Urteil: Microsoft wird in zwei Teile zerschlagen

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Urteil: Microsoft wird in zwei Teile zerschlagen

 
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Urteil: Microsoft wird in zwei Teile zerschlagen
Nun ist es also offiziell: Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft (Nasdaq: MSFT) soll in zwei Teile zerschlagen werden. Das hat der zuständige Richter Thomas Penfield Jackson heute abend in seinem Urteil zum Kartellrechtsverfahren bekannt gegeben. Microsoft habe seine Monopolstellung bei Betriebssystemen missbraucht, indem es das Betriebssystem Windows zusammen mit dem Browser Internet Explorer verkauft habe. Außerdem muss der Konzern binnen vier Monaten ein Konzept für die Aufspaltung vorlegen. Bis der Rechtsweg ausgeschöpft sei, werde das Unternehmen aber intakt bleiben. Jackson befand weiter, dass Microsoft einen erweiterten Zugang zum Code von Windows gewähren müsse. Der Konzern habe sich als nicht vertrauenswürdig erwiesen und sei nicht bereit gewesen, seinen Gesetzesverstoß zuzugeben. Die Zweiteilung hätte für mindestens zehn Jahre Bestand.

Microsoft-Chef Bill Gates kündigte unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, in Berufung zu gehen. Die letzte Instanz wäre das Supreme Court, das amerikanische Verfassungsgericht. Beobachter gehen davon aus, dass sich der Prozess noch mindestens ein Jahr hinziehen wird. Meldungen, nach denen Gates seine Firma nach Kanada verlagern wolle, um den Konsequenzen des Richterspruches zu entgehen, wurden dementiert.



Die Analystenwelt ist nach dem Urteil angesichts der weiteren Entwicklung der Aktie des Konzerns ebenfalls zweigeteilt. Einerseits würde die Zerschlagung bedeuten, dass das Monopol und damit Marktsicherheit wegfiele. Andererseits könne dadurch neues Wachstums- und Entwicklungspotenzial entstehen. Der Computergigant IBM beispielsweise hat seine Vormachtstellung auf dem Computermarkt nicht durch staatliche Beschränkungen verloren, sondern einfach, weil der Riese zu unbeweglich und träge geworden war. Dieses Los zumindest könnte Microsoft durch Jackson erspart bleiben. „Sobald wir die Unsicherheit durch den Prozess hinter uns gelassen haben, sollte der Kurs steigen“, meint David Brady von Stein Roe Young Investor Fund. Rick Sherlund, Analyst bei Goldman Sachs und vielleicht der profundeste Beobachter von Microsoft, sieht einen Wertverfall von rund 15 Prozent voraus für den Fall einer Aufteilung. Allerdings haben Aktionäre vielleicht das Schlimmste schon hinter sich. Der Kurs ist seit dem ersten Urteil vom April um über 30 Prozent gefallen.

Die Aktie von Microsoft konnte sich im Tagesverlauf stabilisieren und schloss 1,3 Prozent fester. Der nachbörsliche Handel wurde mit der Urteilsverkündung vorübergehend ausgesetzt.

Schätzungen zufolge sind 82 Prozent aller Betriebssysteme weltweit von Microsoft hergestellt. Bei den Büroanwendungen beherrscht der Konzern den Markt mit 94 Prozent.

Dem Konzern droht die Gefahr, dass die Konkurrenz Schadensersatzansprüche stellt. Damit kämen auf Bill Gates enorme Forderungen zu. Red Hat (Nasdaq: RHAT), Konkurrent von Microsoft bei den Betriebssystemen, profitierte heute deutlich von dem Rummel um Microsoft und legte um 17,5 Prozent zu. Offenbar hoffen Linuxfans nun auf Rückenwind.

Microsoft war Anfang April von Jackson für schuldig befunden worden, gegen amerikanisches Kartellrecht verstoßen zu haben. Sollte das heutige Urteil in der Berufung bestätigt werden, wäre es die härteste Kartellstrafe der USA seit 1984. Damals wurde der Telefonkonzern AT&T in acht Teile zerlegt, die sich seitdem Konkurrenz machen.vorübergehend ausgesetzt.



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