Das sehen wir z.B. bei der Mautpflicht für Autobahnen in IT, SP und FR. In GR haben wir einen überzogenen Militärsektor, der allein schon aufgrund seiner schieren Größe ein wesentlicher Marktteilnehmer ist In Frankreich haben wir zudem traditionell einen ausgeprägten Merkantilismus.
Am besten funktionieren diese Systeme dann, wenn der Austausch von Dienstleistungen auf den unteren Ebenen, also Kommunen, Regionen etc. erfolgt. Es ist eben normal, dass eine Gemeinde sich um ihre Schule kümmert - die Dienstleistung wird bürgernah erbracht und bürgernah politisch verantwortet. Je abstrakter der Staat auftritt, desto unverständlicher ist er und wird nicht akzeptiert - gegebenes Beispiel Steuermoral.
Wenn Unternehmen in diesen Barterstaaten Kapital brauchen, müssen sie auf ausländisches Kapital zurückgreifen. Die Abwertung der eigenen Währung bedingt zwar, dass sich die Rückzahlung von Anleihen verteuert - jedoch war das immer noch günstiger als sich zu sehr hohem Zins in der eigenen Währung Kapital zu beschaffen.
Mit Einführung des Euro ist plötzlich die Kapitalbeschaffung stark verbilligt worden. Dieses verbilligte Kapital tritt nun in Konkurrenz zur eigenen Wertschöpfung - welche traditionell aufgrund des Realgütertausches immer relativ teuer war. Die Folge ist Arbeitslosigkeit.
Das Ironische ist nun, dass der Kapitalmarkt nichts anderes macht als diese (Fehl-)entwicklung zu korrigieren, indem die Zinsen für die Problemstaaten steigen. Das wäre der Anlass, sich auf die eigene Wertschöpfung (wieder) zu besinnen. Statt dessen versucht man, das fundamentale Problem "monetär" zu lösen, wie man auch hier im Forum lesen kann:
Für die EZB dagegen sind im Geldmarkt die jeweiligen regionalen Zinsen wichtig. Und deshalb ist sie richtigerweise der Meinung, wenn der Konzern A in Spanien nur Kredite für 7% erhält, seine Filiale in Deutschland aber für 3%, der Geldmarkt gestört ist. (Malko)
EZB-Propaganda - für die sich leider der eine oder andere zum Sprachrohr machen lässt.
