Sind hier die gleichen Zocker am Werk, die Gold und Silber hochprügeln?
Ich halte die Gold-Rallye für eine politisch getriebene Brexit-Blase und erwäge, nach erkennbaren Austoppen in NUGT short zu gehen.
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(Mehrfach)-Hebelprodukte wie NUGT haben in der Regel eine erhebliche Churn-Rate (Geldverbrennungs-Rate). Das gilt besonders für gehebelte Short-ETF wie z. B. iShares SDS (auf SP-500), QID (auf Nasdaq) oder TWM (auf Russell 2000).
Grund ist, dass die Kurse täglich auf Schlusskurs-Basis angepasst werden. Auch der Short-DAX der Deuba entwickelt sich unterproportional zum Underlying: Grund: Steigt der DAX um 10 %, fällt Short-DAX von z. B. 100 auf 90 (-10 %). Fällt DAX am nächsten Tag um 10 %, steigt Short-DAX ebenfalls um 10 %, aber von Basis 90 aus gerechnet; er steigt daher auf nur 99. D.h. der DAX ist wieder da, wo er vorher stand, während Short-DAX 1 % verloren hat.
Wegen dieser eingebauten Wertverlust-Mechanismen und undurchsichtiger Gebühren-Strukturen gibt es bei obigen iShares- und Direxion- (und sonstigen) ETF alle paar Monate einen Reverse Split (sonst würde der Kurs zu weit fallen, was den latenten "Betrug" offenbaren würde).
Das scheint auch bei NUGT der Fall gewesen zu sein. NUGT stand 2011 bei 36.000 Dollar, wenn man die Reverse Splits rückwirkend in den Kurs einrechnet (siehe Chart in # 660). Heute steht NUGT bei nur 140 Dollar (von 20 im Feb. kommend). Das ist ein Wertverlust um den Faktor 257.
Rechnet man den Hebel 3 raus, hätten die in NUGT enthaltenen Goldaktien, wenn alles mit rechten Dingen zugehen würde, 2011 rund 82 Mal höher stehen müssen als heute. Das ist keineswegs der Fall. So stand z. B. Barrick Gold (Chart unten), die mit 8,51 % das Top-Holding in NUGT ist, 2011 in der Spitze bei 55 Dollar. Heute steht Barrick Gold bei 22. Das ist "nur" ein Wertverlust um den Faktor 2,5.
Bei einem Short auf NUGT fließt der stark überproportionale Wertverfall in die eigene Tasche. Besonders interessant wird es, wenn die ETF dann auch noch einen Hype-Asset abbilden (sorry Goldbugs, aber dazu zähle ich auch Gold), und dieser gerade einen Kirchturm-Chart hingelegt hat (wie beim Goldanstieg auf 1900 Dollar). Ein weiteres gutes Beispiel für Hype-Assets ist Kali-Salz in 2008. Dessen Anstieg trieb Aktien wie Potash und Kali+Salz in hochgradig irrationale Höhen.
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Langzeit-Chart von Barrick Gold:
Hier demonstriert an der 2008-Fahnenstange im Chart von Potash. Die kanadische Firma ist der weltgrößte Produzent von Kali-Dünger.
Ab 2006 ging der vormals eher waagrecht verlaufende Chart von Potash senkrecht und toppte 2008 bei 80 Dollar aus. Heute steht Potash wieder bei 16 Dollar. Eine dazu synchrone Blase bildete sich im Chart der deutschen Aktie Kali+Salz, die inzwischen ebenfalls wieder auf den Boden der fundamentalen Tatsachen zurückgefallen ist.
Ähnlich stark wie die Kurse von Potash und K+S war 2008 der Kali-Preis gestiegen. Auf die Tatsache, dass der Kali-Hype hochgradig irrational ist (zig Spin-Stories wie: die Inder werden nun alle zu Fleischessern) und langfristig nicht haltbar, hatte ich bereits u. a. 2008 in meinem Anti-Rohstoff-Thread hingewiesen.
Aktie von Potash (weltgrößter Kalidünger-Produzent):
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