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Der USA Bären-Thread


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S&P 500 6.787,36 -0,62% Perf. seit Threadbeginn:   +365,21%
 
Stöffen:

Wer sind die wahren Clowns?

 
13.10.16 00:11
Netter Artikel im Barron's, der schon recht gut gewisse Gegen-Stimmungen und Strömungen zu der herrschenden Politik der Notenbänker einspiegelt. Dass jedoch die sich an den maßgeblichen Schaltstellen befindlichen Zentralbanker ungeachtet jedweder argumentativer Einwände ihre Politik ändern werden, das erscheint so ziemlich komplett aussichtslos, eher werden sie ihre Programme noch gnadenloser durchdrücken. Das Regieren aus Elfenbeintürmen fällt immer etwas leichter und sollte bei Betonköpfen wie Yellen, Draghi, Kuroda, etc., schon als gegebenen Fakt hingenommen werden. Manch ein Protagonist träumt bereits davon, dass das Endspiel in den Liquiditäts-Exzessen der Zentralbanken nunmehr bereits schon stattfindet. Da bin ich eher anderer Meinung, denn das wohl Übelste steht uns erst noch bevor aka "The Best is yet to come" ;-))

"The Truly Scary Clowns Are Central Bankers"

Central bank’s stimulative policies are having little effect in boosting economies and are losing steam.

www.barrons.com/articles/...-clowns-central-bankers-1475902258
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Joe Pesci:

Im Welt-Artikel (#444) ist viel heiße Luft

2
13.10.16 00:33
Eigentlich taugen derzeit nur 2 Argumente aus diesem Artikel für einen zeitnahen Kurssturz:

1) Militärische Konfrontation / Eskalation in Syrien zwischen USA / Russland.
2) Ein "überraschend" starkes Anziehen der Inflation.

Die restlichen Argumente im Artikel sind von Realitätsferne oder Wunschdenken geprägt.
Die Übereinstimmung der Chartverläufe ist zwar interessant, aber allein darauf würde ich kein Geld setzen, sondern eher nach stichhaltigen Gründen für eine etwaige Parallele suchen.

--------------------------------------------------

Abseits des Artikels daher ein weiteres Argument - meinerseits - für einen hypothetischen
- zeitnahen - Kurssturz:

Wahl von Donald Trump zum Präsidenten.

(Grund: Die Wahl von George W. Bush zum Präsidenten und der Brexit wurden von unseren Medien auch nicht in Rechnung gestellt bzw. als extrem unwahrscheinlich eingestuft. Mit dem Brexit habe ich - entgegen aller Umfragen und Schlaumeier-Kommentaren - tatsächlich Geld verdient und wäre daher auch sehr vorsichtig, den Trump vorzeitig als designierten Verlierer der Wahlen anzusehen.)  



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Stöffen:

Kursstürze - ja bitte wo?

6
13.10.16 00:46
Die Absacker im S&P500 in den letzten drei Jahren sind mit einer Rasanz hochgekauft worden, die wohl ihresgleichen suchen. Jeder Absacker, der versuchte, massiver über die 10%-Grenze hinaus zu entwischen, der wurde sofort rasiert. Die Gewinnzezession der im S&P500 gelisteten Firmen zieht sich bereits seit fünf Quartalen, mit der nun anlaufenden Berichtssaion könnte ein weiteres Negativ-Quartal hinzukommen. Macht aber nix, da die Börsen mittlerweile planwirtschaftlich organisiert sind. LOL.
(Verkleinert auf 62%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 945023
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Stöffen:

Ersetze Gewinnrezession

 
13.10.16 00:50
für Gewinnzezession. Vielen Dank.
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Katzenpirat:

Ölpreis

3
13.10.16 00:52
Ich bin bekanntlich nicht der grosse Chart-Spezialist, ich habe mir aber erlaubt zur Abwechslung mit dem D1 des WTI Futures rumzuspielen. (Berichtigungen sind jederzeit willkommen).

Wir bewegen uns im Bereich der Nackenlinie einer inversen SKS-Formation, und es wird interessant zu sehen, ob sie sich nach oben auflöst. Die psychologische Komponente ist durch den OPEC Poker um Deckelung/Drosselung gegeben, so dass diesem Chartbild m. E. einige Bedeutung beigemessen werden kann. (Das Brent hat die Nackenlinie inzwischen berührt und nach unten abgedreht.)
Ich glaube nicht, dass wir die 50$ nachhaltig hinter uns lassen. Zwar wird der Preis durch den Papieröl-Basar und den OPEC-"Mummenschanz" (welch tolles Wort, AL) bestimmt, früher oder später werden aber die fundamentalen Daten (Angebot/Nachfrage, Lagerbestände) durchschlagen.

Entscheidend wird sein, ob die OPEC zusammen mit den Russen die Spannung bis zum Showdown im November aufrechterhalten können. Zurzeit stimmt die Dramaturgie und das Bühnenbild. Die einzelnen Protagonisten kommen orchestriert zum Einsatz. Heute hatte auch noch Putin seinen Auftritt und seine Vasallen von Lukoil und Rosneft in die Schranken gewiesen.

Ich nehme die Drosselungsinszenierung nicht ernst.

1. Keiner einzigen der involvierten Instanzen ist zu trauen. Ich bin überzeugt, dass die Staaten sich jetzt schon überlegen, wie sie die anderen am besten über den Tisch ziehen können. Ich würde keinem auch nur einen müden Pfennig anvertrauen.

2. Die angekündigte Drosselung um ca. 0.5 M b/d erzeugt maximal einen vorübergehenden Plazeboeffekt, zumal der Iran, Angola und Libyen offenbar von der Vereinbarung ausgenommen würden. Libyen will die Produktion in den nächsten Wochen um 0.3 M b/d und Angola um 0.5 M b/d erhöhen. Der Iran will auch noch 0.5 M b/d zulegen. Rechne.

Fazit: Wenn die Lager und Tanker wirklich so voll sind, wie die Daten besagen (ich kann leider nicht in die Tanks reinschauen), d. h. wirklich eine Überproduktion besteht, so geht’s mit dem Ölpreis bald wieder Richtung 40$.

(Wenn ich mich irre, werde ichs überleben. Es gibt schlimmeres, z. B. das Fed-Gelaber.)
(Verkleinert auf 45%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 945026
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Joe Pesci:

Sogar der Brexit wurde nach nur einem

2
13.10.16 01:23
Tag wieder hochgekauft.

Wohl dem, der diesbezüglich nur einen Kurzfrist-Fokus hatte.

Aber Letzteres ist nur wieder ein Beweis dafür, dass die Märkte derzeit außer Rand und Band sind.

Es herrscht schlichtweg Anlagenotstand. Eine Handvoll Unternehmen treiben den  S&P 500.
--------------------------------------------------

Ich kann jedem nur die Analysen von Felix Zulauf empfehlen.

Ein hervorragender Mann, liegt gelegentlich (= kurzfristig)  zwar auch mal daneben, ist aber integer und liegt auf Dauer in bemerkenswerter Art und Weise mit seinen Prognosen absolut in der Spur.  
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Saurier:

Kommt Zeit kommt Bärenmarkt ...

3
13.10.16 01:35
... altes deutsches Sprichwort. Leider sind diese meistens ziemlich kurz und die Kursverläufe noch unberechenbarer als die in Haussen. Ich habe ja nun exzessiv Berechnungen von diesem und jenem gemacht. Es gibt verblüffende Regelmäßigkeiten bei langfristiger Betrachtung. Vereinfacht und abgesichert werden solche Untersuchungen weil man die Bretton Woods-Aufkündigung Anfang der 1970er Jahre als zeitlichen und preislichen Bezugspunkt nehmen kann. Es ist mir jetzt zuviel das alles hier (als Grafik) einzustellen. Hier eine kurze Zusammenfassung: Assetpreise steigen typischer mit 6% bis 6,5% pro Jahr. Danach sind Edelmetalle in USD und US-Indices zurzeit doppelt so teuer wie im langjährigen Durchschnitt. Das ist aber nicht das Ergebnis der FED-Bemühungen, diese haben lediglich den zu hohen Preis stabilisiert. Für Immobilien kann man wegen deren äußerst unterschiedlicher Art und unterschiedlichem Gebrauch keine solche vereinfachenden Aussagen machen, die teilweise jeden denkbaren Nutzwert überschreitenden Preise sprechen allerdings für sich. Bonds sind anders zu betrachten. Da sie reine Forderungen sind und keinen dinglichen Wert haben muss ihr Preis / ihre Verzinsung unter den Gesichtspunkten "Zwangsanlage für Versicherungen", "Investitionsalternative", "QE-Aufkäufe" und "Risikoprämie" betrachtet werden - was nur zu dem Schluss führen kann das auch sie signifikant zu teuer sind ohne das man jetzt einen angemessenen Preis bestimmen könnte. Bliebe noch die Vermutung einer Einpreisung einer inflationären Entwicklung die ja nicht nur vereinzelt erwartet wird. Mir reicht ein Blick nach Japan um solche Überlegungen zu verwerfen. Fazit: US-Indices und Edelmetalle in USD werden um 50% abzüglich 6%-Punke für jedes weitere Jahr der Aktienhausse fallen, die möglichen hysterischen Übertreibungen nach unten nicht eingerechnet. An den Immobilienmärkten wird der eine oder andere Investor ein Debakel erleben und Euro Bunds wird man auch mal wieder für 130€ bekommen. Ich bin sicher, das wenn diese Entwicklungen in Gang kommen sind, die Zentralbanken genau wissen das sie nichts mehr machen können und die Füße stillhalten werden. Es ist auch falsch zu vermuten das die ZB Verluste machen werden. Die Anleihen wurden im Schnitt bestimmt nicht zu Minuszinsen aufgekauft, die Rückzahlung bei Ablauf wird den ZB reichen die Bilanzen zu kürzen.
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Anti Lemming:

Was mach ZB bei Firmenpleiten mit deren Bonds?

3
13.10.16 09:33
Die EZB kauft ja nicht nur Staatsanleihen auf, sondern neuerdings auch Firmenanleihen.

Das Problem mit dem letzten Satz aus # 459...

"Die Anleihen wurden im Schnitt bestimmt nicht zu Minuszinsen aufgekauft, die Rückzahlung bei Ablauf wird den ZB reichen die Bilanzen zu kürzen."

...ist, dass Firmen auch Pleite gehen können, gerade in Krisen und gerade wenn sie massiv überschuldet sind (z. B. durch laufende Aktienrückkäufe zu Höchstkursen). Wenn eine Firma Pleite geht, müsste die EZB diese Bonds m. E. als Totalverlust abschreiben (m. E. weil die Bonds evtl. noch zu Spottpreisen an Hedgefonds verkauft werden können). Dann gibt es nichts mehr zum Aussitzen, um die Bilanz zu kürzen.

Ein weiteres Problem ist, dass bei einer Staatspleite in der Eurozone und/oder bei einem Austritt eines großen Landes wie Italien auch die Staatsanleihen des betreffenden Landes vermutlich (langfristig) nicht mehr bedient werden können. Würde z. B. Italien die "Neue Lire" einführen, so würde diese gegenüber dem Euro in wenigen Wochen rapide abwerten (denn "dafür" wird sie ja überhaupt eingeführt...). D.h. Italien wäre nicht mehr in der Lage, seine in Euro dann "unermesslichen" Schulden zu begleichen. Die faulen Schulden blieben an der EZB hängen, und die Zeche zahlen die Rest-Eurozonen-Steuerzahler.

Der Haken dabei: Je mehr Eurozonen-Länder ausscheiden, desto teurer wird es für die verbliebenen: Es kommen immer mehr faulen Schulden zusammen, und mit jedem Aussteiger sinkt der Zahl der "In-den-Top-Einzahler". Der Euro würde zusammenbrechen.

Antworten
Anti Lemming:

Wells Fargo: Betrüger-Banker wird Arsch vergoldet

 
13.10.16 09:47
www.marketwatch.com/story/...-away-with-up-to-1371-million-2016-10-12

John Stumpf, der Chef der US-Bank Wells Fargo (Buffetts Lieblingsbank), die massiv mit erfundenen Neukunden betrogen hat, tritt nach dem Skandal zurück. Er nimmt schlappe 137,1 Millionen mit in den "verdienten" Ruhestand.

Auf ähnliche Weise hatte sich auch Verzocker-CEO Nonnenmacher von der HSH Nordbank - die sich zu 85 % im Staatsbesitz befindet - verabschiedet (wenn auch nur mit 4 Mio. Abfindung, die er schamlos einklagte). Gut, dass zumindest der Fall Nonnenmacher neu aufgerollt wird (# 442).

Ich lege auf eine "Amerikanisierung" des deutschen Bankwesen, bei dem Verzocker-CEOs zum Abschied der Arsch vergoldet wird, nicht den geringsten Wert.

Die "Rettung" der Banken nach 2008 war für die hiesigen Steuerzahler bereits teuer genug.
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Anti Lemming:

OPEC verliert Kontrolle über Ölmarkt

4
13.10.16 10:59
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/...-den-erdoel-markt/

Nachfrage bricht ein: OPEC verliert die Kontrolle über den Erdöl-Markt

Das Opec-Abkommen zur Begrenzung der Fördermenge wird die Preise für Erdöl nicht dauerhaft stützen können, analysiert die Internationale Energieagentur. Schuld daran seien die Schwäche der Weltwirtschaft, in deren Folge die Nachfrage deutlich gesunken ist.

Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass die Ölpreise auf unabsehbare Zeit niedrig bleiben. Auch die Ende September erzielte Vereinbarung des Förderkartells Opec werde zu keinem nachhaltigen Anstieg des Ölpreises führen, berichtet oilprice.com.  Die Organisation erklärte am Dienstag, dass der Ölmarkt noch mindestens bis zur Jahresmitte 2017 von einem beträchtlichen Überangebot gekennzeichnet sein werde. Zudem lauerten in naher Zukunft einige Unsicherheitsfaktoren, die zu Preiseinbrüchen führen könnten (Wirtschaftsschwäche in China...).
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Stöffen:

Permanent falsche Erwartungshaltung

2
13.10.16 11:15
Sehr schöne Graphik im FuW-Mag, die klar und deutlich aufzeigt, dass die Zinserwartungen und sämtliche damit verbundenen Projektionen in den letzten Jahren so was von komplett für die Tonne waren. This time is different?

>>> Wie die angehangene Grafik illustriert, haben sich auch die Finanzmärkte immer wieder verrechnet. Die dicke, schwarze Linie stellt den Leitzins dar. Die dünnen, farbigen Linien zeigen auf Basis von Futures-Kontrakten die Erwartungen der Investoren, wie stark der Leitzins steigen wird.

Jede Farbe markiert die Zinserwartungen im Verlauf eines Kalenderjahres: Für 2010 sind es die hellblauen Linien, für 2011 die dunkelblauen, für 2012 die roten etc.

Es ist unschwer zu erkennen: Jedes Mal waren die Marktteilnehmer viel zu optimistisch und lagen komplett falsch. <<<

www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-910/
(Verkleinert auf 87%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 945119
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Anti Lemming:

Wo kommen diese "falschen Erwartungen" her?

 
13.10.16 11:31
Sind in den Analyse-Abteilungen nur ökonomische Dummköpfe beschäftigt?

Keineswegs. Die These, dass die US-Wirtschaft "kurz vor der großen Erholung" stehe, rechtfertigt seit 2009 die steigenden Aktienpreise - die wiederum den CEOs, die den weitaus größten Teil ihres Gehalt in Form von Aktienoptionen erhalten, den Hintern vergolden. Je rosiger die Prognosen, desto höher die Kurse (in angeblicher "Vorwegnahme"). Junkbond-finanzierte Aktienrückkäufe beflügeln die Aktienkurse weiter. Ist ja nur "other people's money", das dabei verbraten wird.

Sind die Optionen dann erst mal ausgeübt, haben die CEO die "Beute" in der Tasche. Dann heißt es wahlweise: "Nach mir die Sintflut" (für CEOs, die in den Ruhestand gehen, inkl. Verzocker wie Stumpf - # 461) oder "Auf zur nächsten Schönwetterprognose" (für jüngere CEOs, deren Hintern erst versilbert ist und noch auf seine Vergoldung wartet).

Wie es wirklich um die US-Wirtschaft bestellt ist, zeigt sich darin, dass die US-Notenbank seit 2008 erst einen 0,25 % Zinsschritt (letzten Dezember) gewagt hat und sich seitdem von einer faulen Ausrede in die nächste stürzt.
Antworten
Anti Lemming:

Dass FuW von "Marktteilnehmern" spricht,

 
13.10.16 11:40
die sich bei Zinserwartungen verschätzt hätten, kann man wahlweise als "Abwiegelei" oder als "naiv" bezeichnen. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, die Märkte würden immer noch von normalen Anlegern bewegt.

Normale Anleger ("Investoren") sind jedoch kaum noch am Marktgeschehen beteiligt. "Der Markt" ist zu einem Eldorado verkommen für große Schnell-Zocker (Algotrader), große Hedgefonds (Buffett, Soros) und die von Wall Street zur Kurstreibermaschine zweckentfremdete US-Notenbank Fed.

Hauptnutznießer sind die 1 %, die entweder ihr Vermögen in Aktien halten oder als CEOs direkt (via Optionen) von hohen Aktienständen profitieren.
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Stöffen:

Das Märchen von ansteigenden Zinsen

 
13.10.16 11:45
das ist die Möhre, die dem Esel vor die Nase gehalten wird, damit er geduldig weiter trabt.

Hannes Zipfel schreibt im Rottmeyer-Blog, dass sich bei dem Showdown bzgl. einer Zinsanhebung schlussendlich die "normative Kraft des Faktischen" durchsetzen wird und mit ihr die Weiterführung einer ultraexpansiven Geldpolitik nebst massiven schuldenfinanzierten Konjunkturstimuli. Mit dem Einsetzen eines Zinserhöhungszyklus würde die Fed sehenden Auges einen veritablen Crash heraufbeschwören. Zuletzt war diese Entwicklung nach dem Zinserhöhungscrash, ausgelöst durch die US Fed, ab Januar diesen Jahres sehr gut zu beobachten, als der Markt die realen Risiken wahrnahm.

Desweiteren sieht Zipfel die Finanzmärkte aktuell in einem Zustand der Liquiditätsverknappung mit steigender Crash-Gefahr.

>>> Ursache für dieses Dilemma ist die austrocknende Liquidität. Aus allen Märkten wird Geld abgezogen, weil es eine klare Diskrepanz zwischen der Kommunikation und den Maßnahmen der wichtigen Zentralbanken, allen voran der US-Fed, auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine unverändert ausweglose ökonomische Gemengelage (Überschuldung) sowie extrem liquiditätsabhängige Finanzmärkte gibt. Beides verträgt keine Straffung der Geldpolitik, ja nicht einmal das Philosophieren darüber. Sollte das Sentiment und die Notenbankrhetorik nicht kurzfristig drehen, wird aus dem latenten Crash-Risiko ein Akutes. <<<

www.rottmeyer.de/hannes-zipfel/
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Anti Lemming:

Kritik an Zipfel (rottmeyer) in # 466

2
13.10.16 12:49

Zipfel macht es sich mMn zu einfach und dürfte mit seiner Prognose auch falsch liegen.

Er sagt eine Gold- und Silber-Hausse voraus, weil die Märkte "wegen Liquiditätsmangel" abstürzen wie 2008. Was der gute Mann jedoch übersieht ist, dass 2008 auch der Goldkurs (zusammen mit den Aktienkursen) massiv einbrach - nämlich von 1000 Dollar in Januar 2008 auf 700 Dollar im Dezember 2008.

Die damalige Entwicklung war zwar in der Tat die Folge einer Liquiditätsverknappung: Keine Bank traute der anderen mehr. Die Kurse fielen quer Beet ("risk off"), und in den haushoch gehebelten Derivate-Portfolios häuften sich Probleme mit Margin Calls. Doch wenn Geld knapp wird, verkaufen notleidende Banken/Fonds usw. zuerst diejenigen Vermögenswerte, die noch nicht so tief gefallen sind. Deshalb geriet auch Gold, obwohl es sich anfangs besser als Aktien hielt, auf die Verkaufsliste. Zusammen übrigens mit anderen Rohstoffen, deren Kurse zuvor blasenhaft in die Höhe getrieben wurden (Öl fiel von 147 Dollar im Sommer 2008 auf 35 Dollar im Dezember 2008).

Zipfels Prognosen stellen somit den - vermutlich sich so wiederholenden - Kursverlauf von Gold, Silber usw. in 2008 auf den Kopf. Zum Glück scheint das Gedächtnis des typischen Goldseiten-Lesers nicht so weit zurück zu reichen. Dogma frisst Hirn und Erinnerungsvermögen ;-)

Womit wir psychologisch auch gleich wieder bei der Fed selber sind:


Zipfel übersieht nämlich weiterhin das aktuelle Glaubwürdigkeits-Dilemma der Fed. Die US-Notenbank droht stark an Glaubwürdigkeit einzubüßen, wenn sie ein Jahr nach der ersten 0,25 % Erhöhung im letzten Dezember nun noch immer keinen weiteren Schritt unternimmt. Wird das Vertrauen in Zentralbanken erst mal erschüttert, dann zieht in der nächsten akuten Krise auch der QE-Joker nicht mehr!

D. h. "Ge-eier" der Fed ist möglich, aber eben nicht endlos.

Weiterhin hat Ideologie bekanntlich den Effekt, dass sie den Ideologieträgern selber den Blick vernebelt. (Brecht: "Die herrschende Ideologie ist die Ideologie der Herrschenden.") Wer seit Jahren von einem "nun aber ganz bestimmt bevorstehenden Wirtschaftsaufschwung" fabuliert, für den verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Einbildung immer stärker. Ich glaube z. B., dass die Fed-Abweichler (in den gestrigen Minutes) es ernst meinten, als sie ihre Sorge zum Ausdruck brachten, ein weiterer Zinserhöhungs-Aufschub könnte künftig noch größere (und stärker verunsichernde) Zinsschritte erforderlich machen (# 445-Anhang, oben rot eingerahmt). Es ist die latente Angst, dass die Inflation "galoppierend" zurückkehren könnte - was den in Kredit ersäuften Märkten den sicheren Tod bescherte.

Auch im Juni 2006 war es so, dass die Fed aus Dogmatismus - und in grober Verkennung der Hypotheken-Problematik - noch ein letztes Mal die Zinsen erhöhte (auf 5,25 %) und damit dem Markt mittelfristig zu viel Liquidität entzog - was 2008 zur Finanzkatastophe führte. Ohne die damals recht stark gestiegenen Leitzinsen (von 1 % im Juni 2003 bis 5,25 % im Juni 2006 = Zeitraum von nur 3 Jahren) hätte sich die Krise der US-Hypothekennehmer (vor allem derjenigen mit variablen Zinssätzen) nicht so verschärft. Womöglich wäre die Subprime-Krise erst sehr viel später ausgebrochen, wenn die Fed bei 3,5 % "nun ist genug" gesagt hätte. Aber das Dogma "wir kehren nach dem Dot.com-Krise endlich zu normalen Verhältnissen zurück" - bestimmte damals die verzerrte Wahrnehmung und damit auch das Handeln der Fed. Und vermutlich ist es heute ähnlich. Dass herkömmliche Geldpolitik gescheitert ist, werden die Fed-Fritzen erst bei der Beerdigungsfeier des US-Dollars zugeben.

(Verkleinert auf 87%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 945141
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Anti Lemming:

Chinas Exporte brechen um 10 % ein (yoy)

 
13.10.16 13:10
Analysten hatten mit nur -3,2 % gerechnet. Im Vormonat lag der Rückgang bei -2,8 %.

Es ist der sechste Rückgang in Folge. Dow-Futures stehen 100 Punkte tiefer.

www.marketwatch.com/story/...rts-drop-sharply-in-september-2016-10-12

China's exports drop sharply in September
 
BEIJING--China's exports fell sharply in dollar terms in September from a year earlier, as global demand for goods from the world's second-largest economy remained sluggish.

Exports tumbled 10.0% from a year earlier, following a decline of 2.8% in August, the General Administration of Customs said Thursday. The figures indicate that China's overseas shipments, once an important generator of growth, are continuing to weigh on its overall economic performance.

September's figure mark the sixth-straight month that exports have softened. It was much worse than a median forecast for a 3.2% decline from a poll of 16 economists by The Wall Street Journal....
Antworten
Anti Lemming:

Aktien haben Gold seit Jan. 2009 ausperformt

 
13.10.16 13:38
- was ebenfalls von dem Herrn Zipfel (Rottmeyer, # 466) unterschlagen wird. Die "Analyse" von Herrn Zipfel liegt vom Niveau her in der Grauzone zwischen windig und peinlich.

Hannes Zipfel hat als Ausgangspunkt für seinen "170 % Anstieg für Gold" den Zeitpunkt Nov/Dez. 2008 gewählt. Sicherlich nicht zufällig, denn Gold war damals mit 700 Dollar auf ein mittelfristiges Tief gefallen. Ab solchen Tiefs ergeben sich in der Folgezeit immer "schöne Anstiege".

Mein Chart unten beginnt nur einen Monat später, nämlich am 1.1.2009. Er zeigt, dass der SP-500 seitdem deutlich stärker gestiegen ist als der Goldpreis.

Das soll nicht etwa als Werbung für Aktien missverstanden werden. Es ist vielmehr der Nachweis, das billiges Geld die meisten Assets (z. B. widersinnigerweise Aktien und Bonds, deren Kurse sich normalerweise gegenläufig entwickeln) im Tandem hochtreibt.

Woraus im Umkehrschluss folgt: Gold wird im nächsten Aktiencrash erneut deutlich fallen. Eine solche Schlussfolgerung ist für Goldbugs wie Zipfel freilich ein no-go. Also muss die Realität passend zur Goldseiten-Ideologie "hingedreht" werden.

Gold wird erst dann wirklich an relativem Wert gewinnen, wenn in einer globalen Hyperinflation die Währungen zusammenbrechen. In einer schweren Krise (z. B. nächster Aktien-Crash ähnlich 2008) wird das höchstwahrscheinlich noch nicht der Fall sein.
(Verkleinert auf 79%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 945152
Antworten
Stöffen:

Es dürfte unbestritten Tatsache sein

 
13.10.16 13:39
dass die Fed between a rock and a hard place also zwischen Hammer und Amboß sitzt. Denn egal was sie auch tun wird, ob sie nun ihre Geldpolitik strafft oder diese expansiv weiterführt, es wird ein böses Ende nehmen. Wie der Knall in 2008, welcher maßgeblich von der Fed-Politik selber hervorgerufen wurde.

Die Folgen einer seit mittlerweile über zwei Jahrzehnten völlig verfehlten Geldpolitik bietet keinen Ausweg. Die Fed ist Gefangene ihrer eigenen Politik und sitzt in der Falle.

P.S.: Sich dem Glauben hinzugeben, dass die Fed in einer mittlerweile global vernetzten Zentralbankenwelt eine komplett eigene, vollkommen isolierte Zinspolitik betreiben könnte, ohne dass es in anderen Bereichen der Finanzwelt zu erheblich negativen Effekten kommt, dies halte ich gelinde gesagt für hanebüchen.
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Anti Lemming:

zu # 470

 
13.10.16 13:50
Eine Zinserhöhung der Fed wäre zwar in der Tat "hanebüchen" bzw. kontraproduktiv (= könnte erneut einen Crash heraufbeschwören).

Dennoch ist mMn im Dez. eine weitere US-Zinserhöhung aus den in # 467 (zweite Texthälfte) dargelegten dogmatischen Beweggründen möglich.

Es ist sozusagen der Versuch des von der eigenen Erholungsideologie gepeinigten Esels, die vor ihm hängende Möhre in einem "letzten Galopp" endlich doch noch zu erwischen ;-)  
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Stöffen:

Jedes Invest hat seine Zeit

 
13.10.16 13:59
Gepushe bzw. Gebashe erscheinen mir daher eher sinnfrei.
(Verkleinert auf 62%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 945158
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Anti Lemming:

Auch da hast du, Stöffen, dir geschickt

2
13.10.16 14:21
ein Langzeithoch als Ausgangspunkt ausgesucht, und zwar das für Aktien im Jahr 2000.

Rohstoffe hingegen standen damals nahe Langzeittiefs (Öl z. B. war 1999 auf 10 Dollar pro Barrel gefallen).

Dein Gewährsmann Hannes Zipfel ging umgekehrt vor. Er wählte als Ausgangspunkt für seinen Superanstiegs-Chart Nov./Dez 2008, als Gold auf ein Zwischentief von 700 Dollar gefallen war.

So kann man durch geschickte Wahl des Anfangsdatum perfekt beweisen, was man sowieso schon immer besser wusste ;-)
Antworten
Anti Lemming:

Für die aktuelle Beurteilung

 
13.10.16 14:25
ist mein Vergleichs-Chart "Gold vs. SP-500" in # 469, der am 1.1.2009 beginnt, meiner Ansicht nach maßgeblicher. Denn seitdem herrschen in USA fast permanent Nullzinsen. Auch die jetzigen 0,25 % fallen im Prinzip noch darunter.
Antworten
Anti Lemming:

US-Erstanträgen auf AL 246.000 = 43-Jahrestief

 
13.10.16 14:53

Jobless claims tally 246,000, at 43-year low

Na dann steht der Fed-Zinserhöhung ja nichts mehr im Wege ;-)

Die Kellner-/Bulettenwirtschaft ist bereits im Vollrausch.

Antworten
Stöffen:

AL, du Schlingel

2
13.10.16 15:06
den Einstiegszeitpunkt habe ich nicht willkürlich ausgesucht, nein, mehr gibt der Langfristchart bei Ariva einfach nicht her.

Daher zum Zweck der längerfristigen Betrachtung die Gold/Dow-Ratio im Chart anbei. Gut zu erkennen, dass in dem Zeitraum des Crashs von 1929, Mitte der sechziger Jahre und um die Jahrtausendwende herum ein Invest in Gold recht lukrativ war. Oder wie zu Beginn der 80er Jahre ein Invest in den Aktienmarkt.
(Verkleinert auf 72%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 945170
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Anti Lemming:

Literatur-Nobelpreis geht an Bob Dylan

3
13.10.16 15:20

Für mich o.k. Das Komitee hatte schon unpassendere Preisträger gewählt, z. B. Obama für den Friedensnobelpreis.

www.spiegel.de/kultur/literatur/...6-geht-an-bob-dylan-a-1116463.html

"Vorwegnehmend" [grins] hatte ich Bob Dylan, den Meister der schrägen Worte und gewagten Metaphern, bereits kürzlich im Ökonomenthread in # 61138 wie folgt zitiert:

...A South politician preaches to the poor white man
"You got more than blacks, don't complain
You're better than them, you been born with white skin" they explain
And the Negro's name
Is used it is plain
For the politician's gain
As he rises to fame

And the poor white remains
On the caboose of the train
But it ain't him to blame
He's only a pawn in their game.

Dieser Song-Text ("Only a pawn in their game") aus dem Jahr 1963 passt maßgeschneidert auf Donald Trump ("For the politician's gain, As he rises to fame"), der sich im Wahlkampf um den "kleinen weißen Mann" ebenfalls bewährter Feinbilder ("zu viele Latinos und Schwarze in USA") bedient - und auch diesmal bleibt der "kleine weiße Mann" nur ein Bauer, der im Schachspiel der 1-%-Elite geopfert wird.

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