Der Mann hat Zeit seines Lebens die Medien genutzt, um von Ihnen zu profitieren.
Jetzt, wo ihm der Wind entgegen bläst, beschwert er sich über die Mechanismen der Presse.
Pussy!
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...Auch hierzulande ist der globale Trend zur realen Lohnstagnation sichtbar. Obwohl der Arbeitsmarkt in weiten Teilen leergefegt ist und die Zahl der unbesetzten Stellen immer neue Höchststände erreicht, steigen die Entgelte nur verhalten. Und trotz Hochkonjunktur und Rekordbeschäftigung geht der Anteil der Bürger, die als armutsgefährdet gelten, nicht zurück, sondern ist zuletzt sogar noch leicht angestiegen.
Daraus erwächst noch keine Alarmstimmung wie anderswo. Aber ein Unbehagen an den herrschenden Bedingungen ist sehr wohl spürbar.
Die Gründe für die Lohnstagnation sind vielfältig. Um nur drei häufig diskutierte Argumente zu nennen: Die Finanzkrise hat tiefe Spuren hinterlassen. Die gemessenen Produktivitätszuwächse sind praktisch zum Erliegen gekommen. Die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften ist in vielen westlichen Ländern dezimiert.
Auch die Digitalisierung macht sich längst am Arbeitsmarkt bemerkbar. Eine Branche nach der anderen wird durcheinandergewirbelt. Inzwischen geht es schon lange nicht mehr nur um das produzierende Gewerbe - Stichwort Industrie 4.0. Vielmehr sind immer größere Teile der Wirtschaft betroffen: Zeitungen, Bücher, Auftragshandel an den Börsen, Banking, Versicherungen, Immobilien- und Stellenbörsen, Reisebüros, um nur einige Beispiele zu nennen. Derzeit geht die Beschäftigung im US-Einzelhandel rapide zurück - und das in einer Phase, da der Konsum stark steigt. Das Geschäft aber findet online statt, bei Amazon und Co. Vergleichsweise sichere Jobs gehen verloren. Was viele amerikanische Einzelhandelsbeschäftigte künftig machen, ist ungewiss.
Wer ist als Nächstes dran? Die beiden US-Ökonomen Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee haben in ihrem Buch "The Second Machine Age" zwei Prinzipien ausgemacht: Die Digitalisierung führt dazu, dass wir ein immer größeres Angebot an Produkten nutzen können, deren Preis sehr niedrig oder sogar null ist. Dieser Reichhaltigkeit aus Konsumentensicht steht jedoch entgegen, dass die Erlöse der Produzenten, also auch vieler Beschäftigter, rapide zurückgehen. Während wenige große Plattformbetreiber mit dem Rohstoff Daten sehr viel Geld verdienen können, wird das eigentliche digitale Produzieren tendenziell ökonomisch entwertet, wenn die Preise der Produkte gegen null tendieren.
Daraus ergeben sich fundamentale Fragen:
- Was bedeutet unter diesen neuen Bedingungen eigentlich Gerechtigkeit?
- Wie sichert man den Bürgern Zugang zu digitalen Produkten?
- Wie kann man den Sozialstaat, einst entwickelt für die Ära der
Industrialisierung, umbauen, damit er in der Ära der Digitalisierung
fundamentale ökonomische Unwägbarkeiten auch künftig noch absichern
kann?
- Inwieweit kann man von Menschen erwarten, dass sie die Risiken plötzlicher
technologischer Umschwünge individuell tragen?
Im Vorhof des deutschen Wahlkampfs werden solche Fragen allenfalls am Rande debattiert. Stattdessen werden die seit Jahrzehnten erprobten Dauerbrenner hervorgeholt: Die Union setzt auf Steuersenkungen, die SPD verspricht mehr Sozialleistungen. Beides wird den bevorstehenden Herausforderungen nicht gerecht. Und die Bürger spüren es.Die großen, wirklich wichtigen Fragen werden gar nicht gestellt. Ein inhaltliches Vakuum entsteht. Den Schaden haben vor allem die Sozialdemokraten, jene Partei, von der die Bürger am ehesten Antworten auf Gerechtigkeitsfragen erwarten. Wenn sie die nicht bekommen, wenden sie sich enttäuscht ab.
Oder sie laufen irgendwann populistischen Protektionisten zu.
Ich habe den folgenden Textauszug aus der Süddeutschen Zeitung an den entscheidenden Stellen nochvollziehbar so verändert (mittels Durchstreichen/Ersetzen), dass er meine vom Rettungs-Konsens abweichende Meinung widergibt.
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...dig-fuer-jugend-und-krise-1.3502374
...Wieder müssen die Griechen finanziell bluten. 2019 und 2020 sollen die Renten abermals, dann zum 13. Mal seit Ausbruch der Krise, gekürzt werden. Und für Geringverdiener steigt die Steuerlast....Efi Achtsioglou ist Politikerin, Arbeits- und Sozialministerin. Ihre Regierung unter dem Linkspolitiker Alexis Tsipras hat 2015 mit den internationalen Kreditgebern vereinbart, das hoch verschuldete Land zu sanieren. Aber das ist eben nicht alles. Sie könnte jetzt auch draußen unter den Demonstranten stehen und würde kaum auffallen. Efi Achtsioglou ist selbst erst 32 Jahre alt. Sie ist die Jüngste in Tsipras' Kabinett. Sie meint dieselbe Zukunft wie die Demonstranten, wenn sie darüber spricht. Sie kämpfen für dieselbe Sache, die Frau drinnen und die Leute draußen. Und doch sind sie zu erbitterten Gegnern geworden.
Niemand zahlt in der Krise für die Einführung des - wegen der chronischen Niedrig-Produktivität Griechenlands viel zu harten - Euro einen höheren Preis als die Generation von Efi Achtsioglou. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 50 Prozent. Der Mindestlohn für Berufseinsteiger - vor ein paar Jahren noch bei 700 Euro - ist auf brutto 511 Euro abgerutscht. Wenn heute Jobs entstehen, dann oft auf Mini-Lohn-Niveau von 400 Euro. Das ist die Klage der Demonstranten: Das Geld reicht nicht. Eine halbe Million Griechen haben das Land seit 2008 verlassen, weil sie in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sehen.
Efi Achtsioglou hat sich in einen der Sessel vor ihrem Schreibtisch gesetzt und die Beine übereinandergeschlagen. Jung sein als Politikerin - was heißt das? "Für sich allein? Erst einmal nichts", sagt sie. "Aber ich kann sehr gut verstehen, was es bedeutet, heute ein junger Wissenschaftler in Griechenland zu sein. Jemand, der alle Abschlüsse macht und nicht viel Hoffnung hat. Ich kann verstehen, dass die Aussicht auf Arbeitslosigkeit ängstigt, und nachvollziehen, was es bedeutet, mit 30 noch bei den Eltern leben zu müssen, weil das Geld für eine eigene Wohnung nicht reicht."
Trotzdem muss sie - als zwingende Folge der sinnlosen und unpassenden Euroeinführung - weiter Sparpolitik machen. Griechenland steht kurz davor, die nächste Tranche aus dem Rettungspaket, dem mittlerweile dritten, bewilligt zu bekommen. Wie immer war es ein Kampf, bis hierhin zu kommen. Seit Monaten haben Athen und die internationalen Kreditgeber gerungen. Ein neuer Krisensommer schien bevorzustehen, so zäh ging es beim Ringen um die nächste Tranche aus demr 86 Milliarden-Euro-Programm -Geldversenkung voran. Solange die zusätzlichen Sparmaßnahmen nicht vom Parlament verabschiedet sind, voraussichtlich passiert das in der kommenden Woche, ist die Gefahr auch noch nicht gebannt. Achtsioglou hat ein Gesamtpaket geschnürt. In dem Maße, wie die Regierung Renten kürzt und Steuern erhöht, will sie an anderer Stelle gegensteuern: Zuschüsse für Medikamente geben, fürs Wohnen. Härten abfedern. Zudem steht ein höheres Ziel hinter der Vereinbarung mit den Kreditgebern: Sie mache den Weg frei dafür, über weitere Schuldenerleichterungen zu reden dass Griechenland die Schulden erlassen werden. Ein vergiftetes Geschenk, das Schäuble und Co. legitimiert, künftig noch härtere Daumenschrauben anzulegen - militant ignorierend, dass der Euro eine faktisch unrettbare währungspolitische Fehlkonstruktion ist und dies auch bis zu seinem allfälligen Ende bleiben wird.
This chart shows the soaring share of trading by quant funds (red line), compared to the largest other types of investors – traditional asset managers, non-quant hedge funds, and bank proprietary trading. Another 25% to 27% of the trading is done by other investor types, including individual investors, not shown in this chart:
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| 29 | 3.818 | Banken & Finanzen in unserer Weltzone | lars_3 | Lavati | 20.03.26 11:49 | |
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| 56 | PROLOGIS SBI (WKN: 892900) / NYSE | 0815ax | Lesanto | 06.01.26 14:14 | ||
| Daytrading 15.05.2024 | ARIVA.DE | 15.05.24 00:02 | ||||
| Daytrading 14.05.2024 | ARIVA.DE | 14.05.24 00:02 |