Wir leben momentan in keiner Leistungsgesellschaft, denn Leistungsgesellschaft bedeutet, dass derjenige, der Leistung erbringt auch entsprechend entlohnt wird.
Es bekommt derjenige das meiste Geld, für dem der Markt das meiste Geld bietet. Wiederum bietet der Markt nicht das meiste Geld für die größte Leistung.
Wäre dem so, dann würde ein guter Facharbeiter nicht um einen Mindestlohn bzw. vernünftiger Bezahlung kämpfen müssen.
Ergo haben wir kein Leistungsprinzip, sondern vielmehr ein Machtprinzip, indem die Leute (vor allem die viel Geld verwalten), definieren was viel Leistung sein soll.
Ich bezweifle, dass so manche Manager diverse körperlich schwere teilweise sogar gefährliche Arbeiten in der Industrie oder auf dem Bau ausüben könnten.
Natürlich ist im Sozialismus das Leistungsprinzip noch weniger vertreten, doch es ist fraglich was wirklich besser ist.
Des Weiteren das Thema Freiheit ist weniger Wert als Solidarität und Sicherheit.
Für mich sehr gut verständlich, denn wenn sich jemand trotz Vollzeitbeschäftigung an der Armutsgrenze bewegt und ständig um seinen Arbeitsplatz bangen muss, er von der doch so tollen Freiheit nicht viel leben kann.
Klar kann jeder studieren und sich bilden, so dass er seine Chancen verbessert. Doch ist nunmal nicht jeder zum Akademiker geboren oder will auch nicht zum Akademiker werden, sondern einfach nur ein friedliches bescheidenes Leben ohne große Verlustängste führen können.
Eine weitere Frage die man sich stellen könnte ist, ob ein hoher Lebensstandard den Menschen wirklich glücklich machen kann?
Ich meine Nein, denn ein ständiges Streben nach immer mehr Vermögen und Luxus sorgt dafür, dass wir unsere menschlichen Werte viel zu wenig beachten.
Wie gestern im TV (Kerner am Abend) jemand zum Thema sagte, die Menschen sollten ihre Bedürfnisse versuchen zurückzuschrauben und stattdessen endlich mal wieder ihr Herz öffnen.
Da ich selbst einige Jahre noch in der DDR verbracht habe, weiß ich, dass es wenn auch wenig, doch gute Seiten gab. U.a. war der Umgang unter den Leuten (ausgenommen von diversen politischen Funktionären / Idioten) viel humaner, viel freundlicher.
U.a. gab es kaum Beschaffungskriminalität,
es gab keine Handelsvertreter, die einen versucht haben möglichst viel Geld aus den Taschen zu leiern,
und es gab keine nervige Werbung bzw. das ständige nervige Bestreben Waren an den Mann bringen zu müssen.
Im Übrigen ist die DDR nicht "Pleite" gegangen, weil die ein soziales System aufrecht erhalten wollten, sondern weil in der DDR eben diverse Funktionäre getreu nach dem kapitalistischen Motto "Ich nehme mir alles was geht!" gelebt haben und die DDR vor allem Russland förmlich ausgesaugt wurde, sich in Russland manche Leute daran bereicherten.
Am Ende ist auch der größte Kommunist auch nur ein Kapitalist, der mittels eines Sozialstaates versucht sich zu bereichern.
Daher ist es auch absurd, dass man Sozialismus in Verbindung mit "Leben auf Pump" gleichsetzt, denn nix anderes tun wir momentan.
Das Hauptproblem in allen Gesellschaftsmodellen ist die Verteilung bzw. eine hausgemachte zunehmende Ungleichverteilung. Wenn man das Problem der zunehmenden Ungleichverteilung durch Gesetze lösen bzw. in einem Rahmen bringen kann, dann kann jedes Gesellschaftssystem funktionieren.
Lustig dabei finde ich, dass wir selbst in den Zeiten der hohen Staatsschulden in der Lage wären, das System zu entschulden und wieder gesunden zu lassen. Im Wege stehen wir uns eigentlich nur selbst, weil wir lieber privates Eigentum bis zum Untergang schützen und dann ALLES verlieren, statt lieber jetzt einen Teil des privaten Eigentums zu enteignen und zumindest 50% weiterhin dauerhaft schützen zu können.
Allein Deutschland sitzt auf einen Privatvermögen von etwa 5bio.€ und könnte somit den Staat entschulden ohne daran Pleite zu gehen.
Doch wenn Niemand von seinem Reichtum abgeben will, dann wird es eher oder später auf eine Währungsreform bzw. Revolution herauslaufen, bei dem die Kapitalisten von der Spitze verdrängt werden und neue Kapitalisten (ähm. Kommunisten) am Drücker für die nächsten Jahrzehnte sind.
Verlierer ist und bleibt der kleine Mann, der mal von dem Einen mal von dem Anderen stets immer ausgenommen wird bzw. die Machthaber finanziert, so wie die Bauern früher den Adel finanziert haben.