Für den Börsen-Ausblick ist diese scheinbar positive Nachricht daher negativ.
"Scheinbar positiv" ist die Aussicht auf sinkende AL-Quote auch deshalb, weil sie nicht primär auf der Schaffung neuer Arbeitsplätze beruht, sondern darauf, das immer mehr US-Langzeitarbeitslose aus der Statistik fallen.
Wie auch immer, Quote ist Quote, und unterhalb 6 % ist ZIRP kaum mehr zu rechtfertigen.
Allerdings könnte, wenn die Börsen im Vorfeld der Zinserhöhungen deutlich absacken, auch neue QE-Begründungen aus dem Hut gezaubert werden, z. B. dass die "Soll-Inflation" noch nicht erreicht ist.
Soll-Inflation ist für mich das Unwort des Jahres - siehe # 609:
www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4424#jumppos110609
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www.wsj.de/article/SB10001424052702304418404579462870667883200.html
Fed-Banker sieht US-Arbeitslosigkeit Ende 2014 bei unter 6 Prozent
HONGKONG—Vertreter der amerikanischen Notenbank rechnen für das Jahresende mit einer Arbeitslosenquote von unter 6 Prozent, eine Einschätzung die erneut Spekulationen auf eine frühzeitige Anhebung der Leitzinsen in den USA auslösen könnte. James Bullard, Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, sagte bei einer Investorenkonferenz in Hongkong, die US-Wirtschaft befinde sich im Aufwind und die Unterbeschäftigung gehe deutlich schneller zurück als von vielen Leuten erwartet.
Bei der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses, der über die Geldpolitik der Federal Reserve Bank entscheidet, hatten sich die amerikanischen Notenbanker von ihrer bisherigen Kommunikationsstrategie verabschiedet, wonach die Zinsen so lange stabil bleiben sollte, wie die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegen und die Inflation unter 2 Prozent bleiben würde.
Damit wollte die Fed Spekulationen auf frühzeitige Zinserhöhungen eigentlich dämpfen. Doch die unerwartet schnelle Erholung des amerikanischen Arbeitsmarktes hatten den Nutzen des genannten Schwellenwertes unterminiert. Im Februar lag die Arbeitslosenquote bei 6,7 Prozent, während die Inflation weiter unter dem Fed-Zielwert notierte.
Inzwischen gilt als Richtlinie, dass die Fed ihre Zinsen auch nach dem Auslaufen des Anleihe-Kaufprogramms für eine „geraume Zeit" niedrig halten wird. Bullard sagte, von jetzt an werde die Fed eher „qualitative Beschreibungen" anwenden statt bezifferbare Schwellenwerte, um die Markterwartungen im Hinblick auf die Leitzinsentwicklung zu steuern. ...