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Der USA Bären-Thread


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Kicky:

Berlusconi hörte es auf dem Radio

5
12.10.08 20:52
er verkündete ,dass die Führer der Welt sich überlegen die Börsen zu schliessen und sagte eine Stunde später,er habe es auf dem Radio gehört

Oct. 11 (Bloomberg) -- What Silvio Berlusconi giveth, Silvio Berlusconi taketh away.

In a quick reversal mirroring the financial markets' volatility, Italy's prime minister said world leaders were thinking about shutting down financial markets and then retracted the statement less than an hour later.

``The idea of suspending the markets for the time it takes to rewrite the rules is being discussed,'' Berlusconi said yesterday after a Cabinet meeting in Naples, Italy. A solution to the financial crisis ``can't just be for one country, or even just for Europe, but global,'' he added, just after U.S. trading had begun in New York at 9:30 a.m. in New York.

Less than an hour later, Berlusconi, 72, corrected himself: ``The hypothesis wasn't put forward by any leader, including myself,'' he said. His explanation for the earlier statement: ``I heard it on the radio.''  
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Kicky:

Euro-Gipfel bahnt Weg für Rettungsplan

4
12.10.08 21:02
Paris (dpa) - Die 15 Staaten der Euro-Zone haben bei ihrem ersten Gipfeltreffen einen gemeinsamen Weg aus der Finanzkrise skizziert. Das Deutsche Paket soll mehrere hundert Milliarden schwer sein!
newsticker.sueddeutsche.de/list/id/215254
Die EU und die Euro-Länder müssten zusammen mit Zentralbanken und Aufsichtsbehörden die Zahlungsfähigkeit der Finanzinstitute sichern, hieß es am Sonntag in Paris im Entwurf zur Abschlusserklärung des Gipfels der Staats- und Regierungschefs. Das Hilfspaket soll bis Ende 2009 begrenzt werden und den Banken zu normalen Marktbedingungen angeboten werden. Damit sollten Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden.

«Ich glaube, dass von diesem Gipfel ein wichtiges Signal ausgehen kann für die Stärke des Euro-Raums», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. «Unser Ziel ist, ein koordiniertes, gemeinsames Vorgehen für die Euro-Zone zu definieren, damit wir in den nächsten Tagen nationale Maßnahmen ergreifen können, die die Finanzmärkte stabilisieren», erklärte die Kanzlerin vor den Beratungen. Die Beschlüsse sollten die einzelnen Staaten nicht benachteiligen, sondern gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle schaffen. An diesem Montag will die Bundesregierung einen umfassenden Plan zur Bankenhilfe beschließen.

Die Staats- und Regierungschefs versprechen im Entwurf ihrer gemeinsamen Erklärung, dass sie mit der Europäischen Zentralbank beim Management der Banken-Liquidität zusammenarbeiten werden. Die Regierungen könnten ihre Hilfe an weitere Auflagen für die Banken binden, etwa deren angemessene Unterstützung der übrigen Wirtschaft.

Einen gemeinsamen europäischen Hilfsfonds für die Banken hatte Merkel am Vorabend des Pariser Treffens erneut ausgeschlossen. Die Runde der Euro-Länder war drei Tage vor dem regulären EU-Gipfel in Brüssel auf Einladung des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zusammengekommen. An dem Treffen nahmen auch EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso, EU-Zentralbankchef Jean- Claude Trichet und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico teil, dessen Land die Gemeinschaftswährung Euro zum Jahreswechsel einführt.

Vor dem Krisengipfel der Euro-Staaten hatte Sarkozy den britischen Premierminister Gordon Brown zur Abstimmung der Maßnahmen gegen die Finanzkrise empfangen. «Ich erwarte einen ambitionierten, koordinierten Plan», sagte Sarkozy. Am Mittwoch werde es eine Abstimmung auf der Ebene aller 27 EU-Staaten geben. «Ich möchte, dass Europa mit einer Stimme spricht.» Großbritannien gehört nicht den 15 Ländern der Euro-Zone an, steht aber im Zentrum der Bankenkrise.

EU-Kommissionspräsident Barroso erklärte, die Europäer müssten über die Beschlüsse der G7-Staaten hinaus gehen. «Die Finanzminister der G7 haben gute Entscheidungen zu den Prinzipien getroffen», sagte Barroso. Doch man benötige einen detaillierteren Plan. Die G7- Minister hatten vereinbart, «alle verfügbaren Mittel» einzusetzen, um den Zusammenbruch «systemrelevanter» Banken zu verhindern. Sie nannten insbesondere die Erhöhung des Bankkapitals auch mit Staatsmitteln, die Lösung der Blockaden auf dem Kreditmarkt, robuste Garantien für Bankeinlagen, die Belebung des Hypothekenmarktes und die Verbesserung der Rechnungslegung.

Brown wollte die Europäer auf das «britische Modell» einschwören. London hatte 500 Milliarden Pfund (636 Mrd Euro) bereitgestellt, um Leihgeschäfte zwischen Banken zu garantieren und das Eigenkapital der Finanzinstitute mit bis zu 50 Milliarden Pfund zu stärken. Auch Frankreich und Deutschland signalisierten ihre Bereitschaft, diese Instrumente grundsätzlich zu akzeptieren. Frankreich und Deutschland planen für diesen Montag Sondersitzungen ihrer Kabinette, um die am Wochenende abgestimmten Beschlüsse auf den Weg bringen. Das deutsche Hilfspaket soll mehrere hundert Milliarden Euro schwer sein.

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Kicky:

bis zu 250 Milliarden deutsches Rettungspaket

4
12.10.08 21:06
Paris (dpa) - Die 15 Euroländer haben einen Schutzschirm für ihr gesamtes Bankensystem beschlossen. Sie einigten sich auf Vorgaben für die nationale Unterstützung der Finanzinstitute. Das teilte Kanzlerin Angela Merkel in Paris mit. Der Beschluss legt eine Grundlage für das deutsche Rettungspaket, das die Bundesregierung schon morgen beschließen will. Es könnte die Steuerzahler nach Schätzungen in den Fraktionen zumindest kurzfristig mit Beträgen bis zu 250 Milliarden Euro belasten - das wäre fast so viel wie der gesamte Bundeshaushalt.
newsticker.sueddeutsche.de/list/id/215285
na wenn das nicht heftigsten Unmut bei der Bevölkerung hervorruft!
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Kicky:

Kredite mit maximaler Laufzeit von fünf Jahren

3
12.10.08 21:11
www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/...en_aid_340189.html
Die 15 Staats- und Regierungschefs der Eurogruppe haben sich auf einen „Instrumentenkasten“ geeinigt. Nach Worten von Kanzlerin Merkel soll damit die Finanzkrise „ein Stück weit beherrschbar“ werden.Dazu zählten Liquiditätshilfen ebenso wie Kapitalspritzen und neue Bilanzierungsregeln für Banken, sagte Angela Merkel am Sonntagabend in Paris. Auf dieser Grundlage werde Deutschland am Montag ebenfalls ein Stabilisierungsprogramm auf den Weg bringen. Einzelheiten würden jedoch erst dann gemeinsam mit der französischen Regierung bekannt gegeben. Auf die Frage, ob dies nicht als Signal für die Finanzmärkte zu spät komme, sagte die CDU-Chefin: „Die Börsen wissen, dass es ein wichtiges Signal gibt.“

Die Regierungen sollen demnach zu „angebrachten Geschäftsbedingungen“ bis zum 31. Dezember 2009 für Kredite zwischen den Banken mit einer maximalen Laufzeit von fünf Jahren bürgen. Die Kreditvergabe auf dem sogenannten Interbankenmarkt ist wegen der Vertrauenskrise zuletzt fast völlig zum Erliegen gekommen. Sollte der Staat zur Rettung einer Bank Kapital zur Verfügung stellen, dann müsse innerhalb des betroffenen Finanzinstituts ein angemessener Restrukturierungsplan umgesetzt werden, hießt es in der Erklärung der in Paris versammelten Euro-Staaten. Die Beschlüsse der Eurogruppe sollen noch in dieser Woche bei einem Gipfeltreffen der 27 EU-Länder besprochen werden.

Der Maßnahmenkatalog soll dabei helfen, den Flächenbrand an den Finanzmärkten einzudämmen. In Deutschland und Frankreich wurden bereits für Montag Kabinettssitzungen einberufen, um die Umsetzung des Eurogruppen-Rettungspakets einzuleiten..........hal/AP/AFP/Reuters
 
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Kicky:

diskutiert werden ausserdem

2
12.10.08 21:14
....Als weitere Möglichkeit der Hilfe sieht der Entwurf des Gipfeldokuments den Einstieg der Mitgliedstaaten ins Kernkapital der Banken vor, etwa durch den Kauf von Vorzugsaktien. Der Preis solle den Marktwert des betreffenden Instituts berücksichtigen. Eine Beschränkung auf angeschlagene Unternehmen ist auch hier nicht vorgesehen.

Die Gipfelrunde diskutierte zudem eine Unterstützung der Europäischen Zentralbank für andere Unternehmen als reine Finanzgruppen. Die EZB solle kurzfristige Schuldpapiere schaffen, um «Finanz- und Nicht-Finanz-Unternehmen» während der Krise flüssig zu halten, hieß es im nicht vorab abgestimmten Teil des Papiers.
newsticker.sueddeutsche.de/list/id/215284
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metropolis:

Na wenn das kein Bailout ist

3
12.10.08 21:16
"Die Regierungen sollen demnach zu „angebrachten Geschäftsbedingungen“ bis zum 31. Dezember 2009 für Kredite zwischen den Banken mit einer maximalen Laufzeit von fünf Jahren bürgen"

Besser geht's ja garnicht! ;-)
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Kicky:

Kommentar von Robert Peston BBC

5
12.10.08 21:25
www.bbc.co.uk/blogs/thereporters/robertpeston/ recht bissig über die Situation der Londoner Banken,die jetzt mit dem Geld des Steuerzahler gerettet werden:Royal Bank of Scotland 15 Milliarden GBP Sir Fred Goodwin muss gehen,HBOS braucht 10 Milliarden....
Taxpayers will underwrite or provide all of what the Banks are raising - although the banks will give their shareholders and other investors the option of reducing the taxpayer investment by taking some of the new shares on offer themselves.

It's the biggest fund-raising exercise that's ever taken place in the UK.
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Kicky:

Lloyd´s Übernahme durch HBOS geplatzt

9
12.10.08 21:28
LONDON (Reuters) - Britain's Lloyds TSB negotiations to take over banking sector peer HBOS have collapsed, Sky TV reported on Sunday.

It gave no further details.
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Anti Lemming:

Na super, dann kann man Lloyds

5
12.10.08 22:23
ja langsam wieder kaufen. Mit dem HBOS-Klotz am Bein musste man/frau diesen ehemals sehr konservativen Titel abhaken, was ich auch getan hatte.  
Antworten
Anti Lemming:

Es war wohl umgekehrt

 
12.10.08 22:27
dass Lloyds (starke Partie) die HBOS (schwache Partie) übernehmen sollte, was offenbar auf Anordnung der britischen Regierung geschah. Auch in USA werden zurzeit viele Banken-Zwangshochzeiten "verordnet". Ich frag mich, ob die übernehmenden Banken unter der Hand eine Kiste Dollars bzw. Pfund als "Aufwandsentschädigung"/Müllzulage erhalten. Diese Übernahmen nur "für das Wohl Amerikas" zu tätigen wäre ja wohl ein wenig kostspielig.
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TurboLuke:

was steckt hinter dem Punkt

2
12.10.08 23:25
"neue Bilanzierungsregeln für Banken" ??
Will man den Banken erlauben den wertlosen Schrott nun nicht mehr zum Marktpreis in die Bücher schreiben zu müssen?? Oder wie soll ich das verstehen? Das wäre die reinste Farce. Dürfte aber die hirnlosen Börsenteilnehmer für den Anfang bei Laune halten. An der Situation ändert sich dadurch leider nix. Deflation wir kommen!
Antworten
PursuitOfHap.:

#31361, genau, hatten wir letztens schon mal...

4
12.10.08 23:43
nicht, dass sich dadurch nichts zum besseren ändern wird, es wird dadurch alles nur noch viel schlimmer, weil der dreck weiterhin unter den teppich gekehrt wird und man sich deswegen gegenseitig nicht über den weg traut.
das "system" geht sowas von den bach runter. vor zwei wochen wurden noch heftig um 700 milliarden in den usa gestritten, jetzt werden in de schon einfach so 400 milliarden durchgewinkt. es ist nicht mehr zu fassen...
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Kostolanya:

Kleiner Vergleich diverser Bank-Homepages

4
13.10.08 01:11
Hallo Zusammen,

habe heute aus lauter Interesse einfach mal diverse Homepages unserer allseits bekannten und teilweise auch sehr beliebten oder auch unbeliebten Banken angeklickt.

Siehe da - große Unterschiede zwischen den "Privaten" und den "Volksbanken" und "Sparkassen"...

Nun, lt. div. Medienberichterstattungen wurde ja in den letzten Wochen verstärkt darauf hingewiesen, dass die Einlagen wie Sparbuch, Festgeld, Tagesgeld, Girokonto - also einfach die so genannten "Sichteinlagen" bei Volksbanken und Sparkassen am "Sichersten" seien. Von den Privatbanken wurde diesbezüglich nicht so positiv berichtet - bzw. gar nicht - zumindest habe ich persönlich nichts dergleichen gelesen, gehört oder gar im FS gesehen.

Jetzt habe ich mir aus lauter Interesse einfach mal ein paar Homepages diverser Banken angeschaut:

1.) Volksbank Ruhr Mitte eG "IHR GELD IST SICHER!"
Dank einer soliden Geschäftspolitik ist die VB... von der aktuellen Finanzkrise nicht "direkt betroffen" (aber vielleicht "indirekt?")

WIR GARANTIEREN SICHERHEIT
Das Vertrauen...blablabla...Ihre Einlagen genießen bei den VB und Raiffeisenbanken durch die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken einen "besonderen Schutz" (warum nicht: einen "VOLLSTÄNDIGEN?" - wenn es doch soooo sicher ist...?

SPRECHEN SIE MIT UNS
...blablabla...Diese Partnerschaft ist heute "wichtiger denn je"...Klar, die VB möchte, wie natürlich alle Banken nicht, dass diese "Partnerschaft" einseitig seitens des Kunden "gelöst" wird, indem er seine Einlagen oder auch nur einen Teil davon abzieht...bedeutet: Lieber Partner, bitte, bitte, lass Dein Geld bei uns!


2.) Sparkasse "DIE KUNDENEINLAGEN BEI DEN SPARKASSEN SIND SICHER"

Kundeneinlagen auf Giro-,Spar-,Tagesgeld- und Termingeldkonten bei Sparkassen werden durch das...."vollständig geschützt" - aha - eine deutliche Steigerung zu "besonderem Schutz" der VB´s - schon mal "vollständig"...

...Sparkassen arbeiten nach einem bewährten Geschäftsmodell, das ihnen stabile Betriebsergebnisse bei "beherrschbaren Risiken" ermöglicht.(hmmm-grummel-grummel-was ist denn seit einigen Jahren überhaupt noch "beherrschbar" in der gesamten Finanzindustrie?...

3.) Deutsche Bank - KEIN WORT von wegen - irgendwas ist sicher - wird komplett ausgeblendet
Hinweise darauf, dass die Deutsche gerade dabei ist, neue Filialen und Arbeitsplätze zu schaffen...was wohl auf besondere "Stärke" der Bank hinweisen soll...

4.) Commerzbank - ähnlich wie Deutsche Bank - kein Wort von "Sicherheit" - aber der dicke Hinweis auf gelungene Übernahme der Dresdner - wir wachsen, wir sind stark...

Nun, das kann jeder für sich selbst so interpretieren wie er mag. Ich selbst bin mir zugegebener Maßen auch leicht unschlüssig.

Entweder prahlen und werben jetzt die VB und Sparkassen auf Grund der schon im Vorfeld durch die Medien implizierten "besonderen bzw. vollständigen Sicherheiten" zu ihren Gunsten damit, um a) weitere Kunden zu gewinnen oder aber sie wollen  b) vor allem KEINE WEITEREN KUNDEN bzw. BARGELDABFLÜSSE verlieren.

Wie dem auch sei - jedenfalls bieten beide vorgenannten Banken auf Grund der allgemeinen Verunsicherung "Gespräche" an.

Während sich Deutsche und Commerzbank komplett entziehen. Kann natürlich bedeuten: Hey, wir haben es nun ganz und gar nicht nötig mit "AUCH BEI UNS PRIVATEN SIND IHRE SPAREINLAGEN KOMPLETT ABGESICHERT" zu werben, weil es eh so ist und wir völlig gesund sind und sowieso über den Dingen stehen, oder aber sie halten sich bewusst zurück, weil sie es de facto absolut und gar nicht garantieren können.

Vielleicht machen die "Privaten" auch absichtlich nicht diese Zusatzwerbung, um die Kleinsparer nicht zusätzlich zu verunsichern - vielleicht "können" sie aber solche Zusagen auch gar nicht geben...

Denn die letzten Aussagen unser aller Angie und Peerchen "Ihre privaten Einlagen sind sicher...blablabla" haben sicherlich zwar einerseits dazu beigetragen, dass die systemgläubigen keinen einzigen Sicherheitscent vom Konto abheben, andererseits aber auch dazu, dass selbst Menschen, die sich bisher noch relativ sicher bei ihrer Bank aufgehoben fühlten, plötzlich anfangen zu zweifeln...

Aber seht Euch selbst mal ein paar Homepages diverser Banken an und kommt zu einer eigenen persönlichen Einschätzung...

Meine eigene Meinung ist die, dass nicht nur die Hütte, sondern sogar der ganze Wald drum herum lichterloh brennt. Und nun laufen ein paar Politiker mit ein paar Wassergläsern durch den brennenden Wald, um diesen Brand zu löschen...na - viel Erfolg...;--)))

Euch allen einen hoffentlich erfreulichen Wochenauftakt und alles Gute
Kosto

PS:
Mitte September habe ich glücklicherweise noch sehr viele Longs gut verkauft und bin "trotzdem" keine Shorts eingegangen, trotzdem deshalb, weil ich schon mit erheblichen Minusrekorden gerechnet habe.. weil ich a) nicht weiß: "was wird demnächst noch alles möglicherweise verboten oder sogar "rückwirkend" verboten und b) selbst wenn nichts Gravierendes wie so´n einfacher Dax-Short_ETF verboten wird - "WER SOLL DAS BEZAHLEN, WER HAT SO VIEL GELD?... (ein Karnevalslied - aktuell wie nie zuvor...)

In diesem Sinne
Kölle Alaaf
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Kostolanya:

Uni Opti 4 Geldmarktfonds

5
13.10.08 03:40
Buh, ich schon wieder;--)))

Was den einen oder anderen Geldmarktfonds betrifft, die ja "ALLE" lt. Bankberater "so sicher wie ein Sparbuch" ..würg... sein sollen- nun ja - denke zu 99,9 % der Poster hier wissen alle, dass diese Geldmarktfonds so was von gar nicht sicher sind, da sie lt. Fondsprospekt einfach mal ein Ausfallrisiko von 100% bergen... super sicher also...;---))) - und nebenbei - aber das wisst Ihr natürlich auch schon längst - keinerlei Anspruch auf "gesetzliche Erstattung" in Höhe von mind. 20.000,-- Euro haben..., was einem die Bänker selbstverständlich ebenso verschweigen, wie, dass die 100%-Kapitalerhaltsgarantie zuzüglich Bonus oder Irgendwas-Garantie auf ein Lehman Brothers-Zertifikat = Inhaberschuldverschreibung = auch komplett auf 0,00 Euro gehen kann - da Emittenten -Risiko.

Nebenbei bemerkt: Lehman Brothers wurde wohl hauptsächlich von diversen Sparkassen vertrieben, u.a. die Frankfurter 1822...Und da hatten ja auch schon sehr viele Privatkunden große Verluste...

Wenn nun aber  tatsächlich Morgan Stanley pleite gehen sollte - und so, wie es momentan scheint, könnte Morgan durchaus der nächste Kandidat sein... na dann gibt´s mächtig Ärger mit der Deutschen Bank - denn die hat eben sehr, sehr viele Morgan Stanley Produkte vertrieben...

Aber gut - vielleicht hat man a) aus der Lehman-Affäre gelernt, dass man nicht so einfach eine große Investmentbank pleite gehen lassen darf - aber vielleicht hat b) Morgan Stanley auch gar nicht so viele "Auslandsgläubiger" wie Lehman, so dass diese als durchaus rettungswürdig gelten könnte... who knows... So könnten vielleicht in diesem Falle sowohl die Deutsche Bank als auch deren Kunden, die Morgan Stanley (Inhaberschuldverschreibungen) gekauft haben, möglicherweise mit einem blauen Auge davon kommen...

Sorry, dass ich jetzt wieder ein bisschen vom Weg abgekommen bin - war doch eigentlich bei Geldmarktfonds, speziell Uni Opti 4 und nicht bei Inhaberschuldverschreibungen, Zertis etc. - seht es mir nach;--)))

Ich persönlich hatte den Uni Opti 4 niemals selbst. Ich hatte bis Mitte 2007 relativ viel Geld in dem DWS-Geldmarktfonds "Dynamic Cash" geparkt - und mit Ausbruch der Krise komplett abgezogen bzw. umgeschichtet in vermeintlich sichere Anlagen wie Tages- und Festgeld.

Meine Schwester hatte aber noch bis vor ca. 10 Tagen einen Großteil ihrer Ersparnisse in diesem Uni Opti 4 angelegt.

Mitte letzter Woche riet ich ihr, das Geld vom Geldmarktfonds komplett umzuschichten in die "vermeintlich sicheren" Anlagen wie eben Giro, Spar, Fest...ihr wisst schon...weil da zumindest höchstwahrscheinlich der gesetzliche Schutz noch greifen könnte....

Das tat sie dann auch...(der sehr junge Bankangestellte (Azubi??) fragte dann zwar noch zaghaft: "Darf ich fragen, warum Sie das umschichten?" Mein Schwesterlein sagte einfach "NEIN." Der junge, kleine Neubänker versuchte dann noch mal ebenso zaghaft, meiner Schwester eine "Anlagenstrategie" zu verkaufen, die meine Schwester aber ebenfalls ablehnte.

Na, ja, jedenfalls konnte mein Schwesterchen Ende letzter Woche noch gut den Uni Opti 4 verkaufen bzw. umschichten.

Mittwoch dieser Woche las ich im Handelsblatt, dass alleine am Dienstag danach ca. 700 Millionen aus dem Fonds abgezogen worden seien. Die genossenschaftlichen Banken wie DZ und WGZ halfen mit einer "Kreditlinie!" von 1 Milliarde Euro (je Bank 500.000,-- Millonen) aus, damit der Mittelabfluss geordnet abgewickelt werden kann.

Heute, Sonntag, 12.10.2008 las ich selbiges im neuesten "Spiegel".

Meine kleine Schwester hat sich zwar heute noch mal bei mir bedankt, dass sie noch wahrscheinlich rechtzeitig aus der Nummer raus gekommen ist - auf der anderen Seite muss ich mich natürlich schon auch fragen - wie asozial bin ich eigentlich persönlich?

Denn klar ist ja auch, dass diese Geldmarktfonds u. a. auch sehr viel  in Unternehmensanleihen investieren - sprich - ich ziehe jetzt indirekt mit solchen Warnungen/Tipps den Unternehmen Geld ab und verstärke damit vielleicht die Krise noch...

Ebenso verstärke ich natürlich die Krise, in dem ich mir vielleicht doch mal für die größte Not einen Teil meines Ersparten in bar abhebe und hier und da verstecke...

Das wird jetzt für mich persönlich schon zu einer Art Gewissensfrage. Sollte ich jetzt etwa tatsächlich das Zünglein an der Waage sein, der kleine Tropfen, der dass Fass zum Überlaufen bringt? Das kleine Arschloch, das das ganze System zum Einsturz bringen könnte? Mit meiner kleinen Abhebung von relativ wenigen Euronen, mit der ich einfach für den äüßersten Notfall sowohl meine Familie, meine besten Freunde und mich selbst ein wenig absichern möchte...

Auf der anderen Seite denke ich natürlich auch, dass sich die ganzen "Big Boys" und vielleicht auch "Big Girls" schon längst aus dem Geschehen verabschiedet haben und ihre Schäflein ins Trockene gebracht haben - egal in welcher Form. Jedenfalls bin ich mir sehr sicher, dass Joe Sixpack Äckermänn  seine Milliönchen ganz bestimmt nicht zu 100% bei seiner Deutschen Bank liegen hat ;---))

Puuh, eines kann ich Euch allen versichern. Ich sch....auf irgendwelche Rendite... wäre einfach froh, wenn hier mal alles schön friedlich bleibt, meinetwegen kann sich ja auch das ganze Finanzsystem und meinetwegen auch die Welt neu ordnen - aber bitte, bitte, FRIEDLICH - ohne Kriege, Plünderungen etc. - einfach nur friedlich... wenn wir nicht in eine Art Hyperinflation mit gleichzeitiger Deflation rein rutschen...(wie jetzt? Hyperinflation bei gleichzeitiger Deflation? Wie soll das gehen?)

Ganz einfache Kosto-Laien-Interpretation oder auch Phantasie:

Stellt Euch einfach mal vor, Ihr habt unglaublich viel Blut in Euren Adern, in Eurem Körper - für Euren Körper  - dieses Blut fließt und fließt in einem Kreislauf - ähnlich wie die Liquidität fließt - das Blut der Börse - der Wirtschaft...

Plötzlich drückt Dir jemand die Halsschlagader ab - bedeutet: obwohl nach wie vor sehr, sehr viel Blut vorhanden ist, und selbst, wenn Dir noch zusätzlich ein Arzt trotz Würgegriff ein paar Ampullen frisches Blut in den Körper schiesst, stockt es an einem bestimmten Punkt und kann nicht mehr, wie sonst, ins Hirn gelangen. Vakuum. Das viele inflationäre, also  in Massen vorhandene Blut staut sich,  und hortet sich, platzt fast, kommt aber trotzdem nicht mehr in den Kreislauf, da die Hauptschlagader (VERTRAUENSADER?) abgedrückt wurde...Im Hirn geht also auch nichts mehr. Deflation im Hirn, Inflation im Blut...

Ähnlich ist es ja nach meiner Auffassung, dass "theoretisch" eigentlich genügend Liquidität (also Blut) im Kreislauf vorhanden ist, der sogar praktisch, technisch mit Hilfe von Ärzten etc. (oder auch Notenbanken)  täglich nachgeliefert werden kann... Praktisch aber kommt nur nichts mehr im Hirn oder sonst wo an, da Dir einer die Halsschlagader zudrückt - und sei es nur "imaginär".... Da gibt´s  dann wohl einfach ´ne Sperre (=Vertrauensverlust) - also abgewürgt... Vakuum...Inflation/Deflation= gleichzeitig? Kann es so was überhaupt geben? Was denkt Ihr?

Keine Ahnung - nur so´n kleiner Kosto-Mini-Gedanke, der hoffentlich niemals Wirklichkeit wird...

Oje, so´n kleiner Kosto-Mini-Gedanke, der wieder mal  so viele Zeilen beansprucht hat - daher verschone ich Euch bis auf Weiteres mit Kostos-Makro-Gedanken und wünsche Euch eine gute Nacht, einen schönen Morgen und vor allem:

Alles Gute
Kosto

PS: Bitte verzeiht es mir, sollte dieses Posting wieder einmal doppelt erscheinen. Beim ersten Versuch sagte mir mein Safari leider: "Safari kann Server nicht finden". Probiere es jetzt noch einmal und hoffe, dieses Posting kommt nur EINMAL bei Euch an. Gehe jetzt noch mal auf "Einfügen" und hoffe, dass es 1 x klapt....
Antworten
Anti Lemming:

Das Kapital - Gelddrucken gegen das Gelddrucken

10
13.10.08 06:04

Kurzfassung: Die Notenbanken werden frisches Geld drucken müssen, um die Banken rauszuhauen. Sparer sind angeschmiert. Denn Wall Street hat deren Geld bereits "im Vorfeld" verprasst. Die Zeche zahlt die Weltgemeinschaft nun über höhere Inflation, die die Sparguthaben der "Besonnenen" entwertet.

 


 

FTD

Das Kapital

Gelddrucken gegen das Gelddrucken


Alle Welt jammert über die schwache Kapitalbasis der Banken. Aber das eigentliche Problem liegt auf ihrer Aktivseite. Und so paradox es klingt: Die wird die Geldpolitik entwerten.


Die Geldpolitik hat uns da reingerissen, und ohne die Geldpolitik kommen wir da kaum wieder raus. Das klingt beängstigend. Aber die Hoffnung, dass die Finanzkrise mit staatlichen Kapitalspritzen, Einlagengarantien oder durch die Nationalisierung von Banken gelöst werden kann, ist vermutlich vergebens. Denn die Wurzel des Übels ist ja nicht auf der Passivseite der Bankbilanzen zu suchen, also dort, wo Einlagen und Eigenkapital verbucht werden.


Das Problem liegt auf der Aktivseite, wo neben teils undurchsichtigen Anlagen auch die Kredite an Firmen und Verbraucher erfasst werden. Gewiss haben die Banken ihre Rücklagen vernachlässigt. Dahinzuschwinden droht das Kapital und damit die Sicherheit der Einlagen jedoch deshalb, weil (!) die Aktiva davonrinnen. Der Kern der Krise ist nämlich, dass die Bankausleihungen an den Privatsektor im Euro-Raum binnen zehn Jahren um 7368 Mrd. Euro respektive von 88 auf rund 139 Prozent des BIP gestiegen sind (in den angelsächsischen Ländern stärker).

Daher sind nun etliche Firmen und Verbraucher überschuldet. Können sie ihre Rechnungen nicht mehr begleichen, trifft das aber auch bislang gute Schuldner. Das und die Intransparenz vieler Aktiva erklären einen Teil des Vertrauensverlusts, der sich auf alle Vermögenswerte der Banken niederschlägt. Verstärkt wird das durch die einhergehende Einschränkung des Kreditangebots an Firmen und Verbraucher, was zusammen mit den sinkenden Netto-Vermögen auf der Konjunktur lastet.

Damit leidet die Aktivseite der Banken weiter, weil Pleiten, Arbeitslosigkeit und Zahlungsausfälle zunehmen. Vertrauensverlust, nächste Runde. Bei aller berechtigten Sorge um den Konsum ist es übrigens erstaunlich, wie wenig die Auswirkungen der Kreditklemme auf die Firmeninvestitionen beleuchtet werden, die einbrechen dürften. Und wie sehr man immer noch auf Länder wie China setzt, deren Geschäftsmodell - investieren, um zu exportieren - ausgehebelt werden dürfte.

Die nächste Baustelle


Die Amerikaner gehen eher den umgekehrten Weg und kaufen den Banken faule Aktiva ab, wobei neben dem 700-Mrd.-$-Paket angeblich auch Freddie und Fannie zusätzlich eingespannt werden. Doch in einem solchen Umfeld kann die Fiskalpolitik Geld ins System pumpen und Ausgaben tätigen, wie sie will. Davon abgesehen, dass das selbst im besten Falle nur darauf hinausliefe, dass die privatwirtschaftlichen Schulden bloß noch zunähmen (die Bonität der Bankaktiva mithin weiter abnähme), sind die Erfolgsaussichten mau. In Japan sind die Staatsschulden laut IWF seit 1990 von 69 auf 199 Prozent des BIP gestiegen.

Kurzum: Die Politik wird kaum umhinkommen, an den Kern der Krise heranzugehen. Und da ist die Versuchung groß, Staatsausgaben mit frisch gedrucktem Geld zu finanzieren, auf dass in der Privatwirtschaft Umsätze und Löhne schneller als die Schulden steigen - und diese schließlich wieder tragbar werden.


Aus der FTD vom 13.10.2008

Antworten
Bronco:

Verstaatlichen oder nicht verstaatlichen ?

6
13.10.08 06:17

Es ist doch erstaunlich, wie schnell sich vermeintlich „wissenschaftliche“ Fundamentalsätze glatt in Luft auflösen und plötzlich von ehemals noch Marktextremisten Forderungen kommen, die zuletzt noch nicht mal mehr die Linke expressis verbis in ihrem Programm stehen hatte. Plötzlich finden ausgerechnet in den vermeintlich letzten Bastionen des reinen und feinen Kapitalismus die ersten umfangreichen Verstaatlichungen von Banken statt, während sie hierzulande auch schon nicht mehr kategorisch abgelehnt, aber mit Begriffen wie „vorübergehend“ hoffähig gemacht werden sollen. So billig, wie sich manche das allerdings vorstellen, wird der Kelch nicht an ihnen vorübergehen. Es wird für die Zukunft sicher nicht genügen, die Diskussion um verstaatlichen oder nicht verstaatlichen auf die Frage zu reduzieren, ob nun die derzeit amtierende Politikermafia die besseren Manager stellen könnte oder die Amigos im Nadelstreif, die diese Mafia bisher mit der Kohle ihrer Kunden geschmiert hat. Das Grundproblem sitzt tiefer:

Bekanntlich ist Kapitalakkumulation die treibende Kraft einer wachstumsorientierten Wirtschaftsweise. Daher kam die Kugel im 19. Jh. auch erst so richtig ins Rollen, als halbwegs funktionierende Kapitalmärkte existierten, die es Unternehmen erlaubten, sich zu finanzieren, also nicht mehr nur mit dem Kapital zu arbeiten, das der Unternehmer (im klassischen Sinne des Wortes) sein eigen nannte und in die Waagschale werfen konnte, sondern darüber hinaus mit einem sogar deutlich größeren Anteil, der von externen Kapitalgebern beigesteuert wurde. Hierfür entscheidend war, dass es sich dabei nicht nur um Beteiligungen am Eigenkapital des Unternehmens handelte (davon hätte der Unternehmer nur relativ geringe Vorteile), sondern, dass die Möglichkeit gegeben war, Fremdkapital zu hebeln. Dieser Hebeleffekt erst war der Schlüssel dazu, dass es bezogen auf eine ganze Volkswirtschaft zu einer Kapitalakkumulation kommen konnte, die stetig wachsende Nettoinvestitionen ermöglichte, denn nur durch diesen Hebeleffekt konnten die reicheren Glieder der Volkswirtschaft motiviert werden, über den reinen (auf Erhalt ihrer privaten ökonomischen Verhältnisse gerichteten) Vorsorgebedarf hinaus Kapital anzuhäufen, während die „Spargroschen“ der weniger Begüterten nicht „unter der Matratze“ versauerten, sondern als Fremdkapital in den Wirtschaftsprozess mit einbezogen wurden. Der Kapitalismus als wachstumsorientiertes Wirtschaftssystem lebt also von der Ungleichheit der Einkommens- und Vermögensverhältnisse und davon, dass diejenigen, die mehr haben, als sie zum Leben brauchen, den „Überschuss“ investieren, um so die volkswirtschaftliche Produktion und damit den Überschuss selbst weiter zu steigern. Der hierzu erforderliche Fremdkapitalhebel beruht aber auf der Unvollkommenheit der Kapitalmärkte, also darauf, dass sich das „große“ Kapital besser verzinst als die „Peanuts“. An dieser Stelle kommt die Rolle der Banken ins Spiel, deren Aufgabe es ist, die „Spargroschen“ einzusammeln und den Investoren zuzuführen. Problem: Je mehr die Banken an dieser Logistik verdienen, desto unvollkommener muss der Kapitalmarkt sein, damit der Fremdkapitalhebel noch existiert. Je unvollkommener aber der Kapitalmarkt, desto unvollkommener auch die Konkurrenz auf den Märkten der realen Wirtschaftsgüter, also Gift für ein breites Prosperieren einer Volkswirtschaft. Aufgrund dieses systemimmanenten Widerspruchs ist in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ein Optimierungsproblem zu lösen: Sollen die Banken verdienen wie andere Unternehmen auch (Voraussetzung dafür, dass sie selbst in der Konkurrenz um Eigenkapital auf den Kapitalmärkten bestehen können), so steht dieser Anspruch im Gegensatz zu dem geforderten Fremdkapitalhebel, der darauf beruht, dass für die Unternehmen nach Befriedigung der Fremdkapitalgeber und der Kosten der Kapitalbeschaffung noch ein Überschuss verbleiben soll. Will also eine Wirtschaftspolitik einerseits eine übermäßige Dominanz nur weniger Profiteure vermeiden, andererseits aber die Lenkung der Kapitalströme dem freien Spiel der Kräfte überlassen, so provoziert sie immer wieder eine Situation wie die heutige, nämlich eine Ausdehnung der umgewälzten Fremdkapitalmenge der Banken (dadurch verteilt sich der Gewinn der Banken auf eine größere Kapitalmenge) und die Schaffung virtueller Werte in einem Schneeballsystem, in dem jeder versucht, diese virtuellen Werte gegen reale (materielle) einzutauschen – ein groß angelegtes „Schwarzer Peter“-Spiel.

Die Politik wird sich also entscheiden müssen: Eine Möglichkeit wäre, zu akzeptieren, dass Banken nicht verdienen können wie gewöhnliche Unternehmen – also Verstaatlichung der Banken und Verzicht auf Bankgewinne (Begrenzung der Einnahmen auf die Betriebskosten; Banken als „staatliche Finanzinfrastrukturaufgabe“, ähnlich anderer Infrastrukturaufgaben wie Verkehr o.ä.). Letztlich war auch das Versagen der staatlichen und halbstaatlichen Banken genau auf das Problem zurückzuführen, dass sie einerseits – jenseits betriebswirtschaftlicher „Vernunft“ – Infrastrukturaufgaben bis hin zu sozialen Aufgaben leisten sollten, andererseits aber erwartet wurde, dass sie Gewinne erwirtschaften sollten wie gewöhnliche Banken der freien Wirtschaft. Die „staatlichen“ Manager haben sich daher verhalten wie ihre Kollegen in der freien Wirtschaft. Eine Alternative dazu wäre, die extreme Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen zu akzeptieren („Mittelstand“ ade) und Verhältnisse zu schaffen wie in vielen Staaten Süd- und Mittelamerikas. Die dritte Alternative wäre noch linksradikaler als die (schlagartig „salonfähig“ gewordene) Forderung nach einer Verstaatlichung des Bankenwesens: das kapitalistische Konzept als Ganzes nochmals zu durchdenken. Alles andere mag bequem sein, ist aber unehrlich und wird immer wieder in die gleiche Situation münden.
Zu dieser Thematik kann ich ein kürzlich erschienenes Buch wärmstens empfehlen:
Matthias Nomayo, „Wirtschaften im Gleichgewicht“, ISBN 978-3-940190-30-7.
So, das war mal wieder viel Senf von meiner Seite – ich gelobe für die Zukunft wieder etwas Zurückhaltung.

Good Trades

Bronco
Antworten
metropolis:

@Kosto

2
13.10.08 07:08
- Der Vergleich mit dem Blutkreislauf eines Menschen ist sehr treffend. Aber denke mal anders herum: Was passiert wohl mit dem Gehirn, wenn der "jemand" den Daumen wieder runternimmt von der Halsschlagader? Nun, entweder, das Blut war zulange abgedrückt und das Gehirn ist für immer geschädigt. Oder, das inflationäre Blut strömt mit einem Schlag ins Gehirn und der Person geht es plötzlich wieder richtig gut, und zwar besser als vorher. Ich vermutet letzteres, natürlich nicht von heute auf morgen, aber in absehbarer Zeit (nach der Rezession) werden die Banken wieder ziemlich obenauf sein.

- Der Bankenvergleich zeigt nur, dass die SpKas mit dem werben, was ihre Stärke ist: Ihre Sicherheit und Kundennähe. In den letzten Tagen haben sie damit ca. 1 mio Kunden gewonnen. Ich persönlich gehöre nicht dazu, weil ich Frau Merkel vertraue (kein Witz), nach diesem WE umso mehr, und eben NICHT unsozial sein möchte indem ich meiner Bank ins Knie trete. Die privaten Banken schreiben übrigens nichts von Sicherheit weil sie 1) nicht 100% sicher sind und 2) eine solche Meldung auf der Homepage genau gegenteilig interpretiert werden und erst recht einen Bank Run auslösen könnte. Schweigen ist daher Gold zur Zeit.
Antworten
Anti Lemming:

Die Anwälte der Banken

6
13.10.08 07:33
haben - wie ich vermute - ihren Geschäftsführern erklärt, dass (falsche) Sicherheitszusagen auf der Homepage dazu führen könnten, dass die Banken mit Verweis darauf regresspflichtig werden könnten. Dann gäbe es im Pleitefall eine lästige Klagewelle. Angenehmer ist, wenn der Kleinsparer - wie bislang im Kleingedruckten verklausuliert - der Dumme bleibt, siehe Lehman.

Folglich unterlassen die Banken tunlichst solche Sicherheitszusagen. Sie schaffen damit ein diffuses Vertrauens-Vakuum: Die Kunden glauben, dass eine Großbank dank ihrer Größe und fragwürdiger Staatsgarantien "wohl nicht pleite gehen wird". Die Hoffnung stirbt zuletzt - nämlich erst nach den Guthaben.

Das Fehlen dieser Sicherheitszusagen ist ein implizites Eingeständnis, dass es keine Sicherheit gibt. Fatalerweise hilft gerade bei Großbanken auch der Einlagensicherungsfonds wenig. Der kann nur zahlen, wenn eine kleine Bank wie die Weserbank pleite geht. Geht die Commerzbank oder die Deutsche Bank pleite, würden seine Mittel bei Weitem nicht ausreichen - die Kunden erlitten weitgehend Totalverlust.

Fazit: Die Banken zahlen bei einer Pleite nichts, weil sie das Konkursrisiko insgeheim auf die Kunden abgewälzt haben. Der Einlagensicherungsfonds zahlt nichts, weil seine Mittel bei einer Großbankenpleite nicht ausreichen. Merkel zahlt auch nichts, weil die Summen selbst den Staat überfordern. Das wird besonders gut klar am Beispiel der Schweizer UBS: Die Bilanzsumme der UBS ist dreimal so groß wie das Schweizer BIP!

Ich würde daher keinen Cent auf Konten der Deutschen Bank oder Commerzbank stehen lassen. Wozu unnötige Risiken eingehen, wenn Sparkassen annähernd komplette Sicherheit bieten?

Ich betrachte mich auch nicht als asozial, wenn ich den Großbanken meine Sparguthaben entziehe und dadurch womöglich Mittelstandspleiten auslöse. Welcher mittelständische Betrieb interessiert sich denn umgekehrt dafür, dass etwa ein deutscher Sparer mit Lehman-Zertifikaten Totalverlust erlitten hat? Oder ich mit meinen Ersparnissen bei der DB Totalverlust erleide?

Wenn eine Firma wirklich solide aufgestellt ist, wird sie sich auch anderweitig Geld beschaffen können - z. B. bei den Sparkassen, Volks- und Genossenschaftsbanken, wo die Gelder jetzt ja massenhaft hinfließen.

Wenn das Geld von den Großbanken wegfließt, muss der Mittelstand halt "hinterherfließen".
Antworten
metropolis:

Wenn ich von einer dt. Pleite ausgehen würde

4
13.10.08 07:55
würde ich mein Geld tatsächlich abziehen - sozial hin der her. Doch das tue ich nicht, auch wenn mich hier mache im Thread für dämlich erklären. Zudem mag ich die SpaKas aufgrund ihrer - wie ich finde - unprofessionellen Arbeitsweise im Kundengeschäft (Kostos "Azubi" ist ein treffendes und selbst erlebtes Beispiel*) nicht besonders. Mein Geld ist auf etwa einem halben Dutzend  "Too big too fail"-Instituten verteilt und wenn eines davon pleite geht ohne dass die Staatsgarantie greifen sollte: Shit happens. Die Chance liegt allerdings sehr sehr niedrig.

*) Noch so ein Beispiel von mir: Die Auszahlung eines Sparkontos ("Zuwachssparen") ging neulich bei der SpaKa um die Ecke nur bankintern oder BAR, also nicht per Überweisung an meine Hausbank (die Einzahlung darauf aber schon!) Also mußte ich mir das Geld auf die Hand blättern lassen und mit der dicken Brieftasche über die Straße laufen um es bei meiner Bank einzahlen zu können. Omas kann man mit dieser durchsichtigen "Knüppel-zwischen-die-Beine"-Methode vom Geldabzug abschrecken, mich nicht: Nie wieder!
Antworten
louisaner:

Die Krise ist vorbei!

6
13.10.08 08:16

Laut Chef des Bankenverbands ist Ende der Krise in Sicht

de.biz.yahoo.com/12102008/12/chef-bankenverbands-ende-krise-sicht.html

AP
Laut Chef des Bankenverbands ist Ende der Krise in Sicht
Sonntag 12. Oktober 2008, 16:57 Uhr

 

 


 
Zum  Thema
 

 

Berlin (AP) In der Finanzkrise sieht der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken die Wende erreicht. «Ich glaube, dass wir gute Aussichten haben, am Ende der Krise zu sein», sagte Klaus-Peter Müller am Sonntag in Washington am Rande der Tagung des Internationalen Währungsfonds IWF dem ZDF-Magazin «Berlin direkt».

Er sei zuversichtlich, dass die vorbereiteten Entscheidungen in der EU die Märkte stabilisieren würden. Die aktuellen Rufe der Privatbanken nach dem Staat hätte er bis vor 14 Tagen nicht für möglich gehalten, räumte Müller ein. Das gesamte Finanzsystem rund um den Globus sei aber in einer systemischen Krise:

 

«Die Märkte verhalten sich völlig irrational.» Die jüngsten Pläne machten ihm aber Mut: «Ich bin heute sehr viel zuversichtlicher als noch vor meiner Abreise nach Washington.

 

 

 

 

 

 

 

 

ER glaubt es nicht:www.duckhome.de/tb/archives/...eite,-Merkel-und-Steinbrueck-froh.html


Wer am Wochenende in die Gesichter von Merkel, Sarkozy und Brown geschaut hat, der weiß wie sehr Lügen und Angst sich in die Züge eines Menschen eingraben. Warum das nicht bei Peer Steinbrück so ist. Der war schon immer so gemein. Er kam so auf die Welt. Er ist zu dumm um Angst zu haben und zu arrogant um die Gefahr zu merken.

Merkel, Brown und Sarkozy hingegen wissen, dass ihnen der Arsch brennt und zwar mit sehr heißer Flamme. Auch wenn die Merkel noch nie für etwas politisch gestanden hat, außer für den Staatskaptialismus der SED den sie als...

 

 

@Antilemming: wie paast dein Posting 31365 eigentlich zu deiner Theorie des stetig fallenden Goldpreises?

Die Frage ist schon ernstgemeint, vielleicht habe ich ja was übersehen, oder es wird Zeit das du deine Meinung änderst.

Vielleicht muss ich ja auch meine Meinung ändern.

diesistkeineaufforderungzuirgendetwas
Antworten
permanent:

Zeit für Anpassungen

3
13.10.08 08:24

Bund Future Short TB1WLH ist verkauft. Keine neue Position. Meine anderen Positionen bleiben unverändert. 

Thyssen long (OS)

Barrick Gold long (OS)

Statoil (Aktie)

http://www.ariva.de/...lten_sich_sehr_t283343?pnr=4821181#jump4821181

Nach den harten Verhandlungen am WE werden die Börsen -wie es sich in den Futures bereits abzeichnet- freundlich und erleichter in die Woche starten. Sehr viel Negatives ist bereits in den Kursen enthalten somit gehe ich von einer signifikanten Gegenbewegung aus.

Gruß

Permanent

Antworten
Anti Lemming:

zu #31370: Frag einen Friseur

9
13.10.08 08:40

ob Du eine neue Frisur brauchst, und er wird die Frage bejahen (selbst wenn Du zuletzt gestern bei einem anderen Friseur warst).

Frag den Präsidenten des Bundesverbrands deutscher Banken, ob die Bankenkrise jetzt bewältigt ist, und er wird die Frage bejahen (zumal, wenn er zugleich Aufsichtsratschef der wohl angeschlagendsten Commerzbank/Dresdner-Gruppe ist).

Man kann eine Krise bekanntlich herbeireden, indem man einen Banken-Run provoziert. Umgekehrt hofft der Herr Klaus-Peter Müller offenbar, dass man Probleme auch totschweigen kann.

 


 

Zur Frage an mich am Ende des Postings: Bei Gold bin ich weniger bärisch als bei anderen Rohstoffen (siehe hier, Posting # 4)

Antworten
obgicou:

kleiner Hinweis am Rande

15
13.10.08 08:53

ob die Gegenbewegung von Dauer sein wird, wird man schön am Geldmarkt ablesen können; kommt der Libor/Euribor runter, ist wieder Vertrauen zwischen den Banken und das Getriebe kann wieder geschmiert werden. Wenn nicht, kann man alles, was nach oben kommt, gnadenlos shorten.
Antworten
metropolis:

hast du eine Link zu einem Chart?

 
13.10.08 08:55
Danke!
Antworten
obgicou:

@metro

4
13.10.08 09:11

www.thefinancials.com/syndicated/demo/DEM_LIBOR_Majors_3m.html
Antworten
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