Letztenendes kommen wir nun wieder auf die Tatsache dass es zu viele Menschen gibt um alle am Wohlstand teilhaben zu lassen. Die Frage ist durchaus eine Verteilungsfrage. Eine Revolution kann z.B. bringen dass die Schulden nicht mehr bezahlt werden. Keine gar keine mehr. Kommt und holt euch euer Geld kann man sagen. Man kann einen totalen Protektionismus einführen, somit Produktionsjobs in das jeweilige Land holen, illegale Einwanderung vollkommen unterbinden und somit einen moderat größeren Kuchen unter weniger Bürgern gerechter verteilen. Somit sind wir bei der Tatsache dass so lange es kein globales Wachstum gibt, es erbitterte Verteilungskämpfe geben wird. Die Frage ist nun welche Verteilungskämpfe die jeweiligen Eliten im jeweiligen Land bevorzugen zu erleben. Derzeit sind die Verteilungskämpfe innerhalb den Ländern obwohl unterhalb den Ländern mehr zu holen wäre. Wenn z.B. die 1. Weltländer eine neoprotektionistische Politik beginnen und somit durch geopolitische und militärische Macht den Kuchen für andere Länder, z.B. China und Indien, zu ihren Gunsten verkleinern, so steigt die Größe des zu verteilenden Wohlstandes und die Spannungen innerhalb der Länder der 1.Welt können etwas abgebaut werden. Tatsache ist aber auch dass bevor man den Weg der Deglobalisierung geht, die illegal angehäuften Finanzansprüche des globalen Kapitals entwertet werden müssen. Eine extreme Kapitalakkumulation konnte man in einer Welt in der reales Wachstum noch existierte mit dem Argument rechtfertigen dass ja dieses Kapital reinvestiert wird und damit indirekt wieder Arbeitsplätze schafft. Nicht nur war dieses Argument fundamental falsch, da zwar die obszön großen, oft an der Besteuerung vorbei verdienten, Finanzmittel reinvestiert wurden, allerdings nicht in den Ländern aus denen diese Finanzmittel stammten, sondern gibt es heute kein reales Wachstumspotenzial mehr. Das ist der Grund warum so viel des "investierten" Kapitals in Wahrheit nur noch in Finanzwetten gesteckt und auch da verloren wird. Es müsste uns die fundamentale Hoffnungslosigkeit bzgl. möglicher Rendite zeigen. Renditen sind heute nur durch Kannibalisierung anderer Wirtschaftsakteure möglich. Z.B. wurde hochriskante Immobilienkredite vergeben. In Wahrheit wurde das Geld fast kostenlos geschaffen, die Zahlungen bis zur Zwangsversteigerung waren aber durch reale Arbeitskraft gedeckt. Nun haben die Inhaber der Schuldtitel wenigstens bis zu einem gewissen Grad reale Zahlungen also reale Kaufkraft erhalten bis der ganze Markt zusammenkrachte. Die ganzen Versuche die Wirtschaft durch Bankenrettungen wieder zu Rekapitalisieren bedeutet nichts anderes als dass man wieder versuchen wird irgendwo einen Blasenmarkt zu schaffen und bis zum nächsten Mal reale Kaufkrafttransfers zu erlangen. Früher lief das Kreditgeschäft anders. Da wurde der selbe Mechanismus genutzt um Unternehmen zu finanzieren, die auch tatsächlich wachsen konnten. Aus dem Wachstum resultierte mehr Profit, aus dem Mehr an Profit konnte das Unternehmen die Zinsen finanzieren und dabei noch selbst wachsen. Heute gibt es keine Wachstumsmöglichkeiten mehr. Es hat gar nicht damit zu tun dass man hochqualifizierten falsche Hoffnungen gemacht hätte. Wir reden hier von einem Einkommen mit der man eine Familie ernähren kann, nicht von Schloß und Hof. Die ungelernten oder weniger qualifizerten Schichten sind ja noch hoffnungsloser als die Ersteren. Also Fazit ist, um die Arbeitslosigkeit und damit die Einkommenslosigkeit in den 1. Weltländern lösen zu können, muss der Bedarf an menschlicher Arbeitskraft im Inland acquiriert werden anstatt in China, Indien, Bangladesh und weiß der Geier wo. Dann müssen die enormen Schulden entwertet werden und zwar so dass die Pensionskassen nicht völlig pleite gehen. Das bedeutet ein selektiver Ausfall der Schulden. Nach all diesen Maßnahmen können wir trotzdem nur darauf hoffen dass die Bevölkerung parallel mit dem Niedergang der Resourcen sich schnell genug nach unten hin stabilisiert. Es muss uns klar sein, dass all diese Maßnahmen nur den Niedergang für die heute verzweifelten Schichten angenehmer machen werden. Ein Wachstum oder goldene Zeiten wird es nicht mehr geben. Doch macht man nicht einmal das, so werden wir Mord und Totschlag und totale Anarchie bekommen. Wenn eine Gesellschaft millionen von Menschen ausgrenzt so haben diese überhaupt keinen Grund mehr einen Sozialkontrakt zu befolgen. Ein Polizeistaat kann auch nur eine begrenzte Zeit solche Ungleichheiten forcieren. Dementsprechend wird aber dann die Rache sein, wenn de Kessel in die Luft geht, nicht sehr ratsam. Die interessantere Frage ist was all der Überschußbevölkerung geschieht die an Stelle der westlichen Welt arbeitslos werden, falls man eine Deglobalisierung betreiben sollte. Und das bringt uns wieder auf das unangenehme und unumgängliche Thema der Bevölkerungsreduktion in den Ländern der 3. Welt.