bei Arsenal gerade Fortschritte macht, sein eigenes Alter ist. Sein Vertrag läuft 2018 aus, Verlängerung inzwischen eher unwahrscheinlich.

"Das war Wengers Tiefpunkt - er muss vor sich selbst geschützt werden"

"Die letzten 25 Minuten waren ein Alptraum für uns", konstatierte Wenger, der sich immerhin hütete, Koscielnys verletzungsbedingte und natürlich folgenschwere Auswechslung beim Stand von 1:1 als Entschuldigung zu nutzen. "Wir haben nicht nur unseren Innenverteidiger verloren. Wir hatten eine Kombination aus mentalen und organisatorischen Problemen."

Fünf Gegentore in einem Pflichtspiel hatte Arsenal letztmals im November 2015 kassiert, ebenfalls bei Bayern. Werden sie es sein, die Wengers 20-jähriger Ära bei Arsenal ein Ende setzen? "Er hat großartige Arbeit für den Klub geleistet, aber das war Wengers Tiefpunkt", befand Arsenal-Legende und TV-Experte Martin Keown. "Er muss beinahe vor sich selbst geschützt werden." Die Eigentümer stehen hinter Wenger und haben ihm längst einen neuen Zweijahresvertrag angeboten, sein Champions-League-Abo und seine Transferpolitik bringen ihnen gute Rendite. Allerdings erwartet die BBC inzwischen eine "einvernehmliche" Entscheidung in die eine oder andere Richtung, Wenger entscheidet demnach nicht mehr allein über seine Zukunft.

Die Laufleistung wird zur Horror-Statistik

Der "Schock" (Wenger) von München offenbarte schließlich all die Probleme in neuer Dimension, die Wenger seit Jahren nicht mehr in den Griff bekommt. Ein brauchbares Defensivkonzept? Nicht vorhanden: Wenn der Gegner den Ball hat, gerät Arsenal sofort ins Wanken, aggressives Ballerobern ist nicht Teil der DNA. Spieler, die mitreißen? Nicht zu sehen: "Wenn Kieran Gibbs die Kapitänsbinde tragen muss (nach Koscielnys Auswechslung, d.Red.), hast du ein Problem", ätzte Roy Keane im englischen Fernsehen. Hingabe, Leidenschaftlich? Nicht erkennbar: Wenn die Bayern 74 Prozent Ballbesitz haben, 514 Pässe mehr als Arsenal schlagen und trotzdem am Ende 1,4 Kilometer mehr laufen, ist das eine desaströse Statistik. Plakativer lässt sich mangelndes Engagement, mangelnde Mentalität kaum ausdrücken.

Ein normales Arsenal, das lehrten die letzten Jahre, würde jetzt das Rückspiel mit 3:0 gewinnen und tragisch scheitern. Dass sich das gerade niemand vorstellen kann, ist die vielleicht bitterste Erkenntnis: Dieses Arsenal ist nicht mal mehr normal.