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Meldung des Tages: Warum diese Aktie einer der großen Gewinner im neuen Goldzyklus sein könnte

▶ TTT-Team: Donnerstag, 04.10.2007


Beiträge: 76
Zugriffe: 3.940 / Heute: 4
TraderonTour:

Danke AntiLemming

 
04.10.07 11:23

Immer wieder eine Freude dich hier anzutreffen... :-)

Mit freundl. Grüßen TraderonTour
Antworten
skunk.works:

@AL + Alle

2
04.10.07 11:25
Greetings,

kurze frage an AL da ich nach feucht fröhlicher Nacht (UND ich musste heute nicht arbeiten - YES)die China Charts durchgeblättert habe:

Wir sind hier davon ausgegangen, dass der HSI etc weiter korrigiert, wie einige Analysten sagen locker 1-1500 Pkt +/-, pauschal sagen die "Rechner" das war's mehr oder minder und was sind schon 1T Punkte wenn in vierzehn Tagen alles um 9000 steigt...allerdings fangen jetzt die ersten wider an und kaufen ein, so dass putten zu spät ist
Frage: Wie sieht Eure Meinung zum HK, China Markt in D aus ???

In den US machen sie sich alle ins Hemd wegend en daten morgen (dabei gibt's wichtigeres), der Markt luddelt seit ein paar Tagen vor sich in Warte Haltung vor sich hin..dementsprechend EZB + Zahlen am F fängt der $ an...und fällt.
Frage: Wie glaubt ihr entwickelt sich der NY Markt heute: Greifen sie die Zahlen vorweg oder Warten sie ???


viel Glück
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skunk.works:

zu China

3
04.10.07 11:27
..ein typisches assessment von einem C Kollegen: (es kann noch runtergehen aber es steigt natürlich auch..;-)..:

-Continued profit-taking in Hong Kong stocks pushed the Hang Seng Index lower for the second day Thursday. Traders said they expect the blue-chip index to continue to pull back from Wednesday morning's intraday record of 28,871, which was driven by the flush liquidity that has pushed the index to a series of record closing highs recently. Some of them forecast near-term support as low as 25,000. The Hang Seng Index fell 505.96 points, or 1.8%, to 26,973.98 after falling to as low as 26,746.63 earlier in the session. "The fall is not over yet. I think consolidation will continue until the index hits 25,000," said Castor Pang, a strategist at Sun Hung Kai. Turnover totaled HK$147.54 billion, down 30% from a record HK$209.81 billion Wednesday. "Today's turnover was still very high compared with the past. It shows a lot of investors were selling their stocks to lock in profits," Pang said. Kitty Chan, a director of CASH Asset Management, said she expects the Hang Seng Index to trade between 26,000 and 27,300 near term. "The market will probably stay volatile in the near future," she said. Heavyweight China Mobile fell 2.5% to HK$126.60, Hong Kong Exchanges & Clearing slid 2.7% to HK$228.40 and China Life Insurance ended down 1.8% at HK$45.65. But some traders are staying bullish about an uptrend toward the end of the year. "Funds are continuing to flow into the Hong Kong market. We believe these funds are very interested in Hong Kong stocks and are willing to buy shares on a correction," local brokerage ICEA Securities Asia said in a research report. It didn't forecast a trading range for the benchmark index. Meat product and feed supplier DaChan Food, a unit of Taiwan's Great Wall Enterprise, rose 1.7% to HK$2.95 on its Hong Kong trading debut. The stock's IPO price was HK$2.90.
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Anti Lemming:

relaxed

6
04.10.07 11:31
Sieh mich eher als "Schläfer", der beizeiten wieder Position bezieht. Nach meiner Einschätzung in # 21 ist für mich jetzt "neutral" angesagt. Das hat einen einfachen Grund: Je schwieriger die Lage abzuschätzen ist, desto ungewisser ist der Ausgang jedweder Trades. Wir nähern uns daher immer mehr dem Roulette-Tisch.

Risiko-Management kann man - und sollte man! - auch dadurch betreiben, dass man Trades, die von vornherein keine hohe Erfolgschance versprechen (eben wegen der Ungewissheit) - besser unterlässt. "Return of capital" ist wichtiger als "return on capital".

Daher halt ich mich allg. an die Devise: Je größer die potenzielle Erfolgschance (auf Grund von "Vorhersehbarkeit"), desto größer die Positionen. Je kleiner die Chance (auf Grund von "Unvorhersehbarkeit"), desto kleiner die Positionen - bis zur Positionsgröße "Null" wie jetzt.

(Die Gänsefüßchen stehen da, weil NICHTS wirklich vorhersehbar ist, aber Wahrscheinlichkeiten größer oder kleiner werden.)
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Casaubon:

Salut skunk

3
04.10.07 11:32
t'as pas la gueule de bois?

Da empfehl ich dir nur: Wasser, Wasser und nochmals Wasser.

Mein "Schweine"-Bauchgefühl sagt mir, dass die Amis heute die EZB-Entscheidung (ich gehe von einer weiteren Belassung des aktuellen Zinssatzes aus) zumindest kurzfristig feiern werden. Wird als Vorbereitung auf eine Zinsseknung in USA gewertet. Und sollten morgen die Arbeitslosenzahlen tatsächlich angestiegen sein, werden wir wieder am Dow-ATH kratzen.

Eigentlich müsste ich ja dann long gehen?
Tu ich aber nicht. Ist ja nur Schweinebauchgefühl ;-)))
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Anti Lemming:

Zur Frage von Skunk.works - China

6
04.10.07 11:42
Ich bin skeptisch, was China und Hongkong betrifft. Da die Kurse mMn längst nicht mehr fundamental gerechtfertigt sind (parabolische Chart-Anstiege), geht es jetzt im Wesentlichen darum, mittels Charttechnik den Umkehrpunkt herauszufinden. Gestern gab es im Hang Seng ein bärisches Key-Reversal bei hohem Abwärtsvolumen

http://www.ariva.de/...oder_Gap_Close_t283343?pnr=3623557#jump3623557

Heute ging es etwas weiter runter, was die Key Reversal These von gestern bestätigt. Wie falsch man allerdings mit solchen Chart-Analysen liegen kann, zeigt der Einbruch vom Februar, der gigantisch war, im Langzeit-Chart aber eher wie ein kleiner Schluckauf wirkt.

Hier der aktuelle 5-Tages-Chart des Hang Seng.
(Verkleinert auf 67%) vergrößern
▶ TTT-Team: Donnerstag, 04.10.2007 123551
Antworten
Casaubon:

AL, voraussehbar ist aber der 18.10.

 
04.10.07 11:46
Und da bin ich schön investiert ;-)

Da kommen bei 865985 die Q4- und Jahreszahlen raus.
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Anti Lemming:

Casaublon - Apple

3
04.10.07 11:55
Dein Wort in Gottes Trendkanal. Ich hoffe für Dich, der Teufel geht nicht short - und zwar KURZ VOR den Zahlen (strategischer Euphorie-Put, im Vorfeld auf eine "Sell-the-good-news"-Reaktion setzend).
Antworten
Casaubon:

Sicher wird der Teufel wieder

 
04.10.07 12:03
short gehen, so sicher wie das Amen in der Kirche (Vade retro Satanas!)

Das hatten wir ja jedesmal vor den Zahlen: ein 5-8%iger Rücksetzer, ein paar Tage vor den Zahlen.

Spätestens am 18. gilt es aber wieder long einzusteigen. (Es sei denn, da kämen tatsächlich schlechte Zahlen)

Siehe hierzu auch mein posting: http://www.ariva.de/...Geld_verlieren_t301989?pnr=3545264#jump3545264

Es gilt jetzt nur, die Longs im richtigen Moment zu verkaufen und selber Teufelchen zu spielen. (Meine AKtien lass ich im Depot) Bislang läuft das Ding noch immer recht ordentlich gen Norden.

Sua Maledizione Magnifica

Casaubon
Antworten
Anti Lemming:

EUR/USD auf der Startrampe (Nachtrag zu # 21)

4
04.10.07 12:44
Mein VK von 1,4115 wurde heute morgen wieder überschritten, was den Verkauf im Nachhinein rechtfertigt. Charttechnisch befindet sich EUR/USD jetzt auf einer potenziellen Startrampe (der steile Aufwärtstrend wird bei Kursen über 1,4110 bestätigt) - vor den Zinsentscheiden in England und Europa (EZB). In England könnte es zu einer Zinssenkung kommen (analog zu der der Fed, wg. gleicher Probleme - in UK ist es Northern Rock und Co.). Die EZB wird vermutlich nichts verändern und nur weiter von Wachsamkeit reden. Im Prinzip stehen in der EU eher Zinserhöhungen an, da es keine Kern-Rate gibt wie in USA, die die überhöhte Inflation schönrechnet. Das Stillhalten ist dann bereits ein Entgegenkommen an die Kreditkrise.

Sollte England senken und die EZB konstant halten (mit "wachsamen" Ausblick), könnten wir beim Euro zumindest eine techn. Korrektur der Verluste der letzten zwei Tage sehen, die bis 1,4180 gehen könnte.


(Verkleinert auf 72%) vergrößern
▶ TTT-Team: Donnerstag, 04.10.2007 123555
Antworten
Platschquatsc.:

@casaubon

 
04.10.07 13:11
kenne mich zwar auch nicht mit Schweinefutures aus aber im Chart kann man eine gewisse Zyklik erkennen(Hochs zw. April/Juni und Tiefs zw. Okt/Jan).
Der Zyklus könnte an der Urlaubs-/Sommersaison liegen wo es bei Hotels/Gastronomie einen höheren Verbrauch gibt welcher im Frühjahr beim Großhandel/Terminmarkt geordert wird.(ist nur ne Speku von mir und die Zyklik müsste man im größeren Zeitfenster betrachten 5-10 Jahre).
Antworten
mecano:

BOE beläßt Leitzins bei 5,75%

3
04.10.07 13:12
13:00
BoE Zinsentscheid (Konsens Bloomberg: 5,75% - zuletzt: 5,75%) blieb dabei

13:45
EZB Zinsentscheid (Konsens Bloomberg: 4,00% - zuletzt: 4,00%)

14:30
US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche (Konsens Bloomberg: 310.000 - zuletzt: 298.000)

16:00
US: Auftragseingang Industrie (Konsens Bloomberg: -2,8% - zuletzt: +3,7%)

17:00
US Wöchentliche Ankündigung 3- und 6-monatiger Bills

22:30
US Wochenausweis Geldmenge



________

we h rt sich jemand ?
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MaxGreen:

Die Zahlen um 16Uhr sind mir zu negativ, daher

 
04.10.07 13:16
eher "Überraschung" möglich
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all time high:

das problem ist

3
04.10.07 13:19

man könnte die 16.00 uhr zahlen bereits kennen u. trotzdem ist nicht klar, wohion der markt geht.

mfg
ath
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Elbprinz:

Casaubon

3
04.10.07 13:25
ein Börsenbrief hat zum Einstieg in den lean hogs future geraten, da die getreidepreise und soit auch die tierfutterpreise stark angestiegen sind. den empfohlenen schein ABN41R halte ich für etwas zu spekulativ. Ich bin in den GS6MQ7 eingestiegen KK 1.11
rein charttechnisch sollte der kurs in naher zukunft wieder drehen.  
Antworten
annie:

casaubon...

3
04.10.07 13:33
Antworten
Casaubon:

Danke allen SChweinszüchtern hier

 
04.10.07 13:43
das war alles sehr informativ.
Wusste nicht dass es einen eigenen Schweine-Thread gibt.

Wollte eh nicht zu spekulativ handeln, ein einfaches 1:1 - Index-zertifikat würde mir schon genügen.

Mal schaun, was ich mache.

Ich behalte das Teil auf jeden Fall im AUge

Grunz
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Antoine:

Warum das Bauchgefühl an der Börse versagt

5
04.10.07 13:44

LINK: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,509024,00.html

 

Warum das Bauchgefühl an der Börse versagt

Kämpfen oder fliehen? Für unsere Vorfahren im Dschungel war dieses uralte Verhaltensmuster lebenswichtig - an der Börse kann es kapitale Fehlentscheidungen auslösen. In Geldfragen ist unser Gefühl ein schlechter Ratgeber, schreibt SPIEGEL-Autor Gerald Traufetter.

 

Auf seiner Webseite fragte Daniel Kahneman: "Kann ich meinen Intuitionen trauen?" Der Psychologe an der University of Princeton, der für seine Arbeit im Jahr 2002 den Nobelpreis für Wirtschaft erhalten hat, antwortet abwägend: "In manchen Situationen ja, in manchen nein. Vor allem, wenn es um Geld geht."

 

Kahneman sitzt in einer schwarzen Limousine und ist gerade auf dem Weg dorthin, wo sich alles ums Geld dreht. Er ist ein vielbeschäftigter Mann und gefragter Redner, weswegen er ein- oder zweimal die Woche seine Idylle in der Parklandschaft von Princeton verlässt. In der Ferne zieht die Skyline von Manhattan am Autofenster vorbei. Hinter den Stahlfassaden der Wolkenkratzer sitzt eine seltsame Spezies Mensch. Sie scheint sich von Zahlen zu ernähren. Statistiken, Analysen, Charts und Portfolios sind der Nährstoff ihres hektischen Treibens.

 

Der dünne Strich der Kursverläufe, das ewige Auf und Ab, bestimmt den Pulsschlag ihres Lebens. Nirgendwo sonst auf der Welt, denkt man, regiert eine rigorosere Rationalität. Jede noch so kleine Gefühlsregung wird von der kalten Luft der Klimaanlagen sofort durch die Abluftrohre nach draußen geblasen. Wie kaum ein anderer hat er die chaotischen Verhältnisse studiert, in denen die hochbezahlten Geldjongleure der Wallstreet jeden Tag operieren. Vor allem aber kennt er die psychologischen Gründe für dieses Durcheinander, das sich Marktgeschehen nennt und einen fatalen Hang zum Totalabsturz hat.

Eine Bank hat ihn zum Lunchvortrag eingeladen. Dort soll er seine gerade für Banker oft wenig schmeichelhaften Thesen vortragen. "Ein ganz charakteristisches Verhalten des Menschen", so doziert der Psychologe, "ist seine Scheu vor Risiken." Ein Test mache das deutlich. Man stellt Probanden vor die Alternative, entweder einen sicheren Gewinn von 900 Euro einzustreichen oder aber einen Gewinn von 1000 Euro, den sie allerdings nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent erhalten würden. Obwohl der Gewinn beim zweiten Angebot in den meisten Fällen höher ausfällt, entscheidet sich die Mehrzahl der Teilnehmer für die risikofreie Alternative.

Der Mensch fürchtet sich

Die Angst vor einem Verlust sei ungefähr doppelt so stark wie die Freude über einen Gewinn. Beim Spekulieren mit Aktien führe das zu einem Problem: Bei steigenden Wertpapierkursen neigt der Anleger dazu, zu früh den Gewinn mitzunehmen. Bei fallenden Kursen dagegen erliegt der Mensch einem anderen Intuitionsdefekt.<!-- Vignette StoryServer 5.0 Tue Oct 02 12:49:58 2007 -->

Sollen sich Probanden zwischen einem sicheren Verlust von 900 Euro und einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit entscheiden, 1000 Euro zu verlieren, dann wählen sie die zweite Alternative. Sie klammern sich an die Hoffnung, mit zehn Prozent Wahrscheinlichkeit einen Verlust abzuwenden. "Plötzlich sind sie aus Angst vor Verlusten bereit, alles zu riskieren", urteilt Kahneman, der zusammen mit seinem Kollegen Amos Tversky die sogenannte "Prospect Theory" als Gegenentwurf zum Rationalismus der Ökonomenzunft entwickelt hat.

 

Ein großer Anhänger dieser Theorie ist der Psychologieprofessor Antonio Damasio aus Los Angeles. Er lobt Kahneman und Tversky für ihre "genialen Ideen", weil sie "Aspekte ökonomischer Entscheidungen des Menschen eingefangen haben, die den konventionellen Weisheiten zuwiderlaufen". Die große Angst vor einem Verlust erklärt Damasio mit den emotionalen Steuerimpulsen im Gehirn. Bei einem starken negativen Reiz, etwa einem Kurssturz an der Börse, löst die Amygdala ohne große Reaktionszeit eine kurze, heftige Antwort aus: Kämpf oder flieh. Dieser Reflex existiert noch aus den evolutionären Frühtagen des Menschen und war damals, vor Erfindung der Börsen, eine sinnvolle Sache. Beim Anblick eines Schlangenkörpers schaltete das Gehirn sofort in den emotionalen Ausnahmezustand. Selbst wenn sich die vermeintliche Schlange nur als krummer Stock herausstellte, waren die Folgen des falschen Alarms gering. "Die Amygdala wurde zum Zwecke des Überlebens geschaffen und nicht für die Börsen", verteidigt Damasio die Evolution.

Eine Panikreaktion im Angesicht fallender Aktienkurse kann sich als ein falsches Verhalten entpuppen. Ganz verteufeln sollte man die Amygdala, jenes mandelförmige Areal im Temporallappen und Hauptbestandteil des limbischen Systems, dennoch nicht. Patienten mit einer Schädigung jenes Warninstruments, das hat Damasio in seiner medizinischen Praxis häufig beobachten können, landen über kurz oder lang meist im wirtschaftlichen Ruin.

Schwankende Risikobereitschaft

Der Neurologe pflichtet Kahneman bei in seiner Beobachtung, dass der Aktionär gerade in Zeiten sinkender Kurse bereit ist, enorme Risiken einzugehen, um dem drohenden Verlust zu entgehen. Schuld daran ist jener Impuls, der sich immer dann einstellt, wenn der Mensch ein bekanntes Muster wahrnimmt. Verarbeitet wird es im ventromedialen präfrontalen Cortex.

Ein solches Muster könnte für einen Börsenbroker etwa eine besondere Konstellation aus Konsumdaten, Konjunktur und bestimmten Vorgängen an den internationalen Währungsmärkten sein, bei der er in der Vergangenheit ein Sinken der Aktienkurse beobachtet hat. Solche Muster lösen bei Bankern ein negatives Gefühl aus, das im präfrontalen Cortex in seine Entscheidungen einfließt.

Aus neuropsychologischen Studien ist bekannt: Macht sich so ein negativer somatischer Marker bemerkbar, während sich der Mensch in einer negativen Grundstimmung befindet, dann verstärkt eines das andere. Damasio spricht von einem "starken somatischen Zustand im Hintergrund". Aus Angst vor Verlusten ist der Mensch in dieser schlechten Grundstimmung bereit, ein großes Risiko einzugehen. Das Äquivalent im wahren Börsenleben wäre ein allgemein negatives Klima auf dem Handelsparkett, das sich mit dem bestimmten Muster einer ganz konkreten negativen Beobachtung paart - der Broker entscheidet sich für ein risikoreiches und potentiell verhängnisvolles Verhalten.

 

2. Teil: Kopfsache: Wie das Hirn Gewinne und Verluste verabeitet

 

 

Ist die Grundstimmung positiv und erwartet der Händler wegen positiver Botschaften aus den Aktienmärkten steigende Kurse, dann nimmt seine Risikobereitschaft ab - ein Verhalten, das zunächst einmal dem gesunden Menschenverstand zuwiderläuft. Doch Damasio besteht darauf: "Nach einer ganzen Serie harter Verluste am Aktienmarkt steigt die Risikobereitschaft weiter an."

Das scheinbar paradoxe Verhalten erklärt sich mit der Art, wie der präfrontale Cortex verschaltet ist. Dort werden sicher erwartbare Belohnungen oder Bestrafungen, zum Beispiel ein unmittelbar erwarteter Börsencrash, in einem der eher hinten liegenden Teile der Entscheidungszentrale verarbeitet, von denen bekannt ist, dass sie stärkere somatische Signale auslösen. Ein Gewinn oder Verlust, der weniger sicher erscheint, wird in einem vorderen Bereich des präfrontalen Cortex verarbeitet, der allerdings schwächere emotionale Impulse auslöst. Liegt in diesem Intuitionsdefekt der Grund dafür, dass die Börsenkurse immer mal wieder zusammenrasseln?

Angeborener Optimismus

Fatal kann sich auch eine weitere Neigung des Menschen auswirken: Er überschätzt seine Fähigkeit, die Zukunft zu überblicken. Für die Volkswirtschaft, lehrt Kahneman, sei das ein ziemlich starker Motor. Achtzig Prozent aller Firmengründer glauben daran, dass sie sich am Markt behaupten werden - tatsächlich sind drei Viertel nach fünf Jahren wieder vom Markt verschwunden. "Ohne diesen angeborenen Optimismus gäbe es das Unternehmertum und die wirtschaftliche Dynamik wohl kaum in diesem Maße", sagt Kahneman.

 

In diesem Verhalten unterscheidet sich der Mensch nicht sonderlich vom Affen. Es scheint ein evolutionärer Vorteil zu existieren, der darin besteht, Risiken einzugehen. Bei Primaten haben Forscher entdeckt, dass ihr Dopamin-Ausstoß wesentlich stärker ausfiel, wenn sie eine unerwartete Belohnung bekamen. Ohne diesen Mechanismus, der zu riskantem Verhalten motiviert, würde ein Tier wohl kaum nach neuen Nahrungsquellen suchen - und Anleger würden ihr Geld lieber unter das Kopfkissen legen.

 

Das Phänomen führt aber auch häufig dazu, dass Unternehmer wie Privatleute in ihren Planungen das Risiko des Scheiterns zu gering einschätzen. Folglich zahlen Konzerne zu viel Geld bei der Übernahme anderer Firmen. Und Privatleute geraten in die Schuldenfalle, weil sie ihre künftigen Einnahmen zu hoch veranschlagen. An der Börse bewirkt dieser Optimismus stete Geschäftigkeit. "Ständig glauben die Aktionäre, irgendeine großartige, hundertprozentige Idee zu haben, wie sie satte Gewinne einstreichen könnten", sagt Kahneman. Die Analyse von mehreren zehntausend Transaktionen eines Discount-Brokers aber habe ergeben: Je mehr die Leute handeln, desto weniger Erfolg haben sie an der Börse.

Gehirn auf der Suche nach Mustern

Ein anderer Grund für den Aktionismus der Aktienanleger liegt in der regelrechten Sucht nach Prognosen. Die Ungewissheit, wohin sich die Kurse entwickeln, erzeugt in den Anlegern das negative emotionale Signal der Furcht, dem sie am liebsten entkommen wollen. Prognosen sind da so etwas wie Lösungen, die ein gutes Gefühl verursachen, und deshalb sind sie bereit, an diese Vorhersagen zu glauben.

Das will für das Geschehen an den Handelsplätzen heißen: Auch wenn ich weiß, dass Marktprognosen häufig nicht stimmen, folge ich ihnen dennoch. Denn sonst gibt es ja nichts, woran ich glauben kann. Und woher soll ich wissen, wohin die Kurse gehen? Handele ich nach einer Prognose, dann fühlt sich dieser Ausweg aus der Unwägbarkeit der Finanzmärkte einfach besser an. Das Gehirn sucht schließlich die ganze Zeit nach vermeintlichen Regelmäßigkeiten in der Umwelt. Selbst dann, wenn es keine Strukturen gibt.

Wenn ein Unternehmen drei Jahre hintereinander stets einen steigenden Gewinn und eine Dividende verkündet und im vierten Jahr auf einmal einen geringeren Gewinn und eine ausbleibende Dividende, dann heißt das nicht automatisch, dass es dem Unternehmen schlecht geht und die Aktien verkauft werden sollten. Und dennoch verhält sich der Mensch intuitiv so, weil er eine Regelmäßigkeit erkannt zu haben meint, die durch die ausbleibende Dividende jäh zerstört worden ist.

Wie geht's dem Depot?

Kahneman hat eine ganze Reihe Irrtümer aufgedeckt, denen der Mensch beharrlich aufsitzt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Er sagt, dass vor allem "die Institutionen" davon profitieren würden, und meint damit Banken und Investmenthäuser. Vielleicht laden sie ihn wegen dieser Erkenntnis auch so gerne zu Lunchvorträgen ein? Die Unternehmen seien zwar auch nicht gegen die falsche Intuition ihrer Mitarbeiter gefeit. Sie können auch kollektiv einer dieser unbewussten Fußangeln zum Opfer fallen. Doch in der Regel sind sie besser gewappnet, weil sie klug genug organisiert sind, um menschliche Schwächen häufiger zu vermeiden. Die Bank gewinnt immer, will Kahneman sagen.

Wir sind an einem der Türme des World Finance Centers angekommen. Einen Steinwurf entfernt klafft die Wunde vom Ground Zero. Bevor wir uns verabschieden, bemerkt Kahneman noch: "Der private Anleger fällt ständig auf seine Intuition herein." Dann bekennt der Nobelpreisträger: Auch er selbst sei ein lebendes Beispiel dieses Unverstandes. Nach einer Autofahrt mit Daniel Kahneman möchte man das Depot bei seiner Internetbank am liebsten gleich kündigen.

 

Antworten
Felicio:

hallo, einen schoenen guten Tag an alle

 
04.10.07 14:29

hab mich erstmal durch die ganzen postings durchgewuehlt, dann meine eigenen posis ueberprueft. Mit einigen bin ich im Minus , mit anderen im Plus. Werde aber noch nichts verkaufen.

Beegees, kann Casaubon nur beipflichten, AL ist absolut in Ordnung. Er ist manchmal witzig, ironisch, sarkastisch und gibt aber auch gute Kommentare ab.

Casaubon, will mir noch deinen Schein 865985 Apple anschauen. Ich bin auf jeden Fall dabei (hoffe dass der Kurs steigen wird). Deine Schweinebaeuche interessieren mich auch. Muesste ich mir genauer ansehen. Wenn die Kurse im Keller sind, sind sie interessant. Euro wird nur dann weiter steigen, wenn die Amis im Dezember wieder die Zinsen senken .  Oel ist verdammt hoch, also habe ich mich schon positioniert mit einem Put auf Schlumberger DB94D2 zu 0,24. Kann erst im Dezember /Januar steigen. Ich habe Geduld.

 

Antworten
marcbm:

US Daten

4
04.10.07 14:33
Donnerstag,
 04.10.2007
US Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)Woche 40 
 
Uhrzeit: 14:30 (MEZ)
Ort: Washington, D.C.
Land: Vereinigte Staaten von Amerika
Uhrzeit vor Ort: 08:30
Beschreibung:

 

Veröffentlichung der Zahlen zu den US-amerikanischen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe ("Initial Jobless Claims") für die Vorwoche


aktuell:

Die Zahl der Erstanträge ist in den USA auf 317.000 gestiegen. Erwartet wurden 310.000 neue Anträge nach zuvor 316.000 (revidiert von 298.000)

Antworten
Casaubon:

Hi Felicia, 865985 ist kein Schein

 
04.10.07 14:37
sondern das Underlying. Mein Schein heißt: CB7UJT

Was Schweinchen Dick anbelangt, dazu gibt es äüßerst interessante Meinungen. Siehe auch was AL und wandler und malko07 im PTT gepostet haben.

Ich hab noch nichts in punkto Schwein entschieden und setz es erst mal auf meine Watchlist.

Siehe auch annies posting mit dem Link hier im TTT
Antworten
MaxGreen:

Da haben sich die Statistiker wieder um "nur"

4
04.10.07 14:46
18000 Erstanträge letzte Woche verrechnet. Die Amis scheissen uns mit Zahlen zu, und ein Bild kann man daraus nicht erkennen. Es bildet sich nur ein großer Haufen von Zahlen und Prozenten. Aber das ist Methode, man braucht ja täglich etwas zum diskutieren bei CNBC & Co. und um die Leute zu verwirren. Bei 30 US-Daten im Monat findet sich immer etwas positives oder negatives.  
Antworten
MaxGreen:

DAX von xx35 auf xx61 ?

 
04.10.07 14:48
Hat Trichet was von Zinssenkung gesagt ?
Antworten
Casaubon:

Nö maxgreen

 
04.10.07 14:52
aber fast so etwas, wie "Die FED wird die Zinsen senken"
;-)
Antworten
MaxGreen:

Jetzt entscheidet also die EZB

 
04.10.07 14:54
was die FED zu tun hat ?
Antworten
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