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Griechenland:
Im neuen Jahr sollen bei Entlassungen bei Angestellten in öffentlich-rechtlichen Unternehmen die Abfindungen bei Entlassungen halbiert werden und zusätzlich soll den Angestellten zwischen 10% bis 25% die Löhne gekürzt werden können.
Weitere Lohneinbußen bei vielen Griechen sind also im kommenden Jahr in der Pipeline, dabei waren per
3. Quartal 2010 bereits die landesweiten Arbeitnehmerentgelte um nominale -6,07% zum Vorjahresquartal gesunken, real (verbraucherpreisbereinigt) sogar um beispiellose -11,02%:Im Oktober 2010 lag der Output der Industrieproduktion mit einem Indexstand von 83,11 Punkte um -20,7% unter dem Niveau vom letzten Hoch aus Februar 2007 und auf einem Level von Mitte 1997!
.......Zum Hoch im Januar 2008
brechen die Inlandsaufträge um unfassbare -46,7% ein!Die PKW-Neuzulassungen in Griechenland seit Januar 2000 im Chart. Im November 2010 ging es um unglaubliche -62,6% zum Vorjahresmonat abwärts auf 6’771 Fahrzeugeinheiten, nach 18’091 Einheiten im November 2009.
Zum Hoch im Januar 2008 mit 35’583 PKW-Zulassungen ging es um -79,8% abwärts!
....die europäische Einigung auch in Form eines Euro übergestülpt, ohne dabei eine gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik zu schaffen und eine Harmonisierung der Steuer- Rechts- und Sozialsysteme zügig umzusetzen, endet nach anfänglichen “Erfolgen”, angekurbelt durch niedrige Zinsen und exzessiver Kreditexpansion als Rohrkrepierer in den Peripherieländern der Eurozone und in einer beispiellosen wirtschaftlichen Kontraktion. Vor diesem Hintergrund ist der Anspruch der Bundeskanzlerin auf eine grandiose Friedens- und Freiheitsidee durch ein geeintes Europa Makulatur, denn Freiheit ohne Wohlstand schließt sich aus. Die deutsche Finanz- und Wirtschaftpolitik in Hinblick auf die Eurozone zeigt, dass sie einem potentiellen Führungsanspruch nicht mal ansatzweise gerecht wird und die auf die kurze Frist getrimmte neoliberale Politik steht vor einem Scherbenhaufen!
Die Umsetzung der europäischen Einigung war in Bezug auf die gemeinsame Währung genauso stümperhaft, wie der aktuelle Umgang mit den Folgen aus der Fehlkonstruktion. Nur eine pervertierte Fassung der europäischen Freiheitsidee, weit entfernt von den Grundlagen einer echten sozialen Marktwirtschaft kann darin bestehen, mit einem rapide sinkenden Lebensstandard die Forderungen aus den Kreditexzessen des deregulierten Bankensystems zu befriedigen. Diese Strategie ist auch ökonomisch komplett unsinnig, denn niemals können die aufgebauten griechischen Schuldenpyramiden aus einem schrumpfenden Bruttoinlandsprodukt abgetragen werden.
Den mangelnden Sachverstand der deutschen Politik in Wirtschaftsfragen bringt Heiner Flassbeck in seinem neuen Buch “Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts” gut auf den Punkt: “Wenn der Gläubiger Deutschland die Rückzahlungsfähigkeit seiner Schuldner in Südeuropa systematisch untergräbt, indem er ihre relative Wettbewerbsposition permanent verschlechtert, wird er damit leben müssen, dass er auf faulen Krediten sitzen bleibt und dem Schuldner durch Stundung, verbesserte Zinskonditionen oder gar Schuldenerlass entgegenkommen muss, will er keinen Totalausfall seiner Vermögensansprüche riskieren.”www.querschuesse.de/anspruch-und-realitat/