US-Notenbanker Fisher: Kein fester Zeitrahmen für erste Zinsanhebung

HONG KONG (dpa-AFX) - Die amerikanische Notenbank Fed scheint sich bei der von ihr anvisierten Zinswende größtmöglichen Spielraum erhalten zu wollen. Darauf deuten Äußerungen von Richard Fisher, regionaler Fed-Chef von Dallas und Mitglied des geldpolitischen Ausschusses FOMC, vom Freitag hin. Fisher sagte in Hong Kong: "Die Vorgabe eines spezifischen Zinspfads oder eines Zeitplans für Zinsanhebungen ist nichts, was für mich oder vieler meiner Kollegen von Interesse ist." Allenfalls könnten Hinweise gegeben werden, unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen eine erste Zinserhöhung nach der Finanzkrise erfolgen könnte.

Die Federal Reserve ist seit Ende 2013 dazu übergegangen, ihre jahrelange expansive Geldpolitik schrittweise zurückzufahren. Zum einen verringert sie seither ihre zur Konjunkturbelebung aufgelegten Wertpapierkäufe. Zum anderen hat Fed-Chefin Janet Yellen unlängst in Aussicht gestellt, dass die Leitzinsen möglicherweise im ersten Halbjahr 2015 steigen könnten. Dies ist etwa ein halbes Jahr früher, als Analysten bis dato erwartet hatten.

Fisher schränkte nun ein, dass starre Festlegungen in der Geldpolitik nicht immer glaubhaft seien - zumal, wenn diese weit in die Zukunft reichten. Ebenso wie Ökonomie keine "harte" Wissenschaft sei, sei Geldpolitik kein präzises wissenschaftliches Verfahren. Fisher gilt als geldpolitischer "Falke", also als Vertreter einer im Zweifel straffen Geldpolitik./bgf/jha/

Quelle: dpa-AFX