in # 489 - von mir paraphrasiert übersetzt:
1. Warren Buffett "garantierte" nach dem 2008-Kollaps eine neue Blase, gefolgt von einer neuen "schweren Rezession".
2. Der Fed-Beirat sieht eine "unhaltbare Blase in Aktien und Anleihen." Die Nullzinspolitik könne zu einer "nicht mehr handhabbaren Inflation" führen, die sich "für die US-Wirtschaft desaströs" auswirke.
3. Peter Schiff sieht ein "No-Win-Szenario": "Entweder stoppt der Fed QE sofort und verursacht damit eine Rezession aus. Macht sie indes weiter, dann löst sie "unvermeidlich eine noch viel schlimmere Währungskrise aus" (das liest sich wie bei von Mises...). Die (Wahn-)Vorstellung, die US-Wirtschaft erhole sich, basiert allein auf steigenen Aktien- und sonstigen Assetpreisen. Diese Anstiege seien aber nur eine Folge der Niedrigzinspolitik. Sobald die Zinsen steigen, gehen die Börsen in den Keller. (Kürzlich reichte dazu bereite ein "Raunen" Bernankes, A.L.).
4. Bill Gross sieht 2013 eine "Kredit-Supernova" implodieren, die einen "schweren Bärenmarkt" auslöst. Gross verwaltet in seinen Fonds 2.000 Milliarden Dollar (entspricht zwei Drittel der gesamten Fed-Schulden). Die Billiggeldpolitik, sagt Gross, werde den Amerikanern "um die Ohren fliegen" und die Wirtschaft erneut in die Knie zwingen. "Investment-Banking basiert heute [fast nur noch] auf gehebelter Spekulation und Ponzi-Finanzierung." Bernankes Ponzi-Spiele seien selbstzerstörend und letztlich ökonomisch tödlich.
5. Gary Shilling prophezeit, dass die "große Kluft" (grand disconnect) zwischen Real- und Ponzi-Wirtschaft noch 2013 zu einem "Schockerlebnis" führen wird. "Investoren schenken der schwachen und sich weiter verschlechternden Wirtschaftslage in aller Welt kaum Beachtung. Statt dessen konzentrieren sie sich auf die Geldfluten der Zentralbanker." Wall Street erzeugt erneut eine hässliche Blase, die schlimmer als die aus 2008 platzen wird.
6. Jeffrey Gundlach, CEO von Doubleline Capital, sieht einen "großen Kabumm" kommen. Die erste Phase - gekennzeichnet durch Kreditaufblasung im privaten wie im staatlichen Bereich - dauerte 27 Jahre und endete 2008. Die darauf folgende Staatsgeld-Blase (Phase 2) mit Billionen an Stimulus erzeugte eine nun ausklingende Pseudo-Blüte. Nun folgt "die ominöse dritte Phase" - ein Crash, der den aus 2008 noch weit ein den Schatten stellt.
7. InvestmentNews, ein Newsletter, den 90.000 Investmentprofis lesen, warnte kürzlich mit der großen Überschrift "Tick, tick....Bumm!" davor, wie desolat die Kundenportfolios ausssehen werden, wenn die "Bond-Bombe" hochgeht.
8. Reagan’s ehemaliger Budget-Chef sieht eine "Apokalypse" kommen. Auch David Stockman warnt vor einer Apokalypse, deren Verursacher die wie "Schurken-Trader" (a la Kerviel) agierende Zentralbanker seien. Sie fungieren als "Helfershelfer des Wallstreet-Kasinos" und hätten "die Sparer an das Kreuz der Nullzinsen genagelt. Die von ihnen ausgelöste globale Rohstoffblase ruiniert die Mittelklasse (Normalbürgern) durch steigende Nahrungs- und Energiepreise. Der Kapitalismus sei " zu einem von Politikern geführten Monopol verkommen, das allein den reichen Eliten dient".
9. Nouriel Roubini warnt: "Bereiten Sie sich auf den perfekten Sturm vor!" Die Finanzwelt sei ein "Spiel aus Dominosteinen, deren Fall den globalen Kollaps auslöst". "Hässliche Schuldenstreits" würden die Märkte erneut verschrecken. Hinzu komme wachsende Kriegsgefahr.
10. Jeremy Grantham meint sogar: "Amerikas Wachstum und Reichtum sind für immer verloren." Granthams GMO-Fonds verwalten 100 Milliarden Dollar - er ist also wie Gross ein "Schwergewicht". Die große strukturelle Wende sei in USA bereits 1980 gekommen, als organisches Wachstum suzkzessive durch Billigzins-Politik ersetzt wurde.
Von heute bis 2100 soll das US-BIP-Wachstum jährlich bei weniger als 1 % liegen. (Das sind praktisch japanische Verhältnisse, A.L.).
Liest man sich die gesammelten Statements dieser recht einfluss- und kenntnisreichen Finanz-Gurus durch, fragt man sich, ob es WIRKLICH angesagt ist, all diese Kritik (wie Stöffen es in # 492 versuchte) ins Lächerliche zu ziehen und mit einem beherzt-naiven "Wieso-die-Fed-druckt-doch weiter" vom Tisch zu wischen.