Infineon in Champagner-Laune (zwar nicht NM aber doch lesenswert)

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Infineon in Champagner-Laune (zwar nicht NM aber doch lesens.

 
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Halbleiterindustrie in Champagner-Laune

Gute Stimmung bei den Halbleiterherstellern: Nach einem fetten Jahr 1999 mit 18 Prozent Wachstum erwartet die Branche in diesem Jahr eine Steigerung um weitere 25 Prozent und sieht in eine weiter sonnige Zukunft. Schätzungen von 40 Prozent Wachstumsrate im Jahre 2001 bewerteten Analysten auf einer Tagung in Marseille als nicht zu optimistisch. Wachstumsmotor der Branche sei dabei gar nicht so sehr der PC, sondern vielmehr das immer stärkere Zusammenwachsen von Computern und Telekommunikation. Besonders die europäischen Hersteller sehen sehr gute Marktchancen für ihre Produkte; mit Philips, STMicroelectronics und Infineon kommen drei der zehn weltgrößten Chiphersteller aus Europa.

Der immens hohe Absatz von Chips zieht natürlich hohe Investitionen in neue Fabriken und Fertigungsanlagen nach sich. Die Hersteller solcher Anlagen und Geräte sowie die Zulieferer von Materialien setzen weltweit etwa 65 Milliarden US-Dollar um und sind im Verband SEMI zusammengeschlossen (Semiconductor Equipment and Materials Industry). In dessen Auftrag führten die Wirtschaftsberater von Arthur Andersen LLP eine Untersuchung bei den nordamerikanischen SEMI-Verbandsmitgliedern durch, die ebenfalls sehr positive Ergebnisse brachte: Demnach betrug der Auftragsüberschuss im Februar 2000 etwa 41 Prozent -- ein seit fünf Jahren unerreichter Spitzenwert und der zweithöchste überhaupt, seit SEMI diese Untersuchungen durchführen lässt. Auch die Umsatzzahlen sehen sehr gut aus: Der Drei-Monats-Mittelwert der monatlichen Umsätze lag im Februar 2000 mit 1,6 Milliarden US-Dollar um 90 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die noch vor drei Jahren beklagte Krise in der Halbleiterbranche scheint damit überwunden. Der nächste wichtige Schritt zum anhaltenden Erfolg ist nach Ansicht der Marktforscher von Dataquest nun der Übergang zu 300-mm-Wafern für die Chipherstellung. Nur so seien die für das hohe Wachstum nötigen Mengen an Chips wirtschaftlich zu produzieren. Während in den 80er Jahren noch rund 50 Chip-Fabriken (Fabs) genügend Kapazität für ein nachhaltiges Wachstum der Branche bereitstellten, genügten dazu heute maximal 30 Fabs. Doch die für die 300-mm-Fabriken nötigen hohen Investitionen seien nur dann problemlos finanzierbar, wenn das Preisniveau der Halbleiter in den nächsten sechs bis zwölf Monaten um mindestens acht Prozent steige.

Auch andere neue Prozesstechnologien verschlingen viel Geld: So sind für den Übergang zu immer feineren Strukturen neue Lithografiesystem nötig. Mittels kürzerer Wellenlängen will die vom BMBF geförderte Deutsche Initiative 157-Nanometer-Lithografie ein Verfahren zur Herstellung von 100 Nanometer kleinen Halbleiterstrukturen entwickeln. In der Initiative arbeiten unter anderen Infineon und die Optik-Firma Carl Zeiss aus Oberkochen zusammen. Der Zeiss-Unternehmensbereich Halbleitertechnik liefert Lithografiesysteme und setzte im vergangen Jahr rund 518 Millionen Mark um. Für die Zukunft erwartet man dort ein jährliches Umsatzplus von durchschnittlich 25 Prozent. (ciw/c't)

www.heise.de/ct



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