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Meldung des Tages: Kupfer-Engpass trifft jetzt auf starke Rohstoffhausse
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Der USA Bären-Thread


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S&P 500 6.914,75 +0,04% Perf. seit Threadbeginn:   +373,94%
 
Anti Lemming:

Aufschwung kommt nur den Reichsten zugute

2
25.04.13 09:15
www.wallstreetjournal.de/article/...7324474004578442751935502468.html

Als die globale Finanzkrise das Wirtschaftswachstum in die Tiefe schickte, traf das alle - auch wohlhabende Amerikaner. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass die reichen US-Haushalte in den vergangenen zwei Jahren als einzige von der Erholung der Wirtschaft profitiert haben – im speziellen die reichsten 7 Prozent.

Von 2009 bis 2011 stieg das Vermögen der reichsten Amerikaner laut einer Analyse des Pew Research Center im Schnitt um fast 30 Prozent auf 3,2 Millionen Dollar. Zu den reichsten 7 Prozent der USA zählen acht Millionen Haushalte, die über ein Nettovermögen von mindestens 800.000 US-Dollar verfügen. Diese 7 Prozent verfügten Ende 2011 über 63 Prozent des Vermögens in den USA. Im Jahr 2009 lag dieser Anteil noch bei 56 Prozent.

Umgekehrt verloren die restlichen 93 Prozent, rund 111 Millionen Haushalte, im Schnitt 4 Prozent ihres Nettovermögens – von 140.000 auf 134.000 Dollar. Als Vermögen gilt der Besitz eines Haushalts minus Schulden.

„Den Einzelhaushalt als Basis genommen, war das durchschnittliche Vermögen der Begüterten im Jahr 2011 fast 24 Mal höher als das der ärmeren Bevölkerungsgruppe", schreiben die Autoren Richard Fry und Paul Taylor. Sie hätten sich auf die reichsten 7 Prozent konzentriert, da die Datenlage der Volkszählung bei anderen wohlhabenderen Bevölkerungsgruppen begrenzt sei....
Antworten
Gegenpol:

Fill #825

9
25.04.13 10:08
"Endlosliquidität bei insgesamt bescheidenen Makrodaten ist der Trigger für die laufende Blase. Nichts ist offensichtlicher."

Du bist doch selbst zu der Erkenntnis gelangt, dass der aktuelle Treiber der Aktienhausse bei den Aktivitäten der Zentralbanken zu lokalisieren ist. Tatsache ist, dass die Geldpolitik alle Assetklassen in irrationale Höhen getrieben hat. Ich vertrete die Ansicht, dass die wirtschaftliche Erholung, die 2011 ausgetoppt ist, nur eine Begleiterscheinung der Geldpolitik war. Wenn ich das allgemeine Zinsniveau drücke, erscheinen plötzlich Investitionen rentabel, die bei einem höheren Fremdkapitalzinssatz nicht wirtschaftlich zu verwerten gewesen wäre. Niemand kann seriös abschätzen, in welchem ökonomischen Zustand sich die Weltwirtschaft aktuell befinden würde, wenn die Notenbanken nicht so energisch interveniert hätten. Daher ist es durchaus möglich, dass QE weiterhin positive Wachstumsimpulse ausstrahlt, trotz akuteller wirtschaftlicher Kontraktion. Schließlich drückt QE die Hypothekenzinsen, wodurch eine Vielzahl von Wirtschaftssubjekten angeregt wird Immobilienkredite aufzunehmen. Dadurch wird der Immobilienmarkt stabilisiert und Arbeitsplätze geschaffen. Ebenfalls bereinigt QE die Bilanzen der Banken und fördert somit die Kreditvergabe der Banken. Prolematisch wird es hier, wenn die potentiellen Kreditnehmer aufgrund massiver Verschuldung keine Kredite nachfragen.

Diese Lücke muss der Staat mit der Fiskalpolitik und die Notenbank mit ihrer Geldpolitik schließen. Eine Kontraktion der Geldmenge, die durch QE verhindert wird, wäre eine mittelschwere Katastrophe für die Weltwirtschaft. Unser Geldsystem ist in einem krankhaften Zustand, da sich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes rasant dezimiert hat. Aus diesem Grund sind Inflationsrisiken aktuell, trotz der globalen Geldflutungsorgien nicht existent.

Primär geht es der Fed jedoch darum, die Sachwertbesitzer zu schützen. Wenn man dieses Ziel als Grundlage der Geldpolitik ansieht, kann man der Fed nur zu ihrem Erfolg gratulieren. Außerdem dient QE der Staatsfinanzierung, die 10Y Treasuries werden aktuell mit 1,70 % taxiert. Ohne QE wäre das unmögich. Jeder Prozentpunkt mehr kostet der amerikanischen Regierung ca. 170 Milliarden US-Dollar.

Dem Geldadel* sind die Wirkungsmechanismen des QE bekannt. Zur Not würde die Fed direkt am Aktienmarkt aktiv werden und den Kollaps verhindern. Das Ziel ist den Geldadel zu schützen und seine Werte zu konservieren bzw. zu mehren. Daher muss der allgemeinen Bevölkerung suggeriert werden, dass QE die wirtschaftlichen Aktivitäten fördert. Wenn erste Zweifel aufkommen, wird die Dosis erhöht und die Kaufprogramme und Regierungsausgaben ausgeweitet. Die Aktienmärkte sind voll und ganz von den expanisven Maßnahmen der Zentralbanken abhängig. Wenn dem nicht so wäre und die Aktienmärkte von makroökonomischen Kennzahlen abhängig wären, wären die Aktienmärkte 2011 kollabiert.


*Geldadel = 10.000 reichsten Menschen
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Der USA Bären-Thread 600703
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Berix:

#827Gegenpol, sind es nicht die die Sachpreise

5
25.04.13 10:44
und nicht die Sachwerte welche durch Geldmengenausweitung gestützt werden? Das Letztere den vor allem dem Großkapital (denen die das Geld zuerst kriegen) nützt ist ja unbestritten.
Für eine Aktienmarktwende hatte ich bisher vor allem steigende Handelsvolumen vermisst. Aber es scheint sich seit 3 Wochen etwas zu tun:
(Verkleinert auf 89%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 600718
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Berix:

Entscheidungsstelle im S&P

6
25.04.13 11:00
(Verkleinert auf 69%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 600722
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Anti Lemming:

Farrell: Positionierung für "kommenden Bond-Crash"

6
25.04.13 11:04
Paul Farrell sieht Bond-Kursverluste um bis zu -25 % voraus, die durch US-Zinserhöhungen ausgelöst werden sollen.

In vielen anderen Artikeln bei Marketwatch hatte Farrell bislang vor einem Aktien-Crash gewarnt, der die Indizes unter die Stände von März 2009 schicken soll. Dies passt nicht zur obigen - tendenziell bullischen - Bond-Abverkaufs-These "wegen Zinserhöhungen".

Eine höhere Wahrscheinlichkeit hat mMn die tendenziell bärische Vermutung einer übergeordneten Asset-Blase in Bonds UND Aktien. Sie ist entstanden, weil alles mehr oder minder Werthaltige durch Billiggeld der Zentralbanken "hochgepumpt" wurde, egal wie mies die Fundamentals aussahen und -sehen. Entsprechend würde beim Platzen der Stimulusblase Alles wieder "parallel" fallen. Der Bond-Abverkauf würde mit einem Aktien-Abverkauf einhergehen. Die von Wallstreet-Bullen proklamierte Umschichtung von Bonds in Aktien würde "ausfallen".

Die Fed, Sellside-Analysten und US-Kommentatoren sorgen seit Jahren durch unablässige Wiederholung des Mantras "Die Fed pumpt, also steigt alles weiter" dafür, dass inzwischen jeder Hinz und Kunz und Fonds von diesem vermeintlich zwingenden "Kausalzusammenhang" überzeugt ist. Cash gilt wegen der finanziellen Repression als "dümmste" Anlageklasse überhaupt. Man solle daher, so die Wallstreet-Flüsterer,  beizeiten - und dafür sei es "noch längst nicht zu spät" ;-) - in Hard Assets aller Art flüchten (gern auch im Ausland via Dollar-CT), ehe der Dollar wegen Gelddrucken "wertlos" wird.

Empirisch ist seit Beginn der QE-Ära in 2009 zu beobachten, dass sich die Märkte abwechselnd im Risk-on-Modus (die meiste Zeit) oder im Risk-off-Modus (seltener, aber heftiger) bewegen. Im Risk-on-Modus steigt "Alles", im Risk-Off-Modus fällt "Alles".

Die Goldman-Maschinen und deren Korrelations-Trades haben in jahrelangem Psycho-Drill die "Regel" in die Trader-Hirne gehämmert, dass EUR/USD ein "Proxy" dafür sei, ob wir uns im Risk-on- oder im Risk-off-Modus befinden (siehe auch Quo Vadis, wo Fragen aufkommen wie: "Wieso fällt der DOW, obwohl der Euro steigt?" - so als wäre dies ein gottgebenes "Gesetz").

Seitdem aber auch die Japaner wie blöd Geld drucken (letzten Nov.), wurde die Aussagekraft von EUR/USD als Bull-/Bär-Indikator verwässert. Hinzu kommt, dass "Regeln" an der Börse nur so lange gelten, bis sie auch der Letzte "begriffen" und verinnerlicht hat. Daher ist inzwischen auch USD/JPY zu einem wichtigen Indikator für Risk on/Risk off geworden.

Sollten die Märkte in einen übergeordneten Risk-off-Modus (= neuer Bärenmarkt) fallen, würde es mMn in allen Assetklassen steil nach unten gehen. Am übelsten dürften Assets aberkauft werden, die in der Stimulus-Blase am stärksten nach oben gejubelt wurden.

Das sind vor allem:

- Junkbonds
- Rohstoffe (Schwäche deutet sich bereits an)
- Aktien (auch die vermeintlich "sicheren" in USA)
- Staatsanleihen aus Ländern mit schwacher Bonität
- Staatsanleihen "weicher Dickschiffe" (wie F.)



www.marketwatch.com/story/...les-for-the-coming-bond-crash-2013-04-24

Auszug aus dem Paul-Farrell-Artikel:

10 investing rules for the coming bond crash
Commentary: Warning: Your bond funds could lose 25%
By Paul B. Farrell, MarketWatch

SAN LUIS OBISPO, Calif. (MarketWatch) — “The best piece of advice I could give long-term investors today is don’t own bonds. And if you do own them, you probably ought to move out of them,” warns Charles Ellis, acclaimed author of the classic “Winning the Loser’s Game: Timeless Strategies for Successful Investing.”

...Ellis’ warning came during a CNN/Money interview with Penelope Wang... In that “special report on the impending crisis in the bond market,” ... I-News was predicting a “bond bomb” will explode, asking rhetorically: “What will your clients’ portfolios look like when the bond bomb goes off?” Answer: Bonds will crash, with huge loses....



Im weiteren Verlauf von Farrells Text wird der Bond-Crash um 25 % damit in Zshg. gebracht, dass die Fed die Zinsen wieder auf Normalniveau (5,5 %) erhöht. Das ist mMn eine Illusion, denn dann ginge USA an den riesigen Staatsschulden (107 % Schuldenquote) zugrunde. Zudem würde die Fed hohe bilanzielle Verluste aus QE hinnehmen müssen; sauber raus käme sie nur, wenn sie die Bonds/MBS bis zur Endfälligkeit hält.

Zu solchen Zinserhöhungen könnte es zudem nur kommen, wenn die US-Wirtschaft zu ihrem Potenzialwachstum zurückfindet. Das ist eher eine "Bullen"-Erwartung, und in dem Fall könnte die Wallstreet-Prognose einer Umschichtung von Bonds in Aktien sogar aufgehen.

Faktisch jedoch ist USA von einer Erholung der Realwirtschaft - trotz QE - weit entfernt. In den letzten Wochen signalisieren fast sämtliche Indikatoren - in USA wie in Europa - eine deutliche Eintrübung...

Das - wohl realistischste - Alternativ-Szenario bleibt daher die (deflationäre) Koo'schen Bilanzrezession, die sich - wie die Japaner seit 2000 schmerzlich erfahren mussten - mit Gelddrucken nicht "verhindern" lässt. In einem solchen Szenario blieben Staatsanleihen bester Bonität bis auf weiteres eine der "besten" Assetklassen (= das sauberste "schmutzige Hemd"), während Aktien (wie seit 1990 in Japan) langfristig stark fallen könnten. Statt des obigen "Parallel-Crashes" gäbe es einen langjährigen  deflationären Niedergang, dessen Mahlstrom vorwiegend Aktien und Rohstoffe treffen würde.

Der Parallel-Crash ist ein extremes Doom-Szenario, das nur bei einer erneut aufkommenden Markt-Panik im 2008-Stil eintreten würde. Gründe dafür sind konkret noch nicht in Sicht. Sie könnten aber - im auf allen Ebenen bis hinauf zu den Zentralbanken  manipulierten Markt - jederzeit "überraschend" aufkommen.

Die Gesamtlage ist mMn viel zu komplex, als dass die "Planwirtschaftler" der Notenbanken sie dauerhaft kontrollieren könnten. Zentralbanker agieren zurzeit wie "amtliche Hedgefonds", die allerdings im Gegensatz zu realen Hedgefonds mit den  gesamten Weltersparnissen "pokern". Dass sie sich im teils selbst erzeugten komplizierteren Gestrüpp wechselseitiger Abhängigkeiten (Derivate-Blase, Stimulusblase, Überschuldung, Währungsabwertungs-Krieg) hoffnungslos verheddern, ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann bekäme Farrell zumindest mit seinen Aktien-Crash-Erwartungen Recht.
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Gegenpol:

Berix #829

2
25.04.13 11:07
Die Anzahl der Geldeinheiten wird erhöht, wodurch sich der nominale Wert der Aktien, da begrenzt, erhöht. Fachleute sprechen von einer internationalen koordinierten Debasierung der Währungen. Ich bin ein Anhänger dieser Theorie.

Der deutsche Aktienmarkt befindet sich seit ca. 1999 in einer Konsolidierungsphase, die jetzt durch einen deutlichen Up-Schub beendet wird. Kursziel: 10.000 Punkte
Der USA Bären-Thread 600726
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Gegenpol:

AL #830

7
25.04.13 11:13
Ich respektiere deine bärische Grundstimmung, teile sie jedoch nicht. Es mag zu einem Bond-Crash kommen, aber der wird sicherlich nicht durch Leitzinserhöhungen ausgelöst werden. Das ist völlig unrealisitsch. Die amerikanische Regierung wird ihr "Veto" einlegen, um dies zu verhindern. Niemand außer Sparer haben ein Interesse an hohen Zinsen. Signifikante Leitzinserhöhung sind selbst bei starker Inflation keine Option.
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Fillorkill:

Berix : Volume

4
25.04.13 11:16

Überprüf mal Deinen Datenlieferanten. Nyse:

(Verkleinert auf 78%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 600729
Mein Gott, es ist voller Sterne...
Antworten
Anti Lemming:

Gegenpol

9
25.04.13 11:36
Meine "bärische Grundstimmung" leitet sich aus der miesen fundamentalen Lage ab. Die konträre "bullische Grundstimmung" aus dem Gelddrucken (Deine Sicht) ist mMn eine eher technisch-mechanistische Sichtweise.

Im Grunde sind wir uns hier (und "alle Welt" da draußen) mehr oder minder einig, dass das Geldgedrucke langfristig in die Katastrophe führen wird. Da Wallstreet aber kurzatmig ist und in Algo-Zeiten auch immer kurzfristiger agiert, steigen die Indizes scheinbar unbeirrt weiter - obwohl über ihnen das Damoklesschwert der Nicht-Nachhaltigkeit plus überbordende Staats- und Zentralbankverschuldung plus Stimulus-Blase plus Derivate-Bombe schwebt.

Kurzfristig kann man mit Bull-Trades womöglich (noch) etwas Geld machen. Mittel- bis langfristig wird man damit nahezu sicher Geld verlieren - sofern man nicht sofort, wenn es zu fallen beginnt, kompromisslos die Richtung wechselt. Kompromissloses Handeln setzt voraus, dass man die aktuelle Entwicklung an den Märkten als "Pokerspiel" interpretiert, was es de facto auch ist. Wer die Lage - wie Du - fundamental positiv zu verklären versucht, befindet sich bereits in einer "mentalen Falle": Man hat sich dann vor Wall Streets Karren spannen lassen.

Schnelle Richtungswechsel (auch im Kopf) bleiben vorerst eine Domäne der "Big Five" und ihrer "schnellen Maschinen". Du kannst nahezu sicher sein, dass die paar Euros, die Du im alternden Bullenmarkt mit Long vielleicht noch verdienen wirst, in Kürze von den Goldmännern "vereinnahmt" werden ;-)
Antworten
Gegenpol:

AL #834

7
25.04.13 12:15
Du weißt, dass ich mit deiner makroökonomischen Fundamentalanalyse D´accord gehe. Allerdings trennen sich unsere Wege bei der Analyse der Auswirkungen genannter Fundamentaldaten auf die Finanzmärkte.

Ich möchte stichpunktartig noch einmal alle Punkte sammeln, die für einen bullischen Ausbruch aus der Konsolidierungsphase sprechen:


1. Die westlichen Regierungen brauchen eine hohe Inflationsrate, die nur "Rohstoffseitig" induziert werden kann. Ziel: Hohes nominales Wirtschaftswachstum, um die Schuldenquote zu konsolidieren.

2. Die Solvenz der Notenbank ist abhängig vom amerikanischen Immobilienmarkt. Ein Ausfall der Transferzahlung durch Abschreibungen in Richtung US-Finanzamt wäre eine finanzielle Katastrophe. Daher müssen die Zinsen niedrig bleiben und die Immobilienpreise steigen.

3. Die Geschäftsbanken müssen ihre Aktiva inflationieren, damit der "geheime" Abschreibungsbedarf kompensiert wird. Eine komplette Rettung des Bankensystems ist durch die Regierung ummöglich.

4. Die Unternehmen brauchen die Inflation, damit der Wert der Aktiva nicht unter den Wert der Passiva sinkt. Bei einer anhaltenden Deflation würde der Wert der Gebäude, Maschinen (Aktiva) beträchtlich sinken, wohingegen der absolute Wert der Verbindlichkeiten (Passiva) konstant bleiben würde.

5. Die privaten Haushalte haben ein ähnliches Problem, wie die Unternehmen.


Gemeinsamer Nenner: Totale Überschuldung! Diese kann nur durch eine nachhaltige Inflationsphase bereinigt werden.

---

"Du kannst nahezu sicher sein, dass die paar Euros, die Du im alternden Bullenmarkt mit Long vielleicht noch verdienen wirst, in Kürze von den Goldmännern "vereinnahmt" werden ;-"

Dann werden die Herren mich aber kennenlernen ;)
Antworten
Anti Lemming:

# 835

6
25.04.13 12:34
"1. Die westlichen Regierungen brauchen eine hohe Inflationsrate, die nur "Rohstoffseitig" induziert werden kann. Ziel: Hohes nominales Wirtschaftswachstum, um die Schuldenquote zu konsolidieren."

Rohstoffinflation wirkt auf die Realwirtschaft deflationär (Kaufkraftentzug) und steht daher in USA, wo 70 % der Wirtschaft vom Konsum abhängen, dem "nominalen Wirtschaftswachstum" (und erst recht dem realen) im Wege. Wenn die Realwirtschaft darbt, sinken zudem die Steuereinnahmen, was die Schuldenproblematik eher noch verschärft.

Die Punkte 2, 3, 4, 5 treffen zwar im Prinzip zu (d.h. Inflationierung WÄRE hilfreich). Unter der Prämisse von (1) ist Inflationierung allerdings nicht realisierbar. Sie "gelingt" nicht, weil die Rohstoffinflation die Realwirtschaft deflationär "abwürgt". Zurzeit sieht es sogar so aus, dass die Rohstoffe wegen der Makro-Eintrübung bereits im Downtrend sind (siehe z. B. Kupfer). Dann gelingt Inflationierung erst recht nicht.

Im Endeffekt erhalten wir daher wohl eher die von mir bereits in # 829 (drittletzter Absatz) genannte Koo'sche Bilanzrezession - die übrigens ebenfalls Firmen UND Verbraucher betrifft. Sofern die Folgen ähnlich denen  in Japan nach 2000 sind, droht USA trotz QE Deflation. Dabei stünde auch US-Aktien ein langjähriger schleichender Niedergang bevor.
Antworten
Gegenpol:

#836

4
25.04.13 12:42
"Rohstoffinflation wirkt auf die Realwirtschaft deflationär (Kaufkraftentzug) und steht daher in USA, wo 70 % der Wirtschaft vom Konsum abhängen, dem "nominalen Wirtschaftswachstum" (und erst recht dem realen) im Wege."

Du unterschätzt die Gerissenheit der Amerikaner. Die kompensieren den Anstieg der Verbraucherpreise durch die Beleihung ihres 20 Jahre alten Fords. Die Zinsbelastung wird so gering sein, dass ein Teil der Bevölkerung ihre hoffnungslose Überschuldungssituation ausweiten wird. Allerdings in weitaus geringerem Maß, wie 04/05/06/07.
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Anti Lemming:

Physische Goldbestände von JPM gefünftelt

5
25.04.13 12:44
JPM ist der weltweit größte Goldhändler (Lagerhaus-Bestände, nicht Papiergold). Es ist daher augenöffnend, dass die Goldbestände in JPMs Lagerhäusern seit Ende 2012 von knapp 2,5 Millionen Unzen auf derzeit 400.000 gefallen sind (= Fünftelung).

Der Crash beim "Papiergold" (kürzlich -20 % an einem Tag im Futuremarkt) könnte daher auf mangelnde Hinterlegung des "Papiergolds" mit physischem Gold zurückzuführen sein.

www.zerohedge.com/news/2013-04-24/just-what-going-gold-jpmorgans-vault

What nobody knows, is why virtually the entire move in warehoused eligible gold is driven exclusively by one firm: JPMorgan, whose eligible gold has collapse from just under 2 million ounces as of the end of 2012 to a nearly record low 402,374 ounces as of today... This happened just days ahead of the biggest ever one-day gold slam down in history.
(Verkleinert auf 57%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 600757
Antworten
Anti Lemming:

# 837

 
25.04.13 12:47
Subprime-Autokredite gibt es nur bei Neukauf von Autos. GM und Ford wollen schließlich produzieren. Ein Beleihungs-Kredit auf 20 J. alte Autos (sowas gibt es nicht) wäre in dem Sinne kontraproduktiv.
Antworten
Stöffen:

Nun ja

12
25.04.13 12:51
Wenn die Money Masters of the Universe also geldpolitische Experimente in Größenordnungen betreiben, wie sie die Welt noch nie zuvor gesehen hat, so wäre es doch vermessen zu behaupten, dass die Folgen definitiv beherrschbar sind. Bei ungewissem Ausgang wird jedwede Ausblendung von Risiken zu fatalen Fehleinschätzungen führen, welche wir bereits  in der jüngeren Vergangenheit zur Genüge gesehen haben, man erinnere sich da nur in diesem Zusammenhang an die von Herrn Bernanke getätigte Einschätzung "contained" zur Blase am US-Immo-Markt.

Das Öffnen der Geldschleusen mag den Kollaps des Finanzsystems verhindert haben, aber es verstetigt sich mittlerweile der Eindruck, dass dieses Gepumpe nunmehr zukünftig eine langfristige konzeptionelle Strategie sein wird, aus der die Notenbänker auch keinen Ausweg mehr finden werden. Die Zentralbankbilanzen haben sich verdreifacht, vervierfacht – im Fall der Schweizerischen Nationalbank sogar fast verfünffacht.

Wir wissen nicht, wie und wann die Fed & Konsorten diese Maßnahmen beenden werden, was die Auswirkungen sein werden oder wie die enorme Liquiditätsflut wieder aus dem Markt gezogen wird, es gibt bislang keinerlei realistisches Ausstiegsszenario. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Aktionen ohne "Nebenwirkungen" ablaufen werden. Eine der Nebenwirkungen wäre die hier im Thread von Member Gegenpol angeführte stärker anziehende Inflation, wobei wir sicher sein dürfen, dass die Zentralbänker diese offiziell natürlich für beherrschbar halten, sprich man verkündet 2% als Inflationsziel, würde aber insgeheim 5% zulassen. Pimcos El-Erian hat dazu kürzlich in einem netten Vergleich dargelegt, indem er treffend ausführte: "Ein bisschen Inflation ist gefährlich. Es ist wie einen Schokokuchen auf den Tisch zu stellen und zu sagen, iss ein Stück. Am Ende werde ich zu viel gegessen haben." Was schlussendlich bedeutet, dass ein massiv betriebenes Inflationsszenario letztendlich auch aus dem Ruder laufen wird. Und die Historie  ist diesbezüglich randvoll mit Beispielen dazu.

Ein vorhergehender Crack-Up-Boom wäre da nicht unwahrscheinlich, wobei die nach einer relativ kurzen Phase steigender Wertpapier-Preise entstandene Scheinblüte in einem Desaster enden wird.

Empfehle hier übrigens auch als "Eye-opener" Nassim Talebs aktuell veröffentlichtes Buch zur "Antifragilität".
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Anti Lemming:

Marketwatch empfiehlt Hypothekenrückzahlung

2
25.04.13 13:49
als beste Geldanlage (= Verbraucher-Bilanzrezession...)

Bären müssen nun beten, dass sich die Amis nun auch an diesen Tipp halten ;-)

www.marketwatch.com/story/...-decision-paying-off-mortgage-2013-04-24

Best financial decision? Paying off mortgage
People also valued starting to save early
By Andrea Coombes

What’s the best money move you ever made?

For 40% of people aged 55 and older, it was paying off their mortgage, according to a Harris Interactive survey of about 1,540 people for Northwestern Mutual, an insurance and financial-services firm.

And 40% of the over-55 group also said starting to save early was one of their top decisions. (Survey respondents were asked “What are the best financial decisions you ever made?” and could offer more than one option.)

..."Paying off the mortgage becomes a higher priority later in your career, after you’ve amassed sufficient savings for emergencies, after you’ve paid off other debt, after you’ve put the kids through college, and after you’ve spent years accumulating your retirement nest egg on a tax-advantaged basis,” said McBride, who wasn't involved with the Northwestern Mutual survey....
Antworten
Anti Lemming:

Höchststände bei Aktien und im Bundfuture

5
25.04.13 13:51
...normal ist das nicht...
Der USA Bären-Thread 600778
Antworten
ivan73:

#842

3
25.04.13 14:32
Wir leben schon seit 5 Jahren in nicht mehr "normalen" Zeiten....
Antworten
ivan73:

Merkel überrascht mit Aussagen zur EZB-Zinspolitik

3
25.04.13 14:56
Wird da hinter den Kulissen ein heftiger Streit mit der EZB geplant, um im richtigen Moment auszusteigen ?

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...entralbank-a-896506.html
Antworten
Gegenpol:

Al #39

5
25.04.13 19:12
Ich habe bewusst dieses übertriebene Beispiel gewählt, welches nicht praktikabel ist. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die Amerikaner alles unternehmen werden, um die Deflation zu verhindern. Notfalls bürgt der amerikanische Staat für die Konsumentenkredite. Ähnliches passiert bereits bei Studentendarlehen.

In einem Geldsystem, welches auf Kreditgeld basiert ist eine nachhaltige Kontraktion der Geldmenge keine Option. Daraus lässt sich ableiten, dass die Problemstaaten der Peripherie mit der aktuell praktizierten Sparpolitik keine wirtschaftliche Trendwende einleiten können. Die Bilanzrezession, die mit völlig falschen Mitteln "bekämpft" wird, entfalltet hier ihre zerstörerische Wirkung.
Antworten
Gegenpol:

Niederlande

7
25.04.13 19:37
Die Niederlande ist zusammen mit Frankreich der nächste Wackelkandidat in der Eurozone. Die Niederlande haben eine ähnliche ausgeprägte Immobilienblase, wie Spanien vorzuweisen. In den Niederlande konnten Eigenheimbesitzer jahrelang ihre Zinsen von den Einkommenssteuer absetzen. Dadurch wurden die Holländer animiert ihre Immobilien mit einem möglichst hohen Fremdkapitaleinsatz zu finanzieren.

Normalerweise müssten die ökonomischen Rahmenbedingungen in eine krasse Deflation münden. Ich bin wirklich gespannt, ob die Notenbanken dieses Szenario tatsächlich abwenden können. Insbesondere bereiten mir die hohen impliziten Staatsschulden sorgen. Die kann man auch nicht einfach unter den Tisch fallen lassen.


Der nächste Krisenkandidat in Euro-Land … die Niederlande

schulbank.bankenverband.de/...die-implizite-staatsverschuldung
Antworten
Stöffen:

Die Indikatoren sprechen ihre eigene Sprache

14
25.04.13 20:39
Wie man an dem M1 Multiplier recht gut ersehen kann, zeigt das bisher von der Fed in den Kreislauf gepumpte Geld weiterhin eher geringe Wirkung. Die ebenfalls stark sinkende Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (Velocity of Money) zeigt genau so deutlich, dass es bislang nicht gelingt, die Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken und damit die reale Wirtschaft stärker anzukurbeln.

Die Geldumlaufgeschwindigkeit ist ein Spiegelbild von Kreditaufnahme und Kreditvergabe und damit der wirtschaftlichen Aktivitäten. Wenn die Notenbank Geld in den Kreislauf schleust, hängt die Wirkung auf die Volkswirtschaft davon ab, wie oft diese Geldmenge in einer bestimmten Zeit zirkuliert. Je öfter sie die Hände wechselt, desto größer ist der Einfluss und desto mehr stimuliert sie die Konjunktur. In der Quantitätsgleichung von Irving Fisher (1933) ist das Produkt aus Geldmenge und Umlaufgeschwindigkeit für die volkswirtschaftlichen Transaktionen entscheidend. Das Problem eines "Money Multipliers" unter 1 ist allerdings, je mehr Geld in den Kreislauf geschleust werde, desto geringer sei die Wirkung.

Was wird aber passieren, wenn die Regierungen eines schönen Tages feststellen, dass die frisch gedruckten Fiatscos überhaupt nicht in der Realwirtschaft ankommen? Werden die Banken dann gezwungen, diese neu geschaffene Liquidität auf Teufel komm raus in die Wirtschaft zu pumpen? Oder steigen dann doch endlich die Helikopter auf?

Wobei die USA gemäß Prof. Steve Keen hier schon eine riesige Helikopterflotte benötigt, um die gewaltig großen Geldmengen abwerfen zu können ;-))
(Verkleinert auf 88%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 600884
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Berix:

#833, eigentümlich Fill ..

 
25.04.13 21:08
dieser Unterschied in den Daten. Danke für den Hinweis.
Antworten
Berix:

#831 Langfristig gesehen könntest Du recht haben

 
25.04.13 21:19
Fillorkill:

Gegenpol,

3
25.04.13 23:02

Du hast einen wirklich bemerkenswerten analytischen Weg zurückgelegt. Dein Verständnis des (erhofften) QE-Mechanismus teile ich weitestgehend - allerdings unterschlägst Du den entscheidenden psychologischen Faktor.  Denn Consumer und Investoren müssen 'überzeugt' sein, bevor sie (wieder) konsumieren und investieren. Finanzielle Repression und billiges Geld sind dafür eine materielle Bedingung, stiften aber kein hinreichendes Motiv, wenn es an Vertrauen in die zukünftige eigene  Revenue bzw die Solvenz von Geschäftspartnern mangelt. Dieses Vertrauen - selbstreferentiell - zu erzeugen bzw wieder herzustellen ist der implizite Job steigender Aktienmärkte, die deshalb im Fokus der Fed standen und stehen. ..

Die aufgeblasene Geldbasis kürzt sich schlicht heraus, soweit sie keinen Eingang in die umlaufende Geldmenge findet. Erst in dem Maße, wie QE 'wirkt', also eine echte konjunkturelle Belebung einsetzt, kann aus dem zugegebenermaßen gigantischem Inflationspotential echte Inflation werden. Die Fed hat deutlich gemacht, bereits im Vorfeld Liquidität wieder rauszunehmen. Auf das Wie bin natürlich auch ich gespannt..Deine Thesen dazu sind nun a es gibt keine signifikante konjunkturelle Belebung und daraus folgend b es gibt keinen Ausstieg aus QE. Am bitteren Ende steht natürlich dann der von Mises (nehm ich an)., ..

Hättest Du damit recht, würde das Stöffen'sche Diktum 'diesmal ist alles anders' wahr. Zyklische Bewegungen wären via Endlosliquidität neutralisiert, welche aus ihrer inneren Logik zwangsläufig auf den Crack Up zusteuern wird. In diesem Sinne wären Aktien tatsächlich alternativlos. Grundsätzlich ausschliessen werde ich Dein Szenario nicht, auch wenn es zumindest implizit vom historischen Ende des Kapitalismus kündet. Verweise aber darauf, dass die monetäre Umgebung nur eine Variable unter vielen bei der Entstehung von Zyklen ist. Persönlich zweifle ich daran, dass diesmal dank QE alles anders sei, auch wenn ich eine Verschiebung auf der Zeitlinie für denkbar halte. Vielmehr wird die Liquidität letztlich wie immer aus dem Markt gehen, nämlich als Bärenmarkt - bei Aktien wie bei den Bonds...

Übrigens zeigen die Makroindikatoren ein gemischtes Bild. Auch solche Graphiken solltest Du nicht übersehen:

 

 

 

(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 600949
Mein Gott, es ist voller Sterne...
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