Auszüge (mehr aufsz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/26642):
Im Freundeskreis
Bei meinen Freunden kam es gestern zum Streit:
Freund A: "Wir haben uns gestern ein neues Auto bestellt."
Freund B: "Wie könnt ihr euch das denn leisten? Ihr seid doch durch das neue Haus sowieso schon total verschuldet."
Freund A: "Wir haben beim Händler einen Kredit bekommen, mit 0 Prozent
Zinsen."
Da rastet Freund B völlig aus: "Ich bringe doch nicht mein hart erarbeitetes
Geld zur Bank, damit sie es an solche Nasen wie dich weiter verleiht, die
überhaupt nicht mit Geld umgehen können."
Der Rest des Freundeskreises schweigt und schämt sich – für A und B.
In der Bar
In einer Bar, gestern abend. Dialog am Nebentisch:
"Festgeld, ich weiß nicht… Ich glaub, ich lös meine Anlagen jetzt mal auf."
"Wieso das denn?"
"Ich will mein Geld nicht mehr bei einer Bank liegen haben, von der ich
nicht weiß, ob sie morgen noch existiert. Also hol ich es da lieber raus."
"Hey, nein, mach das bloß nicht!"
"Wieso nicht?"
"Wenn das jetzt alle gleichzeitig machen, dann ist die Bank doch auf jeden
Fall kaputt. Und dann sind wir alle am Arsch!"
"Was willst du denn? Wenn schon, dann gemeinsam untergehen?"
Bei der Deutschen Bank
Gerade war ich am Geldautomaten in der Filiale der Deutschen Bank, da bekomme ich ein Gespräch am Schalter mit: Ein Kunde, im Motorradanzug und etwa 40 Jahre alt, die Filialleiterin und eine Kollegin unterhalten sich.
Filialleiterin zum Kunden: Ich kann Ihnen im Moment nicht so viel Bargeld geben.
Kunde: Was?
Filialleiterin: Es ist so, das dies im Moment deutschlandweit ein Problem ist. Die Geldtransporter sind ausgelastet. Im Moment ist die Versorgung mit Bargeld etwas schwierig. Das haben wir auch erst heute morgen erfahren.
Kunde: Und die Zentrale?
Filialleiterin: Was heißt Zentrale? Wir haben überall Filialen.
Kunde: Wann kann ich mein Geld bekommen? Kann ich zu einer anderen Filiale gehen?
Filialleiterin: Ich kann versuchen, in anderen Filialen anzurufen. Wollen Sie dann überall hinfahren und das Geld portionsweise abholen?
Kunde: Ja.
Filialleiterin zu Kollegin (sie zieht die Augenbraunen hoch): Rufen Sie bitte an. Die Summe beträgt 260.000 Euro.
Kollegin: Und die vom Kunden bestellte Goldlieferung?
Filialleiterin: Die ist für nächste Woche avisiert.
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