Ich werde da so langsam eher unentschieden. Es sieht fast danach aus, dass die US-Hausse zum Stillstand kommt. Die neuen Höchstkurse müssen noch auf Monatsbasis bestätigt werden. Der Nasdaq könnte ein Doppeltop bilden in der Nähe des 2000er Tops, dem Niveau der damaligen Dotcom-Blase. Für mich ein ganz entscheidender Punkt für den weiteren Verlauf der US-Börse. Kann man tatsächlich neue Höchstkurse machen? Wie der Nasdaq so auch Microsoft am ATH. Amazon drüber, Facebook dran. In solche Situationen vergißt man häufig die Zwischentöne. Aber die sind für die werbeabhängigen Internetunternehmen ziemlich negativ. Die verbrachte Zeit auf den Seiten fällt in den USA massiv. Insbesondere bei Instagram und Twitter, aber auch deutlich bei Facebook. Eine Short-Idee?
Bedenklich auch, dass der Transportindex deutlich hinter den anderen Indices zurückbleibt. Nach der Dow-Theorie dürften demnach neue Höchstkurse schwierig werden.
Die ökonomischen Zahlen geben der FED keine Begründung für eine Lockerung der Geldpolitik; die heutigen Zahlen implizieren eher das Gegenteil. Die Unternehmenszahlen sind bisher eher erfreulich ausgefallen. Der Anteil der positiven Überraschungen liegt aber nicht extrem hoch, eher im langfristigen Normalbereich. Zudem sind die Zahlen im Vorfeld deutlich runtergekommen.
Irgendwann wird man auch einpreisen, dass mit Trump ein Verrückter neuer Präsident werden kann. HSBC hat dazu einen Report geschrieben. Ergebnis: starke Kursverluste von Aktien bei einem Trump-Sieg.
Die Markttechnik ist natürlich weiterhin positiv, nur die Dynamik lässt nach und in den letzten Tagen hat der DAX sogar ein wenig aufgeholt.
Für mich ist es eine Frage der Zeit, wann die Risiken eingepreist werden. Der eigentlich zu erwartende Anstieg nach neuen Höchstkursen kann wegen der genannten Gründe auch ausbleiben.
Damit würde auch der DAX wenig Potential haben, den man heute zum Schluss allerdings auf ein neues Hoch in der laufenden Bewegung getrieben hat. Es geht langsam aufwärts und das tut weh wenn man als Fondsmanager Cash hat. Das allerdings seit Monaten wegen Mittelabflüssen weniger wird. Mittelabflüsse in Europa, nicht in den USA.
Es gilt auch Öl zu beobachten. Der Preis fällt und fällt, was es dem Transportindex schwermacht(s.o.). Idee: Vielleicht Lufthansa kaufen.
Fazit: Ich bleibe auf der Seitenlinie. Mit dem Fuß auf der Bremse zum Shorten.