Bernd Niquet: Kaufkurse (2)

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Bernd Niquet: Kaufkurse (2) Johnboy

Bernd Niquet: Kaufkurse (2)

 
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Bernd Niquet: Kaufkurse (2)
Bernd Niquet: Kaufkurse (2)

- Wie die Kurse manipuliert werden -

Es wundert mich jedes Mal von Neuem, denn eines will die überwiegende Mehrheit der Anleger anscheinend nie hören: und das sind Gedanken gegen das Momentum des Zeitgeistes. Geht es steil bergauf, so hasst man jeden Pessimismus, ist die Börse hingegen im Keller, so sind alle Optimisten suspekt.

Habe ich im Frühjahr lauter Mails bekommen, in denen völliges Unverständnis über meinen damaligen Pessimismus artikuliert wurde, so passiert seit der gestrigen Kolumne „Kaufkurse (1)“ genau das Gegenteil. All das bestärkt mich jedoch in der ganz wichtigen Ansicht, dass der Pessimismus jetzt doch recht weit verbreitet ist.

Und was könnte besser sein für die Börse als das. Und zwar in jeglicher (!) Hinsicht.

Was hingegen nicht besonders gut ist, was jedoch erstaunlicherweise ebenso negiert wird wie gemeinhin die „Contrarians“, sind die zum Wochenanfang im SPIEGEL bekannt gewordenen unglaublichen Manipulationen des Aktienmarktes gerade durch einen ehemaligen Mitarbeiter des sonst so selbstgerechten FOCUS.

Wobei der SPIEGEL-Bericht natürlich nur eine Seite dieser schmutzigen Medaille zeigt, nämlich die Fälle, in denen Gesellschaften, die Graf Marian von Korff gen. Schmising-Kerssenbrock eine Beteiligung gewährt haben, vom FOCUS gespusht wurden. Nicht erwähnt hingegen sind natürlich die Fälle, in denen dieses „Recht der ersten Nacht“ nicht gewährt – und die Aktie daraufhin verrissen wurde.

Schade eigentlich, dass der FOCUS noch keinen eigenen Fonds herausgibt, denn dann könnte man wenigstens auch als Kleinanleger ganz normal davon profitieren. So wie es heute ja weithin üblich ist.

Doch was sagt eigentlich Helmut Markwort dazu? Gestern gab es keine Stellungnahme von ihm. Ich habe jedoch in der WELT AM SONNTAG von vorgestern ein Interview mit ihm gefunden, aus welchem ich hier wortgenau einige Passagen wiedergeben werde. Das Interview bezieht sich allerdings auf den Fall „SZ“, was die Sache allerdings nur umso prekärer macht.

Welt am Sonntag: „Herr Markwort, hat es ... nun die Richtigen getroffen?“

Helmut Markwort: „Vieles deutet darauf hin, dass die Chefredaktion zumindest fahrlässig gehandelt hat. Der Betrug hätte vorher auffallen müssen.“

Welt am Sonntag: „Was bedeutet der Fall für die Zeitung?“

Helmut Markwort: „Die Zeitung ist sicher beschädigt ... Das gesamte Unternehmen ist beschädigt. Der Hering steckt in der Zeitung, und die stinkt auch danach.“

Doch das ist dann eben doch der Unterschied. Während eine Zeitung durch einen stinkenden Hering beschädigt wird, lässt sich an der Börse gerade mit einem stinkenden Hering tierisch viel Kohle machen. Drum lasst uns alle auf die Knie fallen und dem Herren danken. Denn bald schon werden wir alle reich sein.


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