Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet...

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Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Merlin
Merlin:

Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet...

 
01.02.00 10:50
#1
Euro-Crash, US-Zinserhöhung, etc...

Das wird noch ein paar heftige Tage geben an den Börsen. Der wichtigste Moment wird wohl die EZB-Sitzung am Donnerstag werden. Wie sehen meine werten Mit-Arivaner die Lage?
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... uvex
uvex:

die zinserhöhung kommt, auf jeden fall... die frage ist nur,

 
01.02.00 11:05
#2
wieviel basispunkte. ich würde gerne sehen, daß wir 50 punkte erhöhen, denn dann ist endlich dieses thema vom tisch. bei nur 25 wäre in 1 monat wieder das selbe geschrei wie jetzt und die zinsängste drücken die märkte. ich bin im moment ehe ein bißchen in cash und dann könnte ich wieder billig einsteigen...

gruß uvex
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Merlin
Merlin:

Ich meine ja nicht die US-Zinserhöhung, sondern die der EZB.

 
01.02.00 11:12
#3
Für die Aktienmärkte in Europa ist das ganz entscheidend. Wenn die Zinsen hochgehen, damit der Euro gestützt wird, dann hat das heftige Auswirkungen auf die Konjunktur...

Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Stockbroker
Stockbroker:

Merlin: verabschiede Dich von der DM und wirf schon mal den Ko.

 
01.02.00 11:36
#4
für die Papierwährung an, die das Papier nicht wert ist, auf die es gerade gedruckt wird...

Alan Greenspan wird sich am Mittwoch nicht mit 25 Basispunkten zufrieden geben.
Die EZB wird am Donnerstag nicht umhin können, zumindest mit 25 Basispunkten nachzuziehen.
Und das, obwohl der Wirtschaftsmotor noch nicht richtig läuft.
 
Nachfolgend ein Text über die mögliche Zinserhöhung der EZB:


31.01.2000
EU-Finanzminister bekräftigen Aufwertungspotenzial für den Euro
Duisenberg schürt Spekulationen um Zinserhöhung

Der Chef der Europäischen Zentralbank hat die Spekulation auf eine Euro-Zinserhöhung verstärkt. Er sieht im Kursverfall des Euros wachsende Gefahren für die EU-Teuerungsraten.
HANDELSBLATT, Montag, 31. Januar 2000
HB BRÜSSEL. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, hat in Brüssel vor steigenden Inflationsrisiken gewarnt. Überraschend für Experten brachte er dabei auch die europäische Gemeinschaftswährung ins Spiel. Duisenberg sagte, ein weiterer Verfall des Euro könnte die Inflationsziele in den elf
Teilnehmerstaaten „gefährden“. Dieser Zusammenhang gilt unter Experten zwar als Binsenweisheit. Zwei Tage vor erneuten Beratungen der EZB über die künftige Zinspolitik erhielt die Anmerkung aber zusätzliches Gewicht. Dem Kurs des Euros half der Satz von Duisenberg aber nur kurz. Am Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung wieder unter 0,98 Dollar.

Angesichts der anhaltenden Schwäche des Euro halten mehr und mehr Marktteilnehmer einen Zinsschritt der Europäischen Zentralbank bereits an diesem Donnerstag, und nicht wie zunächst erwartet im März, für wahrscheinlich. Allerdings ließen die bisherigen Äußerungen europäischer Währungsautoritäten, wie die Bekräftigung des Aufwertungspotentials der Gemeinschaftswährung am Vormitag wenig neues und kaum Unterstützung für den Euro erkennen.
Die Finanzminister der elf Euro-Staaten sahen sich bei ihrem Treffen in der belgischen Hauptstadt veranlasst, demonstrativ ihr Vertrauen in die Gemeinschaftswährung zu erklären. Die Finanzminister bekräftigten, der Euro habe wegen des „robusten“ Wirtschaftswachstums in den
Euro-Staaten „Aufwertungspotenzial“. „Eine starke Wirtschaft geht einher mit einer starken Währung.“ Unmittelbar vor dem Treffen hatte Luxemburgs Ministerpräsident und Finanzminister Jean-Claude Juncker „Erklärungsnot“ angesichts der Euro-Schwäche eingeräumt. Die Politik müsse den Bürgern die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge besser erklären. Anlass für ein aktives Einschreiten zu Gunsten des Euro sahen aber weder EU-Währungskommissar Pedro Solbes noch der deutsche Finanzminister Hans Eichel.
Am Montagmittag wurde die europäische Devise weiter klar unter dem Wert eines US-Dollars gehandelt. Am europäischen Geldmarkt wird unverändert über einen schnellen Zinsschritt der EZB spekuliert. Entsprechend fest tendierten die Geldmarktzinsen. Ein früher Zinsschritt der europäischen Währungshüter könne nach Händlerangaben ein Signal dafür sein, dass die EZB die importierte Inflation im Keim ersticken will. Auch eine Aussage von Bundesbank-Direktoriumsmitglied Klaus-Dieter Kühbacher deute auf eine baldige Erhöhung des Leitzinssatzes hin. „Ein solcher Schritt dürfte von vielen Händlern aber als Verzweiflungstat gewertet werden. Wahrscheinlich
verringert sich das Vertrauen in den Euro daraufhin nur um so mehr“, sagte der Währungsanalyst Paul Bednarczyk von dem Prognose-Institut 4CAST. Die derzeitige Vertrauenskrise werde sich auch durch höhere Zinsen nicht aufheben lassen.

Quelle: www.handelsblatt.de

Good trades. Stockbroker.
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Merlin
Merlin:

Zinserhöhung ist nicht sicher... Hier ein guter Link zu dem Thema

 
01.02.00 11:59
#5
www.fnet.de/magazin/...sk7&aid=sonstiges:zins010200:2000-02-01

Oder www.fnet.de
Dann "Duisenbergs Dilemma"

Eine echt gute Analyse

Magische Grüße,
Merlin
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... IZ
IZ:

Prognose: EZB (+0.25 - )+0.5% , Grünspan: +0.5% und Gruß an alle im Thre.

 
01.02.00 12:10
#6
Diese beiden Entscheidungen wären NICHT mit in den Kursen enthalten,
besonders nicht in Euroland.
*
In USA sehe nach +0.5% nur eine kurze Erholungsphase auf die Amis
zukommen. Eines zeigt der Markt der letzten Tage: "Er will nach oben" -
aber hoffentlich erst NACH einer Korrektur - und nicht son Kleckerkrahm,
den wir in den letzen Tagen gesehen haben - das ist nichts!
*
Sollte die Korrektur nicht kommen, wird es crashen müssen -
die Naturgesetze des Marktes sind nunmal fundamental.

zu konträr?
IZ

Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Merlin
Merlin:

Hallo IZ. Ich bin nicht so sicher, daß die Zinsen in Euroland hochgehen...

 
01.02.00 12:19
#7
Unter dem Link, der ich ein paar Postings weiter oben reingestellt habe findest Du kluge Argumente, die Zeigen, daß die Entscheidung ein echtes Dilemma ist. Da gibt es auch für Duisenberg keine einfachen Antworten.

Die EZB hat immer gesagt, sie wolle komplett vorhersehbar handeln. Eine Zinserhöhung am kommenden Donnerstag wäre zu brutal.

Ansonsten halte ich Deine Analyse für richtig.

Magische Grüße,
Merlin
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... IZ
IZ:

Hi Merlin, zum Link:

 
01.02.00 12:28
#8
Alan ist ja nun seit einigen Jahren im Amt,
und Duisenberg gerade mal ein Paar Monate.
*
Duisenberg hat nicht die Reputation wie Alan und wird
von anderen gelenkt werden. Als Orientierung wird
USA dienen, besonders dann, wenn nach einer kurzen
Konsolidierung die Märkte wieder nach oben wollen
(also USA +0.5% - markt runter - markt hoch).
*
Dann, und das halte ich für wahrscheinlich, hat Duisenberg
weniger Angst vor einer Zinserhöhung - und wird nachziehen.

Aber:
USA und Euroland sind nicht zwei verschied. Dinge.
Wenn sich USA erholt, heißt das nicht das gleiche für germany.

Mal sehen, welche Interessengruppen sich durchsetzen werden,
und ob dann im pos. Fall - ihre Interessen überhaupt gewahrt
werden!

nobody knows
IZ
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Karlchen_I
Karlchen_I:

Damit die Stimmung hier nicht allzu gut wird - etwas zum Angstma.

 
01.02.00 13:05
#9
extremer Wechselkursschwankungen. Das ist eine hübsche Anforderung an FOMC und EZB.

Dienstag, 1. Februar 2000, 11:19 Uhr

Hedgefonds drücken Euro - FC Research

Der jüngste Fall des Euro unter die Parität zum Dollar hat den beständigen Abwärtstrend der europäischen
Gemeinschaftswährung noch verstärkt. Nach und nach werden charttechnische Unterstützungen durchbrochen, die noch aus
der reinen DM-Zeit herrühren. Zwar werden eine ganze Handvoll Gründe angeführt, die den jüngst beschleunigten Euroverfall
erklären sollen: Das starke Wachstum in Nordamerika, einhergehend mit weiter steigenden Zinsen und der Aussicht auf
steigende Unternehmensgewinne im Dollarraum sowie die politischen Unsicherheiten in den Euro-Kernländern Deutschland
und Frankreich (die CDU-Spendenaffäre weitet sich auf die ehemalige Mitterand-Regierung aus) und in Österreich (wegen
der Regierungsbeteiligung Haiders) vertreiben internationale Anleger aus der Eurozone. Doch FC Research berichtet von
Hinweisen und Gerüchten aus den Devisenmärkten, dass es Liquidationen von Short-Positionen gegen den US-Dollar seitens
mehrerer großer Hedgefonds seien, die den Euro in die Knie zwängen. Denn die Marktbewegungen seien doch ungewöhnlich
stark.
Der Euro gelte schon seit geraumer Zeit als fundamental unterbewertet – es würden Zahlen bis zu 30 Prozent Aufholpotential
genannt. Gerade für das Jahr 2000 hätte die Trendwende einsetzen sollen: Das BIP-Wachstum in Euroland solle sich endlich
beschleunigen, der Wachstumsabstand zu den USA sich verringern. Darüber hinaus sollten die Anleger die Überbewertung an
der Wallstreet zunehmend kritischer sehen und ihr Geld in den Euroraum umschichten. Viele Hedgefonds hätten deshalb die Spekulation auf einen

steigenden Euro in 2000 als todsichere Wette gesehen und vorab beträchtliche Short-Positionen in US-Dollar – also Dollarverkäufe gegen Euro auf
Termin, die später günstiger eingedeckt werden sollen – aufgebaut. Doch habe sich eben der Euro-Verfall Anfang 2000 stattdessen beschleunigt und das
psychologische Umfeld spreche kaum für baldige Erholungen. Die schlechte Stimmung verhindere vorerst, dass positive Fundamentaldaten zugunsten
des Euros ausschlagen könnten.
Nun habe offensichtlich ein nervöser Hedgefonds begonnen, seine Dollar-Leerverkäufe einzudecken, weil das Risiko zu groß zu werden scheine. Damit
sei eine Kettenreaktion unter den Kollegen ausgelöst worden. Dies könne zwar relativ schnell passieren, wenn einer der großen Marktteilnehmer –
vielleicht nur aus internen Gründen – die Nerven verliere. Trotzdem, so meint FC Research, sei es erstaunlich, wie wenig Durchhaltevermögen die
Hedgefonds zeigten, die früher dafür bekannt gewesen wären, auch länger andauernde Marktbewegungen gegen ihre Positionen „auszusitzen“. Doch
habe sich diese Coolness mit dem spektakulären Zusammenbruch des LTCM-Hedgefonds 1998, der solange ausgesessen hätte bis er Pleite gegangen
wäre, offensichtlich verflüchtigt – die Hedgefonds seien schlicht vorsichtiger geworden.
Zu vermuten sei, dass die Kunden der Fonds entsprechenden Druck ausübten: Sie wollten zwar die Kurschancen von hedgefondstypischen
Spekulationen nutzen, die Gewinne auch dann versprechen, wenn Aktien- und Rentenmärkte weltweit einbrechen. Doch solle das Risiko überschaubar
bleiben. Die Hedgefonds befänden sich dabei nicht bloß in großer Abhängigkeit vom Vertrauen ihrer Kunden, dass sie ihre Einlagen nicht vorzeitig
abziehen und so Liquiditätsprobleme heraufbeschören. Auch hänge ihre Risikobereitschaft vom Wohlwollen der Banken ab, bei denen die Fonds
umfangreiche Kredite aufnähmen, um eine möglichst große Hebelwirkung bei ihren Spekulationsgeschäften zu erreichen. Wenn die Besorgnis bei
Einlegern und Banken nun wachse, dass die Hedgefonds auf die falschen Pferde setzten, müssten diese ihre Risikopositionen entsprechend anpassen, um
nicht Mittelabflüsse der Anleger und Kreditkündigungen der Banken zu provozieren.  
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... furby
furby:

Keine EZB Zinserhöhung am Donnerstag unabhängig von der FED

 
01.02.00 13:51
#10
Wenn die EZB am Donnerstag unmittelbar auf die wohl sichere FED Zinserhöhung auch die Zinsen anhebt, würde das zwar auch die Märkte US zu EU unverändert "ausgeglichen" bezüglich des Zinsniveaus belassen, andererseits würde die EZB als abhängig von der FED aussehen. Deshalb rechne ich damit, daß die EZB nicht diesen Donnerstag aber in den nächsten 4 Wochen mit einer Zinsanhebung nachziehen wird.

Gruß furby

PS: Viele Interessante Postings hier, Danke  
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Al Bundy
Al Bundy:

DB Research (aus: Tageskommentar zum Rentenmarkt)

 
01.02.00 14:08
#11
Rentenmärkte:
Marktausblick:
In dieser Woche wird die EZB die Weichen stellen. Wir erwarten, dass die EZB ihren Ton auf der anstehenden Pressekonferenz im Anschluss an die EZB-Ratssitzung erheblich verschärfen wird. Der Markt soll damit auf eine Leitzinserhöhung Anfang März offiziell vorbereitet werden. Wir gehen
unverändert von einer Zinserhöhung von 25 Bp aus. Die ist insbesondere deshalb nötig, weil der Kurs der Geldpolitik bei gegebener Konjunkturerholung zu expansiv ist. Es ist aber nicht der Rettungsanker der
EZB für den Euro. Nach unseren Berechnungen hat das Abdriften des EUR seit seiner Einführung nur wenig negativen Einfluss auf die Inflationsrate in Euroland. Dem EUR wird die Ankündigung eines Zinsschrittes in der Woche, in der wir auch eine Leitzinsanhebung in den USA erwarten, nicht auf die
Beine helfen.
Und wie werden die Märkte reagieren? Das kurze Ende hat letzte Woche bereits sehr empfindlich reagiert. Hier ist für einen Zinsschritt von über deutlich über 25 Bp bereits deutlich vorgebaut. Auch das
lange Ende hat nachgezogen. So erwarten wir z.Zt. kaum mehr eine weitere Verflachung der Zinsstrukturkurve vom kurzen Ende, es sei denn, die Erwartungshaltung eines Zinsschrittes von 50 Bp nimmt deutlich zu.
Die erwarteten Daten zur Entwicklung der Konjunktur in Europa und den USA sollten bestätigen, dass die wirtschaftliche Dynamik in Europa weiter zunimmt, während die US-Konjunktur weiter unter Dampf bleibt.
Aber das impliziert keine neuen Interpretationen und läßt kaum Raum für eine Erholung europäischer Anleihen am langen Ende.
Quelle: DB Research (aus: Tageskommentar zum Rentenmarkt)
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Merlin
Merlin:

Super Beitrag AL. Ich halte eine verbale Vorbereitung auf Zinserhöhung.

 
01.02.00 14:16
#12
für wahrscheinlicher. In der Tat würde eine Zinsschritt dem Euro wohl kaum auf die Beine helfen. Außerdem kann Duisenberg im Augenblick aus politischen Gründen nicht handeln (siehe link oben).

Spannend wird in jedem Fall die Pressekonferenz.

Magische Grüße,
Merlin
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... unbekannt
unbekannt:

Re: Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet...

 
01.02.00 14:36
#13
Die EZB wird die Zinsen auf jeden Fall erhöhen , allein schon damit der Euro nicht noch schneller fällt.
Wenn die Amis ihre Zinsen um 50 Basispunkte erhöhen , was ich allerdings nicht glaube , wird Wim wenigstens einen Grund haben die Zinsen zu erhöhen weil er nie zugeben wird das er eigentlich nur den Euro stützen will.
Was hoffentlich nicht die gerade anziehende Konjunktur wider bremmst.  
Zinserhöhung oder nicht? Die Debatte ist eröffnet... Al Bundy

DB Research (aus: Tageskommentar zum Rentenmarkt 02.02.)

 
#14
Marktausblick:
Zwei wichtige Änderungen in unseren Zentralbankszenario:
1) Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Leitzinsen um 25 bp anhebt ist 55% (vorher: 60%), während
die Wahrscheinlichkeit für einen Schritt von 50 bp nun 45% ist (35%). Die Wahrscheinlichkeit, dass
die Zinsen nicht verändert werden ist auf null gesetzt worden.
2) Wir erwarten nun, dass die EZB am Donnerstag die Zinsen um 25 bp anhebt (bisher war ein
Zinsschritt für :Anfang März erwartet worden.)
Ob ein Zinsschritt von (nur) 25 bp in Euroland den Bondmarkt zugute kommt ist zweifelhaft. Der Markt
könnte diesen Schritt als einen nur halbherzigen Versuch betrachten die Währung zu stabilisieren. Vor
diesem Hintergrund erwarten wir, dass die Renditekurve steiler wird. Falls die Fed die Zinsen um 50 bp
anhebt, könnte ein Zinsschritt in Europa dem Euro überhaupt nicht helfen.
Zur Zeit gehen wir nicht davon aus, dass die EZB zu einem variablen Tender wechselt. Was spricht
gegen einen variablen Tender? Der Geldmarkt in Euroland ist aktuell sehr volatil und das ökonomische
Umfeld in Euroland wird eine restriktivere Geldpolitik in den nächsten Monaten nötig machen. Vor diesem
Hintergrund würde es sich für die EZB anbieten den festen Tender beizubehalten, um über dieses
Instrument etwas Ruhe in den Markt zu bringen. In diesem Zusammenhang hat die EZB auch
durchblicken lassen, dass sie vorerst einen variablen Tender nicht einführen will.
Am Tag der FOMC Entscheidung hat die australische Zentralbank (RBA) ihren Leitzins um 50 bp wie
erwartet angehoben. Die Stimmung an den europäischen Bondmärkten sollte trotz gestrigen Rally
gedrückt bleiben. Insbesondere deutlich schwächere japanische Bonds, die unter dem Rückgang des Yen
Wechselkurses leiden, tragen nicht zu einer Stimmungsverbesserung bei. Die heutigen Daten aus
Euroland sollten keinen bedeutenden Einfluss auf die Märkte haben. Die Entscheidung des FOMC
Meetings wird erst nach Marktschluss bekannt gegeben.
Quelle: DB Research (aus: Tageskommentar zum Rentenmarkt)


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