auch kein schlechter Verschreiber von mir. Denn nahrhaft ist seine Seite auf jeden Fall ;)
Meines Erachtens könnte man im Hinblick auf die Problematik des seit Jahren abnehmenden Volumens zu 2 sehr unterschiedlichen Gedankengängen kommen.
1. Wenn so wenig Marktteilnehmer mitspielen gibt es gleichzeitig viele, die noch auf den Zug aufspringen können. Was entsprechendes Kurspotenzial nach oben birgt.
Am Anfang einer Hausse liegt es in der Natur der Sache, dass Viele nicht dabei sind. Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Eine Hausse keimt immerhin inmitten eines Milleus der Angst.
Nach und nach sollten in einer Hausse allerdings immer mehr Marktteilnehmer aufspringen
bis allle investiert sind und man sich irgendwann fragen muss, wer dann eigentlich noch weiter kaufen und für steigenden Kurse sorgen soll.
Diese Phase wurde allerdings in der Erholungsrally seit dem Crash 2008 zu keiner Zeit erreicht. Im Gegenteil, das Volumen nimmt nun schon seit 3 Jahren kontinuierlich ab (Zumindest in den U.S.-Märkten)
2. Und dieser Umstand könnte einen dann auch gerade zu einer gegenteiligen Sichtweise bewegen.
Wenn es selbt 2010, wo das gesamte wirtschaftliche Umfeld wesentlich hoffnungsvoller ausgesehen hat als dies heute der fall ist, während der Rally nicht zu einem Anstieg des Volumens bzw. der Kaufbereitschaft geführt hat - obwohl sogar zwischzeitlich beinahe vorige Höchststände erreicht wurden - kann man sich fragen warum sich dieser Umstand gerade in der gegenwärtigen Situation verändern sollte.
Es fehlt verständlicher Weise immer noch das Vertrauen in die Nachhaltigkeit dieser Erholung. Das Schlimmste dürfte uns hinsichtlich der Schuldenkrise ja in der Tat auch erst noch bevorstehen.
Wenn alle mit einem großen Crash in näherer Zukunft rechnen, warum sollten sie dann noch zu den gegenwärtigen Kursen, die bei den US.Indizes ja verhältnismäßig nahe an alten Höchstständen liegen, einsteigen?
Parallel zu dem niedrigem Volumen werden ja auch immer wieder Zahlen über Mittelabflüsse aus den Märkten veröffentlicht, die der Situation vor den letzten beiden großen Crashs ähneln.
Das sind nicht gerade Indizien zunehmender Kaufbereitschaft.
Es spricht insofern einiges dafür, dass Viele den Märkten auch weiterhin noch fern bleiben werden. Irgendwann könnte dies zu einem einem heftigem Down führen.
Damit Märkte steigen braucht es Dynamik, dafür dass sie fallen reicht bereits ihr eigenes Gewicht.
Was es zusätzlich schwierig macht, diese Volumengeschichte irgendwie systematisch einzuordnen ist der Umstand, dass sich selbst wenn man bis 1960 zurückgeht wohl keine Daten finden lassen, nach denen in 3 aufeinander folgenden Jahren ein rückläufiges Volumen zu verzeichnen zwar.
Das ganze ist daher gewissermaßen Neuland.
Leider lassen sich aus solchen Überlegungen allerdings wohl kurzfristig keine Prognosen ableiten. Sie können aber ggf. Rückschlüsse darüber zulassen, in welcher Verfassung sich der Markt, in dem man gerade unterwegs ist, befindet.