An Absatz 1 -3 ist sicherlich etwas dran. Wie weit solch ein Aktivismus dann tatsächlich gelingt, ist dann allerdings eine andere Frage.
In den Tradingthreads tauchen so auch immer mal wieder Leute auf, die ihre Systeme verkaufen wollen oder sonst wie auf Kundenfang sind, meistens erkennt man sowas aber doch recht schnell. Ob sich nun politische Aktivisten unbedingt auf Ariva verirren, möchte ich aber doch eher bezweifeln, Der Aktionsradius ist einfach zu gering - ja, auch mit 4k Klicks am Tag. Man erreicht hier doch in erster nur Börsianer, Trader und Leute die sonst irgendwie Finanzmarktaffin sind.
Ich sehe auch nicht, dass hier in irgendeiner Weise Wahlkampf oder Lobbyarbeit gemacht würde.
Solche Aktivisten und Lobbyisten würde ich dann doch eher in den blogs der großen Tages- und Wochenzeitungen vermuten, auch bei twitter und facebook natürlich, dort allerdings völlig offen und direkt.
zu 3)
Anhand der Postingfrequenz Rückschlüsse darüber abzuleiten, ob jemand als professioneller und von irgendeiner Seite bezahlter Aktivist arbeitet finde ich dann aber völlig abwegig.
Es gibt so viele denkbare Umstände aus denen heraus Leute Zeit für sowas haben könnten. Da gäbe es z.B. Privatiers, Freiberuflicher, Studenten, Rentner, Hausfrauen, Hartz-4 Empfänger aber auch diverse Berufgruppen.
Manche praktischen Arzte, Psychologen, Lehrer, selbstständige Makler, Kunst- und Kulturschaffende, Schriffsteller, aber tatsächlich auch in Forschung und Lehre tätige Ökonomen etc. etc., könnten für sowas vielleicht individuell die Zeit dafür finden.
Nebenbei gefragt, wie erklärst Du Dir dann eigentlich die Postingfrequenz von Al, die der von Fill in keiner Weise nachsteht?
4) Ich bin im Lesen zwar tatsächlich nicht der Langsamste, aber die Clusterbewertungen gehen vermutlich darauf zurück, dass ich Fill manchmal nicht mehr bewerten kann, und dies dann bei bereits gelesenen und für bewertungswürdig befundenen Beiträgen in einem Schwung nachhole, sobald dies möglich ist, Mr. Holmes.
5) Wo hätte ich mich denn als "Moneyprinting Freund" geoutet?
Meine kritische Haltung zu Moneyprinting, Bailouts, QE und gesteuerten Zinssätzen zieht sich nun als roter Faden überall quer durch meine Beiträge im Bt und ÖT.
Fill und ich argumentieren immer recht kontrovers bei diesen Themen.
Nichtsdestrototz gefallen mir seine Beiträge wirklich gut. QE hat er zum Beispiel in vielen Punkten sehr ansprechend nahezu lehrbuchmäßig erklärt und dabei völlig zurecht mit einigen Mythen aufgeräumt - am Ende ziehen wir aber dennoch etwas unterschiedliche Schlüsse. Das macht die Erklärung selbts bis dahin aber nicht falsch.
Bei diesen Themen wird m.E. zum einen viel zu wenig differenziert, es wird alles irgendwie in einen Topf geworfen und verquirlt, viele sind sich über die Unterschiede hinsichtlich der einzelnen Instrumente, aus denen die QE-Maßnahmen bestehen, nicht bewußt, es wird auch nicht unterschieden zwischen den Wirkungen, die es auf die Staaten und ihre Verschuldung und auf der anderen Seite auf die Banken und dann auf die Realwirtschaft hat.
Für die Stabilisierung der Banken bestehen da durchaus positive Effekte, die man bei aller Kritik nicht verleugnen kann.
Die Stabilisierung der Banken ist dabei auch tatsächlich Job der Zentralbanken.
Die Lotor-Maßnahmen der EZB und die Käufe von Hypothekenbriefen der FED beurteile ich insofern auch etwas anders, als den Aufkauf von Staatsanleihen.
Am Ende wird auch nicht auf die Wirkungen geschaut, die sich bis dahin erstmal ergeben und nicht ergeben haben. Auch hier hat Fill vieles völlig richtig und sauber dargestellt. Dinge die mittlerweile eigentlich völlig unstrittig sein sollten. Nur wir ziehen daraus am Ende auch hier unterschiedliche Schlüsse. Seine Erklärungen bleiben deswegen für mich aber trotzdem gut gelungen und interessant.
Letzten Endes finde ich auch eine Pluralität im Austausch doch sehr angenehm und erfrischend.
Richtige Standpunkte, Argumente und Theorien können m.E. nur in der Kontroverse, der Auseinandersetzung mit den Gegenargumenten entwickelt werden, nicht durch die Lektüre von Quellen, die mit zweifelhaften Zahlenwerken die eigene Meinung unterstützen, aber noch nicht einmal in der Lage sind einfachste Figuren aus der Spieltheorie wie das "Chicken Game" richtig zu erklären. geschweige denn sinnig anzuwenden - ja, zerohedge ist gemeint
Dass sie durchaus ihre Verdienste haben und auch an ihrer Goldmankritik nicht alles falsch ist, möchte ich gar nicht bestreiten.
Sie fallen aber auch regelmäßig mit ziemlich dilettantischen Interpretationen von wirtschaftswissenschaftlichen basics auf, um das mal vorsichtig zu formulieren.
Indessen wird das Thema Verschwörungstheorie, "Dow-Zero" usw. dort immer drastischer und nimmt einen immer größeren Raum ein.
"Some financial bloggers see “Tyler Durden” as a fact-bending, fear-mongering opportunist. “It’s nihilist, and that kind of vision lends itself to all manner of overreaching and conspiracy,” says Felix Salmon of Reuters. “You need some kind of critical judgment to separate out the [stories] that make sense and the ones that don’t. Zero Hedge just seems to not care about that. It doesn’t matter if it’s not true.”
Hier mal ein interessanter längerer Artikel über "Zerohedge" - wen es interessiert
nymag.com/guides/money/2009/59457/index4.html