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Der USA Bären-Thread

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Passende Knock-Outs auf Mercedes-Benz Group AG

Strategie Hebel
Steigender Mercedes-Benz Group AG-Kurs 5,02 9,92 15,33
Fallender Mercedes-Benz Group AG-Kurs 5,06 9,58 15,32
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VK1Y5W3 , DE000VH64MY7 , DE000VJ2SA16 , DE000VU26WW2 , DE000VD35B16 , DE000VD59201 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

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Dreiklang:

Fällt Merkel um?

9
03.12.11 22:37

Wenn man auch nur ansatzweise Vertrauen haben könnte... Ich habe keins. Man wird das "Tauschgeschäft" - abstrakte Fiskalunion - gegen Transferleistungen betreiben. Im "Normalfall" finanzieren die Bürger eines Staates dessen Verschuldung selbst. Kommen sie dem nicht nach, weil es an Kapital fehlt (Frage Überschuldung und/oder strukturelle Probleme), oder weil sie schlicht nicht wollen (Italien), da die Finanzierung des Staates nicht mehr nachhaltig erscheint, entsteht ein enormes Problem. Ein Problem, das bei Gründung der EMU nicht gesehen wurde. Denn die Frage ist doch, ob überhaupt eine Kapitalversorgung von "außen" , also über Staaten, die als Geberländer angesehen werden, auf Dauer betrieben werden kann. Das ist schlicht eine Frage der Größenordnung. Wenn also Italien, Spanien etc. im nächsten halben Jahr ca. 600 Mrd "rollen" müssen zzgl. Neuverschuldung, wer steht dann auf und sagt: " Ich wollte immer schon Italobonds kaufen, jetzt, da Schäuble sein Garantiezertifikat draufklebt, schlage ich zu!" ?

Oder könnte etwas ganz anderes passieren? Etwa: man fragt: Sind die Deutschen wahnsinnig geworden, die Stabilität ihrer Anleihen zu gefährden?

Woran hängt der Euro noch? Womöglich an der Stabilität der Bunds? Wenn der Markt Eurobonds als labil ansieht, ist weder dem Eurobond geholfen noch den Bunds. Gehen aber die Bundesanleihen in den Keller, ist es mit dem Eurobond auch vorbei. Nur, was macht unser Finanzminister, wenn als Folge der EU-Beschlüsse ein Abverkauf von Bundesanleihen einsetzt? Dies auf "Spekulanten" schieben?

Und was passiert, wenn es in Folge von EU-Beschlüssen zu einer (scheinbar) paradoxen Marktreaktion kommt und eine Flucht aus dem Euro einsetzt? Die primäre Antwort ist klar: FED kauft Euro, und die Märkte "jubeln". Für wie lange? Gold, Silber, Öl werden sofort nach oben springen. Die Illusion, Euro und Dollar gemeinsam als Inflationswährung zu betreiben, wird nicht lange anhalten, da die Kosten sofort auf die "Verbraucher" umgelegt werden.

Zusammenfassung: Man soll nicht "Feuer" rufen, bevor der Brand überhaupt gelegt ist. Doch nicht jeden Brand sieht man. Brandgeruch kann man jetzt schon deutlich wahrnehmen. Was die Herren Barroso, Rumpuy etc. nicht wahrhaben wollen: sie fungieren als perfekte Brandbeschleuniger mit "ihren" Eurobonds.

 

 

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Dow 17.700 als Normalzustand

 
03.12.11 23:51
null
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wawidu:

kicky # 90948

5
04.12.11 00:00
Was die portugiesische aktuell Regierung offenkundig betreibt, nämlich eine "Ausplünderung der öffentlichen Sozialkassen" zur Haushaltskonsolidierung, ist ja im Prinzip nichts Neues. Bislang konnte sie dies allerdings gut verbergen. Portugal hat rund 10,5 Mio. Einwohner. Über 3 Mio. Bürger bzw. aus Portugal stammende Bürger anderer EU-Staaten leben bzw. arbeiten permanent in diesen. In Frankreich sind es rund 2 Mio., in UK rund 500.000, danach folgen Deutschland, Belgien und Luxemburg mit weitem Abstand. In Portugal zahlen Staatsbürger zwar Einkommensteuer gemäß den jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen, doch keine Beiträge in die Sozialkassen.

Diese "Ausplünderung" öffentlicher Sozialkassen beschränkt sich jedoch keineswegs auf Portugal (oder Griechenland, oder Irland). Diese ist bereits seit Jahren in allen hoch verschuldeten Staaten gang und gäbe. In den USA begann die "Unsitte" massiver "zinsloser Anleihen" bei den öffentlichen Sozialfonds nach 9/11, um völlig überzogene "Incentives" finanzieren zu können. Unter Obamas Ägide wurden die Unterdeckungen der öffentlichen Sozialkassen keineswegs reduziert, sondern noch weiter erhöht. Laut Dave Rosenberg haben zwischen 2008 und Ende 2010 über 20 % aller über 55-jährigen ihre 401-Pensionsfunds aus finanziellen Gründen gekündigt, sei es, dass sie keine weitere Einzahlungen mehr leisten oder aber sich die bislang aufgelaufenen Guthaben mit deutlichem Verlust auszahlen ließen. Wir kennen dies ja hierzulande auch bei Kapitallebensversicherungen. Die Generation der über 55-jährigen ist jedoch in den USA die der sog. Baby Boomers. Diese konzentriert sich auf die Geburtsjahrgänge 1946 bis 1957 (offiziell bis 1964 - aber da war die Geburtenrate schon deutlich im Niedergang). Die aktuelle US Geburtenrate wird fast ausschließlich durch Afro-Amerikaner und "Hispanoles" (überwiegend aus Mexiko und Puerto Rico) gestützt. Diese sind jedoch diejenigen mit den geringsten Einkommen und schlechtesten Zukunftsperspektiven.




























bei Kapitallebensversicherungen! Die Generation der über 55-jährigen ist jedoch in den USA die der sog. Baby Boomers. Diese konzentriert sich auf die Geburtsjahrgänge 1946 bis 1957 (offiziell bis 1964 - aber da war die Geburtenrate schon deutlich im Niedergang)
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Der USA Bären-Thread 463791
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wawidu:

dreiklang # 90951

5
04.12.11 00:24
Wer kauft denn zZ noch BUNDS? Nur Idioten, die sich bzgl. der realen langfristigen Gesamtverschuldung Deutschlands (inkl. Renten- und Pensionsverpflichtungen) noch Illusionen hingeben. "Hort der Sicherheit"? LOL! Die demografische Entwicklung wird Deutschland ebenso wie die USA und andere OECD-Staaten (speziell Japan, UK, Frankreich, Italien, Spanien) über kurz oder lang in ihrer Leistungsfähigkeit in die Knie zwingen. Die Erhöhung des Rentenalters in Deutschland von 65 auf 67 ist mE ein deutliches Indiz. Aber warum nicht bis 70? Könnte bald kommen.
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daiphong:

PQ #47 Bullen erwischen die Tiefs besser, Bären

3
04.12.11 00:33
die Tops, wahrscheinlich sollte man kooperieren ;-). AL brachte am 16.11. ein Post aus zerohedge, das eine größere Rutsche nahelegte, war damals auch meine Meinung. Brachte immerhin 200 NDX-Punkte, manche aber wurden anschließend auf dem falschen Fuß erwischt. Falls das Tief am 61,8%RT so wahrscheinlich war, wie du vehement, aber im Nachhinein behauptest, warum nicht vorher dazu posten? Man kann unzählige 61,8%RTs einzeichnen, die im Chart keinerlei Rolle spielten. Und "news" zu fundamentalen Gründen benennen, die eine entscheidende Wende im Chartmuster markierten, wie etwa zu staatlichen Finanzierungsproblemen oder Zentralbankinterventionen. Börse spielt sich schließlich nicht völlig außerhalb von Realität ab.
Antworten
learner:

#90932 Ackermännchen

4
04.12.11 09:37
Wenn Ackermännchen die Deregulierung der Finanzmärkte seinerzeit kritisiert hätte, würde man ihn heute ernster nehmen.
Sieht man sich den Kurs der Deutschen Bank an ist man eher verwundert, dass der Gute  sich nicht verschämt aufs Altenteil zurück zieht, anstatt anderen Leuten gute Ratschläge zu erteilen.
Wenn Du kein Geld hast, hast Du die wenigsten Freunde, aber die besten!
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Dreiklang:

Horrorszenarien in der FTD

4
04.12.11 11:10

So könnte der Euro kollabieren:

www.ftd.de/politik/konjunktur/...uro-kollabieren/60137283.html

Was die FTD annimmt: Dass es nach einem EU-Gipfel ohne Schuldenunion zu einer Flucht aus dem Euro kommt. Meine Prognose: Der Markt reagiert anders, als man denkt: Fällt Merkel um, wird der Euro auch fallen. Und die FTD-Truppe würde dumm gucken... Kommt es zu keiner Einigung, wäre einfach nur abzuwarten, wie das große Kino um Spanien und Italien weitergeht. Dass die Märkte zusammenbrechen, weil Spanien sich den Euro-Austritt überlegt, glaube ich nicht. Es würde als Befreiungsschlag empfunden werden.

Was man aber auf dem Zeiger haben muss: Da  die Schuldenunion - im Gegensatz zu der kleinkindlichen Denke unserer Witzfiguren in den EU-Kommissionen - ein schwaches, haltloses Konstrukt ist, dürften Goldman & Co hier auf die FED spekulieren, die dann massiv Euro kauft. Es würde  heißen: "Die Deutschen sind zu schwach, den Euro zu retten, wieder einmal müssen die USA ran". Das würde bedeuten, die Gestaltung der EMU den USA zu überlassen. Aber soweit denken die Brüsseler und Berliner Spitzen nicht.

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Malko07:

Alle staatlichen Wohltaten, ob nun

8
04.12.11 11:14
Subventionierungen (auch Steuervorteile) der Industrie und Landwirtschaft oder soziale Leistungen (auch Steuervorteile) und wie wir alle wissen, nicht sauber finanziert sind, werden auf den Prüfstand kommen und gekappt werden. Die Hoffnung auf den großen Schuldenerlass ist eben nur eine Hoffnung, besser gesagt eine Illusion. Würde man die Schulden kappen, könnte man auch nicht so weiter machen wie bisher. Kein potentieller Gläubiger würde mehr einen Cent herausrücken.

Wie Sarkozy in Toulon feststelle, beginnt jetzt, nach der langen Periode des Schuldenwachstums, die Periode des Schuldenabbaus. Dabei reicht es eben nicht die Neuverschuldung auf Null zu führen, es muss auch die aufgelaufene Verschuldung zu einem erheblichen Teil abgebaut werden, je schneller die Bevölkerung schrumpft umso schneller.

Über Inflation kann man den aufgelaufenen Schuldenberg nicht abbauen. Die deflationären Kräfte wegen der abnehmenden Bevölkerung stehen diesem entgegen. Die Inflationierung könnte nur über die Inflationierung der Rohstoffpreise funktionieren. Verständlich, dass dabei alle rohstoffarme Länder nicht mittun wollen. Auch kann die Inflation leicht aus dem Ruder laufen. Sie ist nur schwer steuerbar. Eine aus dem Ruder laufende Inflation würde einen Zusammenbruch bedeuten. Letzteres kann man einfacher haben.

Wegen den momentan hohen Energiepreisen bleibt hohes Wachstum über Jahrzehnte ausgeschlossen. Bis die regenerativen Energiequellen wirklich wirtschaftlich werden und große Teile der klassischen Energie (nicht nur Strom, auch Heizung und Verkehr) wirtschaftlich ersetzen können, wir es mindestens noch Jahrzehnte dauern. Auch an der technologischen Front ist das große Licht nicht sichtbar. Die Informationstechnologie hat langsam alle Bereiche durchdrungen und große Rationalisierungen sind dadurch nicht mehr machbar. Die nicht gelöste Softwareproblematik bringt sogar Neueinsteiger (z.B. Philips TV) langsam um.

Es ist also eine absolute Illusion, dass die heutigen nicht finanzierten Wohltaten erhalten blieben. Die Abgaben und Steuerlast wird steigen und die sozialen Leistungen werden zusammen gestrichen werden. Die Alternative wäre der Zusammenbruch. Das würde uns Chaos und absolute unsoziale Verhältnisse bringen. Wir haben die Wahl.

Kappungen von Leistungen und Steuererhöhungen werden nicht geräuschlos vor sich gehen. Darin wir sich eben der übliche Verteilungskampf abspielen. Allerdings wenn eine Gruppe meint, sie könnte dies für ihre Gruppe verhindern, unterliegt einer großen Illusion und hat offenbar die Größenordnung des Problems nicht begriffen. Auch unsere inländischen Strukturen werden nicht so bleiben wie bisher. Die automatische horizontale Transferunion wird sehr wahrscheinlich durch eine verstärkte vertikale Transferunion, über deren Umfänge immer wieder neu gestritten werden wird, ersetzt werden. Manche meinen wir hätten heute schon einen wirksamen Stabilitätsanker in der Verfassung. Stimmt, wirken wird er aber erst sehr spät:

Die Einhaltung der 0,35 % Grenze (jährliche Nettokreditaufnahme des Bundes) ist für den Bund ab dem Jahr 2016 zwingend vorgesehen, das Verbot der Nettokreditaufnahme der Länder tritt ab dem Jahr 2020 in Kraft.

Ich glaube nicht, dass wir uns diese zeit noch zur Verfügung steht. Es gibt auch keinen Grund, die Verschuldung so lange noch weiter laufen zu lassen. Die Wirklichkeit wird und früher und härter treffen.
Antworten
Dreiklang:

Malko 958 Dann gehen Eurobonds eben nicht

3
04.12.11 11:24

Subventionierungen (auch Steuervorteile) der Industrie und Landwirtschaft oder soziale Leistungen (auch Steuervorteile) und wie wir alle wissen, nicht sauber finanziert sind, werden auf den Prüfstand kommen und gekappt werden. Die Hoffnung auf den großen Schuldenerlass ist eben nur eine Hoffnung, besser gesagt eine Illusion. Würde man die Schulden kappen, könnte man auch nicht so weiter machen wie bisher. Kein potentieller Gläubiger würde mehr einen Cent herausrücken.

Eurobonds sind nichts anderes als die Umschuldung der bereits insolventen Staaten auf den Norden. Man kann das ja wohl als "Subvention" bezeichnen. Mit Eurobonds geht auch die Hoffnung einher, der Durchschnittszins in der EMU könnte sinken. Das wird sich als Illusion erweisen, da eine insolvente Konstruktion durch Umschuldung nicht solventer wird.

Im Unterschied zu Deutschland können sich die Südstaaten Deflation nicht leisten, da der größte Teil deren Wertschöpfung durch den Staat dargestellt wird. Und das wird immer extremer, je mehr "gespart" wird. Schon für den inneren Wirtschaftskreislauf brauchen diese Länder Monetarisierung. Die rein pragmatische Konsequenz deiner Ausführungen kann nur sein, den Euro aufzutrennen. Je eher, desto besser!

Antworten
Platschquatsc.:

#90955

5
04.12.11 11:31
daiphong du interpretierst wieder Dinge in mein Posting die überhaupt nicht geschrieben wurden von mir.

Es ging um Antis Posting von 2.12. wo er behauptet die Chartis wurden genarrt usw. und ich behauptete anschließend das genau diese eben am wenigsten genarrt wurden.
Was davor geschrieben wurde hab ich überhaupt nicht gelesen und war in diesen Zusammenhang nicht relavant.
Ich hab auch nicht geschrieben das am 61,8% RT ein Tief wahrscheinlich ist sondern, dass das Short CRV bescheiden ist (im Gegensatz zu Antis Behautung)und man im Umkehrschluß an einer Unterstützung damit rechnen sollte das Trader hier handeln  z.B. antizyklisch Long oder Shorts glatt stellen.
Das man unzählige 61,8%FiboRTs einzeichnen kann ist natürlich korrekt nur gabs im aktuellen Fall eben nur ein sinnvolles einzuzeichnen und jeder der Charts benutzt ist auch in der Lage mal paar FibosRTs selbsständig einzuzeichnen.

Das die Abwärtsbewegung als solche erstmal vom Tisch ist hab ich schon im August geschrieben und das man sich ab dem nächsten Tief eher Long orientieren sollte.
Da muss ich nicht jeden Börsenhoppser kommentieren.
kurzfristig hier
http://www.ariva.de/forum/...-Thread-v2-0-432583?page=35#jump11410590
und hier
http://www.ariva.de/forum/...-Thread-v2-0-432583?page=37#jump11462862
mittelfristig hier
http://www.ariva.de/forum/...-Thread-v2-0-432583?page=34#jump11370617
und hier
http://www.ariva.de/forum/...ren-Thread-283343?page=3471#jump11354358

und was den aktuellen SPX angeht wird jetzt an der 200GD auch nur ne kleine Konso stattfinden (mBB und 50GD beachten) bevor das letzte Zwischenhoch bei 1293 überboten wird.mMn
Antworten
Malko07:

#90959: Es langweilt, wenn

5
04.12.11 12:17
zu einer grundsätzlichen Abhandlung immer wieder die gleichen Missionsversuche stattfinden.

Ich habe bekanntlich zu Eurobonds keine einzige Aussage getroffen und habe auch nicht gesagt, dass alte Schulden nicht refinanziert werden müssten. Die Periode der Schuldenreduzierung wird genau so Jahrzehnte in Anspruch nehmen wie der Schuldenaufbau über Jahrzehnte gelaufen ist.

Eurobonds sind eine Methode der Vergemeinschaftung von Schulden, so wie der Aufkauf von Anleihen und Pfandbriefe seitens der EZB oder der Finanzierung über den Rettungsfonds. Auch ist die EU seit Anbeginn eine vertikal organisierte Transferunion. Auch die heutigen "Rettungsmaßnahmen" entsprechen einer vertikal organisierten Transferunion, es gibt keinen über Regeln festgelegter Automatismus. Eurobonds sind auch nur eine technische Methode, wie die schon oben aufgeführten. Wesentlich würde die Ausgestaltung sein. Ein Schlagwort alleine ist deshalb ein sehr begrenzter Beitrag zur Diskussion, so begrenzt, dass man darüber nicht wirklich diskutieren kann.

Zu behaupten, dass man sich Deflation nicht leisten kann ist eine Behauptung. Die braune Ware und die Hardware der Informationstechnologie unterliegt schon seit Jahrzehnten einer sehr starken Deflation. Eine Gemeinschaft kann sehr wohl sogar bei negativem Wachstum existieren und wenn sie sich gut organisiert sogar ihren Wohlstand steigert. Zum Wohlstand gehört eben nicht den eigenen PKW in den Graben zu steuern und Überstunden zu leisten um sich Ersatz leisten zu können. Auch dieser angelsächsischer volkswirtschaftliche Ersatzreligion langweilt.
Antworten
Malko07:

Es ist eine absolute Illusion,

8
04.12.11 12:37
dass man nachhaltige, jahrzehntelang andauernde Exportüberschüsse, irgendwann vollständig bezahlt bekäme. Man wird auf einen Teil verzichten müssen. Gegenüber den USA (Immobilienschrottpapiere) haben wir schon über einen erklecklichen Teil verzichtet und werden noch weiter verzichten müssen. Ähnliches gilt für Teile in Europa. Es ist ja auch heute nur primär eine Frage der technischen Ausgestaltung. In dieser Lage sind nicht nur wir, unsere Nachbarn sind diesbezüglich nicht besser aufgestellt.

Bei der technischen Ausgestaltung geht es auch darum, dass diese Fehlentwicklung nicht weiter geht die uns unter Garantie an die Wand fahren würde. Um das zu verhindern, muss die Verschuldung und damit auch der innengemeinschaftliche Exportüberschuss (primär Nordstaaten) zurück geführt werden. Dazu sind Korrekturen auf beiden Seiten notwendig. Auch gehört die Finanzindustrie, die auch wegen dieser Fehlentwicklung zu stark gewachsen ist, eingedampft. Die Korrektur der fehlerhaften Strukturen wird in der Übergangszeit zusätzliche Transfers brauchen, da brauchen wir uns nicht in die Tasche zu lügen. Manche Überstunde war eben für die Katz und wurde nicht mit richtigem Geld bezahlt. Bei der Ausgestaltung geht es auch darum, dass die heutigen Profiteure der Ungleichgewichte (nordeuropäische Exportindustrie, Finanzindustrie, staatliche und gesellschaftliche Organisationsdefizite im Süden und Korruption) nicht ewiglich weiter kassieren.
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Dreiklang:

Malko 962 Sehr schön geschrieben, Merkel-Linie

5
04.12.11 13:52
geradezu eine Regierungsverlautbarung, direkt vom Spreebogen. Und Merkel scheint das auch zu glauben. Ich glaube es nicht. Schon deshalb nicht, weil sich Barroso etc. doch etwas ganz anderes vorstellen.

Viele Länder in der EMU haben faktisch nach Euro-Einführung "entspart". Sämtliche uns vorgegaukelte Wachstumszahlen waren reines Konsumwachstum, durch Verschuldung generiert - nichts Strukturelles Dabei ist es - im Gegensatz zur offiziellen Doktrin - völlig belanglos, ob die Verschuldung privat oder staatlich war.  Wie wollen beispielsweise Spanien und Portugal ihre Renten refinanzieren? Über Umlagen und Steuern? Gibt die Wirtschaft nicht her. Also über Eurobonds. Damit kann man sich günstiger verschulden als derzeit. Man kann den Eurobond gestalten wie man will: Die einzige Variante, ihn marktfähig zu machen, läuft auf einen Swap hinaus: Spanische Anleihen werden gegen Bundesanleihen getauscht. Die Bundesanleihen kommen dann auf den Markt mit dem Label Eurobond , vllt sogar als Elitebonds. Solange der Markt das mitmacht. Denn die Achillesferse bleibt dabei, dass faktisch, ganz jenseits aller politischen Erklärungen, die dt. Gesamtverschuldung drastisch steigt. Will man das vermeiden, muss man die Haftung rausnehmen - dann wird der Elitebond sofort zum Softbond.
Antworten
Anti Lemming:

Wozu werden die Exportüberschüsse

12
04.12.11 13:58

in Deutschland denn überhaupt erzeugt (Politiker rühmen sich ja ständig damit), wenn die Überschüsse anschließend "notwendigerweise" den Staaten, die die Exporte per Kredit (sonst hätten sie ja keine Defizite) gekauft hatten, durch Schuldenerlass oder Subprimeschrott-Käufe größtenteils "erlassen" werden? (re: # 962)

Da könnte man das Exportieren doch auch gleich ganz sein lassen, wenn es am Ende eh nur auf ein Schuldenerlass-Nullsummenspiel hinausläuft.

Mag sein, dass die Exportwirtschaft mittelfristig Arbeitsplätze schafft (faktisch gibt es in D. trotz "guter" AL-Zahlen eine starke Schattenarbeitslosigkeit in Gestalt von vielen marginal (Lohndumping-)Beschäftigten und Hartz IV-Empfängern).

Aber ist der Preis dafür nicht zu hoch, wenn anschließend, wie es nun auch Altkanzler Schmidt "fordert", der Euro langfristig weichgespült werden "muss" - nur um die PIIGS und sonstigen Importsünder zu "retten"?  

 


 

Polemik-Nachtrag:

Deutschland sollte sich an Griechenland ein Beispiel nehmen. Inkompetenz, Korruption, Vetternwirtschaft, Faulheit und Wettbewerbsschwäche sind im "modernen Europa" keine Negativattribute mehr.

Ganz im Gegenteil: Griechenland kommt auch als schnorrender Importweltmeister glänzend über die Runden. Es steigert sogar die Lebensqualität (beim Ouzo am Strand), wenn sich die Politiker und deren Untertanen nicht ständig mit Wirtschaftskram wie Konkurrenzfähigkeit der eigenen Produkte usw. befassen müssen.

Antworten
Kicky:

Deutschland hat 2 Billionen Schulden-wer soll das

5
04.12.11 14:19
bezahlen? so sagt es seit gestern ein riesiges Plakat unten in der U-Bahn am Zoologischen Garten.Der Steuerzahlerbund hat es dort anbringen lassen.

und da mich das auch interessiert,denn ich habe ja auch 2 Kinder und Enkelkinder,habe ich mir das mal angeguckt ,was die schreiben:
www.steuerzahler.de/wcsite.php/_c-43/_lkm-24/i.html
Bund, Länder und Gemeinden sowie ihre Extrahaushalte werden am Ende des Jahres 2011 mit rund 2.030 Milliarden Euro verschuldet sein. Zur Veranschaulichung dieser Zahl kann folgendes Beispiel dienen: Würden ab sofort keine Schulden mehr aufgenommen und würde die öffentliche Hand gesetzlich verpflichtet, neben allen anderen Ausgaben für Personal, Investitionen, Sozialleistungen, Zinsen etc. jeden Monat auch eine Milliarde Euro an Schulden zu tilgen, so würde dieser Prozess 169 Jahre lang andauern müssen, um den Schuldenberg vollständig abzutragen. Am höchsten ist der Bund verschuldet; auf ihn entfallen 64 Prozent der Staatsschulden. Danach folgen die Länder mit 30 Prozent und die Schulden der Gemeinden schlagen mit 6 Prozent zu Buche.

Der Gesamtschuldenstand der öffentlichen Haushalte in Abgrenzung des Maastricht-Kriteriums lag im Jahr 2010 bei 83,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Im Jahr 2011 wird er voraussichtlich bei 82,4 Prozent liegen. (Stand: 28.09.2011)....

wie wird das erst aussehen ,wenn Merkel einknickt unter dem internationalen Druck?

und sie ergänzen das mit Grafiken:
Angehängte Datei: verschuldung_per_28.pdf
Antworten
Kicky:

Die Ursache der Staatsverschuldung

5
04.12.11 14:23
Für die Entstehung der Schulden verantwortlich sind die von uns gewählten Politiker in den Parlamenten, die über die Einnahmen und Ausgaben des Staates entscheiden. Wenn die Einnahmen, vor allem die Steuern, nicht ausreichen, die Ausgaben zu decken, entscheiden sich viele Politiker dafür, Schulden zu machen.

Politiker wollen wiedergewählt werden. Viele glauben, sich bei den Wählern beliebt zu machen, wenn sie Wahlgeschenke verteilen, denn die Bürger haben viele Wünsche, deren Erfüllung sie sich vom Staat erhoffen. Dabei vergessen sie jedoch leicht, dass die Erfüllung der Wünsche dazu führt, dass der Staat zuviel Geld ausgibt. Ein Übriges trägt das bestehende Mischsystem im Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern bei, bei dem die Kosten und die Verantwortlichkeiten verschleiert werden. Niemand ist heute in diesem System mehr imstande nachzuvollziehen, ob die gezahlten Steuern und Abgaben auf einer Kommunal- oder Landesebene in Projekte und Investitionen fließen, die dieser Ebene auch zugute kommen. Der Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung wird verwischt und das trägt auch ein großes Stück zum viel beschworenen Steuerunmut bei.

Die Entwicklung der Staatsausgaben


Es gibt zwei Ausgabenblöcke, die in fast allen öffentlichen Haushalten bedrohlich anwachsen: Die Schuldzinsen und die Ausgaben für Versorgungsleistungen.

Alle staatlichen Ebenen haben trotz des anhaltend niedrigen Zinsniveaus im Jahr 2010 rund 63,2 Milliarden Euro an Zinsen zu zahlen. Die öffentlichen Haushalte sitzen in einer Verschuldungsfalle!

Die Staatsverschuldung droht außer Kontrolle zu geraten, weil die Zinsbelastung für die Schulden der Vergangenheit die heutige Verschuldung in die Höhe treibt. Es müssen nämlich Kredite aufgenommen werden, um Zinsen zu zahlen. Die statistische Pro-Kopf-Verschuldung betrug Ende 2009 20.168 Euro. Bund, Länder und Gemeinden beschäftigen derzeit knapp 3,8 Millionen Menschen direkt. Rechnet man die mittelbar Beschäftigten hinzu, so kommt man auf insgesamt 4,5 Millionen. Damit ist jeder achte abhängig Erwerbstätige beim Staat beschäftigt. Die Altersversorgung aller rund 1,44 Mio. Versorgungsempfänger - vor allem pensionierte Beamte - kostete im Jahr 2006 rund 35,3 Milliarden Euro. Es ist absehbar, dass die Zahlungen für Pensionen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sprunghaft steigen werden, wenn die heutigen Beamten in Pension gehen. So rechnet die Bundesregierung in ihrem Versorgungsbericht damit, dass die Versorgungsausgaben im Jahr 2050 sogar auf über 90 Milliarden Euro ansteigen werden. Diese Belastungen werden vor allem die Bundesländer zu schultern haben, da sie die meisten Beamten (Lehrer, Hochschulpersonal, Polizisten, etc.) beschäftigen.

Die Ausgaben und die Verschuldung des Staates müssen verringert werden!......
www.steuerzahler.de/wcsite.php/_c-43/_lkm-24/i.html
das ist sicher auch Malkos Meinung!
Antworten
Malko07:

Typisch für eine Bananenrepublik

13
04.12.11 14:33
ist, dass ihr die inländische Wirtschaft am Bart vorbei geht. Der Begriff Bananenrepublik hat nämlich nichts mit ineffizienter Verwaltung und Korruption zu tun sondern mit einem nur auf Export ausgerichteten Politik. Der Begriff resultiert aus dem Umgang der United Fruit Company (UFC, auch UFCO) mit den mittel- und südamerikanischen Staaten. Es war egal wie es den Pflanzer und ihren Familien ging, es war egal wie es den Staaten auf denen sich die Pflanzungen befanden, erging, die Bananen (Chiquita) wurden eh weltweit exportiert, der inländische Markt existierte praktisch nicht.

Nicht Griechenland ist also eine Bananenrepublik, das sind wir, China, Japan und etliche andere Länder. Griechenland ist ein total heruntergekommenes Subjekt!

Will man gegen die Ungleichgewichte vorgehen, muss  man auf fairen Handel drängen und gegen die Verschuldung vorgehen. Die Alternative wäre eine, mMn nicht funktionierende, weltweite Planwirtschaft. Da bei den Ungleichgewichten die Finanzindustrie eine herausragende Rolle spielt, gehört auch sie an die Kette gelegt. Verbot aller Versicherungen, die den Handel und Kredite betreffen und Regeln welche die Verschuldung ganz schön erschweren. Auch ein Verbot des Weiterverkaufs von Schulden. Und man wird staunen. Die Lichter bei uns werden nicht ausgehen. Der Wohlstand wird sogar größer werden. Und wir werden ganz praktisch erleben, dass der Euro damit überhaupt nichts zu tun hat. Die Probleme, dass Schulden nicht bezahlt werden haben wir nicht nur mit der Eurozone, die haben wir in einem wesentlich größerem Maßstab mit Staaten außerhalb der Eurozone.
Antworten
Kicky:

Helmut Schmidt:der Euro ist stabiler als $ und DM

 
04.12.11 14:38
www.faz.net/aktuell/politik/inland/...ist-stabil-11550847.html
Antworten
Malko07:

Kicky, Staatsverschuldung ist mit

4
04.12.11 14:38
die unsozialste Politik. Es kommt nämlich der Tag, an dem die Rechnung präsentiert wird. Und dann wird es riesige Kämpfe geben, wer dafür mit welcher Größenordnung gerade stehen muss. Und dabei werden die Schwächsten, weil sie sich am schwierigsten wehren können, am schlechtesten abschneiden. Also träume ruhig weiter deinen sozialistischen Traum. Er wird nur nicht in Erfüllung gehen.
Antworten
Dreiklang:

Die verzweifelte Aufrechterhaltung der EuroIlusion

6
04.12.11 14:44

hat natürlich mit der dt. Exportwirtschaft zu tun.

 

in  Deutschland denn überhaupt erzeugt (Politiker rühmen sich ja ständig  damit), wenn die Überschüsse anschließend "notwendigerweise" den  Staaten, die die Exporte per Kredit (sonst hätten sie ja keine Defizite)  gekauft hatten, durch Schuldenerlass oder Subprimeschrott-Käufe  größtenteils "erlassen" werden? (re: # 962)  A.L. 964

Da könnte man das  Exportieren doch auch gleich ganz sein lassen, wenn es am Ende eh nur  auf ein Schuldenerlass-Nullsummenspiel hinausläuft.

Das übergeordnete Interesse bei Euroeinführung war:

a) europaweit niedrige Zinsen darzustellen

b) europaweit Realkapital billig zu machen

Ich nenne dies die Euro-Illusion,

Sowoh a) und b) waren nur mit der exportorientierten, strukturellen Stärke des Nordens machbar. Auf dt. Exporte zu schimpfen ist daher eine Lachnummer. Dt. Exporte (und die der Finnen, NL etc) sind vielmehr conditio sine qua non des EMU-Systems. Dt. Exporte sichern den Außenwert der Währung: Spanier, Portugiesen, Griechen, selbst die Franzosen können dazu nichts beitragen. Ohne dt. Exporte wäre für die Südländer Öl, Konsumgüter, ja sogar Lebensmittel, erheblich teurer. Allerdings wurde aller Konsum transfer- bzw. kreditfinanziert.

Völlig richtig wird dieses System nun in Frage gestellt. Der Kredithahn wird zugedreht. Aber das widerspricht der Logik des EMU-Systems. Also wird die Spekulanten-Lüge vorgebracht. Und die Hoffnung auf eine Vergemeinschaftung der Schulden gesetzt.

Doch die Frage bleibt: Welchen realen Gegenwert erhält der dt. Industriearbeiter, der an Exportgütern mitwirkt? Nichts.  Welchen realen Gegenwert erhält Schäuble, wenn er Abgaben, Steuern etc erhebt? Nichts. Ist dieses System nachhaltig? Nein. Wer wird uns darauf aufmerksam machen? Die Rating-Argenturen. Damit hätten sie recht - nur dann ist es zu spät.

Was müssen wir tun? Dieses "System" beenden. Wie kann man das effizient bewerkstelligen? Durch eine Trennung des Euro in Euro I und Euri II. Das Weitere ließe sich dann mit Geldpolitik relativ einfach steuern.

 

 

Antworten
Kicky:

Goldmans Prophezeiungen für 2012

5
04.12.11 14:46
Over the coming three to six months, Goldman economists predict the Tokyo Topix, Stoxx Europe 600 and MSCI AC Asia Pacific Excluding Japan Index to all decline. Europe will be hardest hit, seeing equities shedding 16% of their value before slowly returning to levels seen today. The S&P 500 is expected to remain tepid, moving in a small range over the coming twelve months.

While the investment firm shirks European equities, it believes non-Japan Asia has the largest upside potential, possibly to the tune of 14% by year's end 2012. Goldman estimates earnings per share will grow 5.6% and 12.0% for the region in 2012 and 2013, respectively. The analysts reason that low current valuations, coupled with a still favorable forecast for China will provide the boost.

inflation will be moderate. The bank believes U.S. 10-year treasuries will stay above 2% and ultimately move up to 3.3% by the end of 2013. Germany and the U.K. will also see increasing yields,...

In currencies, Goldman Sachs analysts predict a substantial weakening of the U.S. dollar as investors move to a global portfolio of bills. Specifically, the dollar will fall against the Mexican peso (to 12.50 pesos per dollar), the Chinese yuan (to 6.13 yuan per dollar) and the British pound (to 0.58 pounds per dollar)....

und "We recommend going short the high yield corporate bond market in Europe by buying protection on the iTraxx Xover index.
......
www.businessinsider.com/...gs-that-will-happen-in-2012-2011-11
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Kicky:

Malko wo entdeckst du denn sozialistische Träume?

7
04.12.11 14:50
habe ich hier sowas geschrieben?
oder leitest du das aus meiner eher sozialengagierten Haltung einfach so ab?
Ich bin ja nu wirklich kein Pirat mit der Forderung nach bedingungdlosem Grundeinkommen
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Anti Lemming:

Euro-Apokalypse - Szenario der FTD

4
04.12.11 15:32
FTD
04.12.2011, 13:43

Szenario zur Euro-Krise
Was die Euro-Apokalypse für Deutschland bedeuten würde

Pleitewellen bei Staaten, Banken, Firmen und Haushalten: Ein Zerfall der Euro-Zone könnte hierzulande eine Depression historischen Ausmaßes auslösen. von Martin Kaelble und Mathias Ohanian, Berlin

Eine Rückkehr zur D-Mark gilt vielen in Deutschland als die letzte Rettung. Fragt man Volkswirte nach den Folgen eines solchen Schrittes, warnen sie jedoch vor einer Katastrophe: Ein Komplettzerfall der Euro-Zone mit Rückkehr zu nationalen Währungen wäre für Deutschland "kurzfristig schlecht und langfristig schrecklich", warnt Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft. "Die Vorstellung, zur Mark zurückzukehren, ist absurd", sagt Ulrich Kater, Chefökonom der Dekabank.

Die Schockkanäle für die deutsche Wirtschaft wären vielfältig. Zum Beispiel durch die starke Exportausrichtung: "Für einige europäische Volkswirtschaften wäre das Ende des Euro gleichbedeutend mit Pleitewellen - bei Staaten, Banken, Firmen und Haushalten", sagt David Milleker, Chefvolkswirt von Union Investment. Damit würden wichtige Absatzmärkte auf einen Schlag wegbrechen.

Ökonomen rechnen zudem mit einer einsetzenden Kapitalflucht nach Deutschland. Die Folge wäre eine massive Aufwertung der neuen D-Mark - je nach Schätzung um bis zu 50 Prozent. Gift für deutsche Exporteure, ihre Ausfuhren würden wohl einbrechen.

Der wohl heftigste Effekt droht aber von den Finanzmärkten. "Das europäische Finanzsystem ist so eng verflochten, dass eine Auflösung des Euro nur schwer praktikabel wäre", sagt Michael Schröder, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. So müssten beispielsweise Auslandsforderungen teils in schwächere Währungen umgerechnet werden. Abschreibungen bei Banken wären das Ergebnis. Europas Bankensektor könnte kollabieren. "Einen Ausstieg aus einer Währungsunion kann man nicht reibungslos gestalten", warnt der Princeton-Ökonom Markus Brunnermeier. "Viele deutsche Vermögenswerte würden zerstört werden." Enorme Turbulenzen wären die Folge.

Der Zusammenbruch des Euro wäre schlimmer als die Lehman-Pleite, sagen die Ökonomen der Investmentbank HSBC. "Deutschlands Banken wären pleite, ein Kollaps der Kreditvergabe die Folge", sagt auch Christian Schulz, Volkswirt der Berenberg Bank. Institute müssten wohl von den Steuerzahlern gestützt werden. Und auch in den Bilanzen deutscher Versicherungen würden große Löcher klaffen. Besonders Rückversicherer, die Ausfallverträge auf Staatsanleihen bieten, würden in die Pleite gerissen. "Zugesicherte Leistungen könnten nicht mehr erbracht werden", warnt Kater. Sparer müssten um ihre private Rente bangen - die Regierung wäre auch hier gefragt. Der deutsche Schuldenstand würde infolge von Rezession, Bankenhilfen und Kompensationszahlungen regelrecht explodieren.

Deutschland dürfte in eine schwere Rezession rutschen. Ein Einbruch der Wirtschaftsleistung um bis zu 7,5 Prozent wäre laut Union Investment möglich, bei einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit. Manch ein Ökonom rechnet gar mit einem Niedergang, der alle Krisen seit Beginn des 20. Jahrhunderts in den Schatten stellt: "Die Ausgangskatastrophe in der Großen Depression war kleiner als in diesem Fall, demnach könnten die Konsequenzen heute schlimmer sein", warnt Schulz.
Noch höher als die ökonomischen könnten die politischen Kosten sein. Ein Scheitern des Euro sei mit ernsthaften sozialen Konsequenzen verbunden, so Stephane Deo, Ökonom der UBS. Er verweist auf das Scheitern der Währungsunion zwischen Tschechien und der Slowakei 1993. Der Zusammenbruch führte zu Grenzschließungen, Kapitalkontrollen und Zugangsbeschränkungen von Konten.

www.ftd.de/politik/europa/...eutschland-bedeuten-wuerde/60137375.html
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Anti Lemming:

Iran schießt US-Drohne ab

6
04.12.11 16:08
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,801619,00.html
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Malko07:

Wir werden die Eurozone so

5
04.12.11 18:18
organisieren müssen dass sie funktioniert. Dazu ist Vertrauen wieder herzustellen. Glaubhaftes Vertrauen kann man allerdings nicht so schnell herstellen, wie es die Märkte angeblich wollen. Italien muss mindestens über 1 bis 2 Jahre sauber haushalten bevor sie von den momentan hohen Zinsen herunterkommen. Die hohen Zinsen über diese Zeit werden sie allerdings nicht umbringen. Gerade Italien und Belgien brauchen als Staat Solidarität von der eigenen Bevölkerung. Der belgische Weg, sich direkt bei der eigenen Bevölkerung zu verschulden ist bis jetzt sehr erfolgreich verlaufen. Am Montag werden die genauen Zahlen veröffentlicht. Es werden über 5 Milliarden in der kurzen Zeit sein, für das kleine Land vielversprechend. Diese Aktion wird das Vertrauen wieder erhöhen und zu günstigeren Marktzinsen führen. Auch Italien stünden vergleichbare Aktionen gut an. Geld ist ausreichend dazu vorhanden und bis zur Einstellung der Neuverschuldung muss man nicht Jahre hinlavieren. So etwas kann auch schon 2012 möglich sein, auch bei uns. Das Streichpotential ist ausreichend.

#90972: Kein bedingungsloses Grundeinkommen, sich aber solidarisch mit den kriminellen korrupten griechischen Gewerkschaften erklärt. Finde ich schlimmer. Und großer Verteidiger der berliner Geldverschwendung - zahlen müssen eh andere.
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