Offenbar doch recht viele wie man diesem Thread entnehmen kann.
Wir haben doch ein ganz ähnliches Szenario wie 2009. Damals ging es beim DAX von Anfang 2009 bis Februar 2011 von 3.800 auf 7.500 Punkte !! Damals wie heute gab es:
- verdammt billiges Geld
- sehr viel Liquidität durch die Notenbanken
- kaum Alternativen zu Aktien (eine Geldanlage, die die Inflationsrate plus Steuern schlägt, ist aktuell ausgesprochen schwer zu finden.
Heute kommt noch dazu, dass Aktien gar nicht allzu teuer sind. Das Durchschnitts-DAX-KGV liegt bei rd. 12, das Durchschnitts-DAX-KBV liegt bei rd. 1,3 und die DAX-Durchschnittsrendite bei etwa 3,3. Das sind doch alles andere als teuere Aktienbewertungen !!! Da ist dann doch nch einge Luft anch oben von der fundamentalen Bewertung her.
Die deutschen Unternehmen sind zudem fast alle sehr gut aufgestellt. Sie haben sich seit der Finanzkrise 2008 vielmehr fokussiert auf ihr Kerngeschäft, ihre Bilanzen in Ordnung gebracht und das niedrige Zinsniveau für ihre Kapitalausstattung genützt. Das alles hatte zur Folge, dass deustche Unternehmen eine hohe Effizienz und Profitabilität haben und die Unternehmenbilanzen (z.B. Eigenkapitalquote) sind fast durch die Bank weg sehr ordentlich.
Zudem findet die aktuelle Aktienrallye bei relativ niedrigen Umsätzen statt und das heißt nichts anderes als dass viele institutionellen Anleger noch gar nicht dabei sind. Darum kann man normalerweise davon ausgehen, dass bei jedem kleineren Rücksetzer die noch Nicht-Investierten bzw. Wenig-Investierten Kursrücksetzer als Gelegenheit warnehmen werden einzusteigen. So war das auch von Anfang 2009 bis Februar 2011 der Fall.
Das globale Wirtschaftswachstum mit rd. 3% ist doch auch nicht schlecht. Musste eh etwas lachen als die Börse nach den China-Daten für Q1 mit einem BIP-Plus von 7,7% enttäuscht reagierte. Nimmt man nicht die Prozentzahlen als Maßstab her, sondern die absoluten WAchstumzahen in Mrd. $, dann wächst China selbstredend schneller wie noch vor 4 Jahren mit einem BIP-Wachstum von 10%.
Die Rezession in Europa dürfte wohl den Tiefpunkt in Q4 2012 erreicht haben und damit kann man davon ausgehen, dass die EU-Wirtschaftszahlen wie z.B. Aufragseingänge bzw. Industrieproduktion Schritt für Schritt besser werden.
Die EURO-Krisenländern haben ihre Sparkurse großteils hinter sich bis auf Frankreich und jetzt wird der Fokus wieder auf Wachstumsstrategien gesetzt und wenn man sich mal Griechenland oder Spanien anschaut, dann haben in diesen beiden Länder die Strukturreformen offenbar gewirkt. So sind z.B. die Lohnstückkosten dort zurückgegangen.
Man kann auch die Erfolge der EURO-Krisenländer am Anleihenmarkt gut erkennen. Zehnjährige spanische Anleihen notieren mittlerweile bei 4,27% und vergleichbaren italienischen Papieren bei 3,96%. Vor einem haben Jahr haben wir da Zinsen von über 7% gesehen. Der Teufelskreis immer höherer Zinsausgaben für die EURO-Krisenländer ist endlich durchbrochen und das ist ein Verdienst der EZB. Das wird natürlich von der Börse honoriert.
Eigentlich spricht derzeit alles, aber auch gar alles für Aktien. Man muss eigentlich erst richtig aufpassen, wenn die Notenbanken ihre expansive Geldpolitik zurückfahren und die Niedrigzinsfase ihrem Ende entgegen geht. Natürlich wird es auch mal Rücksetzer geben. Das ist das Normalste an der Börse, aber viel tiefer als 7.900 sollte es aus fundamentaler Sicht eigentlich nicht gehen.
Alte Börsenweisheit: Man reitet mit den Bullen so lange es geht bzw. the trend ist your friend.