"Die zweite Variante [Übernahme] halte ich für eher unwahrscheinlich, da bei einer Tesla-Übernahme die Schulden mitgetragen werden müssten. Welcher Unternehmer übernimmt ein
hochdefizitäre Unternehmen, bei dem die Prozesse nicht laufen und der Absatz eher stagniert? Einen technologischen Vorteil, der ins Gewicht fällt, hat Tesla auch nicht. Dazu die immense Verschuldung und der hohe Kapitalbedarf für offen Projekte."
Das sehe ich nicht so. Das ist nur eine Frage des Übernahme-Preises, der natürlich dramatisch unter der aktuellen $53Mrd-MK liegen würde. Bei $10Mrd oder meinetwegen $15Mrd wäre das was für die Portokasse von GM, Daimler oder VW. Auch wenn zusätzlich noch $10Mrd oder so Schuldenabbau kommen. Plus ein paar Milliarden, um den Laden zu sanieren.
Immerhin hat Tesla eine ganze Reihe veritabler Assets:
Zuerst und vor allem eine geradezu sagenhafte Marke und einen extrem überzeugten Kundenstamm. Was aber zu großen Teilen an Musk hängt, der nach einer Übernahme nicht mehr zur Verfügung stände. Das ist die wichtigste, höchst unbekannte Variable in der Rechnung, inwieweit sich das ohne Musk noch retten ließe.
Konkret gibt es aber auch mit S und X und wahrscheinlich bald M-3 drei durchaus beeindruckende Produkte. Dazu die Supercharger und ein Vertriebs- und Service-Netz (einschl. OTA-Upgrades). Dann eine gut ausgestattete Fabrik in Fremont, die man wohl zum Laufen bringen könnte, wenn man das mal ordentlich managen würde. Das sollte schon was wert sein für einen Hersteller aus der Auto-Branche. Zumal der sich damit einen nervenden Vorreiter vom Hals schaffen könnte.
Natürlich auch einen gewissen Teil der GF1 in Nevada und der GF2 in Buffalo, wobei ich da eher denke, dass die beiden niemand außer Panasonic haben wollte.
Das ganze defizitäre Solar- und Speichergeschäft würde man wohl canceln, bzw. jemand anders billig übergeben.
Die anstehende Idee des Semi würde man wohl abblasen oder in die eigene Strategie einbauen. Den Roadster würde man wohl gerne bauen. Der schmückt.
Was das angebliche Know-How von Tesla bzgl. Batterien und autonomem Fahren angeht, weiß ich nicht so recht. Keine Ahnung, wo das liegen sollte. Das dürfte wohl eher nichts wert sein. Und was "The Machine...", also Fertigungstechnik angeht: Ersatzlos gestrichen. Oder besser das, was unter Sanierungskosten anfiele.
So Quatsch wie "Music" würde gekilled, weil das andere sehr viel besser können. Bzgl. Fahrdiensten hat Tesla nichts außer ein paar albernen Worten, also gegenstandlos. Daran arbeiten die Klassiker schon längst viel entschlossener. Ganz zu schweigen von Uber und Konsorten.
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Unter dem Strich bin ich sehr sicher, dass Tesla nicht insolvent gehen wird, sondern vorher von einem großen Auto-Hersteller übernommen wird.
Aber ganz bestimmt nicht von Apple, Google, oder gar Amazon, Facebook oder dergleichen. Die wollen nämlich gar keine Autos bauen.