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NYSEinstein am 23.4.2017: "Die politischen Schlagzeilen verwirren den Markt"

Commerzbank & Deutsche Bank: Polen zieht die Reißleine!

Dienstag, 14.02.2017 08:20

Kommentar von Mark de Groot

Liebe Leser,

lange Zeit hatte die polnische Regierungspartei PiS damit geworben, umstrittene Immobilienkredite in Fremdwährung wieder in Zloty umzuwidmen. Dadurch wären die betroffenen Banken – darunter auch Töchter der Commerzbank und Deutschen Bank – auf Verlusten von rund 15 Mrd. Euro sitzengeblieben. Nun ruderte aber ausgerechnet der mächtige Parteichef Kaczynski zurück.

Worum geht es?

Die Banken hatten in den Jahren 2007 und 2008 einer halben Million polnischer Anleger Darlehen angedient, die in Schweizer Franken abgerechnet wurden. Der Grund: Es wurden deutlich weniger Zinsen fällig als bei einer Abrechnung in Zloty oder Euro. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Der starke Schweizer Franken hat seinen Wert gegenüber dem Zloty nahezu verdoppelt. Und die langfristigen Immobilienkredite müssen immer noch bedient werden. Viele Kreditnehmer ächzen unter den explodierenden Zinskosten.

Die polnische Regierung hatte ihnen ursprünglich eine Zwangsumwandlung der Darlehen von Franken in Zloty in Aussicht gestellt. Die Banken hätte das vermutlich die besagten 15 Mrd. Euro gekostet. Doch die polnische Finanzaufsicht hat einmal durchgerechnet, welche Auswirkungen dieses Szenario für die polnische Volkswirtschaft haben würde. Das ganze Finanzsystem könnte in der Folge zusammenbrechen.

Nun zog PiS-Parteichef Jaroslaw Kaczynski, der heimliche Boss des Landes, die Reißleine. In einem Interview gab er den betroffenen Kreditnehmern zu verstehen, dass sie nicht auf die Hilfe des Staates zählen sollten. Wenn sie sich ungerecht behandelt fänden, stünde ihnen aber selbstverständlich der Gang vor ein Gericht frei.

Abschied aus Polen?

Für Commerzbank und Deutsche Bank ist diese Entwicklung eine gute Nachricht. Ihre Töchter mBank und Deutsche Bank Polska dürfte nun um hohe Forderungen herumkommen, die auch die Gesamtbilanz belastet hätten. Den möglichen Klagen kann man derzeit noch gelassen entgegensehen.

Möglicherweise nutzen die Banken die Gelegenheit auch, um sich aus dem schwieriger gewordenen Polengeschäft zurückzuziehen. Zumindest in Bezug auf die Deutsche Bank gab es im Herbst bereits entsprechende Gerüchte. Damals verhinderte aber die ungeklärte Darlehensfrage einen Verkauf. Dies hat sich nun offenbar geändert.

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