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Aktien Frankfurt: Anleger schalten einen Gang zurück nach rasanter Woche

AKTIE IM FOKUS: Evonik-Aktionäre fürchten Preisdruck bei wichtigem Produkt

Montag, 17.10.2016 12:53 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen über erneuten Preisdruck beim wichtigen Produkt Methionin haben am Montag auf den Aktien des Spezialchemiekonzerns Evonik gelastet. Die Papiere büßten 3,07 Prozent auf 28,57 Euro ein, nachdem Analyst Andreas Heine vom Investmenthaus Mainfirst seine "Outperform"-Empfehlung gestrichen und sie auf "Neutral" abgestuft hatte. Zwar habe der Kurs grundsätzlich Luft nach oben, schrieb Heine, dessen Ziel bei 33 Euro liegt. Doch werde sich die Kursentwicklung vermutlich kaum vom schwächeren Methionin-Preistrend abkoppeln können.

Die Verluste zum Wochenauftakt ließen den Kurs auf den tiefsten Stand seit Anfang August purzeln. Trotz eines schwierigen zweiten Quartals hatte das Unternehmen damals etwas optimistischer auf das Gesamtjahr geblickt und damit einer zögerlichen Kurserholung frischen Schwung verliehen. So hatte Evonik etwa bei dem in der Mast eingesetzten Futtereiweiß Methionin in der zweiten Jahreshälfte mit einer Stabilisierung der Preise gerechnet.

Analyst Heine äußerte sich nun aber skeptisch. Nach Anzeichen einer Stabilisierung der Preise im zweiten Quartal hätten sie spät im dritten Jahresviertel wieder geschwächelt. Dieser Trend dürfte vorerst andauern. Am Markt gebe es reichlich Methionin-Produktionskapazitäten.

Im vergangenen Jahr hatte Evonik von einer starken Nachfrage im Tierfutter-Geschäft profitiert. Gerade in der ersten Jahreshälfte 2015 hatten die Preise für Methionin ein ungewöhnlich hohes Niveau erreicht. Im Sommer 2015 erklomm der Aktienkurs bei 37,745 Euro dann eine Bestmarke. Anschließend ging es aber nach unten. Preisdruck zeichnete sich ab.

Trotz der Kurserholung seit März diesen Jahres haben die Anteilsscheine seit dem Rekordhoch rund ein Viertel ihres Wertes eingebüßt.

Am Montag wurde nun auch bekannt, dass Singapurs Staatsfonds Temasek seine Evonik-Anteile fast komplett abgestoßen hat. Die Beteiligung fiel von 4,64 auf 0,39 Prozent, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung hervorging./mis/das