Viele von Euch dürften anhand meiner Postings, die eben auch viele von Euch zumindest teilweise kennen, dass ich persönlich nicht zu den Menschen gehöre, die mal eben so alles "über den Kamm" scheren. Ich versuche immer, die Dinge aus allen möglichen Perspektiven zu betrachten, zu differenzieren und neige nicht zum pauschalieren. Ich hege keine Vorurteile gegenüber anderen und neige auch nicht dazu, Klischees einfach so aufzugreifen und "Mentalitäten" einfach so zu verallgemeinern.
Jedoch ziehe ich durchaus für mich persönlich einfach ab und zu Parallelen. Meist schließe ich dabei vom "Kleinen auf´s Große" , vom "Großen auf´s Kleine" - und anhand dieser für mich ganz persönlich gezogenen Schlüsse schließe ich auch mal "auf´s Ganze".
Unabhängig von allen gezielten Spekulationen und bewusster Herabsetzungen seitens amerikanischer Ratingangenturen gegenüber hochverschuldeter Euroländer, die höchstwahrscheinlich allein dazu dienen, Euroland zu schwächen, vom ebenso hoch verschuldeten Amiland abzulenken und auch noch von GB abzulenken, folgende kleine, wahre Geschichte eines Freundes. Und meinem persönlichen Fazit daraus, wieso ich keinesfalls griechische Anleihen kaufen würde - selbst, wenn sie 150% Zinsen p.a. bringen würden ;-)
Selbstverständlich mag folgende kleine Geschichte sicherlich nur ein Einzelbeispiel sein, scheint jedoch sehr verwandt und aufschlussreich zu sein mit der grundsätzlichen Zahlungsmoral und Rechtsauffassung "des Griechen an sich"...
So Ende 2004 kaufte also ein Freund von mir ein Haus im Ruhrpott. Mischgewerbe - sprich: vier Wohnungen und zwei Gewerbe - ein "griechischer Imbiss" und ein "Kiosk". Zu 100 % finanziert. Trotz nicht bester Lage rechnete sich für ihn der Kauf trotzdem erst einmal, da das Haus voll vermietet war, und die Mieten und Pachten einen Überschuss nach Zinsen und Tilgung von ca. 800,-- Euro plus ausmachten.
Die Pächter vom "griechischen Imbiss" waren Griechen, die dort bereits seit ca. 10-12 Jahren Pächter waren, die bis dato dem ehemaligen Besitzer auch relativ regelmäßig die Pacht bezahlt haben. Relativ deshalb, weil es schon zu Zeiten des Vorbesitzers gerade in der Sommer-Urlaubszeit hier und da mal zu "urlaubsbedingten Nichtzahlungen der Pacht" kam. Meistens betrug das dann die Pacht für einen bis zwei Monate zwischen Juli und August. Man einigte sich dann so, dass die rückständige Pacht erst einmal vom Kautionskonto entnommen werden durfte. Dieses Kautionskonto wurde dann im Laufe des laufenden/nächsten Jahres wieder aufgefüllt.
Seitdem mein Freund nun der Verpächter war, hatte er jedes Jahr das gleiche Theater. Die Griechen machten für 8 Wochen den Imbiss dicht, fuhren mit der ganzen Familie in den Urlaub nach Griechenland und zahlten für diese Zeit ihre Pacht und auch die Nachzahlung der Nebenkosten für das letzte Jahr nicht.
Mag sein, dass auch z.B. sehr viele Deutsche einfach mal in den Urlaub fahren oder Konsumgüter erwerben, "bevor" sie ihre Miete/Pacht bezahlt haben. Jedoch scheint die deutsche Mentalität bei einem Großteil der dt. Bevölkerung eher die zu sein, dass man grundsätzlich und meistens "zuerst die Miete inkl. NK" bezahlt, bevor man sich Urlaub oder sonstige Annehmlichkeiten leistet. Wie gesagt: Meistens. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
Mein Freund war zwar sehr genervt und angespannt ob der Zahlungsmoral und Mentalität seiner griechischen Pächter - jedoch noch relativ relaxed und entgegen kommend. Auch er einigte sich so mit den Griechen, dass er sie nicht gleich - wie es lt. Pachtvertrag möglich gewesen wäre - vor die Tür setzte, sondern entnahm erst einmal die fälligen Zahlungen vom Kautionskonto.
Nur leider füllten es die Griechen diesmal nicht wieder auf. Im Gegenteil. Je mehr mein Freund ihnen entgegen kam, ihnen half, desto fordernder, dreister und frecher wurden sie.
Im Sommer 2007 spitzte sich die Lage zu. Die Griechen hatten mal wieder nach ihrem 8-wöchigen Sommerurlaub weder ihre Pacht noch die NK für 2006 bezahlt. In einem Gespräch mit meinem Freund sagten sie dem: Kündige uns doch den Pachtvertrag. Dann kommen wir hier raus, können auf deutsche Staatskosten Sozialhilfe beantragen, ein bisschen schwarz nebenher verdienen. Und für wesentlich weniger Arbeit fast genau so gut leben wie bisher.
Nun muss noch hinzu erwähnt werden, dass zu dem Imbiss auch eine "Dienstwohnung" über dem Imbiss gehörte, die von den Griechen mitsamt ihrer damals noch minderjährigen und schulpflichtigen Tochter (14 Jahre alt) bewohnt wurde, und die Bestandteil des Pachtvertrages mit dem Imbiss war.
Das Geplänkel zog sich noch ein paar Monate hin. Zwar "drohten" die Griechen ständig, demnächst ohne Rücksicht auf bestehende Verträge von heute auf morgen einfach mal zurück nach Griechenland zu gehen, blieben aber erst einmal und zahlten auch erst einmal weiter die laufenden Verbindlichkeiten (Kautionskonto wurde jedoch nicht wieder ausgeglichen...)
Mitte 2008 brachten sie dann "angeblich verwandte Griechen" mit ins Spiel, die den Imbiss und die Wohnung übernehmen wollten. Angeblich deshalb, weil mein Freund bis heute nicht weiß, ob die Griechen untereinander tatsächlich verwandt sind. Ist aber auch nebensächlich.
Jedenfalls übernahmen die "verwandten Griechen" dann im Spätsommer 2008 den Imbiss. Die Wohnung hätten sie auch gern übernommen. Jedoch baten die vorherigen griechischen Pächter meinen Freund - auch in Absprache mit den Nachpächtern, die Wohnung noch bis Sommer 2009 halten zu dürfen, damit die Tochter noch in Deutschland ihren Schulabschluss machen könnte. Mein Freund, der unerschütterliche Menschenfreund, der trotz übler Erfahrungen in Sachen Zahlungsmoral und Vertrauenswürdigkeit der bisherigen Pächter, trotzdem der Tochter nicht die Zukunft verbauen wollte, erklärte sich also bereit, den bisherigen Pächtern die Wohnung noch bis Sommer 2009 zu überlassen - vorausgesetzt, sie würden auch entsprechend die Miete zahlen.
Und da kam dann eine ganz erstaunliche, unfassbare Dreistigkeit zu Tage: Die damaligen Pächter "erklärten" nämlich meinem Freund folgendes: "Was willst Du mit Deinem Scheiß-Vertrag? Hä? Der ist nichts wert! Wenn Du Glück hast, zahlen wir, wenn Du Pech hast, zahlen wir nicht! Was willst Du dann machen? Hä? Wir haben eine minderjährige Tochter! Bäh. Versuche doch mal, uns raus zu klagen! Und übrigens: Wir wollen unsere Kaution zurück! Die bezog sich ja nur auf den Imbiss. Den hast Du zurück. Gib uns sofort UNSER GELD!
Vom Spätsommer 2008 bis Sommer 2009 zahlten die Griechen keine Miete und NK mehr, blockierten die mit dem Imbiss verbundene Dienstwohnung gemäß Pachtvertrag und klagten gleichzeitig auf Rückzahlung ihrer Kaution...
Natürlich haben sie keine Chance, da alleine ihre Miet- und NK- Außenstände gegenüber meines Freundes mehr als das Doppelte der noch vorhandenen Kaution betragen, und bereits die erste Instanz gegen die Griechen entschieden hat und auch die zweite Instanz noch vor Verhandlung angekündigt hat, im Sinne der ersten Instanz zu entscheiden...
Mein Freund weiß z.B. auch gar nicht, wie die Griechen ihren Anwalt bezahlen für ein recht aussichtsloses Gerichtsverfahren bezahlen - bzw. von welchem Geld der Anwalt bezahlt wird... Sind wir deutschen Steuerzahler das wieder mal im Endeffekt? Obwohl das Urteil zu 99,9% zu Gunsten meines Freundes ausgeht?
Was nun die "Nachfolge-Griechen" betrifft, so scheinen die zwar grundsätzlich etwas "bodenständiger", gar "ehrlicher" und auch wesentlich "charmanter" zu sein als ihre Vorgänger. Sprich: Die machen nicht mal eben acht Wochen Urlaub ohne ihre Pacht zu bezahlen. Nein. Sie sind auch nicht so ganz dreist und frech. Sie machen da eher auf kokette "Diplomatie". Sie erklären meinem Freund halt in regelmäßigen Abständen immer wieder, dass er mal die Pacht um ca. 100,-- bis 200,-- Euro kürzen "müsse". Sie würden sich ja halb tot arbeiten - jedoch - im Rahmen der Wirtschaftskrise - etc. etc. - müsste er ja eigentlich noch unheimlich froh sein, dass sie ihm "überhaupt noch was an Pacht" zahlen könnten. Im Übrigen zahlen sie auch nach einigen Kompromissen und enormen Nachlässen meines Freundes ausgesprochen "unstet". Je nachdem, wie sie gerade entweder "können" oder "Lust haben"...
Während die "jetzigen Griechen-Pächter" sich zwar aus Sicht meines Freundes recht wohltuend von den "vorherigen Griechen-Pächtern" dahingehend unterscheiden, dass die "jetzigen" scheinbar sehr viel fleißiger, ernsthafter, bodenständiger, nicht so dreist und unverschämt sind, so haben beide "Verwandten" aber schon eine Gemeinsamkeit:
Egal, wie sie es rüberbringen - ob eher unverfroren, dreist und unverschämt - oder eher fast charmant, ein wenig unterwürfig - aber trotzdem bestimmend - der Tenor scheint dieses "erpresserische Potential":
"Was willst Du mit Deinen Scheiß-Verträgen, wenn wir sie nicht erfüllen können? Hä? Wenn Du sehr viel Glück hast, zahlen wir, was wir vereinbart haben. Wenn Du ein bisschen Pech hast, zahlen wir nur einen geringen Teil von dem, was wir vereinbart haben. Und wenn Du ganz viel Pech hast, zahlen wir gar nichts, von dem, was wir vereinbart haben. Dann versuche doch mal, uns darauf zu verklagen - am besten in Griechenland, wo eh fast alle Richter korrupt sind und überdies hinaus wohl noch gerade streiken und demonstrieren -ha, ha,ha...Und wenn Du "noch mehr Pech" hast, dann verklagen wir Dich auf irgendwas, was uns noch so einfällt. Wenn es auch aussichtslos erscheinen mag -die Anwaltskosten tragt ja erst einmal "IHR"...
Tja, diese kleine Erfahrungsgeschichte meines Freundes, die ich hier zwar drastisch gekürzt (ich weiß, immer noch lang genug ;-) wieder erzählt habe, zeigt mir aber schon: Vorsicht mit jeglichen Geschäftsabschlüssen mit Griechen.
Auch wenn ich nicht pauschalieren möchte - in der Summe jedoch: EU-Beitritt aufgrund gefälschter Bilanzen, gefälschter Staatsverschuldung, gefälschte BIP-Zahlen etc.etc. - fast alle Zahlen gefälscht und bis heute immer wieder neu berechnet - immer wieder in Negative revidiert....
Dann diese Mischung aus teilweise "charmanten Bitten" bzw. auch "dreisten Forderungen" und "erpresserischen Versuchen", die gesamte EU insbesondere auch Deutschland für das eigene Verschuldungsdilemma "verantwortlich" machen zu wollen...
Ich kann mir zwar nicht ernsthaft vorstellen, dass das gesamte griechische Volk dermaßen korrupt, faul, dumm und dreist ist, wie es uns die Medien teilweise vermitteln, wir auch teilweise persönliche Erfahrungen gemacht haben oder auch Erzählungen von Bekannten und Freunden wissen.
Jedoch darf ich Euch allen einfach mal so zur Kenntnis geben, ob das nun interessiert oder auch nicht, dass ich ein einziges Mal - so 1998 - eine einzige Woche Urlaub in Griechenland am Meer machte. Seitdem nie wieder. Warum? Ich fand es für mich persönlich einfach grauenvoll. Überall nur lethargische, stumpfsinnige Griechen, die da in den Tavernen rumsaßen, tranken und aßen und meistens nur vor sich her stierten und sich rein gar nichts erzählten...Sie saßen nur, starrten und tranken und aßen...
Unabhängig davon, dass ich von möglichen etwaigen Gesprächen eh null komma nix verstanden hätte, so hätte ich möglicherweise jedenfalls ansatzweise das Gefühl haben können, dass es hier "lebt". Aber das hatte ich eben nicht.
Trotzdem kann ich nach meiner bisherigen Kenntnis - erfahren aus den gängigen Medien (daher nur eingeschränkt akzeptabel ;-) - auch nur konstatieren, dass das griechische Volk zum großen Teil "Recht hat" mit seinen Demos, weil bisher in Griechenland anscheinend vorwiegend Vetternwirtschaft (25 % der Familien im Beamtenstatus etc.) und Korruption herrscht, die relativ reichen Griechen lustig ihre Steuern verstecken konnten und niemals zahlten, und nun das von jeher wahrscheinlich recht arme und gebeutelte Volk nun extrem zu Gunsten der "Oberen" sparen muss.
Sorry, ich weiß nicht, was da im Staate Griechenland so abgeht. Jedenfalls, so scheint es mir, ist es wie in vielen Staaten und Ländern weltweit: Ein kleiner Teil des Landes/Staates/der Bevölkerung macht Schulden auf Kosten der Restbevölkerung...
Wie dem auch sei. Auch wenn es rein juristisch und formal durchaus fundamentale Unterschiede gerade in Bezug auf Insolvenz, Bankrott etc. zwischen dem Privat-Menschen, dem Unternehmen und dem Staat oder gar dem Land gibt, so schließe ich doch "vorsichtshalber" vom "Kleinen auf das Große" ;-)
Das tut sich nämlich m.M. nach im Endeffekt nicht allzu viel. Außer vielleicht, dass der "Kleine" am Ende für den "Großen" oder "die Großen" mit blutet bzw. mit bezahlt...
Nun ja, jedenfalls, nachdem, was mir mein Freund über die Zahlungsmoral der Griechen in Deutschland speziell auf sich selbst bezogen - "im Kleinen" erzählt hat, so käme ich im Zusammenhang mit dem, was ich nun heute weiß, über die Bilanztricks der Griechen, die Zahlungsmoral der Griechen "im Großen" NIEMALS auf die Idee, griechische Staatsanleihen zu kaufen. EGAL, zu welchem Zinssatz. Weil ich den Griechen im Ernstfalle - teils aus eigenen Erfahrungen, teils aus Erfahrungen meines Freundes, teils aus vermeintlichem Wissen aus Medien und Foren - ob ich es nun halbwegs richtig einschätze oder auch nicht - total egal - definitiv NICHT TRAUE.
Ach, hätte ich jetzt einen Ouzo - ich würde ihn glatt trinken ;-)
Schönen Abend noch
Kosto