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Das Kapital
Ausgerechnet die Finanzwerte
Dass die Aktienrally seit Anfang März von den Finanzwerten angeführt wurde, sagt eigentlich schon alles über ihre Qualität. Sechs minus, setzen.
(Links von Rechts wegen im Orig.)
Das Bezeichnendste an der jüngsten Bärenmarktrally war die Verdopplung der Finanzwerte. Laut SocGen machen diese damit global wieder fast 22 Prozent der Marktkapitalisierung aus. Wir reden über einen Sektor, der ohne billionenschwere Staatshilfen und -garantien erledigt oder zumindest komplett nationalisiert wäre. Und über jenen Sektor, der trotz ultrasteiler Zinskurve und brummendem Anleihengeschäft auf Jahre hin damit beschäftigt sein wird, Darlehen auszubuchen, die während der Kreditsause freizügigst an bildungsferne Arbeitslose, durch Private Equity ausgesaugte Mittelständler oder akquisitionslüsterne Großkunden bereitgestellt worden sind. Der Anstieg der deutschen Firmeninsolvenzen um zehn Prozent im ersten Quartal ist ebenso erst der Anfang, wie sich die US-Hypothekenausfälle zunächst bloß auf das Ramschsegment erstreckten....
Was auf dem Spiel steht, zeigt eine einzi
ge Zahl: Im Euro-Raum ist die Privatkreditvergabe der Banken seit Ende 1997 um 7924 Mrd. Euro gestiegen, während das nominale BIP aufs Jahr hochgerechnet um 2927 Mrd. Euro zugenommen hat. Insg
esamt hat die konsolidierte Bankbilanzsumme seither um 14.351 Mrd. Euro zugelegt. Autsch. Im Kreditbereich werden die Fetzen fliegen, und im Kapitalmarktgeschäft dürften die auf historischen Korrelationen beruhenden Modellannahmen früher oder später wieder dermaßen durchgewirbelt werden,
dass die Anleger jeden Tag mit Notkapitalerhöhungen rechnen sollten.
In der Vermögensverwaltung haben unterdessen sogar die Kunden gemerkt, dass die fetten Gebühren durch nichts gerechtfertigt sind.
Hoffentlich ist jenen US-Banken, die Staatsgelder zurückzahlen wollen, um dreiste Boni verteilen zu können, klargemacht worden, dass sie ohne Wenn und Aber nationalisiert werden, wenn sie wieder beim Finanzminister anklopfen, was leicht passieren könnte.
Derweil sei noch mal angemerkt, dass das Kredit- und Versicherungsgewerbe in Deutschland 4,2 Prozent zur Wertschöpfung beiträgt, gegenüber 30 Prozent des produzierenden Gewerbes. Wie kann es da sein, dass an den Weltaktienmärkten alle Industrie-, Grundstoff-, IT-, Konsumgüter- und Versorgerbranchen zusammen gerade mal doppelt so viel wert sind wie der Finanzsektor?
www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/...e-Finanzwerte/527381.html
Anmerkung:
Bei US-Finanzaktien wurde diese Rallye "forciert", damit die Banken die dringend nötigen Kapitalerhöhungen zu erträglichen Konditionen (d.h. ohne massive Kursverdünnung) durchführen konnten. Hätte sich der z. B. der Kurs von Bank of America nicht von 3,50 auf 13 Dollar "erholt", hätten fast vier Mal so viele neue Aktien ausgegeben werden müssen, um die gleiche Kapitalmenge aufzunehmen. Dann würde der Kurs von BAC jetzt bei vielleicht 1,50 Dollar stehen statt bei 13 Dollar. Außerdem wäre die KE dann wohl nicht in dem Umfang akzeptiert worden.
Es ist daher nicht nur "Dummheit der Anleger", dass die US-Bankaktien so stark stiegen (so klingt es ein wenig im obigen "Das Kapital"-Artikel), sondern dahinter steckt auch Kalkül der Kurstreiber. Man denke nur an die unsägliche Hochstufung aller US-Bankaktien durch Goldman-Sachs wenige Tage vor dem Stresstest - und an die sofort nach dem Stresstest durchgezogenen KEs, an denen GS übrigens verdiente.
Die Abwrackprämien haben nicht allzu viel genützt, obwohl die Zahl der Neuzulassungen mit -4,9 % besser ausfiel als die -12,3 % und -9,0 % in den Vormonaten.
08:00 (MEZ) Ort: Brüssel, Belgien
Veröffentlichung der Zahlen der Association des Constructeurs Européens d´Automobiles (ACEA) zu den Kfz-Neuzulassungen in West-Europa (EU + EFTA) für Mai 2009
Die Kfz Neuzulassungen sind im Bereich der EU und der EFTA im Mai verglichen mit dem Vorjahr um 4,9 % gefallen nach -12,3 % im Vormonat und -9,0 % im Monat davor.
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Ifo-Studie zur Nachfrage
Industrie erwartet lange Flaute
Für die Mehrheit der deutschen Industrieunternehmen ist der globale Nachfrageausfall das derzeit dominierende Problem. Der Anteil der Industriefirmen, die über die Nachfrageschwäche klagen, sei im laufenden zweiten Quartal 2009 auf 52 Prozent aller Unternehmen gestiegen.
So heißt es in einer aktuellen Studie des Münchner Ifo-Instituts. Dagegen klagen nur acht Prozent über Angebotsprobleme wie Arbeitskräftemangel oder unzureichende Kapazitäten. Jene Unternehmen, die unter dem globalen Nachfrageschwund leiden, halten diesen "ganz überwiegend nicht nur für ein vorübergehendes, sondern für ein länger anhaltendes, dauerhaftes Problem", schreibt der Autor der Studie, Gernot Nerb.
Nerb nahm für seine Untersuchung die monatliche Umfrage des Ifo-Instituts unter mehr als 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes zur Grundlage. Daraus ermitteln die Münchner Ökonomen regelmäßig auch den Ifo-Geschäftsklimaindex, den meist beachteten Frühindikator der deutschen Industriekonjunktur.
Dass die Industrie seit der Zuspitzung der Krise im vergangenen September vor allem unter dem Wegfall der Nachfrage aus dem Ausland leidet, ist weithin bekannt. Neu ist allerdings, dass die Mehrheit der betroffenen Unternehmen mit einer dauerhaften Nachfrageschwäche von länger als zwölf Monaten rechnet. Die deutsche Industrie geht demnach auch längerfristig von eigenen Überkapazitäten aus. Investitionen in neue Ausrüstungen dürften sich demnach dauerhaft eher schwach entwickeln.
Häufiger als im Durchschnitt berichteten derzeit die Produzenten von Vorleistungen wie Eisen-, Stahl- oder chemischen Erzeugnissen über Nachfrageprobleme, schreibt Nerb. Hier habe der Anteil der Firmen, die unter der Flaute leiden, den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Im Bereich der Investitionsgüter sei der Anteil 1993 schon einmal ähnlich hoch gewesen. Damals seien aber viel mehr Unternehmen zuversichtlich gewesen, dass die Nachfrageschwäche nur vorübergehender Natur sei.
Anfang 2007 hatten nur 14 Prozent der befragten Unternehmen den Ausfall der Nachfrage als ihr größtes Problem eingestuft, so die Studie. Danach sei dieser Anteil zunächst langsam und vom dritten Quartal 2008 an dann "schubartig" auf über 50 Prozent in die Höhe geschnellt, so Nerb. Dagegen hätte Mitte 2007 noch gut ein Fünftel aller Industriebetriebe über Angebotsprobleme geklagt. Bis heute sei ihr Anteil auf weniger als die Hälfte davon geschrumpft.
Für das Ifo-Institut ist damit klar, dass die derzeitige Rezession "ganz überwiegend Folge einer globalen Nachfrageschwäche und nicht Zeichen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit" ist. Die Konkurrenzfähigkeit werde von den Unternehmen "weiterhin deutlich höher eingeschätzt als im EU-Durchschnitt". Der Befund sei für Empfehlungen an die Politik elementar, schreibt Nerb. Entstehe Arbeitslosigkeit allein aufgrund von Nachfrageproblemen, sei die staatliche Nachfragestimulierung besonders wirksam. Auch hätten Reallohnsenkungen einen negativen Effekt. Die wirtschaftliche Realität sei jedoch etwas differenzierter, denn nicht alle Firmen litten unter der Flaute.
www.ftd.de/unternehmen/industrie/...erwartet-lange-Flaute/527423.html
Es besteht daher berechtigte Hoffnung, dass dies auch für die Unterhosen der Fondsmanager und Dip-Buyer gilt ;-)
Die rot hervorgehobenen Sätze sind zum Kringeln. Kaum fällt der DOW über 2 %, warnen die Medien, dass die "Erholung vielleicht doch nur eine Illusion" ist.
FAZIT: Karl Marx hatte Unrecht: Der Chart - und nicht das Sein - bestimmt das Bewusstein.
Jun 15, 2009, 10:52 p.m. EST
Asian Shares Lower; Recent Optimism May Be Misplaced
By MarketWatch
SINGAPORE (MarketWatch) -- Asian share markets were lower Tuesday, hit by losses in banking, commodity and energy stocks on worries the "green shoots" of economic recovery may prove to be an illusion.
"There are still hopes for an economic recovery, but the mood is soured by yesterday's U.S. market" decline, said Yumi Nishimura, market analyst at Daiwa Securities SMBC.
Japan's Nikkei 225 was down 2.0% while Korea's Kospi Composite was 0.7% lower, and Australia's S&P/ASX 200 down 1.0%.
Hong Kong's Hang Seng Index was off 1.4% with the Shanghai Composite down 0.6% and Taiwan's main index lower by 0.8%. ...
The Dow Jones Industrial Average dropped 2.1% Monday for its biggest loss in a month, with sentiment blighted by weak manufacturing and housing data. Signs that exuberance on the economy may be premature drove base metals lower Monday, and that was showing up as weakness in commodity and energy stocks in Asia Tuesday.
Mining and energy stocks were the major losers in China with...
http://www.marketwatch.com/story/asian-shares-lower-recent-optimism-may-be-misplaced
Dieser schon wieder grenzwertig unterhaltende Beitrag dient als Gegenbeweis zur verbreiteten These, Bären hätten keinen Humor. Doch, haben sie. Zumindest schwarzen (gilt auch für Braunbären).
www.ftd.de/politik/deutschland/522060.html
Börsenexperten haben die Aussichten für die deutsche Wirtschaft den achten Monat in Folge optimistischer bewertet. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen stieg im Juni unerwartet deutlich von 31,1 auf 44,8 Punkte. Das ist der höchste Wert seit Mai 2006.
Ein Index von und für Komiker!
Die Debatte um einen kommenden "Exit" bei den Staatshilfen entzaubert den Rallye-Hype. Denn diejenigen, die nun das Ende (Exit) der Staatshilfen fordern, sind lediglich auf die Trugbilder der Chartverdreher (Program-Trader) reingefallen. Die Wirklichkeit sieht halt anders aus und hat mit den Charts nichts zu tun.
Die Weigerung der US-Banken, an Geitherns PPIP-Programm teilzunehmen, entlarvt die US-Bankenrallye ebenfalls als Farce. Siehe dazu die Begründung hier (grüne Schrift am Ende).
FTD
....
Nach dem Exit der Exitus
Tiefpunkt erreicht? Zeit für den Staat, über den Ausstieg nachzudenken? Die gesamte Diskussion ist notwendig, kommt aber zu früh. Die Wirtschaft befindet sich immer noch auf der Intensivstation und wird sich auch in den kommenden Monaten nicht von der Obhut des Staates emanzipieren können.
Statt also vordringlich über Exitstrategien zu streiten, sollten die Hilfen ausgeweitet werden. Die Kapitaldecke der Banken ist nach wie vor dünn. Keine Regierung mit Ausnahme der britischen und der irischen hat ein nachvollziehbares Konzept gegen die faulen Papiere in den Bankbilanzen. In den USA verläuft das PPIP-Aufkaufprogramm im Sande. Die Bad-Bank-Idee der Bundesregierung schont zwar den Steuerzahler, zieht aber so viel Zorn seitens der Geldhäuser auf sich, dass wohl keines teilnehmen wird. Zwei Fehlkonstruktionen, die keinem weiterhelfen und eine Erholung verzögern.
http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne-Tobias-Bayer-Willkommen-in-der-Pr%E4-Lehman-Welt/527279.html?p=2
Institutionelle Förderung: 50% / Drittmittel inkl. sonstige Erträge:45% / Rücklagen:5%
Drittmittel nach Auftrag-/Zuwendungsgeber:
Bund und ausländische Ministerien: 36%
EU-Kommission: 22%
Unternehmen u. Verbände: 21%
DFG: 11%
Stiftungen: 7%
Länder: 3%
Noch Fragen ?
DJ UPDATE: DIHK senkt deutsche BIP-Prognose 2009 drastisch
BERLIN (Dow Jones)--Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Prognose für die deutsche Wirtschaftsentwicklung im laufenden Jahr nochmals deutlich gesenkt, zugleich aber Chancen für einen Wirtschaftsaufschwung ausgemacht. Wie aus der am Dienstag veröffentlichten Konjunkturumfrage hervorgeht, rechnet der DIHK für 2009 mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,0%. Im Februar hatte der Verband mit einem BIP-Minus von bis zu 3,0% gerechnet.
Einen drastischen Einbruch sieht der DIHK bei den Exporten voraus. Dort liegt der Rückgang nach seiner Prognose im laufenden Jahr bei 19,0% (zuvor: minus 9,5%). Die Importe sollen demnach um 10% (zuvor: minus 5,0%) zurück gehen. Die privaten Konsumausgaben werden nach der Prognose des DIHK hingegen um 0,4% (zuvor: plus 0,4%) steigen und die Konsumausgaben des Staates um 2,0% (plus 2,0%). ...
weiter unter http://web.consors.de/CatFront/JspNews.jsp?m_id=29279457
Er hat seit
http://www.ariva.de/...Baerengemeinde_t283343?pnr=5809153#jump5809153
nicht mehr gepostet. Kennt ihn hier jemand persönlich? (Kicky? Berliner Raum?)
"Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Prognose für die deutsche Wirtschaftsentwicklung im laufenden Jahr nochmals deutlich gesenkt, zugleich aber Chancen für einen Wirtschaftsaufschwung ausgemacht. Wie aus der am Dienstag veröffentlichten Konjunkturumfrage hervorgeht, rechnet der DIHK für 2009 mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,0%."
Wie soll das zusammengehen? 6 % Schrumpfung in 2009 - und "zugleich Chancen für einen Wirtschaftsaufschwung"?
Wann soll denn der Aufschwung kommen, in 2017?
Das Jahr 2017 als mögliche "Wende zum Besseren" wird hier im 3. Absatz genannt.
Konsens + 0,8%
Core + 0,1%
Ich überlege meine Shortposition weiter auszubauen wobei der absolute Betrag bereits einen signifikanten Teil meines Depot ausmacht. Eine zu große Einzelposition ist immer mit einem erheblichen Risiko verbunden, somit warte ich zunächst ab.
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von Robert Schröder

Rückblick:
Tenor der gestrigen Analyse war, dass der Dax tendenziell weiter nachgeben würde.
Ab dem Analyse-Niveau bis zum heutigen Tagestief hat der Index 94 Punkte verloren.
Seit 4.870 läuft eine Korrekturwelle. Vermutlich eine Welle 4.
Ausblick:
Diese kleine Gegenbewegung im Abwärtstrend könnte den Dax noch auf 4.940 bis 4.966 tragen.
Ab diesem Kurszielfenster muss mit einer weiteren Abwärtswelle Richtung 4.800 gerechnet werden.
Dieses Szenario ist gültig, solange 5.033 nicht mehr überschritten werden.
PS: Der VDax ist gestern übrigens um 11 % nach oben geschossen!
Viele Grüße
Ihr Robert Schröder
U.S. producer prices rise 0.2 percent in May; housing starts rise 17.2 percent in May; stock futures rise
Die Hoffnungen auf ein durchschlagen der Reflationierung zerschlagen sich. Obwohl Öl -sowie die meisten anderen Rohstoffe- in den letzten Wochen massiv gestiegen sind, bleiben Anzeichen von Inflation aus.
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| 29 | 3.801 | Banken & Finanzen in unserer Weltzone | lars_3 | youmake222 | 28.01.26 17:23 | |
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| Daytrading 15.05.2024 | ARIVA.DE | 15.05.24 00:02 | ||||
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