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Der USA Bären-Thread


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Eidgenosse:

Der Irrsinn der europäischen Wirtschaftspolitik

8
10.10.12 15:30
Albert Einstein hat Wahnsinn einst definiert als den Versuch, ein Experiment immer wieder zu wiederholen und dabei auf einen anderen Ausgang zu hoffen. Die Austeritätspolitik der Eurozone ist der schlagende Beweis dieser These: Seit mehr als zwei Jahren werden in regelmässigen Abständen neue Sparziele und Budgetvorgaben definiert, die ebenso regelmässig verfehlt werden. Das ist auch im Herbst 2012 nicht anders. Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt der Eurozone in seinem neusten Bericht zur Lage der Weltwirtschaft erneut ein verheerendes Zeugnis aus.

www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/...haftspolitik/story/21952097
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permanent:

Da sieht man wieder wie sehr ich daneben

4
10.10.12 16:32

gelegen hätte:
http://www.ariva.de/forum/...ren-Thread-283343?page=4029#jump14314727

Nach dem miesen Auftakt der Quartalsberichtssaison durch Alcoa, der Gewinnwarnung von Chevron, den schlechten Makrodaten, etc. hätte ich gedacht die letzten Tage wären der Start einer  Konsolidierung. Wie man sieht ist dem wohl nicht so.
Eine Bestätigung für mich, die Finger von Derivaten zu lassen.

Permanent

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A.L.:

Eidgenosse - # 751

8
10.10.12 16:37
Die dabei gewonnene Zeit und die in dieser Zeit weiter fließenden Hilfsgelder an die Griechen haben vielen Nord-Banken und -Versicherungen, die griech. Staatsanleihen hielten, einen regulären Ausstieg (bei Fälligkeit) ermöglicht und auf diese Weise hohe Abschreibungen erspart. Die Hilfsgelder flossen daher nicht "den Griechen zuliebe", sondern um die in GR verzockten Finanzinstitute auf Eurozonen-Kosten auszubailen.

Da man die Hilfsgelder nicht bedingungslos überweisen konnte (hätte bei den löhnenden deutschen Steuermichel für Entrüstungsstürme gesorgt), musste man sie pro forma an Sparbeschlüsse koppeln. Dies war eine politische Entscheidung, die überhaupt erst die Akzeptanz der Hilfszahlungen im "Norden" ermöglichte. Dass die Konstruktion nicht funktionieren würde, war vielen "Akteuren" in Politik und Wirtschaft schon seit 2010 klar.

FAZIT: Was absurd wirkt, kann durchaus "System" haben
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A.L.:

Permanent

4
10.10.12 16:38
Wenn du mit Derivaten das Gegenteil von dem machst, was Dir jeweils Dein Bauch flüstert, kannst Du damit eine Menge Geld verdienen ;-)
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permanent:

AL im Sinne vom eigenen

6
10.10.12 16:53

Kontraindikator?
Das ist nicht meine Sache, da ich nicht gerne gegen meine Überzeugungen handele.
Außerdem waren die letzten Wochen relativ Seitwärts, da verdient man mit Derivaten ohnehin nichts.
Verliert man mit Derivaten, so muss man es an anderer Stelle wieder verdienen. Ein schlechtes Geschäft.

Gruß

Permanent

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permanent:

Euro-Krise frisst Sparguthaben auf

6
10.10.12 16:55

Vermögensreport Euro-Krise frisst Sparguthaben auf

Einmal im Jahr legt die Schweizer Großbank Credit Suisse einen Vermögensreport vor. Das Ergebnis: Die Menschen sind ärmer geworden. In den kommenden Jahren soll sich das allerdings grundlegend ändern. Mehr…

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Gegenpol:

Danke liebe Bankster

4
10.10.12 17:58
Detroiter Polizei: Betreten der Stadt nur noch auf eigenes Risiko

Drastische Budgetkürzungen, ein anhaltender Abbau von Polizeikräften in nahezu allen großen Metropolen des Landes und Sicherheitskräfte, die übermüdet und mit ihrer Arbeit nicht selten überfordert sind, führen zu einer Explosion der Kriminalitätsrate in den USA. Doch nirgends scheint die Lage so ernst zu sein, wie in Detroit. Der unvergleichliche Niedergang der in vergangenen Zeiten prosperierenden Autobauerstadt führt dazu, dass nun selbst die Polizei Flyer verteilt, die Besucher vor dem Betreten der Stadt auf eigenes Risiko warnen.

www.wirtschaftsfacts.de/?p=25955
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daiphong:

Fr. Nationalversammlung stimmt Schuldenbremse zu

4
10.10.12 20:17
Kicky:

Griechenland als potentieller Unruheherd

9
10.10.12 20:41
Ambrose Evans-Pritchard zitiet Christian Schultz von der Bank Berenberg ,und was der sagt ist nicht von der Hand zu weisen: Merkel sei unter massiven Druck der USA und der Nato geraten.Die Samaras Koalition sei die letzte Chance vor einer extrem rechten oder extrem Linken Regierung.Es könnte eine Situation kommen,wo Griechenland den Russen Stützpunkte offeriert und das Risiko weiterer Unstabilität in Syrien und der Türkei vergrössern.Auch das  International Institute for Strategic Studies warnt davor
Professor Yannis Varoufakis von der Athener Uni dagegen sagt,dass das Sparprogramm niemals funktionieren könne ,der Kreditkreislauf sei völlig zusammengebrochen,Firmen mit vollen Orderbüchern gehen pleite weil sie keine Lieferungen aus dem Ausland erhalten können.Das will niemand in der Eurozone zugeben....
www.telegraph.co.uk/finance/...n-on-Spain-contagion-fears.html


....Christian Schulz, from the German bank Berenberg, said Mrs Merkel has come under heavy pressure from the US and NATO allies to prevent a strategic debacle in the Eastern Mediterranean. "There is a geopolitical story behind this. The Samaras coalition is seen as the last chance for a stable, pro-European government. If they let Greece go into default and leave the euro, the next government will either be extreme Right-wing or Left-wing. You could have a situation where Greece starts offering naval bases to Russia, or the risk of further instability in Syria, Egypt, and Turkey. President Obama has been in close touch with Merkel over this," he said.

The International Institute for Strategic Studies has warned that chaos in Greece would spill over into the Balkans and the Near East, opening the way for a rearmed Russia to gain a foothold.

Mr Schulz said the Kanzleramt in Berlin is in any case wary of disturbing the fragile calm achieved in the eurozone since the European Central Bank promised unlimited bond purchases to hold EMU together. "It has been a learning process for the German government but they are aware that contagion can still spread via bank runs even with a bigger firewall. They don't want to risk it."

For now, it seems likely that Germany will back the next €31.5bn tranche of aid for Greece. Jean-Claude Juncker the Eurogroup leader, said there had been "substantial progress" on a list of 89 conditions imposed by creditors.

The payment will keep Greece afloat for a few more months, though it will not be easy for Samaras to push through deep cuts in uneasy coalition with "pro-memorandum" Left parties. Firebrand Syriza leader Alexis Tsipras is rising in the polls, railing against EU "barbarism and enslavement" from the outside, while also vowing to keep the euro.

Greek finance minister Yannis Stournaras said the EU has effectively agreed to give Greece two extra years to 2016 to meet the Troika deficit targets. "The implicit assumption is that the programme will be extended," he said. In fact, several states objected to the plan at an EU meeting on Monday.

Professor Yannis Varoufakis, from Athens University, said it makes no difference whether they get two more years. "There is no way that Greece's austerity programme can ever work. The credit circuits have broken down completely. Companies with full order books are going bankrupt because they can't obtain foreign supplies. Nobody in the eurozone wants to admit it so they're trying to put off the day of reckoning."

The International Monetary Fund admitted this week that it misjudged the "fiscal multiplier" effect of austerity when several countries tighten together.

The Troika originally said that Greece's economy would contract by 2.6pc in 2010, before growing by 1.1pc in 2011, and 2.1pc in 2012. Greek GDP instead contracted by 4.5pc in 2010, 6.9pc in 2011, and is likely to shrink 6pc this year.
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permanent:

Die US-Illusion von ewigem Wachstum

12
10.10.12 20:55

Wissenswert: Die US-Illusion von ewigem Wachstum

Die Krise sei nur kurz, versichert Barack Obama. Er verspricht Arbeitsplätze, Investitionen, Konjunkturanreize – kurzum: Wachstum. Doch dieses Dogma gerät künftig arg ins Wanken. Gegensteuern kann die Politik kaum.

LondonMitt Romney verspricht es den Amerikanern, und Barack Obama sowieso: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Beide Präsidentschaftskandidaten beteuern Tag für Tag in ihren Wahlkampfauftritten, dass sie für mehr Arbeitsplätze und einen höheren Lebensstandard in Amerika sorgen werden.

Doch das könne schwieriger werden, als den Politikern bewusst ist. Davon zumindest ist der US-Ökonom Robert Gordon überzeugt. Der Professor an der renommierten Northwestern University in Evanston bei Chicago prophezeit: Die Zeiten des hohen Wirtschaftswachstums sind in den USA ein für alle Mal vorbei. Wer nicht zum reichsten einen Prozent der Amerikaner gehöre, dürfe sich auf Jahrzehnte der Stagnation einstellen - unabhängig davon, ob Obama oder Romney die Wahl am 6. November gewinnt.

Eine Reihe von Faktoren führten dazu, dass das langfristige Wirtschaftswachstum in den USA auf unter ein Prozent pro Jahr fallen werde. Damit wäre es nur noch halb so hoch wie in den vergangenen 150 Jahren, schreibt Gordon in einem Arbeitspapier mit dem Titel „Is U.S. Economic Growth Over?“.

Darin stellt er eine zentrale Annahme der modernen Wachstumstheorie infrage: Dass Wirtschaftswachstum ein quasi automatischer Bestandteil unserer Volkswirtschaften ist. „Vor 1750 gab es quasi gar kein Wachstum“, betont der Forscher. „Daraus folgt: Es gibt keine Garantie, dass das Wachstum unendlich andauern wird.“

 

Vor einem Jahr hatte bereits Tyler Cowen eine ähnliche These aufgestellt. In Zukunft werde es deutlich schwieriger, mit technischen Innovationen den Lebensstandard weiter anzuheben, schrieb der Professor an der George Mason University in seinem Buch „The Great Stagnation“. „Wir leben auf einem technologischen Plateau.“

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Stöffen:

#100760 ist einfach zu beantworten

4
10.10.12 21:03
"Jeder der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler." (Kenneth Boulding, 30-facher Ehrendoktor)

de.wikipedia.org/wiki/Kenneth_Ewart_Boulding

Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Eidgenosse:

Dazu ein Langfristchart

9
10.10.12 21:10
Kirchturm?

visualizingeconomics.com/2011/03/08/...dp-per-capita-1871-2009
(Verkleinert auf 86%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 543551
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Stöffen:

Maybe, aber die USA sind eine Imperialmacht

10
10.10.12 21:39
und bis an die Zähne bewaffnet zu sein, das schafft stets die Illusion von Allmacht. Es war aber immer schon eine Schwäche von Imperialmächten, dass sie das Militär über eine gesunde Wirtschaft stellten. Auf längere Sicht erledigt sich solch eine Politik von selbst. Die Imperien verlieren an Macht, weil sie ihre gesamten (und selbstverständlich auch finanziellen) Ressourcen aufwenden, um Waffenarsenale zu finanzieren, kostspielige Besatzungen durchzuführen, ihre Grenzen zu verteidigen um ihre Herrschaft zu erhalten, während die Wirtschaft allmählich vor die Hunde geht. (Still thinkin' 'bout the Fall of Rome, LOL)

Doch sogar jetzt, da Amerikas politische Führer mit biblischem Eifer das Evangelium der Freiheit verkünden, versucht der rechte politische Flügel Amerikas eine Politik durchzusetzen, die am Ende die Freiheit aller Völker bedroht. Die Vereinigten Staaten sind somit auf dem besten Weg, selbst ihr schlimmster Feind zu werden, indem sie alles zerstören, was in der Welt an Vertrauen und Bewunderung noch vorhanden gewesen sein mag.

Siehe auch dazu Kickys Post
"30 000 Drohnen bewachen zukünftig die US-Amerikaner mit Infrarotsensoren und Geruchsfühlern"
http://www.ariva.de/forum/...ren-Thread-283343?page=4029#jump14313849

>> Sie erreichen mit ein paar netten Worten und einer Kanone mehr als mit ein paar netten Worten allein ! << ( Al Capone, berühmter amerik. Gangsterboss, 1926 )

>> Sie erreichen mit ein paar netten Worten und einer Kanone mehr als mit ein paar netten Worten allein ! << ( Donald Rumsfeld, amerik. Verteidigungsminister, 2003 )
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Therion:

wobei, doch sich

 
10.10.12 23:11
der rechte politische Flügel als der Engel der Freiheit sieht.

Bleibt die Frage, ob der derzeitige Präsident Vespasian oder Marcus Aurelius oder ein Diokletian ist.

Nein, es bleibt nicht bei dieser Frage allein.
Antworten
daiphong:

die FTD hat das Herbstgutachten schon

2
11.10.12 01:47
www.ftd.de/politik/europa/...-fuer-die-euro-zone/70102548.html
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Die Heilkraft des Euro

5
11.10.12 08:35

Die Heilkraft des Euro

Der Druck der gemeinsamen Währung wirkt. Er zwingt die Krisenländer der Eurozone zu historischen Reformen. Auf lange Sicht ist das heilsam. Die Krisenländer stehen besser da als andere Länder, die Reformen verschieben.
Der britische Premierminister David Cameron sparte nicht mit guten Ratschlägen an die Euro-Länder. In seiner gestrigen Rede auf dem Parteitag der britischen Konservativen kritisierte er ihre "endlosen" Debatten über eine Rettungsaktion für Griechenland.
http://www.handelsblatt.com/politik/international/...uro/7218592.html

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Abstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens

7
11.10.12 08:36

Schlechtes Rating S&P watscht Spanien ab

Rückschlag für Spanien: Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des krisengeschüttelten Euro-Schwergewichts gesenkt. Jetzt liegt sie nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Und der Ausblick ist negativ. Mehr…

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Bank of Korea Sharply Cuts Economy's Growth Foreca

6
11.10.12 09:14
Bank of Korea Sharply Cuts Economy's Growth Forecasts
SOUTH KOREA, ECONOMY, BOK, BANK OF KOREA, MONETARY POLICY, INTEREST RATE, RATE OUTLOOK, CENTRAL BANK, INFLATION, WON, CURRENCY,
Reuters
| 10 Oct 2012 | 09:44 PM ET

South Korea's central bank sharply cut its economic growth forecasts for this year and next after trimming interest rates for the second time this year to shore up Asia's fourth-largest economy on Thursday, its governor said.

 

The Bank of Korea cut this year's economic growth forecast to 2.4 percent from 3.0 percent set in July and that for next year to 3.2 percent from 3.8 percent, Governor Kim Choong-soo told reporters.

The announcement came after the central bank interest rates for the second time in four months on Thursday, as expected, to nurture Asia's fourth-largest economy through a global slowdown now dragging on for an extended period.

The Bank of Korea's monetary policy committee cut its base rate by 25 basis points to 2.75 percent, a media official said without elaborating. Governor Kim Choong-soo is expected to hold a news conference from 11:20 a.m. (0220 GMT).

Many analysts expect the Bank of Korea to stay on hold for a considerable period unless the conditions significantly worsened, as the economy is seen recovering gradually and as it wants to save the policy room for a worse time.     

"There will be no more rate cuts this year," said Park Sang-hyun, chief economist at HI Investment & Securities.

"I agree with the finance minister that our economy has hit  bottom during the third quarter. However, the most important factor is how strongly our economy will recover."

In July, the central bank trimmed the rate by a quarter point from 3.25 percent in a surprise move and for the first time in more than three years, ending a tightening drive that had lifted the rate by a total of 125 basis points.

The BOK is the latest authority to join a wave of global monetary easing, as central banks look to counter the debilitating effects of the protracted euro zone fiscal crisis. Brazil's central bank earlier Thursday cut its policy rate by 25 basis points to a record low 7.25 percent.

Trade powerhouse South Korea has seen its exports and imports fall for many of the past nine months on an annual basis as Europe's protracted debt crisis dented demand there and elsewhere, in turn hitting local consumer spending.

The economy now looks set to see quarterly growth in the July-September period at a similar pace to the second quarter, when expansion plunged to 0.3 percent from 0.9 percent in the January-March period.

South Korea's economy derives just more than half of its annual output from private consumption but exports wield a strong influence across the economy as households and companies rely heavily on export income.

Exports fell year-on-year in each of the past three months, and industrial output contracted in each of the three months until August month-on-month, indicating growth in the third quarter would be at a low level.

The International Monetary Fund lowered on Monday its annual growth forecast for South Korea's economy for this year to 2.7 percent from 3.0 percent. It was part of the lender's revision of global economic forecasts.

The annual rates of consumer and producer inflation both rose in September from August but stood far below the central bank's 3 percent target as the uncertain global economy dampened demand locally, allowing the authorities to ease policy.

Antworten
A.L.:

Japan-Krise nach dem Muster der Euro-Krise?

5
11.10.12 09:21
www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/...-japanisch/70102515.html

FTD:

Noch gilt Japan bei Investoren als sicherer Hafen - doch der Internationale Währungsfonds warnt vor Risiken im Finanzsektor. Geraten die Banken in Schieflage, droht dem Land eine verheerender Absturz. von Reinhard Hönighaus Tokio und Timo Pache Berlin

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor einer Abwärtsspirale in Japan nach dem Muster der Euro-Krise - mit Ansteckungsrisiken für das weltweite Finanzsystem. Grund sind gefährlich wachsende Bestände heimischer Staatsanleihen in Japans Bankensektor. "Die aktuellen Schwierigkeiten in der Euro-Zone sollten Japan eine Lehre sein", warnte der Währungsfonds am Mittwoch in Tokio.

Noch gilt Japan - trotz seiner enormen Verschuldung von mehr als 230 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung - bei Investoren als sicherer Hafen. Der Staat kann sich so billig verschulden wie noch nie. Die Kapitalzuflüsse aus dem Ausland haben allerdings zu einer Aufwertung des Yen geführt, was Japans Exporte belastet und die Kreditnachfrage der Industrie bremst. Japans Banken investieren daher verstärkt in Staatsanleihen, statt Kredite zu vergeben. "Es ist sehr wichtig, dass japanische Anleihen weiter als sicher gelten und durch eine mittelfristige Konsolidierung auch sicher bleiben", sagte José Viñals, Leiter der IWF-Kapitalmarktabteilung.

Sollten die Investoren das Vertrauen in Japans Staatsfinanzen verlieren und höhere Zinsen für japanische Staatsanleihen verlangen, würde der gleichzeitige Kursverlust der Anleihen bei den kleineren Regionalbanken einen Großteil des Kapitals auslöschen. Der Staat müsste die Banken retten und noch mehr Schulden machen - ein Teufelskreis, den die Euro-Zone seit drei Jahren durchmacht...

www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/...-japanisch/70102515.html
Antworten
Stöffen:

Ein wichtiger Fakt

4
11.10.12 10:06
der japanischen Schuldenmisere ist eben der, dass hier nämlich kaum ausländische Geldgeber japanische Staatsanleihen halten. Die Gefahren, welche sich künftig bei einem größeren Engagement ausländischer Investoren für Japan ergeben, die hat aktuell auch das HB aufgezeigt, welches ebenfalls über die japanische Schuldenmisere berichtet. Denn dass Japan mittlerweile hochverschuldet ist, dürfte ja allseits bekannt sein, Japans Staatsschulden überragen die jährliche Wirtschaftsleistung inzwischen um mehr als das Doppelte.

Doch anders als in Europa ist Japan jedoch fast ausschließlich im eigenen Land verschuldet, rund 95 Prozent der Staatsanleihen gehören heimischen Banken, Versicherungen und den eigenen Bürgern.

Der demografische Wandel in Japan lässt jedoch darauf schließen, dass Japan in den nächsten Jahren verstärkt auf ausländisches Kapital zur Staatsfinanzierung zugreifen muss und hier liegt die Crux der Geschichte. Ausländische Investoren werden aller Wahrscheinlichkeit höhere Zinsen verlangen und bei einem derart riesigen Schuldenberg, wie ihn Japan aufgetürmt hat dürfte einleuchtend sein, was da nur bereits kleine Zinserhöhungen bewirken, nämlich eine Explosion der Schulden.

Einer Studie zufolge ist ein Gegensteuern Japans noch möglich. Das Zauberwort lautet hier "Steuererhöhungen", da die Steuerbelastung in Japan wesentlich niedriger ist als in den meisten anderen Industrienationen.

www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/...chulden/7227422.html
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
A.L.:

Stöffen - # 770

3
11.10.12 10:34
Man kann es auch so formulieren:

Japans leidet nicht nur an einer scheinbar endlosen Deflationskrise, sondern dazu noch an "Überalterung" der Bevölkerung. Sie geht mit zunehmendem Auscashen der Rentner aus den wie Sparbüchern gehalten japanischen Staatsanleihen ein. Die Sparquote ist in den letzten Jahren von 15 auf 3 % gesunken.

Japans Rentner müssen "entsparen", weil die Renten nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu finanzieren. (Natürlich könnten sie diesen auch runterfahren, aber das würde zu einem weiteren Rückgang der ohnehin zu niedrigen und Deflations-schürenden Binnennachfrage führen.)

Sobald die Sparquote unter Null fällt, müssen entweder ausländische Investoren ran, dei freilich bei 230 % Staatsverschuldung die aktuellen Mickerzinsen kaum akzeptieren dürften. Oder die  BoJ (Japans Zentralbank) muss die Unmengen an neuen, zur Staatsfinanzierung gedruckten Staatsanleihen mehr oder minder komplett via QE aufkaufen. (Bereits jetzt wird Japans Staatshaushalt zu über 50 % aus Neuverschuldung finanziert). Das würde dann vermutlich den Yen kollabieren lassen.

QE ist halt kein Allheilmittel. Ursprünglich war es als Feuerlöscher für akute Finanzmarkt-Brände gedacht. Die Crux ist, dass Zentralbanker aller Herren Länder QE inzwischen als "legitime Fortsetzung" ihrer bisherigen (eh schon fragwürdigen) Zinspolitik verkaufen wollen, die man treffender als "Zinssenkungspolitik" bezeichnen sollte.

Wer glaubt, QE könne die Weltwirtschaft vor dem deflationären Unwind retten, wie es die Börsianer und hedonistische Politiker zurzeit (noch) glauben, unterschätzt die Langfristwirkungen der damit einhergehenden, überbordenden Staatsverschuldung - die sich in den PIIGS bereits als desaströs erwiesen hat.

Hier die Rangliste der vom "QE-Tod" bedrohten Länder:

1. Italien
2. Spanien
3. Japan
Antworten
daiphong:

kurzfristig geht es nur um Spanien,

 
11.10.12 11:42
im Vergleich zu dieser Bombe hat selbst Griechenland wenig Bedeutung
Antworten
A.L.:

Daiphong

 
11.10.12 11:54
Griechenland hab ich bereits als "lebenden Zombie" ausgebucht. Spanien ist wegen der geplatzten Immoblase stark bedroht. In Italien tickt jedoch wegen 123 % Schuldenquote und Misswirtschaft/Korruption (vor allem im Süden) sozusagen eine "griechische Zeitbombe".

Daher hab ich Italien in der Liste vor Spanien gesetzt, obwohl sich zurzeit die Märkt auf Spanien einschießen. Auch Großbritannien zählt zu den potenziellen Pleitestaaten.
Antworten
A.L.:

S&P macht mal wieder "große Politik"

4
11.10.12 12:16
Ziel des starken Spanien-Downgrades um zwei Stufen ist offenbar, Spanien gegen interne Widerstände (Rajoy will nicht die Haushaltshoheit verlieren) unter den ESM-Schirm zu zwingen, um Europas "Schuldenunion" voranzutreiben.

Die Schuldenvergemeinschaftung wirkt de facto SCHWÄCHEND auf Europa (obwohl Politiker fast ausnahmslos das Gegenteil behaupten...), weil damit die überfälligen Strukturrefomen in den PIIGS verschleppt werden. HInzu kommt, dass auch Deutschland dabei Schaden nimmt - als Zahlmeister und in Gestalt höherer Bund-Zinsen.

Zweck der Aktion scheint zu sein, den wackeligen Status des US-Dollars als Weltleitwährung trotz Bernankes QE weiter über die Runden zu retten (der Euro ist die schärfste Konkurrenz des USD).

Strategie: Wenn Alle QE machen (müssen) inkl. Europa, dann ist auch QE in Amerika (zu Nicht-Krisenzeiten) legitim oder zumindest "nicht mehr so schlimm".

Auszug Marketwatch:

“The ratings downgrade is a blow to the relaxation of spreads amid reduced volatility observed in recent weeks,” said the analysts in a note to investors. “With investors wary about forced selling as the risk of Spain dropping out of major [bond] indices is increasing, the ratings decision should accelerate the process of Spain having to request ESM (European Stability Mechanism) aid.

www.marketwatch.com/story/...may-nudge-spain-bailout-along-2012-10-11
Antworten
Malko07:

Die Risiken in Spanien sind

6
11.10.12 12:25
primär politisch und die politischen Faktoren werden durch die unabdingbare Sparpolitik verstärkt.

Die wirtschaftliche Kraft ist in Spanien extrem unterschiedlich ausgeprägt. Der Großraum Madrid, das Baskenland und Katalonien sind die tragenden Säulen. Alle andere Gegenden leben auf Kosten dieser 3 Regionen und das weit über ihre Verhältnisse. Das Land im innern gemeinsam in ähnlicher Höhe abwerten zu lassen wird aus kulturellen Gründen nicht funktionieren. Katalanen und Basken haben sich nie als Spanier gefühlt, sie wurden immer nur unter wechselndem Druck und dem Versuch der Auslöschung ihrer Kultur in Spanien gehalten. Spanien wird den Weg der Föderation gehen müssen und dann regional stark unterschiedlich abwerten müssen. Noch weigert sich die Zentralregierung diesen Weg zu gehen. Sie wird ihn aber gehen müssen oder Spanien fliegt auseinander.

Noch ist die interne Abwertung bei weitem nicht ausreichend, in vielen Regionen ist die Wettbewerbsfähigkeit kaum vorhanden und die Immobilienblase ist alles andere als verdaut. Es wird also noch wesentlich härter werden und schon jetzt bröckelt der Staat. Kastilien wird den Staat auch nicht erneut mit Militärgewalt zusammen halten können. Dem würden die anderen Europäer nicht zuschauen sondern eingreifen.

Wenn die anderen Europäer richtigerweise die zwischenzeitlich aufgehäuften Bankprobleme nicht auf ihre Kappe nehmen, ist es soweit.
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