Lloyds will wieder Dividende zahlen - Neue Kosten durch Altlasten

Montag, 03.02.2014 09:18 von

LONDON (dpa-AFX) - Die britische Großbank Lloyds (Lloyds Aktie) will trotz weiterer milliardenschwerer Altlasten in diesem Jahr erstmals seit der Finanzkrise wieder eine Dividende zahlen. Das Institut äußerte am Montag die Erwartung, in der zweiten Jahreshälfte die Genehmigung der britischen Bankenaufsicht für eine "moderate" Ausschüttung an die Aktionäre zu bekommen.

Der Bank zufolge bereitet britische Regierung den weiteren Abbau ihrer Beteiligung an dem Institut vor. Lloyds war in der Finanzkrise mit Milliarden vom Staat gerettet worden. Dieser erhielt im Gegenzug fast 40 Prozent der Anteile. Im September 2013 hatte die Regierung ein erstes Aktienpaket am Markt platziert und hält jetzt noch 32,7 Prozent.

Derweil lasten Verfehlungen aus der Vergangenheit erneut schwer auf dem Lloyds-Ergebnis für 2013. Vor Steuern erwartet die Bank nun nur noch einen kleinen Gewinn, wenn der Konzern am 13. Februar seine komplette Bilanz vorlegt. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn soll sich aber auf 6,2 Milliarden Pfund (7,6 Mrd Euro) mehr als verdoppelt haben.

Die Bank kündigte an, weitere 1,8 Milliarden Pfund für Schadensersatzforderungen von Kunden zurückzulegen, denen sie unnütze Kreditausfallversicherungen angedreht hatte. Damit hat der branchenweite Skandal in Großbritannien allein Lloyds inzwischen fast 10 Milliarden Pfund gekostet. Die Bank hatte sich beim Ausmaß der Schadensersatzansprüche ihrer Kunden mehrfach vertan. Die jetzigen Rückstellungen entsprächen der besten Einschätzung der noch drohenden Kosten, erklärte Lloyds nun./enl/stw/fbr