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Der USA Bären-Thread


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Anti Lemming:

WSJ - unfassbar!

6
17.08.13 09:39

www.wsj.de/article/SB10001424127887324139404579017022542354630.html

Auszug:

Die Volkswirtschaften in der Eurozone zeigen erste Anzeichen für eine Wiederbelebung. Doch es herrschen erhebliche Zweifel, ob das Wachstum wieder auf die Beine kommt. Ein Hauptgrund für die Skepsis der Wirtschaftsexperten ist die Fußfessel, die der gemeinsame Währungsraum mit sich herumschleift: Die im vergangenen Jahrzehnt angehäufte, Billionen Euro schwere Schuldenlast der Privatwirtschaft, vor der Politiker bislang die Augen verschlossen haben.(A.L.: Stammt zu erheblichen Teilen aus dem US-Subprime-Betrug!)

In den USA waren zu Beginn der globalen Finanzkrise Privathaushalte, Unternehmen und Banken mindestens genauso hoch verschuldet wie diesseits des Atlantiks. Doch ein Maßnahmenpaket aus staatlichen Konjunkturmaßnahmen auf Pump, einer Flut von Hypothekenausfällen und massive Finanzspritzen durch die US-Notenbank Fed haben dabei geholfen, den Schuldenberg abzubauen. Jetzt ist die US-Privatwirtschaft wieder auf Wachstumskurs.




A.L.:  Welch eine Lüge... Der US-Schuldenberg ist seit 2008 ins Uferlose gestiegen: Aktuell liegt die US-Staatsschuldenquote bei ruinösen 107 % - und es gibt fast 4 Billionen Bilanzaufblähung bei der Fed. Die US-Wirtschaft ist auch "nicht wieder auf (organischem) Wachstumskurs", sondern wächst mit unter 1 % extrem schwach - vor allem unter der Prämisse, mit welch gigantischer Verschuldung dieses Mickerwachstum "erkauft" wurde. Jedes Unternehmen wäre mit einer ähnlichen Quote von Neuverschuldung und daraus generiertem Wachstum längst pleite.

Mit Artikeln wie diesem soll auch Europa auf den vermeintlich glorreichen US-Weg des Gelddruckens gebracht werden. Wenn die US-Börsen nicht so hochgejubelt wären (was als "Wirtschaftserholung" verkauft wird), könnten solche Ammenmärchen überhaupt nicht kolportiert werden.

Last not least beruht der Unterschied in der Verschuldung in Europa und USA auch darauf, dass die Amis im Zuge des Subprime-Betrugs ca. 1000 Milliarden Euro aus der Eurozone "abgegriffen" und nach USA transferiert haben. (Das Geld steckt in dortigen Immobilien, die sich Hedgefonds gerade unter den Nagel reißen.) Dieses gigantische, bis heute nicht geahndete Wirtschaftsverbrechen - man kann schon fast von Banden-Kriminalität der "Goldmänner" sprechen - soll das WSJ gefälligst in seine Aufrechnung einbeziehen.

Antworten
Anti Lemming:

Nachtrag/Korrektur - interessante Relationen

4
17.08.13 09:59

Allein aus Deutschland wurden im Zuge des Subprime-Betrugs ca. 1000 Milliarden Euro an Geldern (= bei den Landesbanken "lagernde" Spargelder + Neuschuldenaufnahme anderer Zockerbanken wie IKB, Dresdner usw.) von den Goldmännern "abgegriffen.

Für die gesamte Eurozone dürfte der Schaden aus dem Subprime-Betrug eher bei 2000 Milliarden Euro liegen. Das sind 2 Billionen Euro oder umgerechnet 2,6 Billionen Dollar.

Man vergleiche dies mit der Fed-Bilanz von knapp 4 Billionen Dollar. Die Riesenschulden, die die Fed+Geithner seit 2008 aufgehäuft haben, entsprechen rund zwei Drittel dessen, was die US-Subprime-Betrüger vorher aus Europa abgesogen hatten!

Antworten
Anti Lemming:

Nochmals - Relationen des Subprime-Betrugs

4
17.08.13 10:39
Laut Handelsblatt/Meyer-Kuckuck lag das Volumen aller China-Börsengänge im vergangenen Jahrzehnt bei 750 Mrd. Dollar - und das war weltweit die Hälfte aller Börsengänge:

Auszug HB:

Im vergangenen Jahrzehnt spielte sich die Hälfte der weltweiten Top-Börsengänge in China ab. Einheimische und internationale Anleger haben jedes Mal brav gezahlt, wenn die Regierung wieder ein Staatsunternehmen an die Börse gebracht haben. Insgesamt haben sie rund 750 Milliarden Dollar aufgebracht, um die Kassen zu füllen, über die Chinas kommunistische Wirtschaftschaftsfürsten verfügen.

(Quelle: HB, Link in # 775)

------------------------------

GEGENÜBERSTELLUNG

Sämtliche China-Börsengänge des letzten Jahrzehnts = 750 Milliarden Dollar

Von US-Zockerbanken im Subprime-Betrug aus Europa abgesogen = ca. 2.600 Mrd. Dollar

Fed-Bilanzausweitung seit 2008 = über 3000 Mrd. Dollar

-----------------------------

FAZIT/WERTUNG:

Den Neu-Emissionen in China stehen immer noch reale Werte gegenüber, auch wenn es sich um wenig effiziente Staatsfirmen (vergleichbar der Ex-Telekom) handelt.

Das 3,5-fache dieser Summe - schätzungsweise 2.600 Mrd. - haben die großen US-Investmentbanken aus Europa abgesogen - mit grenzkrimineller Hilfe der US-Ratingagenturen (= AAA-Betrug).

Der Unterschied liegt nicht nur in den Summen, sondern auch darin, dass es bei den China-Aktien noch einen Realwert gibt (selbst Buffett war in Petrochina investiert), während sich die US-Kreditverbriefungen größtenteils als praktisch wertlos erwiesen haben.

Es ist daher eher "akademisch", darüber zu streiten, ob Chinas KP-Bonzen mit ihren Schwindel-IPOs oder die vereinigen Goldmänner mit ihrem Subprime-Beschiss die größeren Betrüger sind. Die höhere kriminelle Energie liegt mMn bei Letzteren.
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zaphod42:

Die Frage ist

2
17.08.13 10:40
wer hat nun die 3 Bio und warum werden sie nicht offen sichtbar?
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Anti Lemming:

Die 3 Billionen

4
17.08.13 10:53
aus der Fed-Bilanzausweitung dienten größtenteils der Querfinanzierung der gigantischen US-Neuverschuldung. 2009 wurde praktisch die gesamte Neuverschuldung (damals 10 % des BIP) aus QE finanziert.

D. h. von diesen drei Billionen hat Geithner ca. 2 bis 2,5 Mrd. als "Keynes"-Investitionen in die US-Wirtschaft fließen lassen - darunter Transferzahlungen, AL-Geld-Verlängerungen, indirekte Hilfen für verzockte Großbanken, Rüstungsprojekte usw. Dieses Geld half, kosmetisch zu verhindern, dass das US-BIP-Wachstum seit 2009 wieder unter Null fiel. Die Fedverschuldung ersetzte die 2007 geplatzte Blase der US-Privatverschuldung.

Die 2,6 Billionen, die die vereinigten Goldmänner aus Europa abgezogen haben, sind keinesfalls komplett "verbrannt", sondern schlummern in den brachliegenden und größtenteils zwangsversteigerten US-Häusern. Wall Street ist gerade im großen Stil damit beschäftigt, sich diese Sachwerte günstig einzuverleiben:

www.ariva.de/forum/Der-USA-Baeren-Thread-283343?page=4270#jump16349275
www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4270#jumppos106765

Die 750 Milliarden, die China mit den zweifelhaften IPOs eingesammelt hat, sind bis auf etwaige Kursverluste (SSE fiel in letzter Zeit stark) im großen und ganzen erhalten geblieben. Es sind Rechtstitel an chinesischen Unternehmen, die Ausländer erworben haben. Die daraus abgeleiteten privaten Besitzansprüche wurden von der China-KP bislang als rechtens toleriert. Buffett hat z. B. mit seinem Petrochina-Zock mehrere Milliarden verdient, und das Geld wurde ihm von der KP auch nicht "weggenommen".
Antworten
lehna:

AL, wenn das alles durchschaust...

4
17.08.13 11:05
wieso wirst nicht endlich Bulle und sahnst mit ab???
Dein Kampf in allen Ehren--- aber die ernüchternde Wahrheit ist, dass Zinssparer in naher Zukunft auf keinen grünen Zweig kommen werden.
Also rein in den Trend-- zumindest nach der nächsten Korrektur...

Antworten
Anti Lemming:

Subprime - Rechtstitel aus Krediten + Underlying

4
17.08.13 11:19
Hier noch was Juristisches:

Die US-Kreditverbriefungen, mit denen sich Europas Banken vollgesogen hatten, sind, wie der Name sagt, Bündel von Einzelkrediten. Hier wurden faktisch die Schulden der US-Erdbeerpflücker, die sich eine neue Villa gönnten, an "Investoren" weiter verkauft.

Die Ansprüche aus diesen Verbriefungen bzw. Rechtstiteln betreffen mMn nur die Schulden. Der Käufer der Verbriefungen erhält damit das Recht, diese Schulden bei Fälligkeit zurück zu erhalten oder bei Nichtzahlung rechtlich einzutreiben.

Es wäre mal interessant zu klären, inwieweit ein Durchgriffsrecht der Subprimekredit-Käufer auf das "Underlying", d.h. auf die Häuser selbst, besteht. Ob dies so ist, hängt von der Vertragskonstruktion ab, die wohl von Fall zu Fall unterschiedlich war.

Ohne dieses Durchgriffsrecht würden der Käufer der Kredit-Bündel (= hiesige Zockerbanken) komplett in die Röhre gucken, da die Erdbeepflücker diese Kredite nie abtragen werden und dies auch gar nicht können.

[Die Pleiten von IKB und Co. waren allerdings auch eine Folge des riesigen Leverage. Wenn man mit Hebel 50 in irischen Zweckgesellschaften arbeitet, ist das EK bereits weg, wenn der Wert der Kreditverbriefungen/ABS um nur 2 % im Wert fällt....]

Sollte ÜBERHAUPT ein Anspruch auf die Häuser selbst bzw. deren Konkursmasse bestehen, dann würde sich dieser auf den heutigen Marktwert beschränken. Die Differenz aus Blasen-Kaufpreis (teils 500.000 Dollar) und heutigem Marktwert (100.000 Dollar - Häuser stehen teils lange leer und sind angegammelt und verwohnt) wäre in jedem Fall "verbrannt".

Das hätte interessante Konsequenzen:

Wenn Hedgefonds die zwangsversteigerten Häuser in Bankbesitz heute zu Billigpreisen in 1000er-Bulk-Paketen aufkaufen, würde ein etwaiger Anspruch der ABS-Käufer aus dem Underlying entsprechend stark reduziert.

D.h: Je günstiger die Hedgefonds die zwangsversteigerten Häuser aufkaufen, desto höher wäre der finanzielle Schaden bei den ABS-Haltern. Ist es da nicht doppelt "im Interesse Amerikas", den Hedgefonds die Häuser möglichst günstig zuzuschieben?
Antworten
Anti Lemming:

zur Nomenklatur

 
17.08.13 11:26
ABS = asset backed securities

Die "Assets" sind in diesem Fall die Kredite, die die Subprimer aufgenommen hatten. Käufer der ABS haben somit lediglich ein Recht auf Auszahlung bzw. (scheiternde) Zwangseintreibung. Sie haben keine Zugriffsrecht auf Sachwerte, die die Subprimer mit diesen Krediten gekauft hatten.

MBS = Mortage backed securities

Hier könnte es sich eher um ein Äquivalent zum deutschen Pfandbrief handeln. Der Kredit bzw. die Hyposchulden sind hinterlegt mit dem Hauswert. Wenn der Kreditnehmer pleite geht, besteht Zugriff auf das "Unterlying", in diesem Fall das gekaufte Haus. Der Kreditnehmer erleidet somit - anders als bei obigen ABS - keinen Totalverlust. Er verliert die Differenz aus dem Neupreis des Hauses und dem Zwangsversteigerungserlös.
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Anti Lemming:

Soros setzt mit 1,25 Mrd. $ auf US-Aktiencrash

8
17.08.13 12:04
Zur Erinnerung: Als Soros im Frühjahr sein Gold abstieß, gab es dort ebenfalls ein Massaker (Chart unten).

Soros bekannteste Milliardenwette war gegen das britische Pfund, sie brachte ihm in kurzer Zeit 1 Mrd. Gewinn.

-----

www.deraktionaer.de/aktien-usa/...n-dollar-auf-den-crash-20000849.htm

George Soros setzt 1,25 Milliarden Dollar auf den Crash
16.08.2013 Alfred Maydorn

Der Großinvestor George Soros ist bekannt für seine gewagten Spekulationen. Jetzt setzt er auf fallende Aktienkurse. Seine Position an Put-Optionen auf den US-Index S&P 500 Index hat er zuletzt kräftig ausgebaut – sie beläuft sich nun auf 1,25 Milliarden Dollar.

....Mittlerweile stecken 13,5 Prozent des gesamten Kapitals von Soros Fonds in den Put-Optionen. Im ersten Quartal waren es lediglich 4,8 Prozent, Ende des vergangenen Jahres sogar nur 1,3 Prozent.

Bei seiner vielbeachteten Wette gegen das US-Pfund im Jahr 1992 setzte Soros eine Milliarde Dollar ein, jetzt sind es 1,25 Milliarden Dollar....

...Zuletzt hatte Soros im Juni 2011 eine größere Shortposition aufgebaut, in der Folgezeit verlor der S&P 500 Index rund 15 Prozent an Wert. Und die damalige Position war nur halb so groß wie die aktuelle.
(Verkleinert auf 71%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 635152
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Anti Lemming:

Fed hat mit Bondverfall seit Mai -300 Mrd verloren

3
17.08.13 12:10
... Still, as the chart below shows, the carnage among bonds was massive, although nowhere more so than at the Fed, which over the past 3 months has booked a P&L of over -$300 billion on its portfolio. If, that is, the world's largest hedge fund marked to market of course....

www.zerohedge.com/news/2013-08-16/...nds-massacred-precious-metals-so
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lehna:

#84 Den Indikator "Soros"...

8
17.08.13 14:06
muss man ernst nehmen.
Er gehört nicht zu den Phrasendreschern, Schwaflern, Analzysten oder Volkswirten, die alles über Geld wissen--- aber nie welches an der Börse machen werden.
Soros hat im Dschungel gegen alle neunmalklugen Quasselstrippen schon oft Gold gefunden-- und kann "gemächlich" davon leben.
Fazit: Der Finger sollte näher zur Verkaufstaste rücken...
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Anti Lemming:

Erstmals seit Menschengedenken ein gut analysiert

4
17.08.13 15:06

an Lehna von mir für:

"Der Finger sollte näher zur Verkaufstaste rücken..." ;-)

Ich würde das sogar übersteigern zu: "Hau raus, solange sie dich noch lassen!"

Bei einem -30 % Flash-Crash bleiben die Börsen tagelang geschlossen, weil Bernanke und Goldman sich erst mal die Platzwunden lecken müssen. Danach macht der DOW mit einem -50 % Down-Gap wieder auf ;-)

Antworten
wawidu:

Corporate Bonds

4
17.08.13 16:03
Die Lage wird kritisch!
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 635183
Antworten
wawidu:

US Home Construction Index

4
17.08.13 17:36
Hier entwickelt sich augenscheinlich eine weitere "Baustelle".
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 635200
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zaphod42:

lehna

3
17.08.13 17:41
Sorry, mein "informativ" sollte "witzig" sein. Warum?

Weil wenn du "Der Finger sollte zur Verkaufstaste rücken" dasselbe ist wie wenn ein Kettenraucher sagt "Neujahr hör ich auf zu Rauchen".

Du bist ein Permabulle wie er im Buche steht, solche Leute werden nervös wenn sie nicht Aktien im Depot haben. Egal ob sie 10x fallen, hauptsache man ist 1:1 dabei wenn sie einen Tag steigen.
Antworten
Anti Lemming:

Ist eine Keynes-Heilung überhaupt möglich?

8
17.08.13 19:13
Die politischen Lager lassen sich grob so aufteilen:

1. Die Linken

Dazu zählen: SPD, Grüne, US-Demokraten, Vorzeige-Intellektuelle wie Krugman, sich als progressiv begreifende Wirtschaftsschreiberlinge wie Frìcke (R.I.P.) und Münchau

Die Linken argumentieren generell und quer Beet, in der Krise seien Stimulusprogrammen unverzichtbar, weil sie die weggebrochene Massenkaufkraft wiederherstellen. Dazu müssen die "Keynes-Gelder" teils leistungslos, d.h. über Transferprogramme (Foodstamps, verlängerte AL-Hilfe usw.) verteilt werden.

Das Problem in 2008 war jedoch, dass die Krise nicht primär durch Nachfrageeinbruch entstand, sondern vor allem durch faule Kredite, stark steigende Risikoaversion und wegbrechende Gewinnmargen. Das Zocker-Kapital ließ sich 2008/2009 auf Staatskosten ausbailen (Großbanken). Das produzierende Kapital entließ massenhaft Leute, um die Margen wieder hochzubringen. Die meisten der damals entlassenen Amis sind bis heute ohne (vernünftigen) neuen Job. Die Transferprogramme, finanziert mit Keynes-Stimulus, haben zwar in der Übergangsphase (2009 bis 2010) die unmittelbaren Krisenfolgen erträglicher gemacht und für neue Nachfrage gesorgt. Die Margensteigerungen der US-Multis kamen aber vor  allem daher, dass sie die in USA weggefallenen Arbeitsplätze in Billiglohnländer wie China verlagerten - und teils sogar die ganze Produktion. Im Ausland konnten sie zudem steuerfrei operieren (ein doppelter Anreiz, Kapital und Arbeitslplätze nicht zurück in die USA zu bringen).

Am Grundproblem der Massenarbeitslosigkeit haben die Keynes-Stimuli kaum etwas verändert. Die versprochenen Selbstheilungskräfte der Wirtschaft (Multiplikatoreffekte aus QE und Stimulus) blieben bis auf ein kurzfristiges Strohfeuer weitgehend aus. Verbesserungen der US-AL-Quote ergaben sich nur dadurch, dass immer mehr Leute ihre Anrechte auf AL-Geld verloren und damit aus der Statistik fielen. Die Labor-Force-Participation sinkt unterdessen immer weiter. Die US-Staatsverschuldung ist durch die Stimulusprogramme stark gestiegen und mit 107 % bereits im roten Bereich. Ein "weiter wie bisher" wird immer gefährlicher, weil das BIP (wegen der Ineffizienz des Keynes-Stimulus) nicht entsprechend der Neuverschuldung mitwächst.

Das Kapital kann mit dieser Krisenlösung dennoch zufrieden sein. Dank Outsourcing und "lean to the bone production" schossen die US-Gewinnmargen auf Rekordhöhe. Und die wachsende Staatsverschuldung gilt aus Sicht der US-Firmen als "other people's problem". Das ist Government-Zeugs. Kann man ignorieren, bis es irgendwann mal relevant wird. Wenn's hart auf hart kommt, müssen ohnehin ALLE Amerikaner die Zeche zahlen, so dass die "Kosten" aus der Staatsverschuldung letztlich flächendeckend verteilt (sozialisiert) werden, während die Nutznießereffekte (Margensteigerung, Stützung der Massennachfrage) bereits heute von den Unternehmen vereinnaht werden.

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist im Zuge dieser (Geld-)Politik in USA, aber auch in Europa, stark angestiegen. Obama gilt bei seinen Stammwählern als Versager. Demokratische Protestwähler wählten 2010 sogar die Reps, was in Washington zu "gridlock" führte und damit zu faktischer Starre. Am Massenelend änderte sich damit NOCH weniger.

Kurzum: Keynes-Stimulus wurde dem, was sich die Linken davon versprachen, nie gerecht. Dennoch halten sie, auch jetzt bei der PIIGS-Rettung, dogmatisch an diesem Konzept fest.

2. Die Rechten

Dazu zählen CDU/CSU, FDP, AfD, US-Republikaner, Tea Party usw.

Diese Gruppe ist per gegen "zu viel Staat" und steht daher auch Stimulusmaßnahmen und starker Neuverschuldung skeptisch gegenüber. Marktradikale (Reps, AfD) würden den Staat am liebsten ganz abschaffen. Neoliberale (CDU, FDP) halten ungeachtet der 2008-Finanzkrise - die neoliberale "Freiheit" als Ponzi-Spiel bloßstellte - an ihrem ideologischen Dogma fest, dass ungehemmt agierendes Kapital weiterhin der beste Garant für Wachstum sei und dass dieses Wachstum dann auch die Arbeitsmarktprobleme von allein lösen werde ("Rauswachsen aus der Krise"). Außer in D., das von seiner Export-Sonderstellung profitiert, hat sich das propagierte Wachstum infolge von "Selbstheilungskräften" (in lupenreiner Form ganz ohne Staat/Stimulus)
jedoch nirgendwo wieder nennenswert eingestellt. In USA gäbe es ohne den QE/Geithner-Stimulus überhaupt kein BIP-Wachstum. Je länger die Stagnation - bei fortlaufendem starken Keynes-Stimulus - anhält, desto fragwürdiger wird das proklamierte Selbstheilungskonzept ingesamt.

"Die Rechten" sind somit einerseits entschiedene Staats- und Stimulus-Gegner - Merkel ist daher auch (anders als die "Linken" oben) gegen den Euro-Bailout durch die EZB - , zählen aber dennoch zu den Profiteuren der jüngsten Geldflutungen von USA bis Japan. Einen marktradikalen Stimulus-Stop wollen viele Rechte inkl. Merkel aber auch nicht, weil dann das ganze System ins Wanken geraten würde. Es drohen soziale Unruhen bis zu Rufen nach Enteignung.

FAZIT 1: Keynes-Stimulus ist ein zweischneidiges Schwert. Für die Klientel der "Linken" brachte er keinen Landgewinn. Der Reallohnabbau und die Jobmisere gehen weiter. Die wachsende Staatsverschuldung trifft am Ende über Inflationierung alle - vor allem die Ärmeren. Den "reichen 1 %" - darunter ein Großteil der Krisenverursacher - wird unterdessen der Hintern vergoldet. Denen reicht, dass sie kurzfristig von der Umverteilung von unten nach oben, die die Keynes-Programme wider willen sogar fördern, profitieren. D.h. "die Rechten" wollen am liebsten überhaupt keinen Stimulus, zählen aber indirekt zu dessen stärksten Nutznießern.

FAZIT 2: Eine Keynes-Heilung ist auf Dauer nicht möglich. Sie perpetuiert nur die Missstände und ist daher eine Pseudo-Kur.



Antworten
hamburger59:

zum DAX

 
17.08.13 22:02
18.6.13 bis 24.6.13.......würde ja gut für nächste Woche passen, also vor 2 Monaten!!!


DAX  8243  auf 7730

DOW 15326 auf 14668

da sieht man wieviel Luft im DAX ist........wie in einem Billigbrötchen!!!!!  
Antworten
Monti Burns:

@A.L. #106783

3
18.08.13 01:01
MBS = mortage backed securities

Habe Dein kleines Wortspiel (mortal = tödlich)
verstanden. Genial Deine latente Kritik an derlei Verbriefungen.

 
Antworten
Anti Lemming:

Leider, lieber Monti,

4
18.08.13 09:39
war das nur einer meiner vielen Flüchtigkeitstippfehler, die besonders in Vielposting-Phasen auftreten, wenn ich im Belehrungswahn auf gründliches Korrekturlesen verzichte.

Es hätte natürlich Mortgage Backed Securities heißen müssen.

Dein "genial", das runterging wie Öl, versuche ich nun aber nachträglich in diesem Posting zu rechtfertigen ;-)

Das korrekt geschriebene engl. Wort Mortgage (dt. = Hypothek) ist sogar noch besser für Wortspiele geeignet.

Da stecken nämlich die französischen Worte für Tod ("mort") und Faustpfand ("gage") drin.

Wer also in USA sein Haus mit einer Hypothek (Mort-Gage) belastet, um laufende Ausgaben zu finanzieren (= Haus als Geldautomat), die er anderweitig nicht aufbringen kann, der spielt sozusagen auf der Klaviatur des Todes ("Spiel mir das Lied vom Tod") und riskiert den "Faustpfand" ("Vier Fäuste für ein Halleluja") seines Hauses "für eine Handvoll Dollar".

Als die US-Hauspreise ab 2006 fielen, die Schießereien in den Saloons zunahmen und auch anderweitig auf dem Clown-Parkett (ex Bänker) keine vernünftigen Gagen mehr gezahlt wurden, lief alles mit teuflischer Folgerichtigkeit auf "La Mort" (den Tod) zu.

Symbolhaft starb Lehman, in Wahrheit starb die US-Mittelschicht (R.I.P.)

www.film-rezensionen.de/wp-content/uploads/2008/...ncer_halleluja.jpg
www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000A7DMUI//filmzitatedat-21

Der USA Bären-Thread 635284
Antworten
Anti Lemming:

FAZ redet Klartext

4
18.08.13 12:27
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...lt-wird-nach-der-wahl-12535410.html

Euro-Rettung Gezahlt wird nach der Wahl

17.08.2013 ·  Die politischen Schönredner glauben längst daran, dass die Krise hinter uns liegt. Weit gefehlt! Gezahlt wird nach der Wahl - und zwar weit mehr, als der Finanzminister den Wähler glauben lassen wollte.

Es ist bemerkenswert, wie es der Bundeskanzlerin Merkel gelingt, die Euro-Krise vor der Wahl von der Agenda zu nehmen - und alle machen mit, obwohl jedem klar ist, dass nach der Wahl die Rechnung präsentiert wird. Sogar die volkswirtschaftliche Entwicklung spielt Wahlhelfer. Wie bestellt verkündet Europas Statistikbehörde, dass die Eurozone die Rezession überwunden hat [A.L.: siehe mein Posting vom 14. August:
www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4267#jumppos106686  ]

Das ist Wasser auf die Mühlen der politischen Schönredner: Seht her, die Krise liegt hinter uns. Schön wär’s. Als ob ein gutes Quartalswachstum in den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone (Deutschland und Frankreich) die Ursache der Krise - die zu hohe Staatsschuld vieler Länder - wegzauberte. Auch weil in den meisten Südländern die Wirtschaft weiter schrumpft, ist die Krise noch lange nicht vorbei....


--------------

Leserkommentar:

■ Barroso sagt: Die €-Krise ist vorüber
■ Rehn sagt: Die €-Krise ist vorüber
■ Rompuy sagt: Die €-Krise ist vorüber
■ Draghi sagt: Die €-Krise ist vorüber
■ Merkel sagt: Die €-Krise ist vorüber
■ Schäuble sagt: Die €-Krise ist vorüber
■ Hollande sagt: Die €-Krise ist vorüber

Der aufmerksame Bürger sieht, die Krise ist mitten drin. Der ClubMed ist nicht zu reformieren, er will es auch garnicht. Und nach der Wahl kommt der Schuldenschnitt für Griechenland und den anderen Ländern. Dann kommt auch das nächste "Hilfspaket" für Griechenland. Und Spanien, Italien, Belgien, Frankreich sind schon ante portas.

Antworten
Anti Lemming:

Bären vögeln zu wenig

5
18.08.13 12:34

www.marketwatch.com/story/have-more-sex-make-more-money-2013-08-17

Have more sex, make more money

New research on the relationship between sex and salary, By Quentin Fottrell

Money can’t buy you love, but a new study suggests lovemaking can earn you money — and not just if you’re employed in the red light district.

Employees that have sex more than four times a week receive 5% higher wages, according to an academic paper by Nick Drydakis, a senior lecturer in economics at Anglia Ruskin University in Cambridge, England. Conversely, those who don’t have any sexual activity earn 3% less in wages than those who are sexually active....

Antworten
Palaimon:

Hier meine Einlassung zu #795

5
18.08.13 13:24
Teil 1
(Verkleinert auf 41%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 635367
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon
Antworten
Palaimon:

Teil 2

5
18.08.13 13:26
(Verkleinert auf 41%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 635370
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon
Antworten
Palaimon:

Konnte das Posting nicht absetzen.

4
18.08.13 13:28
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon
Antworten
zaphod42:

#96

4
18.08.13 13:29
Kann ich nicht bestätigen.
Antworten
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