Fragliche US-Bonität belastet Aktienmärkte
von Weronika Lisakowski (Frankfurt)
Sorgen vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA drücken auf die Stimmung an der Wall Street. Die positiven Zahlen von Sears und gute Nachrichten für General Motors können die Talfahrt nicht stoppen.
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Nach drei schwachen Handelstagen setzten die US-Aktienmärkte ihre Verluste fort: Der Dow Jones verlor zu Handelsbeginn 0,4 % auf 8260 Punkte. Der S&P 500 startete ebenfalls schwächer mit 0,5 % auf 884 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Composite brach 0,7 % auf 1684 Zähler ein.
Anlass zur Sorge bot die Bonitätsbewertung Großbritanniens durch die Ratingagentur Standard & Poor’s. Diese rechne mit rasant steigen Staatsschulden in Großbritannien. Die Haushaltssituation sei mit dem Triple-A-Rating nicht vereinbar.
Martkteilnehmer befürchten nun, dass sich auch der Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten aufgrund der hohen Staatsverschuldung verschlechtern könnte. Die Rating-Agentur Moody's erklärte zwar, am "AAA"-Rating der Verbindlichkeiten der Vereinigten Staaten festzuhalten, konnte den Druck von den Märkten jedoch nicht nehmen.
Kursinformationen + Charts
8.326,54 Punkte 0,42 % [34,41]
1T
5T
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3M
6M
1J
5J
DOW JONES INDU.. 8.326,54 Pkt 0,42 %
S&P 500 INDEX 888,33 Pkt -1,68 %
Dennoch bewegten auch gute Nachrichten den US-Aktienmarkt: Der Einzelhandelskonzern Sears verzeichnete im ersten Quartal überraschenderweise einen Gewinn von 38 Cent je Aktie. Analysten hatten mit einem Verlust von 87 Cent je Aktie gerechnet. Das Papier kletterte im frühen Handel um 20 %.
Die Titel von General Motors stieg um knapp 7 %, nachdem Gerüchte über einen vierten potentiellen Käufer für das Europageschäft von Opel und Vauxhall bekannt wurden. Ein chinesischer Automobilhersteller soll am Donnerstag ein Kaufangebot abgegeben haben. Zudem erwiesen sich Berichte, wonach die US-Regierung General Motors kommende Woche in die Insolvenz steuern will, als voreilig. Der Opel-Mutterkonzern hat noch bis Ende des Monats Zeit, um der Regierung ein zukunftsfähiges Konzept vorzulegen.
Der US-größte Aluminiumhersteller Alcoa profitierte von Chinas Nachfrage nach Kupfer und Aluminium, die im April wieder auf ein Rekordhoch kletterte. Daneben verteuerten sich in London die Metallpreise. Die Papiere von Alcoa gewannen leicht um 0,1 %, nachdem sie im vorbörslichen Handel 2,2 % zugelegt hatten.
Zu den Verlierern gehörten die Anteilsscheine des IT-Dienstleisters IBM, die 1 % nachgaben und die von American Express mit einem Minus von über 2 %.