Trump hat seiner Klientel, den alternden weißen Globalisierungsverlierern in der Provinz, ziemlich viel versprochen. Ein Großteil seines Stimulusprogramm beinhaltet jedoch Steuergeschenke für die Reichen. Der typische Angehörige der 0,1-%-Oberschicht spart im Jahr 1,1 Millionen Dollar an Steuern, der typische Lohnknecht spart pro Jahr nur 110 Dollar (# 386). Das ist eine Fortsetzung der Umverteilung von unten nach oben, für die bereits die Obama-Adminstration traurige "Berühmtheit" erlangt hat.
Die Finanzierung der Steuer-Geschenke erfolgt unter Trump durch direkte Plünderung der Staatskasse: Es werden bis zu 7 Billionen Dollar an neuen Staatsschulden aufgenommen. Was davon nicht an die Reichen fließt, fließt in Bauprojekte wie Brücken/Straßen, die zwar kurzfristig die Baubranche beleben, jedoch als konjunkturelles Strohfeuer verpuffen dürften, weil die geschaffenen Objekte kaum Cash-Flow generieren, während die dafür aufgenommenen Schulden in voller Höhe stehen bleiben.
Wenn Trumps Loser-Wähler begreifen, dass der "Change" nicht stattfindet (wie schon unter Obama), werden sie erneut auf der Straße gehen und protestieren. Außerdem dürfte Trumps protektionistische Handelspolitik den USA sowie der Weltwirtschaft schaden,
so dass statt des versprochenen Aufschwung eher eine Rezession droht. Die ist allein schon aus zyklischen Gründen (über)fällig. Die Makro-Daten haben in letzter Zeit geschwächelt. Kommt die ohnehin "fällige" Rezession nun unter Trump, wird man dies nicht der Marktzyklik zuschreiben, sondern Trumps Wirtschaftspolitik dafür verantwortlich machen.
Trumps "Bau-Boom auf Pump" mag kurzfristig Stellen und Aufträge schaffen, seine protektionistische Handelspolitik jedoch im Gegenzug auf das BIP drücken. Der starke US-Dollar wird die US-Exportgewinnen schmälern. US-Waren werden schwerer zu exportieren sein (zu teuer). Auch die Wiederbelebung toter Industrien des frühen 20. Jahrhunderts (Kohle, Stahl, Autoindustrie) ist eher ein Schritt zurück. Asien wird auch weiterhin Fahrzeuge mit besserem Preis/Leistungsverhältnis herstellen, die obendrein auch viel länger halten (Ami-Autos werden oft schon nach fünf Jahren anfällig und rostig).
Trumps Ankündigungen haben zudem zu einer Verteuerung von Krediten (Anstieg am langen Ende der Zinskurve) geführt. In der Folge könnte die Junkbond-Blase platzen, was der Aktien-Rückkauf-Orgie die wichtigeste Finanzierungsquelle nähme. Dies dürfte auch die Aktienkurse drücken und den "Wealth Effect" schmälern. Die gesamte Reflationierung unter Obama (inkl. Hausblase 2.0) droht mit den anziehenden Langlaufzinsen rückabgewickelt zu werden.
FAZIT: Trump wird Probleme bekommen, weil er zuviel versprochen hat. Das wird er nicht halten können, auch weil er in Wahrheit weiterhin im Interesse der 0,1-%-Elite agiert und den Losern nur Brosamen hinstreut.