dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 06.10.2016

Donnerstag, 06.10.2016 17:10 von

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend gefallen

WASHINGTON - Einen Tag vor dem offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung gibt es positive Vorzeichen für den Jobmarkt jenseits des Atlantiks: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist überraschend gefallen. In der vergangenen Woche gingen sie um 5000 auf 249 000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte.

Lagarde lässt IWF-Beteiligung an Griechenland-Hilfspaket weiter offen

WASHINGTON - IWF-Chefin Christine Lagarde hält sich nach wie vor bedeckt zu einer Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch am dritten Rettungspaket für Griechenland. Die Schulden Griechenlands seien weiterhin nicht tragfähig, sagte Lagarde am Donnerstag in Washington vor Beginn der Jahrestagung des IWF. "Es muss noch mehr getan werden. Die Bedingungen haben sich nicht geändert."

'Dr. Untergang': US-Ökonom Roubini sieht keine neue globale Krise

MÜNCHEN - Der einst als "Dr. Untergang" geschmähte US-Ökonom Nouriel Roubini verbreitet mäßigen Optimismus für die Weltwirtschaft: "Ich erwarte keine neue globale Krise oder eine globale Rezession", sagte er am Donnerstag am Rande der Immobilienmesse Expo Real in München. Europa sei in einer Phase der wirtschaftlichen Erholung, "ok, aber nicht außergewöhnlich". Die Europäische Zentralbank werde ihre Null-Zins-Politik fortsetzen, um den Aufschwung nicht zu gefährden. Indes gebe es Krisenherde in Europa.

ROUNDUP: BDI warnt vor Abschottung - Mehr Investitionen angemahnt

BERLIN - Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, hat für offene Gesellschaften geworben und vor Protektionismus gewarnt. "Hier in Europa, aber auch in den USA werden die Stimmen immer lauter, dass wir uns vom Konzept der offenen Gesellschaft abwenden und uns stattdessen rückwärts orientieren", sagte Grillo am Donnerstag auf dem "Tag der Deutschen Industrie" in Berlin. "Die vor uns liegenden zwölf Monate mit Wahlen in Deutschland, in Frankreich und in den USA werden deshalb Monate der Entscheidung." Der BDI-Präsident beklagte zugleich das Ausbleiben einer angekündigten Innovationsoffensive in Deutschland.

ROUNDUP: Deutsche Industrie erhält mehr Aufträge - Experten dämpfen Optimismus

WIESBADEN - Dank einer hohen Nachfrage aus dem Inland und der Eurozone hat die deutsche Industrie einen überraschend starken Zuwachs bei den neu eingegangenen Bestellungen verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, gingen im August 1,0 Prozent mehr Aufträge ein als im Juli. Analysten hatten im Mittel lediglich einen Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. Zudem wurde der Anstieg vom Vormonat Juli von 0,2 auf 0,3 Prozent nach oben revidiert. Einige Experten warnen dennoch vor zu viel Optimismus.

Fed-Vize Fischer: Geldpolitik ist kein Allheilmittel

NEW YORK - Der Vizechef der US-Notenbank Fed hat die Grenzen der Geldpolitik betont und sieht die Politik bei der Stützung der Wirtschaft in der Verantwortung. Geldpolitik sei kein Allheilmittel, sagte Stanley Fischer in der Nacht zum Donnerstag laut Redetext in New York. "Eine Kombination aus verbesserter öffentlicher Infrastruktur, besserer Bildung, mehr Anreizen für private Investitionen und einer effektiveren Regulierung dürfte schnelleres Wachstum fördern."

Deutschland: Industrie erhält mehr Aufträge

WIESBADEN - Die deutsche Industrie hat im August mehr Aufträge erhalten als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, gingen 1,0 Prozent mehr Aufträge ein als im Juli. Analysten hatten im Mittel lediglich einen Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. Der Anstieg vom Vormonat Juli wurde von 0,2 auf 0,3 Prozent nach oben revidiert.

ROUNDUP: Bund der Steuerzahler prangert öffentliche Verschwendung an

BERLIN - Eine Mülltonne für 1258 Euro, eine Fischtreppe ohne Fische für 100 000 Euro - und vier Millionen Euro für eine neue Brücke ohne Anschluss: Der Bund der Steuerzahler (BdSt) kritisiert in seinem neuen Schwarzbuch die Verschwendung von Steuergeldern quer durch die Republik. "Politik und Verwaltung gehen verschwenderisch, sorglos oder leichtsinnig mit Steuergeldern um", sagte der Präsident des Bundes, Reiner Holznagel, am Donnerstag in Berlin. Darüber hinaus prangert der BdSt riskante und verlustreiche Aktivitäten von Staatsbetrieben an, etwa bei unprofitablen Regionalflughäfen.

Star-Ökonom Stiglitz erwartet baldigen Zerfall der Eurozone

BERLIN - Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz rechnet mit einem Zerfall der Eurozone in den kommenden Jahren aufgrund von mangelnder Entschlossenheit und Solidarität der Mitgliedstaaten. "Mir macht die Geschwindigkeit Sorgen, mit der die Entscheidungen in Europa ablaufen", sagte der US-Ökonom im "Welt"-Interview. "Die Politik einigt sich darauf, was getan werden muss, aber dann wird blockiert, getrödelt und sich Zeit gelassen." Nötig seien tiefgreifende Reformen wie die Schaffung einer Bankenunion oder einer gemeinsamen Einlagensicherung. Er rechne aber nicht mehr damit, dass Europas Politik die wankende Währungsunion langfristig retten könne.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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