So einfach ist das nicht.
Das Fördern von Wohlstand in Entwicklungsländern ist nicht ohne Konsequenzen für die entwickelte Welt. Schon Pareto hat in seiner Gleichung hingewiesen, dass ab einem gewissen Punkt zusätzlicher Wohlstand des Einen zu lasten des Anderen geschieht.
Zur Zeit klar ersichtlich für breite Schichten in den USA und Europa der letzten 30 Jahre. Die Demontage von Arbeitsplätzen zu Gunsten Chinas und suedost Asiens, hat unter anderem in den USA ein Heer an Langzeitarbeitslosen geschaffen, ein Heer an Dienstleistungspersonal angestellt zu Mindestlöhnen und in Teilzeitbeschäftigung und knapp 50 Million foodstamp Bezieher.
Die Globalisierung scheint unaufhaltbar zu sein. Regierungen haben aber diesen Prozess zumindest vorläufig in ihren Auswirkungen aufgehalten. Eben einerseits mit einem stetig wachsenden Regierungsanteil am BNP - einschließlich wachsender Verschuldung, sowie auch in letzter Zeit mittels ZIRP ein Aufrechterhalten vergangener hoher Konsumausgaben - zwar ohne grundlegenden Gehälter - doch dafür mit billigen Krediten finanziert. Wie das schlussendlich ausgehen wird, kann sich jeder selber ausmalen.
Ich denke dass bei dem unvermeidbaren Zusammenbruch (siehe von Mises), ein radikales Umdenken geschehen wird. Der freie globale Handel wie wir ihn heute kennen, wird dann mittels Zöllen und Einfuhrbeschränkungen markant eingedämmt werden. Die politische Grundlage dafür, wird geschaffen durch eine Radikalisierung der Gesellschaft, wie aus der Vergangenheit nachvollziehbar oder aber aus der jetzigen Krise wie in Griechenland ersichtlich.
Natürlich ist es wünschenswert aus globaler Sicht, dass die Ärmsten der Welt aufstreben können zu einem höheren Wohlstand, doch die momentanen Bedingungen schaffen keinen Fairen Vergleich der Arbeitskosten. 100 Jahre gesellschaftlicher Weiterentwicklung, besonders im Bereich Arbeitsrecht, Umweltrecht und Menschenrechten, die erkämpften Privilegien und der geschaffene Lebensstandart des Westens müssten größtenteils aufgegeben werden um noch konkurrenzfähig zu bleiben mit den Ärmsten der Welt. Das mag zwar der unvermeidbare Lauf der Dinge zu sein, doch ich glaube nicht dass dies kampflos geschehen wird.
Der andere Punkt ist der Glaube mit massiven Investitionen den Problemen der PIIGS Länder herr zu werden.
Wer schon mal in Spanien unterwegs war, hat sicherlich die massiven Infrastrukturinvestitionen gesehen. Da verlaufen Autobahnen parallel zu einander, riesige Flughäfen stehen leer, und eine Heerschar an hoch ausgebildeten Absolventen die nun ohne Arbeit dastehen.
Infrastrukturinvestitionen macht Sinn in unterentwickelten Regionen wie z.B. das ländliche Indien, doch nicht in einem Land wie Spanien das gerade dabei ist eine geplatzte Bauboom Blase zu verdauen. Spanien wird wohl oder übel durch die Rezession hindurch mit dem Ergebnis eines geringeren BNP und weit geringeren Gehältern. Spanien ist in diesem Sinne ein Vorbote zu großen Teilen der westlichen Welt.