... ist mir jeglicher Fortschritt recht.
„Mir ist das nicht ganz geheuer. Bis jetzt wurde jeder techniche Fortschritt früher oder später auch für die dunkle Seite verwendet.“
Ich sehe das nicht so. Ich denke sogar, dass wir mittlerweile in einer Zeit leben, in der der Fortschritt nicht (!) in erster Linie durch militärische Gründe forciert wird, sondern sich auch (!) unabhängig davon entwickelt.
Nur ein Beispiel: Ein Handy oder Smartphone macht militärisch keinen Sinn, weil man die Infrastruktur zu leicht stören und die Kommunikation mithören, oder auch unterbinden kann. Wäre das Militär allein für den Fortschritt entscheidend, würden wir Funkgeräte haben, die ausfallsicher funktionieren.
Tatsächlich aber ist es einfachder denn je an Informationen zu kommen - an Positive (das Wissen der Welt) wie an Negative (Übelste Propaganda Gewaltvideos).
Wie Frage war schon immer: wie gehen wir mit einer neuen Technologie um? Die war immer gleich, seit absichtlich der erste Keil geschlagen wurde (Schneiden oder Töten), und seit es Feuer gibt (Kochen oder Verbrennen).
Daran hat sich nie etwas geändert. Die Frage, was wir mit neuer Technik machen, die entscheiden bisher wir.
Und das sollte besser so bleiben.
___
Ansonsten wollte ich nicht zusehr schwarzsehen.ich aelber schreibe ja immer wieder, dass mich Algos z.B. in der Börsenwelt beunruhigen. Ich sehe durchaus, dass sie einen Nutzen bringen, aber ich sehe auch, dass sie enorme Risiken mitbringen.
Die Abwägung Nutzen zu Risiko, die muss immer betrachtet werden. Derzeit sehe ich nicht, dass die Aufsichtsorgane das an den Börsen ausreichend berücksichtigen würden. Auch die Politik nicht.
Es ginge aber sehr einfach: Mindesthaltedauer für Wertpapiere und wer dagegen verstößt, wird vom Markt genommen, nebst hohen Strafen. Und der Spuk fände ein Ende.
Das Regelwerk ist entscheidend. Wie immer. Denn das entscheidet darüber, ob eine Technologie zum Guten oder zum Schlechten eingesetzt wird.
Und ich denke dann, wenn man sich die letzten 100 Jahre ansieht, dass sich sehr viel zum Besseren verändert hat:
Weniger Kriege, mit sehr viel weniger Opfern (Vietnam 2-5 Millionen Tote, Koreakrieg mehrere Millionen Tote - Irak, Syrien etc. sind weit davon entfernt, ohne zynisch sein zu wollen - jeder Krieg ist ein Verbrechen und einer zuviel), weniger Menschen, die verhungern, weniger Umweltverschmutzung, weniger Tote durch Krankheiten (mit der ‚Nebenwirkung, dass wir nun > 7 Milliarden Menschen sind), weniger Analphabeten, weniger Menschen, die unter unwürdigen, gefährlichen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen.
Noch nie war es für so viele Menschen so dermaßen leicht an Wissen und Bildung zu kommen, und diese auch tatsächlich für sich zu nutzen, wie heutzutage.
Weil eben auch sehr viel mehr getan wird, damit erkannte Probleme auch angegangen, und möglichst gelöst werden. Und auch dabei ist das Wir sehr wichtig.
Dass der Weg in eine ideale Welt ohne Kriege, ohne Kranke, und in einer Gesellschaft, die mit der Natur in Einklang existiert, sehr weit ist, das ist klar. Aber die Richtung insgesamt, die stimmt. Und das schon seit einigen Jahrzehnten.
Kinder, die heute geboren werden, werden im Durchschnitt älter, gebildeter (teils intelligenter), gesünder werden, und mit etwas Glück werden sie insgesamt ein besseres Leben haben, als die Mehrheit der vor ihnen geborenen Menschen.
Das ist Fortschritt.