ROUNDUP: LBBW bekommt ehemaligen Deutsche-Bank-Vorstand Neske als Chef

Dienstag, 16.02.2016 12:47 von

STUTTGART (dpa-AFX) - Die Eigner der Landesbank Baden-Württemberg haben den langjährigen Privatkundenvorstand der Deutschen Bank als neuen Chef gewonnen. Der 51 Jahre alte Rainer Neske soll noch in diesem Jahr die Führung des größten deutschen Landesbank übernehmen, wie das Institut am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Neske werde im Juli Mitglied des Vorstands und übernehme den Vorstandsvorsitz dann zum 1. November 2016.

Der bisherige LBBW-Chef Hansjörg Vetter hatte den Aufsichtsrat zuvor informiert, dass er schon in diesem Jahr in Ruhestand gehen wolle. Der Vertrag des 63-Jährigen lief eigentlich erst Mitte 2017 aus.

Vetter hatte die Führung der schwer gebeutelte Landesbank 2009 in der Finanzkrise übernommen und das Institut saniert. Die Eigner - das Land Baden-Württemberg, die Sparkassen im Südwesten und die Stadt Stuttgart - hatten das Institut 2009 mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro gestützt und Bürgschaften von 12,7 Milliarden Euro zugeschossen. Als Auflage für die Hilfen hatte die EU der Bank eine Schrumpfkur und einen strengen Sparkurs verordnet. Inzwischen ist die Bank wieder auf Kurs. Ein Teil der Staatshilfen ist zurückgegeben, für 2014 zahlte sie wieder eine Dividende.

Neskes Aufgabe dürfte es nun sein, die Bank in die nächste Phase zu führen. "Uns ging es darum, mit einer erfahrenen und hoch angesehenen Persönlichkeit die Nachfolge von Herrn Vetter angemessen zu regeln und den derzeitigen konsequent auf Kundenbedürfnisse ausgerichteten Weg der Bank fortzusetzen", sagte Aufsichtsratschef Christian Brand.

Neske, der als langjähriger Privatkundenchef der Deutschen Bank im vergangenen Mai im Streit um den künftigen Kurs beim Branchenprimus hinwarf, war im vergangenen Jahr auch als möglicher Nachfolger von Commerzbank-Chef Martin Blessing gehandelt worden./ang/DP/jha