Die Microsoft-Aktie stieg gestern abend nachbörslich um 6 % auf 60 Dollar. In der Preisregion notierte sie zuletzt während des Dot.com-Hypes.
Als Begründung wird das boomende Cloud-Geschäft genannt. Es brachte 6,4 Mrd. Umsatz (+116 %), während das für PC-Software mit 9,3 Mrd. (-1,8 %) rückläufig war. Den Hauptgrund für den "profit beat" lässt allerdings auch MW (unten) nicht unerwähnt. Es sind Aktienrückkäufe, finanziert mit Fed-Billiggeld. Im laufenden Geschäftsjahr gibt Microsoft 40 Mrd. Dollar für Aktienrückkäufe aus. Das ist rund as Doppelte des Konzern-UMSATZES!
Faktisch stagniert das Microsoft-Geschäft. Es läuft ähnlich wie bei Intel seit mindestens 10 Jahren seitwärts. PCs sind auf dem absteigenden Ast. Man erkennt es u. a. am Microsoft-Umsatz, der sich gegenüber dem Vorjahr praktisch nicht verändert hat: "...while revenue barely budged from $20.38 billion to $20.45 billion." (aus Artikel unten).
Sieht man sich hingegen den 20-Jahres-Chart von Microsoft (unten) an, erkennt man, dass es 2013 einen auffallenden Ausbruch nach oben gab. Es ist die Zeit, als die große Aktienrückkauf-Sause begann.
Wenn eine Firma eigene Aktien vom Markt zurückkauft , sind weniger Stücke im Umlauf. Auf diese Weise kann auch bei stagnierendem Geschäft der "Gewinn pro Aktie" gesteigert werden: Die Aktienzahl steht bei Gewinn/Aktienzahl nämlich im Nenner.
Dass Wall Street die Zinserhöhungen der Fed so fürchtet, liegt nicht zuletzt daran, dass nur dank Nullzinsen (und Anlagenotstand) die (Junk-)Bond-finanzierten Aktienrückkäufe im großen Stil möglich sind. Steigen die Leitzinsen, sinkt der Anlagenotstand, und (Junk-)Bonds stoßen auf weniger Kaufinteresse.
www.marketwatch.com/story/...-and-dot-com-boom-share-price-2016-10-20
Microsoft executives credited the momentum in its cloud business as a big factor in the beat. Revenue in Microsoft’s Azure cloud business... surged 116%, helping overall cloud revenue jump 8% to $6.4 billion. By comparison, PC software, still the biggest portion of Microsoft’s business at $9.3 billion, fell 1.8%.
While investors like the margins that cloud offerings bring, that is not the only reason for such a big beat. Just last month, Microsoft announced another $40 billion stock buyback plan, just as it was completing its fiscal 2016 $40 billion repurchase plan.
Lowering the overall outstanding share count with continued spending on share buybacks can often be used to mask a company’s inability to grow, as it boosts earnings per share.
Chart der Microsoft-Aktie: Seit 2002 (Ende des Dot.com-Booms) lief sie 12 Jahre im Trendkanal zwischen 22 und 32 Dollar seitwärts. 2013 brach der Chart nach oben aus - hauptsächlich wegen "Gewinnsteigerungen pro Aktie" durch massive Aktienrückkäufe, allein in diesem Jahr für 40 Mrd. Dollar. Das ist rund das Doppelte des Microsoft-UMSATZES!
